„Ermutigendes Signal“

Mittwoch, 28. Januar 2009

Osteuropa-Hilfswerk Renovabis setzt große Hoffnungen in neugewählten russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill

FREISING. Nach der Wahl von Kirill zum neuen Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche hofft das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis auf einen Ausbau der Kontakte zwischen römisch-katholischer und russisch-orthodoxer Kirche. „Die Entscheidung des Landeskonzils zugunsten des bisherigen Metropoliten von Smolensk und Kaliningrad stimmt uns sehr zuversichtlich und ist ein ermutigendes Signal“, betonte Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth am Mittwoch (28. Januar) in Freising.

Demuth begründet seine Zuversicht mit der Tatsache, dass die Mitarbeiter von Renovabis den neuen Patriarchen Kirill im Rahmen der Projektarbeit in Russland als aufgeschlossenen und innovativen Partner kennengelernt hätten. Als Metropolit von Smolensk und Kaliningrad stellte Kirill die entscheidenden Weichen dafür, dass die theologische Ausbildung des Priesternachwuchses auch akademischen Standards entspricht. Renovabis unterstützte den Metropoliten bei der Umsetzung dieser Maßnahme finanziell. Dadurch konnten Professoren aus dem Westen sowie von staatlichen Universitäten in Russland die Seminaristen unterrichten. Auch zeichnet sich Kirill durch ein ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Fragen aus. Er zählt zu den Hauptinitiatoren der Sozialdoktrin der Russischen Orthodoxen Kirche. Die Lehre wurde im Jahr 2000 verabschiedet.

Im Namen von Geschäftsführung und Mitarbeitern des Osteuropa-Hilfswerks gratulierte Demuth dem neuen Patriarchen zu seiner Wahl. Er wünschte Kirill einen nachhaltigen Erfolg in seinem Amt: „Möge die Russische Orthodoxe Kirche unter Ihrer geistlichen Leitung nach Jahrzehnten der Verfolgung durch das Sowjetregime das neu erwachte Glaubensleben weiter vertiefen und den Dialog mit ihren Schwesterkirchen suchen.“ – Allein im Jahr 2008 förderte Renovabis in Russland 95 Projekte in Höhe von knapp 2,8 Millionen Euro.

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Das Hilfswerk wurde im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte die Gründung zuvor angeregt. Die Renovabis-Geschäftsstelle befindet sich in Freising nahe München. Der lateinische Name Renovabis stammt aus Psalm 104: „Renovabis faciem terrae – Du (Gott) wirst das Antlitz der Erde erneuern“. Die Projektförderung von Renovabis verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Dieser umfasst kirchlich-pastorale und sozial-caritative Maßnahmen. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren zunehmend Bildungsprojekte. In den mehr als 15 Jahren seines Bestehens half Renovabis seinen Partnern in 29 ehemals kommunistischen Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas bei der Verwirklichung von bislang rund 15.700 Projekten. Dafür wurden 448 Millionen Euro bereitgestellt.