Investition in den Menschen

Donnerstag, 27. April 2006

Osteuropa-Hilfswerk Renovabis legt Jahresbericht 2005 vor

MAGDEBURG/FREISING. Zufrieden mit dem Verlauf des zurückliegenden Geschäftsjahrs 2005 hat sich Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth gezeigt. Trotz wirtschaftlich schwieriger Bedingungen habe Renovabis auch im vergangenen Jahr dazu beigetragen, dass „die Menschen im Osten und Westen Europas ein Stück weit näher zusammenwachsen konnten“, betonte Demuth in Magdeburg. In der Domstadt präsentierte der Ordensmann gemeinsam mit Ortsbischof Gerhard Feige den Renovabis-Jahresbericht 2005.

Danach unterstützte das katholische Osteuropa-Hilfswerk im Jahr 2005 insgesamt 987 Projekte in 24 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas mit einer Gesamtsumme von 29,92 Millionen Euro. Nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ flossen die Mittel über Partner vor Ort vor allem in die Förderung von kirchlich-pastoralen, sozial-caritativen sowie von Bildungs- und Medienprojekten. Dabei wurden auch 127 Studienstipendien an junge Frauen und Männer vergeben. Demuth verwies in diesem Zusammenhang auf einen seit Jahren spürbaren Trend in der Renovabis-Projektpolitik: In einigen Ländern stehe die „Investition in die Köpfe“ mittlerweile an erster Stelle. So lag der Anteil der Ausgaben für Maßnahmen im Bildungsbereich zuletzt konstant zwischen circa 15 und 20 Prozent.

Auch geographisch haben sich die Renovabis-Förderschwerpunkte „weiter nach Osten“ verschoben: Die Zahl von Projekten etwa in der Ukraine, Rumänien und in Russland nahm zu – Länder also, die von positiven wirtschaftlichen Entwicklungen abgehängt sind. Demuth erinnerte an die häufig schwierige Situation gerade junger Menschen im östlichen Europa. Vielen von ihnen fehle dort jede Perspektive. Hinzu kämen die großen sozialen Probleme, vor denen die Gesellschaften in den neuen EU-Ländern und jenseits ihrer Außengrenzen stünden. „Die Kluft zwischen Arm und Reich ist dort noch größer geworden“, so Demuth. Keiner solle sich also der Illusion hingeben, dass Hilfe jetzt oder in absehbarer Zeit nicht mehr gebraucht werde. Der Renovabis-Hauptgeschäftsführer machte deutlich, dass sich die Kirche besonders für die unmittelbaren geographischen Nachbarn in Europa verantwortlich fühle: „Nur wenn die Menschen aus dem Osten und dem Westen unseres Kontinents wirklich zueinander finden, wird uns der Aufbruch in ein ganzes Europa gelingen.“ Dank an deutsche Katholiken und Spender

Demuth dankte den deutschen Katholiken und Spendern. Mit ihrem finanziellen Beitrag würden sie die Arbeit von Renovabis erheblich unterstützen. Mit Blick auf den Haushalt und die Kollektengelder 2005 sprach Demuth von einer „gemischten, wenngleich insgesamt zufrieden stellenden Bilanz“. So stieg das Gesamtaufkommen um rund 200.000 Euro von 35,91 auf 36,12 Millionen Euro. Gleichzeitig schlugen weitere Kürzungen bei der Zuweisung von kirchlichen Haushaltsmitteln durch den Verband der Diözesen Deutschlands in Höhe von 630.000 Euro (von 17,12 auf 16,49 Millionen Euro) zu Buche. Deutlich stieg dagegen der Anteil an den Mittel-Zuwendungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: um 55 Prozent von 2,65 Millionen Euro (2004) auf rund 4,1 Millionen Euro. Rückläufig ist das Ergebnis bei den Kollekten: 7,43 Millionen Euro gegenüber 8,4 Millionen im Jahr 2004. Demuth relativierte diese Zahl unter Verweis auf die „außergewöhnlich guten“ Kollekten im Jahr 2004. Weitgehend stabil blieben die Spendengelder, die sich 2005 auf eine Summe von 4,36 Millionen Euro beliefen.

Der Renovabis-Jahresbericht 2005 kann kostenlos bei Renovabis, Abteilung Kommunikation und Kooperation, unter Telefon 08161/5309-39/-49 angefordert oder als PDF-Datei heruntergeladen werden (PDF gezippt, 2,3 MB).