EU-Kommissar Verheugen: "Eine Basis für die Zukunftsplanungen Jugendlicher"
Freitag, 27. August 2004
Vertreter aus Politik und Kirche würdigen 8. Internationalen Renovabis Kongress zu "Jugend in Mittel- und Osteuropa"
FREISING (lu). „Zwischen Hoffnung und Resignation. Jugend in Mittel- und Osteuropa“, unter diesem Motto richtet Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, vom 2. bis 4. September den 8. Internationalen Kongress in Freising aus. Bei diesem Kongress werden neben Repräsentanten aus dem In- und Ausland auch Jugendliche ihre Vorstellungen darlegen. Politiker wie Verantwortliche aus Kirche und Gesellschaft bekunden ihre hohe Wertschätzung gegenüber dem Vorhaben auf dem Freisinger Domberg, zu dem sich weit über 400 Teilnehmer angemeldet haben.
Für EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen leistet Renovabis durch den Kongress einen „wichtigen Beitrag“ dazu, einen „tiefer gehenden europäischen Gemeinsinn und gut nachbarschaftliche Verhältnisse auszubauen“. Denn er biete Jugendlichen eine „Diskussionsplattform als Basis für weitere private und berufliche Zukunftsplanungen in einer EU der 25 und mehr Mitgliedstaaten“.
Die Chance des kirchlichen Osteuropa-Hilfswerks, Jugendliche spüren zu lassen, „dass Europa mehr ist als eine Freihandelszone“, betont Bayerns Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber mit Blick auf den Renovabis-Kongress. Hier könne erfahrbar werden, dass Europa eine „übernationale Gemeinschaft“ ist, „die sich in die Tradition christlich-humanistischer Ideale gestellt hat“.
Sein niedersächsischer Amtskollege Christian Wulff betont die Notwendigkeit, dass Jugendliche in Schule, Ausbildung und Beruf andere Kulturen und Lebensweisen in Europa besser kennen lernen, um das Haus Europa konstruktiv weiter zu bauen. Der Kongress, dem ein Jugendworkshop vorausgeht, stelle einen Weg dazu dar.
Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano erkennt in den Jugendlichen die „Botschafter einer Kultur der Liebe und des Lebens in der gesellschaftlichen Wirklichkeit“, die „mit dem Willen zum Teilen ein echtes europäisches Bewusstsein wachsen lassen“. Von dem Kongress können für ihn Impulse ausgehen, dass Jugendliche verpflichtende Entscheidungen in der Nachfolge Christi treffen.
Von dem Kongress erhofft sich der Metropolit von Minsk und Slutzk und Patriarchal-Exarch für Belarus, Filaret, Anregungen, wie die „Atmosphäre der Aussichtslosigkeit, der Angst vor der Zukunft und die Neigung zum Drogen- und Alkoholkonsum“ überwunden werde.
Anerkennend äußert sich Bundeskanzler Gerhard Schröder über den „bedeutsamen Beitrag“, den Renovabis durch seine Projekte zugunsten junger Menschen in Osteuropa leistet.
Die Veranstalter, so Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth CSsR, erhoffen sich vom Kongress, dass die Befindlichkeit der Jugendlichen in Mittel- und Osteuropa noch stärker in Richtung „Hoffnung“ ausschlage. Der christliche Glaube wird dabei, so Karl Kardinal Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, ein „verlässlicher Kompass“ sein.
