Jugendliche als "Vitaminspritze für marode Gesellschaft"

Donnerstag, 02. September 2004

Kardinal Meisner eröffnet 8. Internationalen Kongress von Renovabis

FREISING (lu). Als eine Chance, die Spätfolgen der kommunistischen Herrschaft in Osteuropa für die Jugend Mittel- und Osteuropa zu beseitigen, die „über 40-jährige babylonische Gefangenschaft“ des Kommunismus abzuschütteln, bewertet Joachim Kardinal Meisner den 8. Internationalen Kongress Renovabis, den er heute in Freising eröffnet hat. Der Kongress steht in diesem Jahr unter dem Motto „Zwischen Hoffnung und Resignation“ und richtet den Focus auf die „Jugend in Mittel- und Osteuropa“.

So wie ein Stabhochspringer sich bei dem Ziel, einen Rekord zu erringen, nicht allein auf sich ausrichten dürfe, sollten die Jugendlichen sich an Gott orientieren. Dann können die jungen Frauen und Männer in Osteuropa zur „Vitaminspritze für unsere oft marode Gesellschaftsordnung“ werden, betonte der Vorsitzende des Trägerkreises von Renovabis.

Die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa könne den Jugendlichen auf ihrer Suche nach Hoffnung und Perspektiven Hilfestellung leisten, unterstrich Daniel Glun?i?, der Entsandte der Botschaft von Kroatien in Deutschland, in Übereinstimmung mit Arunas Ku?ikas, dem Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes der Erzdiözese Kaunas in Litauen. Angesichts der Tatsache, dass knapp 20 Prozent der Jugendlichen Litauens planten, ihr Land zu verlassen und im westlichen Ausland zu studieren bzw. zu arbeiten, benötigten die Jugendlichen echte Perspektiven.

Mit Projekten wie den „Schulen für Europa“ in Bosnien-Herzegowina, Stipendien für junge Leute aus Mittel- und Osteuropa und der Unterstützung von Schulen und sozialen Einrichtungen in den östlichen Nachbarstaaten versuche Renovabis, den jungen Leuten in Mittel- und Osteuropa Perspektiven zu vermitteln, aber auch die christlichen Werte, so Pater Dietger Demuth CSsR, Hauptgeschäftsführer von Renovabis. Ein Ziel von Renovabis und auch des Internationalen Kongresses 2004 sei es, die Waagschale, die bei den Jugendlichen in Mittel- und Osteuropa zwischen „Hoffnung und Resignation“ pendle, ein wenig mehr in Richtung Hoffnung ausschlagen zu lassen.

Dem Internationalen Kongress geht in diesem Jahr erstmals ein Workshop voraus, bei dem Jugendliche aus acht mittel- und osteuropäischen Staaten auf Einladung von Renovabis und des Centrums für Angewandte Politikforschung (CAP) ihre Vision eines künftigen Hauses Europa formulieren und diese in den Kongress einbringen.

Der Kongress geht am Samstag mit einem Statement des ehemaligen polnischen Außenministers Prof. Dr. W?ady?aw Bartoszewski zu Ende. Zu den Gastreferenten zählt Bundesjugendministerin Renate Schmidt.