Damit Frauen mehr Chancen haben

Mittwoch, 03. März 2004

Renovabis fordert am Weltfrauentag mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Frauen - Absage an Zwangsprostitution

FREISING (lu). Für mehr Chancen von Frauen, die Gesellschaft und den Staat aktiv mitzugestalten, spricht sich der Hauptgeschäftsführer des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, Pater Dietger Demuth, CSsR, anlässlich des morgigen Weltgebetstags der Frauen und des Weltfrauentags am 8. März aus.

Gerade von den Frauen in Osteuropa, so Pater Demuth, könne man in westlichen Gesellschaften viel lernen. Dort haben Frauen in Familie und im Beruf selbst unter der kommunistischen Herrschaft Verantwortung übernommen für die Weitergabe von Werten und des Glaubens. Sie hätten auf diese Weise die Grundlagen für die heute entstehenden Bürgergesellschaften gelegt. Renovabis will die Frauen in den Transformationsgesellschaften Osteuropas weiter unterstützen. Die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa fördert deshalb Schulen in Mittel- und Osteuropa, damit auch junge Frauen auf der Grundlage einer fundierten Schulbildung und der anschließenden Ausbildung stärker als bisher das Schicksal ihrer Gesellschaften und ihrer Staaten mitprägen. Außerdem vergibt Renovabis Stipendien für Studentinnen. Damit können qualifizierte Schulabgängerinnen den eingeschlagenen Weg auch bei schwierigen finanzielllen Rahmenbedingungen im Elternhaus fortsetzen.

Der Renovabis-Chef übersieht nicht die Tatsache, dass viele tausend Frauen durch Frauenhandel und Zwangsprostitution „versklavt“ werden. Junge Frauen werden in Staaten wie Moldawien, Bulgarien, Litauen oder Rumänien für 500 bis 5000 Euro an Menschenhändler verkauft. Diese bringen die Frauen über die grüne Grenze in den Westen und zwingen sie dort zur Prostitution, verweist der Redemptoristenpater auf Erkenntnisse von UN-Organisationen. Um diesem Skandal zu begegnen, hat Renovabis das „Aktionsbündnis gegen Frauenhandel“ in Bayern mit auf den Weg gebracht. Außerdem fördert die Solidaritätsaktion Projekte in Staaten wie Litauen und Moldawien, mit denen Frauen unterstützt werden, sich aus den Fesseln der Zwangsprostitution zu befreien und sich eine berufliche Existenz aufzubauen, oder aber Präventionsarbeit gegen Zwangsprostitution geleistet wird.

Am 8. März, richtet Renovabis gemeinsam mit der Hanns-Seidel-Stiftung und dem „Aktionsbündnis gegen Frauenhandel“ eine Tagung zum Thema „Stopp dem Frauenhandel - Brennpunkt Osteuropa“ aus. Dabei wirkt Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk ebenso mit wie Eleonore von Rotenhan von „Stop den Frauenhandel ökumenische gGmbH“, die Journalistin Inge Bell und der Münchner Polizeipräsident Dr. Wilhelm Schmidbauer.