Bundesweiter Abschluss der Renovabis-Pfingstaktion in Schwerin
Sonntag, 15. Mai 2005
Solidaritätsaktion für Osten Europas rückt Situation Jugendlicher in den Mittelpunkt
Mit einer Bischofsmesse in der Schweriner Propsteikirche Sankt Anna ist am Pfingstsonntag die diesjährige Pfingstaktion des katholischen Hilfswerkes Renovabis beendet worden. In mehr als 13.000 katholischen Pfarreien wurde heute Geld für die Anliegen junger Menschen im Osten Europas unter dem Motto „Ich will Euch Zukunft und Hoffnung geben“ gesammelt.
Der russische Bischof Clemens Pickel dankte den deutschen Katholiken für die Spenden, die sein Bistum St. Clemens im Süden Russland über Renovabis erreicht haben. In seiner Predigt schilderte er die Situation der katholischen Kirche und der Menschen in der ehemaligen Sowjetunion. Seit den dreißiger Jahren und bis in die 1970er Jahre habe es keine Priesterausbildung in der Sowjetunion mehr gegeben. Priester seien inhaftiert und nicht selten erst kurz vor ihrem Tod freigelassen worden. Menschen, die sich zum Glauben an Gott öffentlich bekannt haben, seien verfolgt worden. Trotz der materiellen Not in Russland sehnen sich die Menschen auch nach Gott, sagte Pickel, der aus Deutschland stammt. Er sei als Priester nach Russland gegangen, um zu helfen. „Aber“, so der 43jährige Oberhirte einer katholischen Diözese mit 1,4 Millionen Quadratkilometern, was mir die einfachen Leute in Russland helfen, ist mehr, als ich jemals helfen kann.“
Nach Ansicht von Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth stellt sich das Hilfswerk einer „immensen Herausforderung“. „Renovabis geht es einerseits um verheißungsvolle neue Aufbrüche in den wiedererwachten Kirchen Osteuropa, aber andererseits auch um die häufig schwierige Situation der jungen Frauen und Männer dort: Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Gewaltbereitschaft und Selbsttötung sind weit verbreitet“, sagte Demuth. Da sehe die Solidaritätsaktion Renovabis, bei der der Schweriner Weihbischof Norbert Werbs die Deutsche Bischofskonferenz im Vergabeausschuss vertritt, seine Hauptaufgabenfelder.
Der Erzbischof von Hamburg, Dr. Werner Thissen, sagte: Die Armut trenne die Menschen in Europa noch auf lang Zeit und unter Not und Elend leiden viele Menschen im Osten Europas. Deshalb seien die Christen in Deutschland um Hilfe gefragt. „Vorrangiges Ziel muss es sein, den Menschen vor Ort Zukunftschancen zu eröffnen, damit sie in ihrer angestammten Heimat bleiben können.“ Die Solidaritätsaktion von Renovabis könne dafür einen wirkungsvollen Beitrag leisten, sagte Erzbischof Thissen, in dem sie zum Beispiel Schulen und Ausbildungsprojekte fördere.
Die Solidaritätsaktion Renovabis wurde 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz für die Menschen in Mittel- und Osteuropa in Leben gerufen. Bisher konnten rund 13.000 soziale und seelsorgliche Projekte mit eine Summe von 340 Millionen Euro in 27 Staaten im Osten Europas unterstützt werden. Der Etat von Renovabis für Projekte beträgt jährlich etwa 30 Millionen Euro. Die Anzahl der geförderten Projekte pro Jahr liegt jeweils deutlich über 1000. Der Renovabis-Etat speist sich aus der Pfingstkollekte, Kirchensteuermitteln, Spenden, Nachlässen und Erbschaften sowie öffentlichen Mitteln. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hat Renovabis mit dem DZI-Spendensiegel einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Geldern bescheinigt.
