„Russischer Bär“ bleibt ein integraler Bestandteil Europas

Freitag, 10. Juni 2005

Renovabis stellt bei Podium den Weg Russlands im 21. Jahrhundert zur Diskussion

FREISING/Köln (da/lu). Was stellt Russland dar und wohin wird es sich entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigten sich namhafte Vertreter der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche, nämlich Bischof Hilarion Alfeyev (Wien/Moskau) und Bischof Josef Homeyer (Brüssel/Hildesheim) sowie der Düsseldorfer Osteuropahistoriker Prof. Hans Hecker bei einem Podiumsgespräch im Domforum in Köln.

Einig waren sich die drei Diskussionspartner bei der Veranstaltung, zu der die Solidaritätsaktion Renovabis und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken eingeladen hatten, darüber: Russland ist und bleibt ein unverzichtbarer Teil Europas. Diese Ansicht vertrat nicht zuletzt Hans Hecker vehement unter Bezug auf die historische und geopolitische Stellung der Großmacht im Osten. Bei allem Konsens beschönigten sie bestehende Differenzen zwischen „Ost“ und „West“, zwischen Europäischer Union und Russland, nicht. Gerade angesichts der sich abzeichnenden Annäherung der europäischen Staaten könnten die christlichen Kirchen im Schulterschluss ein „geistiges Rückgrat“ in einer weithin säkularen Gesellschaft formen.

Für den orthodoxen Bischof Hilarion droht der moderne Säkularismus das kirchliche Leben allmählich zu ersticken. Nach Westeuropa werde mittlerweile auch Russland von dieser Gefahr erfasst. Bischof Homeyer schloss sich dieser Analyse zwar grundsätzlich an, sah allerdings Momente des Aufbruchs in den Kirchen Westeuropas, die in die Gesellschaft hinein wirken. Trotz der Differenzen, die sich in Russland zwischen Patriarch Aleji II. und dem Papst in Rom ergeben hatten, sollten die Kirchen, wie Bischof Hilarion anbot, die christlichen Grundwerte gemeinsam verteidigen. Als Fernziel schlug Bischof Hilarion die Bildung einer „orthodox-katholischen Allianz“ vor, um z. B. bei den europäischen Institutionen gemeinsam aufzutreten. Bischof Homeyer hielt diesen Gedanken für bemerkenswert.

„domradio“ greift Weg Russlands in die Zukunft auf

Russland wird am kommenden Montag, 13. Juni, zwischen 10 und 12 Uhr auch im Mittelpunkt des Magazins „domradio weltweit – Hilfswerke im Einsatz“ des Kölner „domradio“ stehen. Zu empfangen ist die Sendung weltweit über „www.domradio.de“ sowie über das Kabelnetz und über Digital-Radio in Nordrhein-Westfalen und DVB-C Digitalkabel in Baden-Württemberg. Die Sendung wird in Zusammenarbeit mit Renovabis redaktionell gestaltet.