Beispiele für Partnerschaften und partnerschaftliches Engagement
Partnerschaftliches Engagement kann ganz unterschiediche Formen annehmen. Von der langjährigen Gemeindepartnerschaft über Kontakte zwischen Schulen oder auf Verbandsebene - einige Beispiele haben wir hier zusammengestellt. Wenn Sie einen Bericht beisteuern möchten, schreiben Sie uns!
Slowakei
Damit Europa ein Gesicht bekommt - Partnerschaft KJG-Diözesanverband Limburg – eRko Slowakei (2009)
Was uns verbindet?
Schon am Flughafen in Hahn beim Abholen unserer slowakischen Freunde beginnt die erste Gruppe das Lied von Zenetti/Reulein zu summen: „Ja gib uns den Geist, deinen guten Geist, mach uns zu Brüdern und Schwestern“, zuerst noch ganz leise und schüchtern. Nach einem großen und herzlichen „Ahoj“ und „Hallo“ beim Wiedersehen nach eineinhalb Jahren, holt Jantschi seine Gitarre und Ono seine Trommel raus. Auch wenn nicht alle deutsch sprechen, erinnern sich doch die, die 2005 beim Weltjugendtag dabei waren noch an das Lied mit den „Brüdern und Schwestern“.
Partnerschaft KJG Limburg / eRko Slowakei
So unterhalten wir kurz danach den gesamten Flughafen mit unseren Liedern. Egal ob slowakische, englische oder deutsche Lieder, hier singt jede/r mit, auch wenn einige vorher felsenfest behauptet haben, sie könnten gar nicht singen. Wir ziehen alle Blicke und auch Verwunderung auf uns: Wer sind diese fröhlichen jungen Menschen, die scheinbar unterschiedlicher Herkunft sind und sich getrauen mitten im Flughafen zu singen und zu tanzen?
Sind die unter Drogen? Da muss doch ein Haken sein? Gleich beginnt sicher eine Schlägerei? Aber da können wir nur lächeln: bestimmt nicht! Im Gegenteil, nie gab es ein friedlicheres Zusammensein zwischen zwei Gruppen.
„Ihr macht uns immer so zufrieden und ausgeglichen!“ hat bei der letzten Begegnung 2006 in Zazriva (Slowakei) eine deutsche Teilnehmerin zu unseren Freunden von eRko gesagt. „Selbst Stress und Streit in unserer deutschen Gruppe ist plötzlich unwichtig und gar nicht mehr da!“ Und das scheinen wir auch auszustrahlen, denn nach jeder Begegnung fragen uns die anderen KJG’lerInnen, was passiert ist, wenn unsere Gruppe die ganze Zeit grinsend, summend und voller Selbstvertrauen durch die Gegend läuft. Was passiert da zwischen uns? Zwei Gruppen, die nach außen hin nicht viel miteinander verbindet: Unsere deutschen KJG’lerInnen, fast alle schon mitten im Berufsleben, mit gesichertem Einkommen, spirituell sehr kritisch und abgeklärt, aus der Verbandsarbeit gewohnt erstmal alles zu hinterfragen, durchzudiskutieren und bis ins Kleinste zu organisieren, in einem Schul- und Gesellschaftssystem groß geworden, in dem jede/r lernt auf die eigene Individualität und seine Vorteile zu pochen …
Unsere slowakischen Freunde von eRko, die meisten noch im Studium oder sogar in der Schule, ohne gesichertes Einkommen und finanzielle Rücklagen, in einem Staats- und Schulsystem groß geworden, in dem es nicht angesagt war seine Meinung offen zu äußern, spirituelles Leben lief oftmals im „Untergrund“ ab, religiöse Traditionen werden bewusst gelebt, Familien und Gruppenzusammengehörigkeit sehr hoch gehalten, aus der Verbandsarbeit gewohnt vieles spontan und den Gegebenheiten angepasst zu organisieren, …
Lange gab es Diskussionen in unserem KJG-Diözesanverband, ob die während des WJT 2005 geknüpften Beziehungen für eine Partnerschaft ausreichen. „Wir sind doch viel zu unterschiedlich, gerade auch im Bezug auf Spiritualität!“ „Warum gerade Slowakei? Es gibt doch viel attraktivere Länder, außerdem sprechen wir doch gar kein slowakisch!“ Gegensätze ziehen sich an. Das trifft bestimmt auch bei uns zu. „Wir können ganz viel voneinander lernen!“ meinte eine Teilnehmerin.“ Aber sind es nur die Gegensätze, die uns aneinander faszinieren und dazu geführt haben, dass wir nun seit vier Jahren eine Partnersschaft haben, die von Jahr zu Jahr größere Früchte trägt in unseren Verbänden?
„Das kann man nicht erklären, das muss man einfach miterleben. Irgendwie springt da ein Funke über und es ist plötzlich eine ganz große Herzlichkeit, Offenheit, Begeisterung in unserer Gruppe“, meinte ein Teilnehmer nach unserer letzten Begegnung im April 2008 in Limburg und Würzburg. „Danke guter Gott, dass du uns zu Brüdern und Schwestern machst! Weil wir alle an einen Gott glauben und uns der Geist verbindet!“ so hat bei der letzten Begegnung ein slowakischer Teilnehmer beim Abendimpuls gebetet. „Hört sich ja etwas fromm an“, haben wir Deutschen uns gedacht. „Wir sind doch gar nicht so gläubig, wie die Slowaken.“ Aber letztlich mussten wir alle zugeben, es stimmt. Und deshalb werden wir sicher auch in diesem Jahr bei der geplanten Begegnung im April in Bratislava/Partizanske wieder singen:
Ja gib uns den Geist, deinen guten Geist,
mach uns zu Brüdern und Schwestern.
Die Wunder von damals müssen’s nicht sein,
auch nicht die Formen von gestern,
nur lass uns zusammen Gemeinde sein,
eins so wie Brüder und Schwestern.
(Text: L. Zenetti)
Seit wann gibt es diese Partnerschaft?
Seit den Tagen der Begegnung vor dem Weltjugendtag im August 2005, wo wir die slowakische Gruppe von eRko zu uns einluden. Wir verbrachten damals fünf Tage im Hildegardishof (Jugendbildungshaus des Bistums Limburgs) im Westerwald mit einer Gruppe von 40 slowakischen und 15 deutschen TeilnehmerInnen.
Wodurch kam der Kontakt zustande?
Holger Witting unser KjG-Bundesleiter stellte den Kontakt zu der Slowakischen Gruppe für uns über die internationale Organisation „fimcap“ her, in der beide Gruppen Mitglied sind. Der Name „fimcap“ steht für „Fédération“ Internationale des Mouvements de Jeunesse Catholique d ‘Action Paroissiale „. Dieser „internationale Zusammenschluss von katholischen, auf Pfarreiebene organisierten Jugendbewegungen“ bietet seinen Mitgliedsverbänden vielfältige Möglichkeiten zur interkulturellen Begegnung und politischen Meinungsbildung. Derzeit besteht die fimcap aus 32 Organisationen in 28 Ländern.
eRko – Was ist das?
Das Wort „eRko“ steht für den slowakischen Buchstaben „R“ und dies ist der Anfangsbuchstabe des Wortes „Freude“, was sozusagen das Motto von eRko ist. eRko, 1990 gegründet, ist eine der größten slowakischen Kinder- und Jugendorganisation mit landesweit mehr als 1500 GruppenleiterInnen und über 7000 Kindern. Ziel ist es, Kinder während ihrer Freizeit dabei zu unterstützen, zu erwachsenen christlichen Persönlichkeiten zu werden und ein Leben in Freude zu führen, welche uns von Gott gegeben ist. Die Basis der Arbeit sind regelmäßige Treffen von Kindergruppen in bundesweit mehr als 220 Kirchengemeinden. Außerdem werden Summercamps, Ausflüge, die Sternsingeraktion, Wallfahrten, soziale Projekte und andere Aktivitäten auf diözesaner und bundesweiter Ebene organisiert.
KJG – Was ist das?
KJG ist die Abkürzung für „Katholische Junge Gemeinde“. Die KjG ist mit mehr als 80.000 Mitgliedern bundesweit und mit etwa 900 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bistum Limburg einer der größten Kinder- und Jugendverbände in Deutschland. Die KJG will junge Menschen bei der Gestaltung ihres eigenen Lebens und Glaubens begleiten, indem sie die Fragen und Probleme, aber auch die Kreativität und Spontaneität von Kindern und Jugendlichen aufgreift bzw. fördert. Der Mitbestimmung von Kindern, Jugendlichen und Jungen Erwachsenen in Kirche und Gesellschaft wird dabei eine besondere Bedeutung beigemessen, was sich auch in den demokratischen Strukturen von Pfarrei- bis zur Bundesebene zeigt. Im Diözesanverband Limburg gibt es 24 Pfarreien, in denen regelmäßig Kinder- und Jugendtreffen stattfinden, darüber hinaus aber auch Freizeiten, soziale Aktionen, Kindertage und verschiedene Projekte auf Bezirks- oder Diözesanebene.
Bisherige Kontakte:
- Sommer 2005: Besuch einer Gruppe von eRko (40 Personen) während der Tage der Begegnung (Waldernbach, Westerwald) und des WJT (Köln)
- Herbst 2006: 5-tägiger Gegenbesuch einer KJGDelegation (7 Personen) in der Slowakei (Bratislava und Zazriva)
- April/Mai 2008: Besuch einer Gruppe von eRko (17 Personen) in Limburg und gemeinsame Fahrt nach Würzburg zur bundesweiten KJG-Großveranstaltung UtopiaJetzt!
- geplant April 2009: Besuch einer KJG-Gruppe in Bratislava/Partizanske (Slowakei)
Welche Ziele hatten die bisherigen Begegnungen?
- Einüben von Einfühlungsvermögen, Sozialkompetenzen, eigene Fähígkeiten und Neigungen erkennen und einbringen
- Verhaltensweisen, geschlechtsspezifische, spirituelle Einstellungen und Vorurteile auf Grund kultureller Herkunft reflektieren
- Andere kulturelle Denk- und Lebensweisen, sowie spirituelle Hintergründe kennen und verstehen lernen
- Diskussion über unterschiedliche gesellschaftliche Systeme und Erläuterung und Ausprobieren von demokratischen Strukturen, um die Funktionsweise von Jugendverbandsarbeit zu erläutern
- Bewusstsein für gesellschaftliche und globale Zusammenhänge schaffen
- Motivation zur Übernahme von sozialer Verantwortung in globalen und nationalen Gesellschaften
- Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Fragen
- Die Internationalität von Verbandsarbeit, vor allem der Organisation „fimcap“ erfahrbar machen
- Aufbau einer Partnerschaft
Wie wurden die Ziele erreicht?
Mit Hilfe unterschiedlicher Methoden wie Planspielen, Diskussionsrunden, gemeinsamer Besuch beim Bischof von Limburg, Stadtführung in Frankfurt zum Thema „Arm und Reich“, Besuch von Museen in Deutschland und der Slowakei, Wanderungen in beiden Ländern, Besuch von Verbandsgruppenstunden, Filmworkshop zum Thema „gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und der Slowakei“, gemeinsames Musizieren, Gottesdienste …
Wie es weitergehen kann?
Nach der letzten Begegnung in Deutschland waren sich alle teilnehmenden KJG’lerInnen einig: wir wollen die Partnerschaft aufrecht erhalten und vertiefen. Deshalb wollen wir 2009 wieder in die Slowakei fahren. Kurz darauf folgte auch die Einladung! So werden wir mit einer Delegation von ca. 12 Deutschen (Jugendliche, Junge Erwachsene) in der Woche nach Ostern nach Bratislava und Partisanske reisen. Das Vorbereitungsteam von eRko, aber auch unser KJG-Team ist schon eifrig am Planen. Und so freuen wir uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit unseren „Brüdern und Schwestern“. Möge es noch viele solche Begegnungen in den nächsten Jahren geben.
KJG-Arbeitskreis Begegnung mit eRko, DV Limburg Vorbereitungsteam Begegnung – eRko Slowakei
Bericht über die Partnerschaft KJG Limburg / eRko Slowakei (5 Seiten) (4.1 MB)
Elektrėnai, Litauen
Neuer Schwung für die Partnerschaft! Eine Reflektion des „Freundeskreis Elektrėnai“, St. Albert, Freiburg (2009)
“15 Jahre sind vergangen, seit die litauische Pfarrgemeinde St. Marien-Königin-der-Märtyrer in Elektrėnai und die Gemeinde St. Albert in Freiburg auf Vermittlung von Renovabis in Partnerschaft einander verbunden sind. Vieles hat sich in den 15 Jahren seit 1994 verändert.
Zu Beginn stand Litauen noch unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Materielle Unterstützung wie beispielsweise Kleidertransporte waren damals hilfreich, auch die finanzielle Unterstützung des neu gegründeten Tageszentrums für Kinder aus sozial benachteiligten Familien war hoch willkommen.
Die positive Energie aus der neu gewonnenen Freiheit führte in Litauen zu einer überall wahrnehmbaren Aufbruchstimmung und zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung. Nun ist Litauen schon seit einigen Jahren in die EU aufgenommen und die Unterschiede in materieller Hinsicht zwischen unseren beiden Ländern werden kleiner – nicht aber das Interesse aneinander.
Weiterentwicklung der Partnerschaft - Austausch zwischen Jugendlichen
So hat sich die Partnerschaft auch konzeptionell an die veränderten Verhältnisse angepasst. Nicht mehr die materielle Unterstützung steht im Mittelpunkt, sondern der Austausch und die Begegnung. Ganz besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die Partnerschaft inzwischen in der „nächsten Generation“ angekommen ist: seit 2008 gibt es einen intensiven Austausch zwischen den Jugendlichen beider Gemeinden. Erleichtert wird dieser durch die Weltsprache Englisch, die von der Jugend in beiden Ländern gesprochen wird. Es ist erfreulich zu sehen, dass sich die Jugendlichen „etwas zu sagen haben“ und schnell über den „small talk“ hinaus kommen. Mit der Einbeziehung der Jugend – dies haben auch unsere Partner so geäußert – wurde auf dem schon bestehenden Fundament, eine neue Qualität in der Entwicklung der Partnerschaft erreicht.“
Armenien
Schülerinnen und Schüler aus Gyumri, die sich in der Schulpartnerschaft mit dem Bonner Frings-Gymnasium engagieren
Bereits 2002 hat das Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) in Bonn eine von Renovabis vermittelte Partnerschaft mit der Tscharenzschule in Gyumri/Armenien begonnen, die durch das katastrophale Erdbeben im Dezember 1988 wie viele andere Schulen in der Region schwer zerstört war. Es fanden bereits einige Begegnungen in beiden Ländern statt. Am 13. Oktober 2007 führte das KFG den sechsten Mini-Marathonlauf zur Förderung von zehn Dorfschulen in der Region durch. Die Schülerinnen und Schüler des KFG erliefen dabei Spenden in Höhe von 18.002,33 Euro.
Ukraine
Pfr. Leithenmayr erhält als Symbol der Gastfreundschaft Brot und Salz, überreicht durch zwei junge Frauen aus der Partnergemeinde
Seit 1996 verbindet die Pfarrgemeinden St. Cyriak und Hl. Familie in Freiburg ein partnerschaftlicher Austausch mit der unierten Pfarrgemeinde in Voynyliv / Ukraine. Inzwischen haben sich die Kontakte unter anderem auch auf die Schule und das Krankenhaus der kleinen Dorfgemeinde ausgeweitet. Bei der letzten Begegnung Ende August / Anfang September 2007 konnte die Freiburger Delegation einmal mehr die ausgeprägte ukrainische Gastfreundschaft erfahren, die sich auch im Ritus der Übergabe von Salz und Brot ausdrückt. Die Partner werden aus Deutschland finanziell unterstützt, die zwischenmenschliche und spirituelle Dimension der Partnerschaft steht für die Beteiligten jedoch im Vordergrund des Austauschs.
Tschechien
An das 10-jährige Bestehen der Partnerschaft erinnert eine gravierte Mamorplatte
Das 10-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft feierten die Gemeinden von Villmar in Hessen und aus dem tschechischen Grulich / Kraliky. Das „Samenkorn“, das im Oktober 1996 behutsam ausgesät wurde, hat sich zu einem ansehnlichen Bäumchen entwickelt. Aus der anfänglichen Begegnung ist eine tragfähige Freundschaft und Partnerschaft zwischen Villmar und Grulich / Kraliky geworden. Die von Anfang an in beiden Ländern abwechselnd stattfindenden Besuche zeugen von den entstandenen Freundschaften zwischen den Menschen aus Deutschland und der Tschechischen Republik.
Weißrussland
Pfarrer Clemens Niermann und Schwester Michaela aus Ibbenbüren im Gespräch mit dem Popen Konstantin aus Krupitza.
1990 gründete der Sozialdienst kath. Frauen Ibbenbüren e.V. (SkF) den Arbeitskreis „Weißrusslandhilfe Tecklenburger Land“. Zunächst wurden gemeinsam mit der Gemeinde Lychen in Brandenburg Hilfstransporte für die Rückkehrer der in der Auflösung befindlichen Sowjetarmee organisiert. Dafür standen Fahrzeuge und Flugzeuge der ehemaligen Besatzungsmacht zur Verfügung. Heute werden für die Hilfstransporte Spediteure, überwiegend aus Weißrussland, mit der Abwicklung beauftragt.
Um die Arbeit der Weißrusslandhilfe effektiver abwickeln zu können, wurden Arbeitsgruppen gebildet. Die Gruppe „Kindererholung“ organisiert seit 1991 jährlich mit Gasteltern Erholungsmaßnahmen für Kinder sozial bedürftiger Familien aus Minsk und Krupitza. Die Gruppe „Lebensmittel“ sammelt Geld und veranlasst in Weißrussland den Einkauf von 15 kg Lebensmitteln. Diese werden über die Sozialstation Perwomaiskij, katholischen und orthodoxen Gemeinden und einem Dorfrat an bedürftige alte Menschen und allein Erziehende verteilt.
Besuch der katholischen Kirchengemeinde in Lepel. Vor der Wende war die Kirche eine Motorradwerkstatt.
Die Gruppe „Packen und Kleiderhilfe“ sortiert und reinigt Kleider und Schuhe und bereitet die Transporte vor. Es besteht eine Vereinbarung mit einer Modekette für die Übernahme nichtverkaufter Rücklaufware. 26 Frauen und 25 Männer stehen für das Packen zur Verfügung. Die Gruppe Packen und Transporte holt zweimal wöchentlich Bananenkartons aus Supermärkten und von Wochenmärkten, sie stapelt die gepackten Kartons und besorgt die Beladung der LKW. Fahrräder, Rollstühle und Rollatoren werden repariert. Die Gruppe „Flohmärkte“ wirbt mit Ständen auf Flohmärkten und verkauft Gegenstände, die aus Wohnungsauflösungen stammen.
Für die Beladung der LKW stehen 30 Männer zur Verfügung. Neben den sonstigen Hilfsgütern wird jeder LKW mit etwa 1.300 Paketen beladen. Beliefert wurden und werden eine Reihe von Sozialstationen und Kirchengemeinden. Der Geschäftsführer des SkF, die Vorsitzende des SkF und der Vorsitzende der Weißrusslandhilfe sind für die Finanzen und Projekte zuständig.
Im Stadtteil Minsk-Perwomaiskij wurde ein Haus für Kinder aus Problemfamilien eingerichtet, außerdem ein Begegnungszentrum für alte Menschen mit Beratungsdienst, einer Kleiderkammer und einer Aufnahmemöglichkeit für Frauen in Not. In Krupitza haben die Gemeinde Spelle aus dem Emsland und die niederländische Gemeinde Markelo das Gesundheitszentrum „Domus Medica“ mit EU-Mitteln eingerichtet. Die Weißrusslandhilfe hat sich verpflichtet, fünf Jahre die Medikamente zu liefern. Möglich war dies bis zum Verbot durch die Regierung.
In Krupitza und Lepel wurden die Jugendmusik- und Kunstschulen gefördert. Die katholische Kirche in Lepel hat eine Orgel bekommen, außerdem wurden die Jugendheime mit Möbeln ausgestattet. Die in der Einrichtung befindliche orthodoxe Kirchengemeinde in Krupitza erhielt Möbel für die Sonntagsschule und wurde außerdem von einem Pfarrer aus Ibbenbüren finanziell unterstützt. Das Kreiskrankenhaus für behinderte Kinder in Lepel befand sich in einem unzumutbaren Zustand. In der Einrichtung leben etwa 75 bis 80 Kinder mit schweren Knochenerkrankungen. Mit Unterstützung einer Stiftung, den Sternsingern und Renovabis wurde das ganze Haus renoviert und neu eingerichtet. Außerdem wurden zwei Neubauten erstellt. In Krupitza und Lepel wurden Schulen und Turnhallen mit Möbeln und Sportgeräten beliefert.
Alle Hilfen wurden von ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern/innen geleistet. Etwa 200 Personen in zwölf Gemeinden und Ortsteilen des Tecklenburger Landes tragen die Arbeit mit. Die Weißrusslandhilfe arbeitet mit der Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“ (Bundesarbeitsgemeinschaft der Tschernobyl-Initiativen) zusammen.
Kontakt
Partnerschaften und Dialog
Thomas Müller-Boehr
Renovabis, Domberg 27, 85354 Freising
Tel.: (08161) 5309-46, Fax: (08161) 5309-44
Email: mb@renovabis.de


