Anstöße für Debatte um Herausforderung Europas
Montag, 18. Oktober 2004
Solidaritätsaktion Renovabis legt Dokumentation zum 7. Internationalen Kongress über “Migration in Europa” vor
FREISING (lu). Die Dokumentation des 7. Internationalen Kongresses Renovabis zum Thema “Suche nach Heimat. Migration in Europa” liegt nun vor. Der 212 Seiten starke Band veröffentlicht die Beiträge von Verantwortlichen aus Kirche und Gesellschaft in Mittel- und Osteuropa zu dem Kongress, an dem rund 350 Teilnehmer aus dem In- und Ausland in Freising teilgenommen hatten. Grund für die thematische Ausrichtung des Kongresses war die Tatsache, dass mit der Osterweiterung der Europäischen Union die Immigration und die Emigration eine neue Dimension annehmen.
Pater Dietger Demuth CSsR, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, richtet in seinen Ausführungen den Blick auf Anstrengungen zugunsten junger Menschen, damit sie in ihrer eigenen Heimat Perspektiven finden können. Damit umschreibt Pater Demuth eine Zielsetzung für Projekte des Osteuropa-Hilfswerks in Staaten mit Migration. Und diese mit ihren oft harten Folgen für die “Menschen auf dem Weg” stellt für den Redemptoristenpater eines der “brisantesten Probleme der Gegenwart” dar – weltweit.
Für eine “geordnete Zuwanderung” spricht sich Dr. Walter Schwimmer, Generalsekretär des Europarats, angesichts von weltweit rund 175 Millionen Migranten aus.
Weihbischof Dr. Josef Voß aus Münster, Vorsitzender der Kommission für Migrationsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, votiert in seinem Beitrag für eine umfassende Sorge der Kirche und der Gesellschaft um die Zuwanderer – auch in der Bundesrepublik. “Grund und Angelpunkt aller Migrationsarbeit der Kirche” sind für ihn die “Überzeugung von der unantastbaren Würde des Menschen” als Ebenbild Gottes und der Auftrag Christi.
Friedrich Kardinal Wetter, Erzbischof von München und Freising, ruft mit Blick auf die rund 60 Millionen Migranten allein in Europa dazu auf, Menschen in ihrer Heimat Perspektiven zu eröffnen und zugleich Migranten entsprechend ihrer Würde zu behandeln.
Auf die Rolle der Tschechischen Republik als Aus-, Durch- und Zuwanderungsland macht der Erzbischof von Prag, Miloslav Kardinal Vlk, aufmerksam.
In weiteren Beiträgen etwa von dem russischen Bischof Josef Werth SJ wird die Vielfalt der Motive wie Elend, politische und ethnische Probleme deutlich, die Menschen vor allem aus Osteuropa dazu veranlassen, ihre angestammte Heimat etwa in der ehemaligen Sowjetunion oder auf dem Balkan zu verlassen, um andernorts ihr Leben führen zu können.
Die Redaktion der Publikation will Anstöße zu weiteren Diskussionen über Ursachen von Migranten und das Schicksal der Betroffenen geben.
Renovabis (Hg.): Suche nach Heimat – Migration in Europa. Dokumentation des 7. Internationalen Kongresses Renovabis 2003, Freising 2004, 212 Seiten, illustriert. Zu beziehen ist der Band für 10 € über die MVG Medienproduktion und Vertriebsgesellschaft mbH, Postfach 101545, 52015 Aachen, Tel. 01805/309111
