Chance für junge Frauen, eine gute Ausbildung zu durchlaufen

Dienstag, 10. Februar 2004

Katholisches Jugendwohnheim in der russischen Stadt Marx eingeweiht - Renovabis fördert Trägergemeinschaft

MARX/FREISING (lu). Ein Jugendhaus in katholischer Trägerschaft, nämlich das Georg-Matulaitis-Haus, konnte nun in Marx an der Wolga (Russland) durch Bischof Clemens Pickel eingeweiht werden, wie der Bischof aus Saratow Renovabis mitteilte. Träger dieser Einrichtung ist das Provinzialat der „Dienerinnen Jesu in der hl. Eucharistie“. Die Kongregation wird seit vielen Jahren von der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, Renovabis, bei Projekten unterstützt; ferner von „Kirche in Not/Ostpriesterhilfe“.

Mit dem Wohnheim wenden sich die Schwestern vor allem Jugendlichen zu, die in der ländlich strukturierten Region leben. Gerade Jugendliche aus Dörfern in diesem Gebiet um die Kreisstadt Marx können die Einrichtung als Wohnstätte nutzen, um eine weiterführende Schule in Marx zu besuchen oder aber eine Berufsausbildung zu durchlaufen. Dabei unterstützen die Schwestern die Jugendlichen, die in dem Wohnheim leben, zusätzlich durch Nachhilfe und Musikunterricht. Derzeit leben vier junge Frauen in der Einrichtung, eine absolviert eine Landwirtschaftslehre, eine erlernt den Beruf einer Köchin, eine bereitet sich auf das Examen als Krankenschwester vor und die vierte studiert Wirtschaftswissenschaften. Die „Hausmutter“ Valentina Ostrowskaya kümmert sich um die jungen Frauen.

Bis 2002 hatte das Gebäude als Kloster für den Schwesternkonvent gedient, der es 1984 aus eigenen Mitteln erworben hatte, um die Wolgadeutschen bei der Erziehung ihrer Kinder zur Seite zu stehen. Doch die Gemeinschaft hatte solch einen großen Zulauf an Novizinnen, dass sich die Provinzleitung dazu entschloss, einen Neubau für den Konvent zu errichten. Auch dieser Neubau war von Renovabis, Kirche in Not sowie der Zeitung „Neue Bildpost“ unterstützt worden. Für Bischof Clemens Pickel leben die „Dienerinnen Jesu in der hl. Eucharistie“ ein „überzeugendes Beispiel“ eines christlichen Gemeinschaftslebens. Die Schwesterngemeinschaft hat Niederlassungen im europäischen Teil Russlands in Krasnodar, Saratow, dem Sitz des Bischofs Clemens Pickel, und Marx sowie im sibirischen Teil in Nowosibirsk, dem Sitz von Bischof Joseph Werth, Tomsk und Tscheljabinsk, ferner in Astana und Karaganda (Kasachstan) sowie in Skhvilissi (Georgien) Als Namengeber für das Georg-Matulaitis-Haus fungierte der litauische Erzbischof Georg Matulaitis, der in den 1920er Jahren die Frauenkongregation ins Leben gerufen hatte.