Glauben am Baikalsee mit Gleichaltrigen geteilt
Donnerstag, 19. August 2004
Gesamtrussischer Jugendtag erstmals im ostsibirischen Irkutsk - Renovabis ermöglicht Zusammenkunft junger Katholiken
IRKUTSK/MOSKAU/OSNABRÜCK/FREISING (lu). Erstmals fand nun im sibirischen Teil Russlands, in Irkutsk, ein gesamtrussisches Treffen der katholischen Jugend Russlands statt. Das Treffen, das rund sechs Flugstunden östlich von Moskau ausgerichtet worden ist, stand unter dem Motto „Wir möchten Jesus sehen“.
Einen finanziellen Zuschuss für das Treffen hat Renovabis (Freising), die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, gewährt und damit einen entscheidenden Beitrag zum Zustandekommen des Treffens geleistet. Bischof Clemens Pickel, der Jugendbischof der Konferenz katholischer Bischöfe Russlands und Diözesanbischof der Diözese St. Clemens (Saratow), dankte ausdrücklich den Katholiken in der Bundesrepublik Deutschland für ihre Unterstützung der kirchlichen Arbeit in Russland. „Ist doch zu bedenken, dass es drei Generationen lang keinerlei Katechese in Russland gegeben hat“, richtete Clemens Pickel in seiner Nachricht an Renovabis die Aufmerksamkeit auf die schwierige religiöse Lage in dem Land, im dem von Lenin an bis zur Wende um 1990 die Katholiken ihren Glauben nicht öffentlich leben durften.
Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth CSsR freut sich über die Information aus Russland, da gerade bei solchen Jugendtreffen junge Frauen und Männer ihre Frage nach dem Sinn stellen und über die christliche Antwort sprechen können. Das hatte er gerade selbst beim Jugendtreffen in Bonn erlebt, zu dem die Redemptoristen auch Jugendliche aus Russland (Orenburg, Kemerovo und Orsk) und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern eingeladen hatte. Auch für dieses Treffen hatte Renovabis Reisekostenzuschüsse gewährt.
Bei dem Treffen in Irkutsk setzten sich die Jugendlichen mit der Bibel und den eigenen Glaubenserfahrungen auseinander. Außerdem machten sich die Jugendlichen an einem Tag auf zum Kreuzweg am Ufer des Baikalsees. Als Besonderheit des gesamtrussischen Jugendtreffens in Irkutsk in Ostsibirien stufte Bischof Pickel die Möglichkeit ein, dass junge Christen aus dem bevölkerungsarmen Osten Sibiriens erstmals eine Möglichkeit hatten, an einem so großen Treffen von gleichaltrigen Gläubigen teilzunehmen.
Brücke von Irkutsk über Freising und Osnabrück nach Köln
Wie Bischof Pickel mitteilte, nahm neben rund 300 Jugendlichen aus allen Teilen Russlands eine Gruppe junger Frauen und Männer aus Osnabrück teil. Diese hat sich, so der Bischof gegenüber Renovabis, bereit erklärt, zum Weltjugendtag in Köln im August 2005 die offiziellen russischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Gäste zu beherbergen.
Die russischen Teilnehmer des Jugendtreffens in Irkutsk leistetet übrigens einen beträchtlichen Eigenbeitrag. Viele von ihnen investierten bis zu einem Viertel des Monatsgehalts eines Arbeitnehmers, um am Glaubensfest der Jugend aus Gesamtrussland in Sibirien teilzunehmen.
