Dramatischer Anstieg von HIV-Infektionen zwingt zum Handeln

Montag, 14. März 2005

Missionsärztliches Institut und katholische Einrichtungen wollen Kampf gegen AIDS in Osteuropa verstärken

WÜRZBURG. In einem Netzwerk wollen katholische Organisationen und Einrichtungen aus Westeuropa und den Vereinigten Staaten wie die nationalen Caritas-Verbände, das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis u.a. ihre Erfahrungen mit Informationsarbeit über AIDS und zur Prävention wie auch zur Betreuung von Menschen mit HIV/AIDS stärker als bisher austauschen und gemeinsam Projekte weiter entwickeln. Das Missionsärztliche Institut und andere Fachstellen wie die katholische Fachhochschule Freiburg wollen Experten bereitstellen, um konkrete Projekte zu unterstützen.

„Das Fenster der Hoffnung steht nur noch einen kleinen Spalt offen“, so Dr. Klemens Ochel, Leiter der AG Gesundheitsdienste und HIV/AIDS des Missionsärztlichen Instituts Würzburg. Um diese Chance zu nutzen, hatte das Missionsärztliche Institut als katholische Fachstelle für Internationale Gesundheit in Zusammenarbeit mit der AIDS Funding Network Group (AFNG) Vertreter der nationalen Caritas-Verbände sowie des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis und anderer Organisationen eingeladen.

Vertreter von rund zehn katholischen Organisationen und Einrichtungen aus Westeuropa und den Vereinigten Staaten von Amerika hatten an dem Hearing teilgenommen.

Ziel war es, die Anstrengungen gegen die drohende Katastrophe von HIV/AIDS in Mittel- und Osteuropa zu verstärken und den Partnern in den betroffenen Ländern die bedrohliche Situation nahe zu bringen: Rund 1,6 Millionen Menschen sind in Mittel- und Osteuropa gemäß den offiziellen Statistiken von UNAIDS bereits mit dem HIV-Virus infiziert. Experten schätzen, dass die Anzahl der Menschen, die den Virus bereits in sich tragen, erheblich höher liegt.

Und das Tempo, in dem sich die Immunschwäche ausbreitet, ist furchterregend. „Bis 2010 kann sich die Zahl der Menschen mit HIV/AIDS vervierfachen, wenn wir nichts dagegen unternehmen“, so Dr. Ochel.

Die katholischen Organisationen engagieren sich vor allem in der Betreuung von Waisenkindern und Kindern, die mit HIV infiziert sind, in der Pflege betroffener Menschen zu Hause und in der Sozialarbeit in Gefängnissen. Sie unterstützen Selbsthilfeinitiativen und tragen zur Information und Aufklärung bei.

Andrea Werner-Zumbrägel, Missionsärztliches Institut, Würzburg, Dr. Ludwig Unger, Solidaritätsaktion Renovabis, Freising