„Menschen in Osteuropa brauchen Hilfe"

Montag, 29. November 2004

Solidaritätsaktion Renovabis unterstützt Projekte zum Kampf gegen AIDS in Osteuropa - Welt-AIDS-Tag mahnt

FREISING (lu). Fast 40 Millionen Menschen leben weltweit mit HIV/Aids, davon allein gut 1,4 Millionen in Osteuropa und Zentralasien. Mit dieser grausamen Realität dürfen sich die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft nicht zufrieden geben, betonte P. Dietger Demuth CSsR, Hauptgeschäftsführer der Solidaritätsaktion Renovabis, in Freising anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember. Pater Demuth fordert dazu auf, die Bemühungen zu verstärken, Menschen mit HIV und AIDS aus der meist unfreiwilligen Isolation herauszuführen.

Zwar leben knapp zwei Drittel der Menschen, die mit HIV infiziert sind, in Afrika südlich der Sahara. „Aber die scheinbare räumliche Ferne enthebt uns nicht der Verantwortung“, so Pater Demuth. Es gehe um eine weltweite Solidarität.

Die Problematik HIV/AIDS darf man, so der Renovabis-Hauptgeschäftsführer, gerade für Osteuropa nicht unterschätzen. Dort sind nach dem jüngsten Welt-AIDS-Bericht rund 1,4 Milllionen Frauen, Männer und Kinder mit dem Tod bringenden Virus infiziert. Zwei Drittel davon leben in Russland, besonders weit verbreitet ist das Virus ferner in der Ukraine. Und das Virus verbreitet sich längst nicht nur unter Drogenabhängigen, wie der UN-AIDS-Bericht erneut hervorhob. Gerade in Osteuropa wurde das Problem HIV-AIDS lange verdrängt, entsprechende Präventionsmaßnahmen unterblieben, auch Impfungen mit unsterilen Spritzen haben hier die Ausbreitung forciert.

Renovabis wird, so Pater Demuth, seinen Partnern in den Ländern Osteuropas Hilfe leisten, damit sich diese zum Wohl der Menschen gegen die Ausbreitung von HIV und für die Betreuung bereits erkrankter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener einsetzen können. Bereits bisher fördert das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis Projekte zur Bekämpfung von AIDS und zur Betreuung von HIV-Infizierten. Im Banat in Rumänien etwa unterstützt Renovabis ein Betreuungszentrum für HIV-infizierte Kinder. In der Ukraine begleitet Renovabis mit finanziellen Mitteln ein Rehabilitationszentrum für drogenabhängige und HIV-infizierte Jugendliche in Zareczany, das von der Caritas Spes Ukraine getragen wird. In Lazne in Tschechien unterstützt Renovabis ein Programm zur AIDS-Aufklärung in Schulen.

Renovabis engagiert sich auch im Aktionsbündnis gegen AIDS. Diese Organisation, in der sich gut 1000 Organisationen, darunter kirchliche Hilfswerke wie Renovabis und Misereor sowie die Deutsche AIDS-Hilfe, zusammen geschlossen haben, engagiert sich seit 2003 dafür, dass die Bundesregierung auch über die eigenen Landesgrenzen hinweg Verantwortung übernimmt. Einig ist sich das Aktionsbündnis mit Vertretern aller politischer Parteien, dass HIV/AIDS zu den größten Bedrohungen für die Gesellschaften und die Volkswirtschaften nicht nur der hauptsächlich betroffenen Staaten in Afrika gehört.