Macht nicht gegen eigenes Volk missbrauchen
Mittwoch, 24. November 2004
Renovabis unterstützt Appell ukrainischer Bischöfe
FREISING. Die angespannte Situation in der Ukraine nach den Präsidentschaftswahlen gibt nach Auffassung der Solidaritätsaktion Renovabis Anlass zu größter Besorgnis. Die Menschen, die dort nun auf den Straßen demonstrierten, fühlten sich getäuscht und hätten begründete Zweifel an der Echtheit des amtlichen Wahlergebnisses.
Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth zitiert in diesem Zusammenhang einen soeben ergangenen Appell der griechisch-katholischen Bischöfe der Ukraine, der die ukrainischen Machthaber zur Besonnenheit und zum Respekt gegenüber den Demonstranten aufruft. Das Volk sei „überzeugt, dass gegen die demokratischen Prinzipien verstoßen wurde“. Es handele sich um „besonnene, opferbereite und verantwortungsbewusste Menschen, die man respektieren und denen man ein offenes Ohr schenken sollte“, denn, so die Bischöfe, „die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes“.
An die politisch Verantwortlichen appellieren die Bischöfe, nicht der Versuchung nachzugeben, in der gegenwärtigen schwierigen Situation ihre Macht gegen das eigene Volk einzusetzen. Renovabis unterstütze diesen Aufruf nachdrücklich, betont Pater Demuth. Es sei nun aber auch Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft, insbesondere der Europäischen Union, ihren Einfluss geltend zu machen, um den Betrugsverdacht bei der Präsidentenwahl aufzuklären, den ukrainischen Wählern Recht zu verschaffen, vor allem aber für eine friedliche Lösung der zugespitzten Lage einzutreten.
