„Papst aus Deutschland als Mahner eines neuen Europas auf christlichen Grundlagen“
Mittwoch, 20. April 2005
Osteuropa-Hilfswerk Renovabis begrüßt die Wahl von Papst Benedikt XVI.
FREISING (lu). Die Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger zum Papst begrüßt Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, nachdrücklich. Als „Mahner eines neuen Europas auf christlichen Grundlagen“ hat sich Papst Benedikt XVI., wie sich der in Marktl bei Altötting geborene Geistliche nun nennt, immer verstanden. Auch das Werk Renovabis, das die Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa bei der geistlich-geistigen und sozialen Erneuerung unterstützt, hat „Europa“ nie auf ein Wirtschaftsprojekt im Rahmen der EU begrenzt interpretiert, sondern immer die Idee eines kulturell und sozial verankerten Europas auf christlicher Basis vertreten.
Joseph Kardinal Ratzinger habe sich immer für den „offenen Austausch und die Einheit in der Vielfalt durch nichtstaatliche kulturelle und religiöse Institutionen und Kräfte“ in einem künftigen Europa stark gemacht, zitiert Pater Demuth den neu gewählten Papst.
Die beispielhaft gute Beziehung des ehemaligen Kardinals Ratzinger und jetzigen Papstes zu seinem aus Polen stammenden Amtsvorgänger, Papst Johannes Paul II., hat gezeigt, wie eng und fruchtbar West-, Mittel- und Osteuropäer bei der Gestaltung der Weltkirche im Auftrag Jesu zusammenarbeiten können.
Die Wahl seines Papstnamens „Benedikt“ verdeutlicht für Renovabis, dass der neue Papst in die Fußstapfen von Papst Benedikt XV. treten will, der sich als engagierter Streiter für den Frieden zwischen den verfeindeten Völkern zu Beginn des Ersten Weltkriegs sowie für die Versöhnung nach diesem eingesetzt hatte. Zugleich macht die Namenswahl durch den Papst für Renovabis deutlich, dass er in die Nachfolge des hl. Benedikt, eines der Patrone für Europa, treten möchte. Dieser hatte durch das Mönchtum wesentlich dazu beizutragen, die christliche Kultur im damals werdenden Europa zu verbreiten. Für Renovabis kann von Papst Benedikt XVI. ein neuer Impuls zur Ökumene und zum Dialog der Religionen ausgehen.
Renovabis-Chef Pater Dietger Demuth CSsR freut sich, dass die alte Bischofsstadt Freising, deren Oberhirten schon im Mittelalter Beziehungen nach Osteuropa unterhielten, als verbindende Klammer zwischen dem Hilfswerk und Papst Benedikt XVI. fungieren kann. Schließlich hat Joseph Ratzinger im Freisinger Priesterseminar, also in den Räumen, wo jetzt die Geschäftsstelle von Renovabis angesiedelt ist, gelebt, studiert und später Theologie gelehrt. 1951 war er im Freisinger Dom zum Priester geweiht worden. Von 1977 bis 1982 war Ratzinger Oberhirte der Erzdiözese München und Freising.
