Hilfe für Nachbarn im Osten bleibt nötig

Mittwoch, 26. Januar 2005

Renovabis zieht erste vorläufige Bilanz für 2004

FREISING (lu). Eine erste positive Bilanz der Arbeit von Renovabis für das Jahr 2004 zog nun Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth (CSsR). Es sei der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa gelungen, das schwierige gesellschaftliche Problem der Migration und die Folgen für die betroffenen Frauen, Männer und Kinder aufzugreifen und zu vermitteln.

Allein in Europa haben in den vergangenen Jahren rund 60 Millionen Menschen ihr Heimatland aufgrund von sozialer Not, Konflikten und Umweltkatastrophen verlassen und in einem anderen Land ein neues Zuhause suchen müssen, erinnert Pater Demuth an die ungeheure Dimension des Problems. Wichtige Veranstaltungen, diese Wanderung und die Belastungen für die Menschen nachvollziehbar zu machen, waren für Renovabis die Eröffnung der Pfingstaktion in Regensburg mit Bischof Gerhard-Ludwig Müller, Weihbischof Dr. Pero Sudar (Bosnien-Herzegowina), Bischof František Radkowskí (Tschechien), Bischof Petru Ghergel (Rumänien) und Bayerns Staatssekretärin Emilia Müller ebenso wie der Abschluss der Pfingstaktion in Fulda mit Bischof Heinz Josef Algermissen und Bischof Josef Koukl (Leitmeritz) sowie Hessens Wirtschaftsminister Alois Riehl. Letzterer hatte die katholische Soziallehre als „Blaupause“ für die Erneuerung der Gesellschaft und Wirtschaft in den Staaten Mittel- und Osteuropas gewürdigt.

Auch beim Katholikentag in Ulm hat Renovabis auf die Nöte der Menschen bei der Suche nach einer Heimat hingewiesen. Renovabis konnte in Gesprächen mit Spitzenpolitikern wie der CDU-Vorsitzenden Dr. Angela Merkel und mehreren Ministerpräsidenten das Anliegen des Osteuropa-Hilfswerks herausstellen, Menschen in ihrer eigenen Heimat Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Renovabis begrüßte den Beitritt von acht mittel- und osteuropäischen Ländern zur Europäischen Union im Mai 2004 als „wichtige Etappe der Wiedervereinigung von Ost und West in Europa“. Doch mit der Aufnahme der Slowakei, von Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Polen und Ungarn in die Europäische Union sei die Arbeit an der geistigen, religiösen und sozialen Erneuerung der Gesellschaften im Osten Europas nicht überflüssig geworden.

Die Bundesbürger haben zwar nach den Statistiken im Verlauf des Jahres 2004 im Durchschnitt zugunsten aller sozialen Einrichtungen weniger Geld als im Vorjahr gespendet, doch haben sie gerade bei der Flutkatastrophe im Dezember eine großartige Hilfsbereitschaft bewiesen, so Pater Demuth. Auch Renovabis hat – nach den bisher vorliegenden Daten - keinen Rückgang bei der Pfingstkollekte und im Spendenaufkommen 2004 zu beklagen. Viele Bundesbürger haben nach Einschätzung von Renovabis erkannt, dass die Menschen in Mittel- und Osteuropa weiterhin der tätigen Solidarität bedürfen. Das ist für Renovabis eine gute Grundlage, um optimistisch ins Jahr 2005 zu gehen, auch wenn der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) seine für die Arbeit des Werks so zentrale Zuweisung an Renovabis bereits 2004 spürbar kürzen musste und für 2005 weiter zurückfahre.

Über 1000 religiös-pastorale, sozial-caritative und zivilgesellschaftliche Projekte konnte das Hilfswerk im vergangenen Jahr unterstützen.

Im Jahr 2005 wird Renovabis vorwiegend die Lebenssituation von Jugendlichen in Mittel- und Osteuropa in das Bewusstsein der Bundesbürger rücken.