Jugend im Osten Europas Schwerpunkt beim Renovabis-Partnerschaftstreffen
Samstag, 03. Dezember 2005
Jugendseelsorger: „Ich lebe aus der Hoffnung“
Freising, den 3. Dezember 2005. Dass die Situation der Jugendlichen in den Ländern Mittel- und Osteuropas völlig unterschiedlich und häufig von Zukunftsängsten und vielfältigen Problemen geprägt ist, dies wurde am vergangenen Wochenende beim Partnerschaftstreffen des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis deutlich. Zum inzwischen 13. Mal hatte die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa Ehrenamtliche aus ganz Deutschland zu dieser Begegnung eingeladen. Rund 150 engagierte Osteuropa-Partnerschaftsgruppen-Vertreter aus ganz Deutschland waren der Einladung auf den Freisinger Domberg gefolgt. Neben Vorträgen und Diskussionen zum Schwerpunktthema ging es bei dem Treffen auch um den Austausch von Erfahrungen im jeweiligen Engagement.
Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth machte deutlich, „dass die junge Generation im Osten Europas angesichts der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Umbrüche vor immensen Herausforderungen steht“. So gibt es etwa in Ländern wie Rumänien noch bittere Armut. Kinder und Jugendliche hätten darunter am meisten zu leiden, berichtete Jugendpfarrer Attila Nagy-György aus der Diözese Alba Iulia: „Mindestens zehn Prozent unserer Bevölkerung haben kaum das Nötigste zum leben.“ Der Staat, der es bislang nicht schaffe, seinen Beschäftigten kaum mehr als einen Hungerlohn zu zahlen, beginne aber jetzt doch damit, sich - auch wegen der Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft - stärker im sozialen Bereich zu engagieren. Der Jugendpfarrer dazu: „Ich lebe aus der Hoffnung…“
Andrij Waskowycz, Caritas-Präsident in Kiew (Ukraine), informierte die Teilnehmer des Partnerschaftstreffens über die große Not Hunderttausender von Kindern und Jugendlichen in seinem Land. Er gehe allein von bis zu 200.000 Straßenkindern zwischen 4 und 16 Jahren aus. Allerdings sehe er erste Anzeichen einer Verbesserung des sozialen Lage: „Die Orangene Revolution vor einem Jahr war die Geburt einer Zivilgesellschaft in der Ukraine.“ Solidarisch übernähmen die Menschen inzwischenmehr und mehr Verantwortung füreinander, ohne „auf den großen Bruder Staat zu schielen“.
Die in Freising versammelten Partnerschaftsgruppen, die teilweise seit Jahren Hilfsprojekte in Rumänien, der Ukraine und vielen weiteren Ländern in Mittel- und Osteuropa unterstützen, waren dankbar für die Informationen aus erster Hand. Mit großem Elan pflegen sie gerade auch wegen solcher Austauschmöglichkeiten ihre eigenen partnerschaftlichen Begegnungen.
