Ziel: qualifizierte einheimische Priester

Mittwoch, 20. Oktober 2004

In rund 13.000 katholischen Pfarreien wird an Allerseelen für die Ausbildung von Priestern in Mittel- und Osteuropa gesammelt

FREISING (lu). Gut ausgebildete einheimische Priester benötigt die katholische Kirche in den ehemals kommunistischen Ländern dringend. Nur so kann die Kirche dort, wo das Christentum über Jahrzehnte unterdrückt wurde und Priester und Laien wegen ihres Einsatzes für den Glauben verfolgt wurden, den Menschen mit der Botschaft Jesu Christi Orientierung und Lebenssinn vermitteln und ihren sozialen Dienst leisten. Damit die katholische Kirche in Ländern wie Russland, Albanien, Tschechien, der Ukraine oder Rumänien dieser Aufgabe gerecht werden kann, ist sie auf die Solidarität von Gläubigen in Westeuropa dringend angewiesen. Derzeit wird die Seelsorge in vielen Gemeinden Mittel- und Osteuropas noch von ausländischen Geistlichen getragen. Und in vielen ehemals vermeintlich atheistischen Staaten gibt es zahlreiche Berufungen.

Am Allerseelentag, dem 2. November, wird deshalb in allen Gottesdiensten in den rund 13.000 katholischen Pfarreien in Deutschland für die Ausbildung von Priestern eine Kollekte erhoben. Über die katholische Solidaritätsaktion Renovabis wird die Kollekte im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz zielgerichtet in ganz konkrete Maßnahmen investiert.

Insgesamt hat Renovabis seit der Gründung 1993 rund 12.000 pastorale, sozial-caritative und bürgergesellschaftliche Projekte mit einem Volumen von mehr als 320 Millionen Euro fördern können. Allein etwa 31 Millionen Euro kamen rund 1600 Projekten der Priesterausbildung zu Gute. So wurden mit Hilfe der Spenden von Gläubigen aus Deutschland das überdiözesane Priesterseminar in St. Petersburg in Russland oder das in Shkodre in Albanien, dem „Armenhaus Europas“, errichtet und werden unterhalten. In der ungarischen Hauptstadt Budapest hat Renovabis die Renovierung und Ausstattung des Zentralseminars für Alumnen ermöglicht. Er wurden Qualifizierungsmaßnahmen für Alumnen finanziert. Ebenso wurden Stipendien für Theologen, die sich einem Weiterbildungsstudiengang zuwenden und in ihrem Heimatland Leitungsaufgaben wahrnehmen sollen, gewährt.