„Zur Freiheit befreit“

Mittwoch, 29. April 2009

Renovabis eröffnet Pfingstaktion 2009 im Erzbistum Freiburg

FREIBURG. Auf die Ambivalenz der politischen Wende im Osten Europas vor 20 Jahren hat Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth in Freiburg hingewiesen. Zum Auftakt der diesjährigen Pfingstaktion des katholischen Osteuropa-Hilfswerks hob Demuth die schwierige Lage vor allem alter, kranker und vereinsamter Menschen, von alleingelassenen Kindern und Landbevölkerung hervor. „Wir müssen alles daran setzen, dass die Verlierer der Wende in gesicherten Verhältnissen ein Leben in Würde führen können“, betonte Demuth. Er äußerte sich am Mittwoch (29. April) vor Medienvertretern in Freiburg. An der Pressekonferenz nahmen auch der Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, der Erzbischof von Opole (Oppeln) in Polen, Alfons Nossol, und der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß in seiner Funktion als Sprecher des Sachbereichs „Weltkirchliche Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) teil. – 2009 steht die Renovabis-Pfingstaktion unter dem Motto „Zur Freiheit befreit“. Renovabis erinnert damit an den 20. Jahrestag der politischen Wende im Osten Europas und lenkt den Blick auf die Menschen, die trotz der errungenen Freiheit bis heute auf der Schattenseite ihrer Gesellschaften leben.

Ein Mehr an Freiheit und Gewaltlosigkeit

Demuth schlug zu Beginn einen Bogen in die Vergangenheit. Er zählte Ereignisse wie den 2. Mai 1989 auf, als ungarische Pioniere den Stacheldraht an der Grenze zu Österreich entfernten, oder den ersten Besuch des früheren Papstes Johannes Paul II. in seiner Heimat Polen im Jahr 1979. Damals sei die Veränderung eines Landes und ganz Europas eingeleitet worden und letztlich ein Mehr an Freiheit und Gewaltlosigkeit entstanden. Vielfach würden heutzutage die christlichen Traditionen Europas tot gesagt, brachte Demuth die aktuelle gesellschaftliche Grundstimmung ins Spiel. An den Ereignissen vor 20 Jahren sähe man aber, „welche Kraft im Glauben steckt und wie dieser auch in jüngster Vergangenheit unseren Kontinent verändern und ihm Freiheit schenken konnte“, so Demuth. Mit Blick auf die Situation im östlichen Teil Europas sagte der Renovabis-Hauptgeschäftsführer, dass es ihn immer wieder traurig stimme, wenn Menschen erklärten, ihnen sei es im Kommunismus besser ergangen. Er erinnerte daran, dass es doch ein Leben mit vielen Unfreiheiten, ja ein Leben gegen die Würde des Menschen gewesen sei. Umso mehr sei Renovabis nun herausgefordert, sich für die Menschen am Rand der Gesellschaft einzusetzen. Sie bräuchten neue Lebensperspektiven. In diesem Zusammenhang verwies Demuth auf die Summe, mit der Renovabis allein im vergangenen Jahr kirchlich-pastorale, sozial-caritative und zivilgesellschaftliche Maßnahmen im Osten Europas gefördert hat: So wurden 2008 insgesamt 936 Projekte in 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas mit mehr als 32,2 Millionen Euro unterstützt.

Im Rahmen der bundesweiten Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion finden in der Zeit vom 2. bis 5. Mai im Erzbistum Freiburg zahlreiche Veranstaltungen statt, an denen auch Gäste von Renovabis aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa mitwirken. Die Aktion selbst wird am Sonntag, 3. Mai 2009, um 10 Uhr von Erzbischof Robert Zollitsch im Rahmen eines Festgottesdienstes im Freiburger Münster eröffnet.

Mit der Renovabis-Kollekte am Pfingstsonntag, 31. Mai 2009, endet die Renovabis-Pfingstaktion. Die Abschlussveranstaltungen finden vom 29. bis 31. Mai 2009 im Bistum Magdeburg statt.