Siebtes Schulzentrum der „Schulen für Europa“ eingeweiht

Mittwoch, 26. Oktober 2005

Weihbischof Pero Sudar: „Ein weiterer Versuch das Zusammenleben zu entlasten“

Banja Luka / Freising, den 26. Oktober 2005 (tho). Eine weitere „Schule für Europa“ wird heute in der bosnisch-herzegowinischen Stadt Banja Luka durch Bischof Franjo Komarica eingeweiht. Das neue Schulzentrum gehört zum Netzwerk der multiethnischen „Schulen für Europa“, die unter katholischer Trägerschaft inzwischen in sieben Städten des Balkanstaates etabliert worden sind. Jedes Schulzentrum in Sarajewo, Zenica, Tuzla, Travnik, Konjic und Zepce umfasst jeweils mehrere Bildungseinrichtungen – von der Vorschule bis zum Gymnasium, insgesamt 15 Schulen. Mit zwei Oberstufen-Klassen beginnt nun in Banja Luka der Unterricht; somit erreicht Europaschulen-Initiator Weihbischof Pero Sudar nun gut 4300 Schülerinnen und Schüler – und deren Familien mit seinem Konzept „für mehr Dialog und Toleranz“.

Orthodoxe Serben, muslimische Bosnier und katholische Kroaten lernen in den Europaschulen, für die Renovabis und die Bundesregierung inzwischen mehr als 3,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben, moderne Fremdsprachen und Informatik-Kenntnisse um für die Anforderungen in einem modernen Europa gerüstet zu sein. Und sie bekommen klassische Kultur- sowie Religionsgeschichte – auch der jeweils anderen Herkunft – vermittelt, damit sie die Wurzeln Europas und ihrer Heimat besser verstehen lernen. Ein regulärer Religionsunterricht findet zusätzlich außerhalb der Schule statt. Im selbstverständlichen alltäglichen Miteinander sollen Vorurteile abgebaut und gegenseitiger Respekt aufgebaut werden, Toleranz selbstverständlich werden. Tatsächlich seien die Schulen „Inseln des Friedens“. Aber vor den Schultüren erlebten die Jugendlichen immer noch oft die Intoleranz und den Hass zwischen den Menschen unterschiedlicher Ethnien und Religionen.

Die heute eingeweihte Schule im Bistum Banja Luka realisieren die Barmherzigen Schwestern gemeinsam mit dem Bischof. Ein Altbau einer ehemaligen Mädchenschule der Ordensfrauen wurde saniert. Das dreistöckige Gebäude wird genügend Platz für rund 250 Schüler bieten. Ortsbischof Franjo Komarica freut sich über den Start der ersten „Schule für Europa“ in seiner Diözese; er plant noch weitere Schulen nach diesem Prinzip in Bihac und Livno. Er bedankte sich dafür, dass die deutschen Katholiken über Renovabis die neue Schule von Banja Luka mit zunächst 200.000 Euro unterstützt haben. Der geistige Vater der „Schulen für Europa“, Weihbischof Sudar, sagte bei der Einweihung: „Diese Schule ist ein Zeichen der Hoffnung für Minderheiten in dieser Stadt. Wir hoffen so sehr, dass sie angenommen wird. Es soll ein weiterer Versuch sein, das Zusammenleben zu entlasten und dann gemeinsam zu gestalten.“

Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth C.Ss.R. freut sich, dass die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit dem 54 Jahre alten Weihbischof aus Sarajewo, der für seine Initiative und Leitung des Projekt-Programms „Europa-Schulen“ in der vergangenen Woche erst mit dem Kardinal-König-Preis ausgezeichnet worden ist, einem Renovabis-Partner der Gründerzeit über so lange Zeit kontinuierlich verbunden bleiben konnte. Diese Zusammenarbeit zeige beispielhaft, wie Renovabis Nachhaltigkeit versteht. Das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis hat zur Verwirklichung der Idee von Weihbischof Dr. Pero Sudar aus Sarajewo erheblich beitragen können.