Wenn "Abrahams streitbare Kinder" sich begegnen

Mittwoch, 04. Februar 2004

Aktuelles Heft der Zeitschrift "Ost-West" zum Verhältnis Christen und Muslime wird am 9. Februar in Köln vorgestellt

KÖLN/FREISING (lu). Ein „vorurteilsfreier Umgang zwischen Abrahams streitbaren Kindern ist seit dem 11. September 2001“ schwieriger geworden. Fast schon diplomatisch klingt diese Einschätzung der Herausgeber der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“, des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, im Editorial der jüngsten Ausgabe Heft 1/2004 angesichts der Realität der teilweise konfliktbeladenen gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht nur westeuropäischer Staaten. Um so wichtiger scheint es, neue Brücken des Dialogs zwischen Muslimen und Christen zu errichten und so für mehr Toleranz zu werben. Und die Redaktion der Fachzeitschrift versucht, diesen schwierigen Weg in der jüngsten Ausgabe mit dem Schwerpunkt „Christentum und Islam in Europa“ einzuschlagen.

In dieser Ausgabe von „OST-WEST“ widmen sich Autoren wie Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein oder der Imam der muslimischen Gemeinde in Mannheim, Bekir Alboga, der Situation in der bundesdeutschen Gesellschaft anno 2004. Die Islamwissenschaftlerin Sabine Dorpmüller und FAZ-Redakteur Wolfgang Günter Lerch beschreiben zum Beispiel den Wandel des Bildes, den sich die islamische Welt vom Westen bzw. der Westen vom Islam macht.

Öffentlich vorgestellt wird das Heft 1/2004 von „Ost-West. Europäische Perspektiven“, das zahlreiche weitere Beiträge etwa zur Frage der Aufnahme der Türkei in die EU oder zur Situation der Muslime in Russland umfasst, im Rahmen eines Podiumsgesprächs am Montag, 9. Februar, um 19.30 Uhr im Domforum (Domkloster 3) in Köln.

Dabei stehen ein paar Autoren selbst, nämlich Bayerns Innenminister Beckstein, Imam Bekir Alboga sowie die Belgrader Sozialwissenschaftlerin Dr. Olga Zirojevic Rede und Antwort. Letztere zeigt übrigens in ihrem Aufsatz in OST-West 1/2004 eine andere Perspektive auf als die der Konfrontation - als Beispiel dient ihr die serbisch-kosovarische Stadt Prizren. Eine spannende Diskussion ist zu erwarten.

Informationen über die Pressestelle der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, Renovabis, Tel. 08161/530914.

OST-West. Europäische Perspektiven 1/2004 (hg. von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken), Matthias-Grünewald-Verlag, 80 Seiten, Bezugspreis 6,15 Euro pro Heft (Jahresabonnement 18,40 Euro).