"Konstruktiver Dialog führt zu Erfolg"
Donnerstag, 26. August 2004
Renovabis begrüßt rechtliche Anerkennung der katholischen Diözese Sankt Clemens durch den russischen Staat
FREISING/SARATOW (lu). Die rechtliche Anerkennung der römisch-katholischen Diözese St. Clemens (Saratow) durch den russischen Staat wird von Renovabis, der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa (Freising), nachdrücklich begrüßt. Der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Pater Dietger Demuth CSsR, sprach im Zusammenhang mit der gerade erfolgten Registrierung der katholischen Diözese St. Clemens als juristische Person entsprechend der Bedingungen des Religionsgesetzes von einem Erfolg, der durch den intensiven und konstruktiven Dialog vor Ort sowie zwischen Vatikan und Russland errungen werden konnte.
„Es ist ein großer Schritt nach vorn, der den Menschen dient, die sich nach einer Begleitung bei der Suche nach dem Sinn des Lebens und im religiösen Alltag sehnen“, so Pater Demuth mit Blick auf die praktische Seelsorge der Katholiken in Russland. Für den Redemptoristenpater stellt die rechtliche Anerkennung der katholischen Diözese und des katholischen Bischofs Clemens Pickel, dem bereits im Anfang 2003 eine ständige Aufenthaltsgenehmigung für Russland erteilt worden war, auch ein positives Signal dafür dar, dass Russland bereit ist, das im Westen verbreitete Verständnis von Religionsfreiheit anzuwenden. Für Bischof Pickel, der nach eigener Erfahrung behörden-offiziell noch als „Pfarrer von Marx“ und nicht als Oberhirte des Bistums St. Clemens galt, hat die Registrierung seiner Diözese erhebliche praktische Vorteile. So kann er beispielsweise Anträge auf Neuregistrierung von Pfarreien künftig selbst stellen und muss nicht formell die Unterschrift von Erzbischof Kondrusiewicz einholen.
Bereits vor etwa einem halben Jahr war die Erzdiözese der Gottesmutter in Moskau, die bis dato als Apostolische Administratur anerkannt war, umregistriert worden. Damit hat sich die Situation der katholischen Kirche in Russland, die nach wie vor auf die Mitwirkung von ausländischen Geistlichen in der Seelsorge angewiesen ist, verbessert. Diese hatte sich schwierig gestaltet, nachdem der Hl. Stuhl Anfang 2002 die vier bestehenden Apostolischen Administraturen zu einer Erzdiözese mit drei weiteren Diözesen für Russland erhoben hatte.
Aufgrund der Vorstellungen der russisch-orthodoxen Kirche von Russland als ihrem „kanonischen Territorium“ und beiderseitigen Missverständnissen war es mancherorts in Russland zu Spannungen zwischen Angehörigen der beiden Konfessionen gekommen. Pater Demuth gibt sich zuversichtlich, dass sich das Verhältnis zwischen katholischer und russisch-orthodoxer Kirche positiv entwickle. Der Besuch von Kardinal Kasper in Moskau Ende 2003 wie auch die bevorstehende Rückgabe der Ikone der „Gottesmutter von Kasan“ an die orthodoxe Kirche bei einer erneuten Visite des Kurienkardinals in Russland dürften wichtige günstige Signale sein.
