„Heimatlos! Mitten in Europa“

Mittwoch, 11. Februar 2004

Renovabis weist mit Pfingstaktion auf Lebenslage und Nöte der Migranten hin - Aktionsorte: Regensburg, Fulda, München und Ulm

FREISING/REGENSBURG/PASSAU/FULDA (lu). „Heimatlos! Mitten in Europa“, so lautet das Motto der Renovabis-Pfingstaktion 2004. Mit dem Leitwort will die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa den Blick auf Frauen, Männer und Kinder richten, die ihre Heimat aufgrund von Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen, Umweltkatastrophen, wirtschaftlicher und sozialer Not sowie ethnischen Auseinandersetzungen verlassen müssen. Aktionsorte sind 2004 u.a. Regensburg, Fulda, Grafenau, Altötting, München und Ulm.

Allein in Europa leben rund 56 Millionen als Migranten, weltweit suchen rund 175 Millionen Menschen ihr neues Zuhause in einem anderen Land. Die hohe Zahl von Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat belegt für den Hauptgeschäftsführer des Osteuropahilfswerks der deutschen Katholiken, Pater Dietger Demuth CSsR, die Bedeutung des Problems.

Die hohe Anzahl der Betroffenen dürfe das Schicksal der Einzelnen auf dem Weg zu einem neuen Zuhause nicht in den Hintergrund treten lassen, warnt der Redemptoristenpater. Als Beispiele nannte er: Bürgerkriegsflüchtlinge, die sich auf den Weg nach einem Ort machen, an dem sie ohne Bedrohung von Leib und Leben ihre Zukunft gestalten können; Menschen, die Freunde und Verwandte verlassen und in die Fremde gehen, weil sie in ihrem Heimatland ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht vermarkten oder keine Erwerbsarbeit finden. „Allein bei dem Krieg in Bosnien haben“, so konkretisierte er an einem Beispiel, „1,25 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen, um zu überleben“. Gerade die Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa werden mit Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit und Entwurzelung und den dramatischen Folgen für die Menschen besonders stark konfrontiert. Deshalb muss sich Renovabis, so Pater Demuth, dem Problem Migration stellen. Ziel sei es, die Ursachen für die Migration in den Heimatländern der betroffenen Menschen zu bekämpfen und Kindern und Jugendlichen, aber auch der älteren Generation in ihrer angestammten Heimat Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Bereits heute fördert Renovabis Projekte, die Menschen in Not den Verbleib in ihrer Heimat ermöglichen. Renovabis ruft dazu auf, Migranten und Flüchtlinge menschenwürdig zu behandeln.

Die Pfingstaktion wird am Sonntag, 9. Mai, um 10 Uhr mit einer Messe im Regensburger Dom mit Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, Weihbischof Dr. Pero Sudar (Sarajewo), Bischof František Radkowskí (Pilsen) und Bischof Petru Ghergel (Iasi) eröffnet. Am 10. und 11. Mai finden Dekanatsversammlungen in der Diözese Passau mit Vertretern aus osteuropäischen Ländern statt. Mit einem Pontifikalamt im Fuldaer Dom, bei dem Bischof Josef Koukl aus Leitmeritz konzelebriert, beschließt Renovabis am Pfingstsonntag, 30. Mai, um 9.30 Uhr die Aktion. Die Ansprache beim anschließenden Partnerschaftsfest hält Hessens Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel. Bereits am 5. Mai um 20 Uhr richtet Renovabis im Rahmen der Münchner Osteuropawoche in den Räumen des Münchner Presseclubs einen Gesprächsabend mit Persönlichkeiten aus, die sich in Osteuropa engagieren. Renovabis beteiligt sich am Katholikentag vom 16. bis 20. Juni in Ulm auch mit einem Bühnenprogramm, Foren und Aktionsstand.