Versöhnung bleibt immerwährende Aufgabe
Donnerstag, 27. Januar 2005
Renovabis und Versöhnungsfonds: Das unfassbare Unrecht von Auschwitz nicht vergessen
Freising (Ha/lu). Auf das vielfältige Engagement der Katholischen Kirche in Deutschland für Versöhnung und Verständigung weist die Solidaritätsaktion Renovabis anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz hin. Die intensiven Bemühungen, sich weiterhin mit der planmäßig betriebenen Massenvernichtung, der Gewaltherrschaft und Rassendiskriminierung des Nationalsozialismus auseinander zu setzen, dürften dennoch nicht nachlassen.
Wichtige Impulse hierzu konnte in den letzten Jahren der „Versöhnungsfonds der Katholischen Kirche in Deutschland“ geben, dessen Geschäftsführung bei Renovabis, der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, lag. Die Arbeit des Fonds fügt sich ein in das jahrzehntelange Bemühen der Kirche, die Erinnerung an historisches Unrecht wach zu halten, das Verständnis für die Opfer zu fördern und zu Dialog, Versöhnung und Verständigung beizutragen. Auch 60 Jahre nach dem Ende der NS-Schreckensherrschaft ist es – so Renovabis – dringend geboten, sich die Verbrechen der Vergangenheit vor Augen zu führen.
Vor allem Bildungs-, Begegnungs- und Austauschprogramme mit jungen Leuten waren und sind Schwerpunkte der Fördermaßnahmen des Versöhnungsfonds. Die Realisierung der entsprechenden Projekte oblag stets besonders qualifizierten und erfahrenen Organisationen wie etwa dem Maximilian-Kolbe-Werk. Dabei sei es – erläutert Renovabis-Geschäftsführer Dr. Gerhard Albert – immer das Ziel gewesen, „die Würde der Opfer, die unter Gewaltherrschaft und unter Menschenrechtsverletzungen gelitten haben, in den Mittelpunkt zu stellen.“ Hervorzuheben seien konkrete Maßnahmen wie etwa die Pflege ehemaliger KZ-Häftlinge in Polen durch junge Freiwillige aus Deutschland, die Begegnung mit Überlebenden der Gewaltherrschaft im Schulunterricht und die Förderung des Generationen übergreifenden Gesprächs.
Die Bedeutung der Arbeit mit der jungen Generation stehe jedenfalls, so Gerhard Albert, „für das nachhaltige Gelingen von Versöhnungsprozessen außer Zweifel“. Versöhnung bleibe eine „immerwährende Aufgabe“, sei angesichts der Begrenztheit menschlicher Bemühungen aber immer auch „ein Geschenk Gottes“. Und doch „befreit uns diese Einsicht nicht von der Notwendigkeit, dem Wirken Gottes aktiv den Weg zu bereiten“. Gerade Auschwitz mache deutlich, wie brutal eine Welt ohne Gott ist.
