Zivilgesellschaft einzig tragfähige Grundlage für friedliche Entwicklung im ehemaligen Jugoslawien

Donnerstag, 18. März 2004

Soldaritätsaktion Renovabis fordert dazu auf, "unerledigte Aufgabe" auf dem Balkan mit Nachdruck anzugehen

FREISING (lu). Im Aufbau einer funktionierenden Zivilgesellschaft, bei der Angehörige unterschiedlicher Ethnien und Religionen in demokratischer Form ihre Anliegen und Interessen artikulieren können, sieht Renovabis die einzige Chance für eine friedliche Entwicklung in Serbien und im Kosovo. Der Hauptgeschäftsführer der katholischen Solidaritätsaktion für die Menschen in Mittel- und Osteuropa, Pater Dietger Demuth CSsR, verurteilte zugleich das neuerliche Aufflammen der Gewalt zwischen Serben und Albanern.

Mit der Anwesenheit militärischer Kräfte allein lasse sich eine Zukunft für den derzeit explosiven Krisenherd nicht gestalten. Nur durch eine umfassende und nachhaltige Erziehung zu Toleranz und Demokratie können die Grundlagen für einen Erfolg versprechenden Dialog zwischen Angehörigen der unterschiedlichen Ethnien und Religionen gelegt werden, so der Redemptoristenpater. Renovabis habe im Rahmen seiner Möglichkeiten bisher vor allem im Kosovo einige Akzente setzen können. Dank der Spenden aus der bundesdeutschen Bevölkerung, von Kirchensteuermitteln sowie öffentlichen Zuschüssen habe Renovabis Bildungs- sowie Erziehungsarbeit zu mehr Dialogbereitschaft und Toleranz initiieren und unterstützen können. So sei es gelungen, Mitarbeiter und Freiwillige von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), etwa der Jugend-, Frauen- und Behindertenarbeit, zur aktiven Gestaltung des Gemeinwesens im Sinne von Toleranz zu motivieren und sie dafür zu schulen.

Zu rasch sei durch die militärischen Auseinandersetzungen in Afghanistan und im Irak die Bedrohung und das nötige Engagement im Südosten des eigenen Kontinents aus dem Bewusstsein der Entscheidungsträger in Europa verdrängt worden, mahnt der Pater zu neuem Engagement der EU. Die aktuellen Gewalttaten gegen Menschen, aber auch gegen musilimische und christliche Gotteshäuser zwingen, so Pater Demuth dazu, die „unerledigte Aufgabe“ im Kosovo und auf dem Balkan mit aller Kraft anzupacken. Die EU muss sich nach Ansicht des Chefs von Renovabis als Brückenbauer profilieren.