Bayerns Innenminister Beckstein und islamischer Imam im Gespräch

Montag, 02. Februar 2004

Osteuropa-Hilfswerk Renovabis und Zentralkomitee der deutschen Katholiken richten in Köln Diskussion zum Verhältnis Christen und

KÖLN/FREISING (lu). Das derzeit nicht immer konfliktfreie Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Deutschland steht im Mittelpunkt eines Podiumsgesprächs zwischen dem Bayerischen Innenminister Dr. Günther Beckstein (CSU), dem islamischen Imam von Mannheim, Bekir Alboga, sowie der Belgrader Sozialwissenschaftlerin Dr. Olga Zirojevic am Montag, 9. Februar, um 19.30 Uhr im Domforum (Domkloster 3) in Köln. Veranstalter sind die gemeinsamen Herausgeber der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“, nämlich das Osteuropa-Hilfswerk der Katholiken in Deutschland, Renovabis (Freising), und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) mit Sitz in Bonn. Beckstein, Alboga und Zirojevic sind Mitautoren der jüngsten Ausgabe von „OST-WEST“ (1/2004), deren Schwerpunkt das Verhältnis von Christen und Muslimen in Europa bildet.

Die Veranstalter wollen mit dem Podiumsgespräch, das von dem ZDF-Redakteur Prof. Dr. Michael Albus moderiert wird, zur Versachlichung der öffentlichen Debatte beitragen und den Dialog zwischen Christen und Muslimen voranbringen. Gerade Papst Johannes Paul II. beschreitet durch seine Begegnungen mit Vertretern des Islam immer wieder den Weg des Dialogs.

Spätestens seit dem Anschlag islamistischer Terroristen auf das World Trade Center in New York und die darauf erfolgten Reaktionen in Teilen der islamischen Welt ist die Diskussion allerdings neu entfacht worden, wie weit Christen und Muslime friedlich neben- und miteinander leben können. Auch in Deutschland fanden Rasterfahndungen etwa bei Studierenden der Universitäten statt. Der Gerichtsprozess um den „Kalifen von Köln“ hat die Situation bundesweit mit zusätzlichem Konfliktstoff versehen. Die Debatte, ob Musliminnen als Lehrkräfte in öffentlichen Schulen ihr Kopftuch tragen dürfen, hat positive Ansätze für den Religionsunterricht, etwa in Bayern, neu in Frage gestellt. Zugleich belegt das nachbarschaftliche Zusammenleben von Christen und Muslimen in vielen Staaten Europas eine weithin reibungslose Wirklichkeit und eröffnet darüber hinaus auch positive Entwicklungen.

In der Fachöffentlichkeit hatte bereits Samuel Huntington die These des „Clash of civilizations“, des Konflikts der Kulturen und Zivilisationen, Mitte der 1990er Jahre aufgestellt, dass es in der kommenden Jahrzehnten nicht unbedingt zu mehr Toleranz, sondern ebenso zu mehr Aggression zwischen den Angehörigen des Christentums und des Islam sowie zwischen den christlich und muslimisch geprägten Staaten kommen könne.

Weitere Informationen über die Diskussion über die Pressestelle von Renovabis in Freising, Tel. 08161/530914, oder die Pressestelle des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in Bonn, Tel. 0228/382970.