Christlicher Glaube leistet entscheidenden Beitrag zu einem Europa in Frieden und Freiheit
Samstag, 04. September 2004
Internationaler Kongress von Renovabis mit Votum für ein Europa als Zusammenschluss freier Völker auf der Basis christlicher Wer
FREISING (lu). Mit einem glühenden Bekenntnis zu einem Europa als „freiem Zusammenschluss aller seiner Völker mit den mannigfaltigen Reichtümern ihrer Verschiedenheiten“, und zwar auf der Basis gemeinsamer - vor allem christlicher - Werte, setzte der ehemalige polnische Außenminister Prof. Władysław Bartoszewski einen Schlusspunkt unter den 8. Internationalen Kongress von Renovabis. Bei diesem hatten in Freising von Donnerstag bis Samstag rund 400 Vertreter aus 25 Staaten unter dem Motto „Zwischen Hoffnung und Resignation“ die Lage der Jugendlichen in Mittel- und Osteuropa und ihre Visionen - gemeinsam mit Jugendlichen aus osteuropäischen Staaten - diskutiert. Allein mit einem „stabilen Leben“ und viel Geld dürften sich die Europäer nicht zufrieden geben, warnte Władysław Bartoszewski. Während der Beratungen war - etwa am Beitrag von Arunas Kučikas vom Erzbischöflichen Jugendamt Kaunas im katholisch geprägten EU-Mitglied Litauen - deutlich geworden, dass trotz aller Beteuerungen viele Jugendliche aufgrund mangelnder sozialer und wirtschaftlicher Perspektiven ihre Heimatländer verlassen wollen - Westeuropa als Ziel.
Pater Dietger Demuth CSsR, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, verlieh im Schlusswort der Hoffnung Ausdruck: „Es muss uns ein Anliegen sein, dass die Waagschale, die bei den Jugendlichen ,zwischen Hoffnung und Resignation´ pendelt, stärker in Richtung Hoffnung ausschlägt.“ Und dazu kann der Glaube, eine lebendige katholische Kirche, so der kroatische Weihbischof Vlado Košić und der litauische Jugendbischof Rimantas Norvila übereinstimmend, einen wichtigen Beitrag leisten. Pater Demuth betonte, dass Glaubensvorstellungen sich heute nicht mehr „einfach schulmäßig von oben vermitteln“ lassen, sondern nur von authentischen Personen weitergegeben werden können. Einen einseitigen Verfall der Werte hatten Referenten wie der polnische Moralsoziologe Prof. Janusz Mariański oder sein slowenischer Kollege Vinko Potočnik nicht erkannt.
Jugendliche selbst hatten ihre Vision vom „Haus Europa“ mit den Dimensionen Kultur, Toleranz, Freiheit, Tradition, Glaube, Arbeit und persönlichen Perspektiven gezeichnet.
Bundesfamilienministerin Renate Schmidt hatte die Jugend ermutigt, ihre Interessen in der Bürgergesellschaft des eigenen Landes wie auch des künftigen Europa wahrzunehmen. Nur so könnten Fehlentwicklungen, „dass Debatten um Renten wichtiger sind als die um Schulen und dass Verkehrslärm eher akzeptiert wird als der Lärm von Kindern“, gestoppt werden. Sie dankte dem Engagement von Renovabis zugunsten der Menschen in Mittel- und Osteuropa. „Von dieser Solidarität haben wir zu wenig“, so die Ministerin.
Joachim Kardinal Meisner, der Vorsitzende des Trägerkreises von Renovabis, hatte den Kongress am Donnerstag eröffnet und dabei klargemacht: „Jugendliche, die an Gott glauben, wirken als Vitaminspritze für unsere oft marode Gesellschaft.“
