Damit Zwangsprostitution gestoppt wird

Freitag, 19. November 2004

Renovabis setzt sich gegen Frauenhandel ein – neues Projekt in Moldawien

FREISING (lu). Ein Projekt, das den Handel von Frauen aus Moldawien und ihre Zwangsprostitution in Westeuropa verhindern soll, wurde nun von Renovabis genehmigt. Mit einer fünfstelligen Summe unterstützt die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa in den kommenden zwei Jahren ein entsprechendes Informations- und Präventionsprogramm in der östlich von Rumänien gelegenen Republik Moldawien. Projektpartner sind die italienische Stiftung „Regina pacis“, die bereits seit Jahren in Moldawien gegen Frauenhandel und Prostitution vorgeht, und die Diözese Chisinau.

Dem kirchlichen Hilfswerk Renovabis, so Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth CSsR, ist das Schicksal der rund 500.000 Frauen vor allem aus den osteuropäischen Nachbarländern nicht einerlei, die nach Angaben europäischer Organisationen zur Prostitution gezwungen werden. Beim Frauenhandel und der Zwangsprostitution werden, so Pater Demuth, essentielle Menschenrechte verletzt. Junge Frauen aus Staaten wie Moldawien, Bulgarien, Litauen, Rumänien oder der Ukraine werden für 200 bis 5000 Euro an Menschenhändler verkauft oder mit Versprechungen auf Arbeit angeworben. Diese bringen die Frauen über die grüne Grenze in den Westen und zwingen sie hier zur Prostitution, verweist der Redemptoristenpater auf Erkenntnisse von UN- und EU-Einrichtungen. Das verbrecherische Geschäft werfe Millionenerträge ab.

Hauptursache für den Erfolg der Menschenhändler ist das Elend in den Herkunftsländern der Frauen. In Moldawien und in Albanien beispielsweise liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Person im Jahr unter 1500 US-Dollar. 50 Prozent der rund 4,5 Millionen Moldauer leben unter dem Existenzminimum.

Renovabis fördert auch Projekte in anderen Staaten, mit denen entweder Frauen geholfen wird, um sich aus den Fesseln der Zwangsprostitution zu befreien und sich eine berufliche Existenz aufzubauen, oder aber Präventionsarbeit gegen Zwangsprostitution geleistet wird. So finanziert Renovabis zum Beispiel in Rumänien einen Zufluchtsort für Opfer des Frauenhandels, in Litauen ein Projekt der Caritas, mit dem Frauen, die zwangsprostituiert waren, in die Gesellschaft reintegriert werden. Die Solidaritätsaktion hat auch eine Filmproduktion über diese Form des Menschenhandels mit dem Titel „Die Balkanroute“ subventioniert.

Renovabis hat das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel in Bayern mit initiiert, bei dem Beratungs- und Betreuungseinrichtungen wie Solwodi und Jadwiga beteiligt sind. Das Aktionsbündnis versucht, die Öffentlichkeit in Deutschland auf die „neue Versklavung“ von Frauen aufmerksam zu machen.

Webseite Aktionsbündnis gegen Frauenhandel