Osteuropa-Fernsehtipps
25. Februar 2012 – 2. März 2012
Tagesübersicht
Samstag, 25. Februar
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
06:00 Uhr, SWR (30 Minuten)
Kirchen aus Holz - Die Stabkirche von Urnes und Kishi Pogost
Auf einer Landzunge, die tief in den Luster-Fjord reicht, steht die älteste Holzkirche Norwegens - die Stabkirche von Urnes. Von den 750 mittelalterlichen Holzkirchen zum Zeitpunkt der Reformation stehen heute noch knapp 30. Und obwohl archäologische Funde beweisen, dass es überall Stabkirchen in Nordeuropa gab, blieben sie nur in Norwegen erhalten.
Vor über 850 Jahren ist die Stabkirche von Urnes gebaut worden. Auf einem besonderen Platz. Man nimmt an, dass hier bereits früher ein heidnisches Heiligtum gestanden hat. Diese Kirche ist nicht unbedingt typisch - keine Drachenköpfe, keine rätselhaften vorchristlichen Masken. Ihre Bögen und Kapitelle erinnern eher an eine romanische Basilika aus Stein. Die Vorbilder stehen in Rom, Ravenna oder Avignon, nicht in Skandinavien. Was die kleine Kirche einzigartig macht, sind ein Portal und einige Wandplanken. Sie stammen von der Vorgängerkirche, die gerade hundert Jahre alt war, als man sie aus unbekanntem Grund abriss. Beim Bau der neuen Kirche wurden Bauteile der alten verwendet. Ihr Schnitzwerk ist einmalig, und der Name Urnes-Stil bezieht sich heute auf alle Arbeiten des Mittelalters, in der man diese Art von ineinander verschlungenem Getier und Gewächs wiederfindet. Nie jedoch in solcher Vollendung wie am Nordportal der Stabkirche von Urnes. Das Holzrelief stellt den Kampf der Hirsche und Schlangen dar, die in der Weltenesche Yggdrasil wohnen: ein Bild, das den Untergang der germanisch-heidnischen Welt symbolisiert, so wie die alten Mythen ihn prophezeiten.
Während der eisfreien Zeit erreicht man die Insel Kishi Pogost im Onega-See mit dem Boot von Petrosawodsk aus. Kishi heißt auf Deutsch Insel und mit Pogost bezeichnete man im alten Russland eine Verwaltungseinheit. Heute bedeutet Pogost jedoch „Friedhof mit Kirche“. Herausragendes Bauwerk ist die 35 Meter hohe Verklärungskirche, die von 22 Kuppeln bekrönt wird. Sie gilt als der kühnste erhaltene Holzbau Russlands. Er wird dem legendären Baumeister Nestor zugeschrieben, der nach der Fertigstellung 1714 seine Axt weit in den Onega-See geschleudert haben soll: „So eine gab es nie, es gibt keine zweite und es wird nie eine geben“, hat er angeblich dabei gerufen.
Insgesamt gibt es etwa 60 historische Holzbauten in Kishi. Die wenigsten stehen an ihrem angestammten Platz, sie kamen von anderen Inseln oder vom Festland. Blockhäuser kann man leicht auseinandernehmen und wieder aufbauen. Eine Versuchung, der die Historiker der Nachkriegszeit nicht widerstehen konnten. Die großen Bauernhäuser, an denen sie interessiert waren, gehörten niemandem. Ihre Eigentümer, nach sowjetische Auffassung reiche Bauern, „Kulaken“, waren meist in den 30er Jahren vertrieben oder verhaftet worden. So bewahrte man Baudenkmäler und schuf gleichzeitig ein künstliches Reservat russischer Holzkultur. Kishi Pogost ist ein Freilichtmuseum und der Traum von einem russischen Dorf.
360° - Geo Reportage
10:05 Uhr, arte (45 Minuten)
Laetitia, allein unter Wölfen - Reportage
Das Dörfchen Puplovo, in der russischen Taiga. Zu einer Handvoll Einheimischen mitten in der Wildnis gesellte sich vor fünf Jahren eine weitere Bewohnerin: die junge Französin Laetitia Becker aus Straßburg. Es scheint, als habe sie hier das vollkommene Glück gefunden, in dem schlichten Holzhaus, in dem sie mit ihrem Pyrenäen-Schäferhund Thalis ganz allein dem harten russischen Winter trotzt. Hier kann sie sich ihrer Lebensaufgabe widmen: der Verhaltensforschung von Wölfen. Mittlerweile beherrscht sie nicht nur die Landessprache sondern auch die der Wölfe. „360°- Geo Reportage“ hat die ungewöhnliche junge Frau und ihre Wölfe in der russischen Einsamkeit besucht.
In Russland gelten Wölfe nach wie vor als Schädlinge. Das schonungslose Jagen ist seit jeher erlaubt. Laetitia Becker, eine junge Französin, und Vladimir Bologov, ein russischer Biologe, möchten die Einstellung zu den geächteten Tieren ändern. Vladimir ist der Leiter der Forschungs- und Auswilderungsstation „Chisty Les“ mitten in der Taiga. Zur Station gehören mehrere Gehege in einem 35 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet.
Jedes Jahr nimmt die Station Wolfswelpen von russischen Zoos auf. Außerdem bringen Jäger Jungtiere, deren Eltern sie erschossen haben, hierher. Hauptanliegen ist die Wiederauswilderung der Tiere, die zwar von Laetitia versorgt werden, sich aber nicht zu sehr an sie gewöhnen dürfen. Doch die meisten ihrer Schützlinge kennen die Nähe von Menschen, und Laetitia will erfahren, ob eine Wiederauswilderung dennoch möglich ist.
Sie verbringt Tage und Wochen damit, bewegungslos im Gehege zu sitzen - sie beobachtet das Verhalten der Wolfsjungen und verfolgt, inwieweit sich die Jungtiere selbst mit Nahrung versorgen können. Laetitia und Vladimir kämpfen gegen den unkontrollierten Abschuss von Wölfen in Russland. Ihr Ziel ist es, das Prämiensystem, das für russische Jäger pro Pelz eine Prämie vorsieht, abzuschaffen und dem Wolf zumindest eine Schonzeit einzuräumen. 23 Wölfe konnte Vladimir bis heute auswildern. In Kürze sollen drei Tiere aus Laetitias Bestand folgen.
Erstmals konnten sie die Mittel aufbringen, GPS-Halsbänder für die Tiere zu erwerben, um deren Verbleib in der Wildnis weiterhin verfolgen und dokumentieren zu können. Es ist ein einsamer, ein harter Kampf, den Laetitia führt. Obwohl sie nicht weiß, ob die bevorstehende Auswilderung gelingen wird, ist sie sich sicher: „Meine Zukunft liegt in Russland, in meiner Arbeit wird es immer um Wölfe gehen.“
„360° - Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
Weltreisen
10:55 Uhr, rbb (30 Minuten)
Die Krim - Edelstein im Schwarzen Meer - Film
Die Krim ist einer der schönsten Flecken der Erde. Einst besiedelten Griechen die Krim. Später kamen auch Tataren und Russen dazu. Jetzt gehört die Halbinsel als autonome Republik zur Ukraine und ist eins der beliebtesten Reiseziele. Unser Team bereist die Krim von Ost nach West. Dabei begegnen wir Krimtaren und besuchen die Kellerei des weltberühmten Krimsekts.
Die Krim ist einer der schönsten Flecken der Erde. Einst besiedelten Griechen die Krim. Später kamen auch Tataren und Russen dazu. Jetzt gehört die Halbinsel als autonome Republik zur Ukraine und ist eins der beliebtesten Reiseziele. Unser Team bereist die Krim von Ost nach West. Dabei begegnen wir Krimtaren und besuchen die Kellerei des weltberühmten Krimsekts. Wir fahren nach Jalta, wo die Alliierten über das Schicksal Deutschlands entschieden. Dort treffen wir auch einen Feuerwehrmann, der künstlerisch arbeitet. Auf seiner Reise nach Westen schaut ARD-Moskau-Korrespondent Olaf Bock Fischern zu, die mit alten griechischen Methoden arbeiten und taucht hinab in ein Unterwassermuseum.
Wildes Masuren
12:35 Uhr, rbb (45 Minuten)
Film
Die Masuren im Nachbarland Polen - einst Jahrhunderte zu Deutschland gehörend - das sind dunkle Wälder, klare Flüsse und tiefblaue Seen. Tiere bevölkern diese Landschaft im Nordosten Polens, die in vielen Teilen Europas längst verschwunden sind. Wisente und Elche durchstreifen die ausgedehnten Wälder, Fischotter tauchen in sauberen Flüssen nach Beute. Hauptdarsteller in dem Film ist der Wisent.
Eisenbahn-Romantik
13:50 Uhr, rbb (30 Minuten)
Baltisches Dieselgewitter
Lettland hat den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nicht viel anderes zu bieten als die geographische Lage und den Hafen Ventspils. Der ist das ganze Jahr über eisfrei und groß genug, um die Waren der GUS-Staaten in die Welt zu exportieren. Straßen sind überbrückt und Bahnanlagen erneuert - doch die Eisenbahnstrecke Ventspils-Riga-Daugavpils ist immer noch ein Ausflug in ein altes Jahrhundert.
Sonntag, 26. Februar
Musik nach dem Krieg - faszination musik
09:30 Uhr, SWR (60 Minuten)
Kosovo zwischen Trauma und Neubeginn
Der Film begleitet eine außergewöhnliche Meisterklasse mit Musikern und Musikerinnen aus Kosovo und Serbien. Dem österreichischen Cellisten Meinhard Holler ist es erstmalig gelungen, Musikstudenten der seit Generationen in Konflikt stehenden Völker zusammen zu bringen. Im Kosovo und in Serbien hat er albanische und serbische Musiker in gleicher Zahl gefunden, die auf hohem Niveau spielen. Am Kurs für Kammermusik und der anschließenden Tournee nehmen auch junge Studierende aus Österreich und Deutschland teil.
Auf dem abgeschiedenen Gut Hornegg, 20 Kilometer südwestlich von Graz, probt Meinhard Holler zunächst zehn Tage lang mit den Studenten Trios für Klavier, Violine und Violoncello (Smetana, Debussy, Schostakowitsch), bevor sich die ganze Gruppe auf eine Konzerttournee begibt. Die zweiwöchige Reise führt uns in Heimatstädte der Studenten - nach Pristina, das ethnisch geteilte Mitrovica, Prizren und Belgrad.
Zwölf Jahre nach den Jugoslawienkriegen und angesichts neuer Auseinandersetzungen um Nordkosovo setzt das Kammermusik-Projekt ein Zeichen der Hoffnung. Eingewoben in das Filmtagebuch hat Regisseur Walter Wehmeyer auch Aufnahmen seiner früheren Dreharbeiten im Kosovo - aus den Jahren 1992, nach der Niederwerfung der Autonomiebewegung, und 1998, kurz vor Ausbruch des Kosovo-Krieges.
Im Mittelpunkt des Films steht die Leidenschaft der jungen Instrumentalisten für die Musik. Auf einer zweiten Ebene dokumentiert er die fragile Freundschaft zwischen jungen Albanern und Serben, die Erinnerungen an den Kosovo-Konflikt, ein gänzlich unbewältigtes Kapitel europäischer Geschichte.
Schwerpunkt: Russische Schicksale
09:50 Uhr, arte (55 Minuten)
Dokumentation
Am 4. März 2012 sind die Russen zum fünften Male seit dem Ende der Sowjetunion aufgefordert, ihren Präsidenten zu wählen - nunmehr für eine Amtszeit von sechs Jahren. Der Sieger scheint schon festzustehen: Ministerpräsident Wladimir Putin, der das höchste Amt bereits von 2000 bis 2008 bekleidet hat, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Rennen machen. Er ist kein lupenreiner Demokrat, der sich trotz seiner KGB-Vergangenheit und seines rigiden Führungsstils des Sieges sicher weiß.
Im Vorfeld dieses Ereignisses zeigt ARTE am 26. Februar im Tagesprogramm und am Abend des 28. Februar einen Russlandschwerpunkt, der sich mit vielen Aspekten russischen Lebens beschäftig: dem schweren Erbe des Stalinismus, Kindheit und Jugend in der Zeit des Umbruchs, aber auch mit dem Psychogramm des früheren und vermutlich künftigen Präsidenten. Da steht das schwere Schicksal der Frauen im Gulag gegen die Leichtlebigkeit junger russischer Frauen von heute, die in Flirtkursen lernen, den richtigen Mann zu erobern. Emmy-Preisträger Sergei Miroshnichenko zeichnet in einer Langzeitbeobachtung den Werdegang einiger junger Russen nach, die noch als Sowjetbürger das Licht der Welt erblickten. Daniel Leconte beleuchtet in „I love democracy“ die russischen Widerstandsbewegungen und Karl Zero porträtiert auf seine ganz eigene ironische Weise Wladimir Putin, den starken Mann, der bald wieder in den Kreml einziehen wird und gerne mit nacktem Oberkörper der Welt beweist, was für ein Kerl er ist. Eine seiner Kritikerinnen, die Journalistin Anna Politkowskaja, wurde unter bis heute nicht geklärten Umständen ermordet. Marina Goldowskaja, eine Freundin der Journalistin, widmete Politkowskaja ein Porträt, das am Ende des Schwerpunkts steht.
Die einzelnen Sendungen des Schwerpunkts „Russische Schicksale“ im Überblick:
(1): „Ich verzeihe nichts - Frauen im Gulag“, Dokumentation, am Sonntag, den 26. Februar um
09.50 Uhr, Erstausstrahlung
(2): „The Jazzman from the Gulag“, Dokumentation, am Sonntag, den 26. Februar um 10.45
Uhr
(3): „Flirten auf Russisch“, Dokumentarfilm, am Sonntag, den 26. Februar um 13.50 Uhr,
Erstausstrahlung
(4): „Geboren in der Sowjetunion - Neun Leben 1983 bis heute“, Dokumentarfilm, am Sonntag,
den 26. Februar um 15.05 Uhr, Erstausstrahlung
(5): „Romeo und Julia in der UDSSR - Geschichte eines Balletts“, Dokumentation, am
Sonntag, den 26. Februar um 16.50 Uhr, Erstausstrahlung
(6): „Russland hat die Wahl“, Themenabend, am Dienstag, den 28. Februar ab 20.15 Uhr
Ich verzeihe nichts - Erstausstrahlung - Schwerpunkt: Russische Schicksale
09:50 Uhr, arte (55 Minuten)
Frauen im Gulag - Dokumentation
Russland, im August 1937: Eine Welle des Terrors überzieht das Land. Stalin lässt massenhaft politische Gegner verhaften. Auch Frauen und Töchter dieser ehemaligen russischen Elite bleiben nicht verschont. Hunderttausende Frauen werden in Lagern untergebracht, ihre Kinder kommen in Kinderheime. Die Dokumentation „Ich verzeihe nichts - Frauen im Gulag“ erzählt anhand von vier Frauenschicksalen ein nahezu vergessenes Kapitel russischer Geschichte.
Im August 1937 beginnt in der Sowjetunion der Große Terror. Eine gigantische Welle von Verhaftungen überzieht das Land und hält die Menschen in Atem. Etwa fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung werden durch Untersuchungsgefängnisse geschleust, das sind etwa acht bis neun Millionen Menschen. Die große „Säuberung“ - so nennt Stalin diese Endabrechnung mit seinen Gegnern. Besessen von der Idee der vermeintlichen Bedrohung durch eine innere Opposition, führt er in Wirklichkeit längst Krieg gegen das eigene Volk.
Frauen von Männern, die zur Elite gehörten, werden nach der Verhaftung der Männer automatisch auch zu Volksfeinden. Hunderttausende Frauen werden in Lager und in die Verbannung geschickt. Es gibt nichts, was man ihnen vorwerfen könnte - außer, dass sie Töchter oder Ehefrauen sind. Für diese Frauen gibt es eigene Lager, in denen sie ein Leben in Entbehrung und Demütigung führten. Dazu kommt noch, dass sie ihre Kinder zurücklassen müssen. Die meisten werden in Sonderkinderheime gesteckt und sehen die Mütter erst wieder, wenn sie erwachsen sind.
„Die glücklichste Zeit für mich war, bis ich 15 Jahre alt war,“ erzählt Valentina Tichanowa, deren Eltern beide verhaftet wurden. „Es ist ein Quatsch, dass die Zeit die Wunden heilt. Ein völliger Quatsch. Ich bin böse wie niemand sonst auf der Welt. Ich verzeihe nichts.“
Seit Jahren recherchiert die Publizistin und Historikerin Irina Scherbakowa für die Menschenrechtsorganisation „Memorial“ das Schicksal dieser Frauen. Sie durchstöbert Tausende Biografien, Erinnerungen, Dokumente, Fotos und Briefe, die in Archiven gesammelt wurden - Lebensschicksale, die auf eine sehr persönliche Weise die menschenverachtende Politik des Sowjetregimes dokumentieren. Vier dieser Frauen hat Regisseurin Eva Gerberding zusammen mit Irina Scherbakowa aufgesucht.
Zurück auf Schloss Lomnitz
12:30 Uhr, WDR (30 Minuten)
Film
So richtig glauben kann er es immer noch nicht, wenn er heute sein Schloss am Ortsrand des polnischen Lomnica vor sich sieht: Ernst-Günther von Küster (87), nach dem Krieg 1945 von seinem schlesischen Adelssitz vertrieben und heute ein Wiesbadener, kommt mindestens einmal im Jahr ins ehemalige Schlesien. Dort will er sein Schloss Lomnitz wachsen sehen: „Ich finde, er hat es gut gemacht, der Ulrich. Das macht mich schon stolz.“ Dass aus einer zerfallenen Ruine ein florierender Familienbetrieb mit Restaurant und Hotel wurde, hat Ernst-Günther von Küster seinem Sohn Ulrich und dessen Frau Elisabeth zu verdanken. Die beiden konnten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Ruine vom polnischen Staat zurückkaufen und sanieren. „Wir hatten die verrückte Idee, aus dem alten Familiensitz einen touristischen Anziehungspunkt zu machen“, resümiert der Sohn. Das ist gelungen. Schloss Lomnitz, seit 1835 im Familienbesitz, erstrahlt nach mühsamen Jahren des Wiederaufbaus in altem Glanz. Zudem erweist sich das Projekt als ein Jobwunder für Lomnica: Dass Schloss Lomnitz ein kommerzieller Erfolg wurde, verdankt es auch seinen 20 polnischen Arbeitern und Angestellten. Die Polen in der Umgebung, so erzählt Ulrich von Küster, empfinden es als ganz normal, dass die alten Besitzer wieder hier sind und ein ganz beruhigendes Stück Tradition verkörpern.
Heute zieht der Ort Touristen aus der ganzen Welt an. Dabei war es schon ein Kraftakt ohnegleichen, allein das Geld für die aufwändige Restaurierung zusammenzukratzen. „Elisabeth ist ein Organisationstalent, sie ist die eigentliche Managerin hinter den Kulissen“, lobt der 87-jährige seine Schwiegertochter. Die hat beispielsweise zum Erntedankfest mit Musik und Tanz auf den Gutshof eingeladen.
Jasnaja Poljana, die Russen und Tolstoi - Schwerpunkt: Russische Schicksale
13:50 Uhr, arte (75 Minuten)
Dokumentation
Auf der russischen Landkarte gibt es Orte, deren Namen jeder kennt, zu denen es viele Menschen hinzieht, die man einmal gesehen haben will. Dazu gehört das Gut Jasnaja Poljana des Grafen Tolstoi. Es liegt in der Provinz, südlich von Moskau, unweit der Stadt Tula. Tolstoi verbrachte fast sein ganzes Leben hier, er schrieb hier seine großen Romane „Krieg und Frieden“, „Auferstehung“, „Anna Karenina“. Andreas Schmidt und Christiane Bauermeister haben das Gut im heutigen Russland besucht und sich auf eine biografische Spurensuche begeben, die neue Perspektiven auf Tolstois literarisches Werk eröffnet.
Das Gut Jasnaja Poljana, heute Museumsgut, wird von Tolstois Ur-Urenkel geführt, der gelegentlich Gäste empfängt: Hier trifft das Filmteam auf die Schriftsteller Tatjana Tolstaja - eine entfernte Verwandte Leo Tolstois -, Wladislaw Otroschenko, Sachar Prilepin und Andrej Bitow. Und stellen fest, welch gut begründete Verehrung die Heutigen für ihren großen Vorgänger 100 Jahre nach seinem Tod empfinden. Vor allem aber erkennt man, dass Jasnaja Poljana mehr ist, als nur der Ort, an den dem Tolstoi lebte und schrieb.
Das Gut prägte und formte ihn, in seinen Weiten war Raum für die Welten von Krieg und Frieden. Einen „Planeten auf dem Planeten“, nennt es einer der Schriftsteller und die Leiterin des kleinen Museums sagt: „Er hatte eine ungeheure Natur und eine Bibliothek. Mehr braucht ein Junge nicht.“
Als Kind suchte er hier nach dem grünen Stöcklein, das sein großer Bruder versteckt hatte: Darauf seien alle die wichtigsten Wörter geschrieben, die man kennen müsse, damit alle Menschen glücklich werden. Und noch als alter Mann bekannte Tolstoi, dass er immer noch an die Existenz des grünen Stöckleins glaubte, immer noch danach suchte. Das grüne Stöcklein, verloren dort auf dem Gut, wo heute sein Grab ist, ist vielleicht der Schlüssel zu Tolstois ganzem Werk.
Geboren in der Sowjetunion - Erstausstrahlung - Schwerpunkt: Russische Schicksale
15:05 Uhr, arte (105 Minuten)
Neun Leben 1983 bis heute - Dokumentarfilm
Die weltweit bekannteste russische Langzeitdokumentation, in den letzten 28 Jahren gedreht, wirft ein Licht auf das Leben nach dem Untergang der UdSSR vor 20 Jahren. Der Emmy-Preisträger Sergei Miroshnichenko schafft einen faszinierenden Einblick in die Alltagswelt seiner Protagonisten, die er erstmals als Kinder filmte und die nun in einem ganz anderen Wertesystem erwachsen geworden sind.
Man nehme neun gewöhnliche Siebenjährige und verändere ihre gesamte Umwelt. Man stelle die Welt ihrer Eltern auf den Kopf und tausche komplett die Normen und Werte der Gesellschaft aus, in der sie aufwachsen. Im Alter von 14 Jahren gebe man Pubertät und Hormone hinzu, gefolgt von Militärdienst, finanziellen Schwierigkeiten und dem Einsetzen erwachsener Verantwortlichkeit mit 21. Dann warte man sieben Jahre …
„Geboren in der Sowjetunion“ erzählt die Lebensgeschichte sehr verschiedener Menschen, die in ein Reich geboren wurden, das ganz auf Uniformität setzte. Sie kommen aus Russland, Zentralasien, den Baltischen Staaten und dem Kaukasus. Ende Dezember 2011 sind es 20 Jahre, seitdem sich dieses Reich offiziell auflöste. Manche der Hauptpersonen sind inzwischen längst aus Russland emigriert, die meisten aber befinden sich noch dort, wo wir sie anfangs antrafen, jedoch in einer Umgebung und mit Aussichten, die sich radikal gewandelt haben. Es sind ergreifende Geschichten von Erfolg und Scheitern, von Optimismus und dem Erliegen von Versuchungen.
Wie sehr hat sich das Leben der Protagonisten mit 28 Jahren von dem ihrer Eltern zu Sowjetzeiten verändert! Der Wandel ist so grundlegend und umfassend, dass das Material, welches in den 80er Jahren gefilmt wurde, heute so aussieht, als sei es mehrere Generationen alt.
„Geboren in der Sowjetunion“ ist mehr als ein Film über das Leben in der postsowjetischen Ära, auch mehr als eine Ansammlung dortiger Biografien. Es ist, und das schwingt immer mit, auch ein sehr universeller Film über das Erwachsenwerden, über Träume und Hoffnungen, Realitäten und Enttäuschungen und die große Frage, was das Leben für jeden Einzelnen so bereithält.
Mädchengeschichten
16:25 Uhr, 3sat (30 Minuten)
Blumen vom Mars - Dokumentarfilm
Alexandra Nicolaescu lebt mit ihren Eltern in einer Einzimmerwohnung in einer Plattenbausiedlung in Bukarest. Sie ist seit ihrer Geburt spastisch gelähmt, auf ihren Rollstuhl und ständige Hilfe angewiesen. Wegen der Hänseleien ihrer Klassenkameraden haben die Eltern Alexandra aus der Schule genommen und lassen das Mädchen von einer Privatlehrerin zu Hause unterrichten. Die Kosten für den Unterricht und die notwendige Krankengymnastik verschlingen den Großteil des Einkommens der Familie. Manchmal träumt Alexandra von einer Karriere als Anwältin, Psychologin und Heilerin. Denn Alexandra hat eine besondere Gabe: Sie kann Engel sehen und mit ihnen sprechen. Manchmal sitzt Alexandra stundenlang auf ihrem Balkon und beobachtet den Himmel durch ihr Teleskop. Tagsüber winken ihr dann Engel zu, und nachts sieht sie die Blumen auf dem Planeten Mars.
Für ihren Dokumentarfilm „Blumen vom Mars“ hat Andrea Asch, 1977 in Bukarest, Rumänien, geboren, Alexandras Alltag mit der Kamera begleitet.
„Blumen vom Mars“ ist ein Beitrag der 3sat-Dokumentarfilmreihe „Mädchengeschichten“. Die Filme porträtieren 17-jährige Mädchen aus verschiedenen Ländern der Welt.
Zarendämmerung - Risse im System Putin - Im Fokus: Russland
20:15 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Film - Dokumentation
Eigentlich galt die Präsidentschaftswahl schon längst als entschieden, als Wladimir Putin im September den erneuten Ämtertausch mit Präsident Dmitrij Medwedjew ankündigte. Doch seit der umstrittenen Dumawahl demonstrieren plötzlich Zehntausende gegen die Regierung. Was ist geschehen, dass Russlands starker Mann plötzlich nicht mehr als unbesiegbar gilt? Wer sind die Menschen, die über ein Russland ohne Putin nachdenken? Und welche Zugeständnisse wird der Kreml machen müssen, um Putins Rückkehr zu sichern?
Die Dokumentation „Zarendämmerung - Risse im System Putin“ zeigt auf einer Reise durch Russland, dass das Reich nicht mehr „Putlandia“ sein will.
Mit der Dokumentation „Zarendämmerung - Risse im System Putin“ startet die 3sat-Themenwoche „Im Fokus: Russland“, in der es vom 26. Februar bis zum 3. März um den großen Vielvölkerstaat geht. Anlass ist die russische Präsidentschaftswahl am 4. März. Als nächste Beiträge zur Themenwoche zeigt 3sat im Anschluss, um 21.00 Uhr, „Sibirien - Land der Extreme“ und um 21.45 Uhr die Dokumentation „Die Stadt, von der die Russen träumen“. Am Montag, 27. Februar, geht es um 14.20 Uhr weiter mit der Dokumentation „Die Russen in Sankt Moritz“.
Die Stadt, von der die Russen träumen - Im Fokus: Russland
21:45 Uhr, 3sat (95 Minuten)
Der Ruf des schwarzen Goldes - Dokumentation
3.000 Kilometer östlich von Moskau liegt Khanty-Mansiysk, Hauptstadt einer Region, die fast so groß wie Deutschland ist. Fast 80.000 Menschen leben dort heute. Unter ihren Füßen schlummern 60 Prozent des russischen Erdöls, sieben Prozent der weltweiten Vorkommen. Eine Ressource, die reich und stolz macht - die Bewohner der Stadt ebenso wie die Machthaber im fernen Moskau. Noch vor gut 15 Jahren war der Ort am Fluss Ob kaum mehr als ein Dorf aus Holzhäusern. Inzwischen ist er eine Wohlstandsoase geworden. Eine Vorzeigeort, in den Dimitri Medwedew die politische EU-Elite lud, als er ihr im Juni 2008 sein Traumsibirien zeigen wollte, eine Metapher für die Zukunft des Landes.
Der Dokumentarfilm „Die Stadt, von der die Russen träumen“ von Pierre-Olivier François und Pierre Bourgeois umspannt den Zeitraum von Juni 2007 bis September 2008 und zeigt, wie das „schwarze Gold“ die Region und die dort lebenden Menschen verändert. Die Filmemacher haben Ärzte, Hebammen, Balletttänzer, Rentierzüchter und Ölarbeiter kennengelernt, die von ihren Zukunftsträumen und ihrem Alltag erzählen. Ein Alltag, der im Rhythmus der Ölförderung schwingt und von dem Reichtum, den das Öl der Region beschert, bestimmt ist. Der lokale Gouverneur verwaltet den Mammon und plant die Zukunft, paternalistisch und großspurig - und dennoch weitsichtig. „Die Leute sollen kommen, weil es Arbeit gibt, aber sie sollen bleiben, weil sie sich wohl fühlen“, sagt er und investiert in Kultur, Wohnungsbau, Familienplanung, Sport und Bildung. Während des Drehs fanden in Khanty-Mansiysk die Schachweltmeisterschaft, ein EU-Russland-Gipfel und die große Feier zur Förderung der neunmilliardsten Tonne Erdöl statt. „Die Stadt, von der die Russen träumen“ erzählt nahe an den Protagonisten und hält doch, wie ein Reisetagebuch, eine gewisse Distanz zu diesem anderen Russland, den ein kleines Mädchen stolz „das zweite Moskau“ nennt.
Montag, 27. Februar
Die Donau
15:15 Uhr, rbb (45 Minuten)
Nach Ungarn und Kroatien - Film (Folge 4)
Die Reise geht entlang der Donau von Wien über die Slowakei nach Ungarn und Kroatien. Der Film stellt Land und Leute vor und berichtet von Begegnungen und Gesprächen mit Menschen entlang des großen europäischen Flusses.
Glück und Pech in St. Petersburg - Im Fokus: Russland
15:50 Uhr, 3sat (55 Minuten)
Zwei Schweizer zwischen Herz und Kommerz - Film
Als die Schweizer Freunde Walter Denz und Chris Baumann in den 1990er Jahren auszogen, um in Russland ihr Glück zu finden, waren dort nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Chaos, Korruption und Armut weit verbreitet. Doch die beiden 30-Jährigen ließen sich nicht beirren. Walter Denz gründete eine Sprachschule, Chris Baumann baute einen Partyservice in St. Petersburg auf. 1998 heiratete Chris seine russische Freundin Swjeta - und Walter wenig später seine Natascha. Doch inzwischen sieht vieles anders aus: Chris Baumann musste Russland verlassen und lebt seither wieder in der Schweiz - ohne seine Frau. Sein ganzes Glück ist die neunjährige Tochter Michèle. Walter Denz hingegen hat von der neuen Stabilität des Landes seit der Regierung Putin profitiert. Seinen Freund Chris hat er jedoch nicht vergessen: Die Freundschaft ist enger denn je.
„Glück und Pech in St. Petersburg“ gibt Einblicke in das Leben der Freunde und zeigt, was aus ihren Träumen geworden ist.
Schweizer Bauern in Russland - Im Fokus: Russland - Fortsetzung folgt
16:45 Uhr, 3sat (50 Minuten)
Jakob, Sepp und Hans im Glück - Film - Dokumentation
Die Schweizer Landwirtschaft steckt seit Jahren in der Krise. Jakob Bänninger, Hanspeter Michel und Josef Lussi, drei Schweizer Bauern, sahen für sich keine Zukunft mehr und suchten ihr Glück in Russland. Sie pachteten über 300 Hektar Land südlich von Moskau und kauften den Außenbetrieb einer bankrotten russischen Kolchose mit Maschinenpark und gut 100 Kühen. Gleichzeitig übernahmen sie die 30 Angestellten. Trotz aller Widrigkeiten und Fallstricke des russischen Alltags bauten sie einen Laufstall für 300 Kühe und ein kleines Hotel für Agrotourismus. Hans ist für Finanzen und Angestellte zuständig, Sepp sorgt für Kühe und Jungvieh und Jakob für den Futterbau und den Maschinenpark.
Die Dokumentation „Schweizer Bauern in Russland“ besucht die Auswanderer ein Jahr nach ihrem Umzug nach Russland.
Sterben für die Wahrheit - Im Fokus: Russland
23:10 Uhr, 3sat (30 Minuten)
Russland nach Anna Politkowskaja - Film - Dokumentation
Am 7. Oktober 2006 um fünf Uhr nachmittags wird die Journalistin Anna Politkowskaja im Aufzug ihres Wohnhauses im Zentrum von Moskau erschossen. Mit dem Mord war eine der letzten Stimmen, die laut für die Rechtlosen, Gefolterten, Verfolgten, Vergewaltigten und Ermordeten gesprochen hatte, zum Schweigen gebracht worden. Im Ausland war Anna Politkowskaja unzählige Male mit verschiedenen Preisen für ihre mutigen Reportagen und Berichte ausgezeichnet worden. Der Mord an der Journalistin, die die Mächtigen offen kritisierte - und von diesen deshalb in allen von ihnen kontrollierten Medien totgeschwiegen wurde - war für viele Menschen in Russland ein Signal. Den zaghaften Bemühungen, dort so etwas wie eine Zivilgesellschaft aufzubauen, ist mit dem Mord ein schwerer Schlag zugefügt worden. Wer heute in Russland laut die Wahrheit sagt, begibt sich in Lebensgefahr - und die, die den Mut aufbringen, dies zu tun, werden immer weniger.
„Sterben für die Wahrheit“ dokumentiert die Situation in Russland nach der Ermordung von Anna Politkowskaja.
3sat setzt die Themenwoche „Im Fokus: Russland“ am Dienstag, 28. Februar, ab 13.20 Uhr mit der dreiteiligen Dokumentation „Das Gold der Zaren“ fort.
Flirten auf Russisch - Erstausstrahlung - Schwerpunkt: Russische Schicksale
23:45 Uhr, arte (65 Minuten)
Dokumentarfilm
Wie angle ich mir meinen Traummann? Oder überhaupt einen Mann? Wie soll ich mein Gegenüber ansehen, mich bewegen oder bücken, um überhaupt aufzufallen? Wie werde ich eine begehrte Partnerin im Bett? Jede Menge Flirtkurse liefern wissbegierigen russischen Frauen Antworten auf alle Fragen in Sachen Liebe, Lust und Leidenschaft. Drei Frauen aus Moskau, alle unterschiedlich alt, alle mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, haben einen oder gar mehrere dieser Kurse besucht und erzählen von ihren Erfahrungen.
„Flirten auf Russisch“ - eigentlich ist es ganz einfach: Männer sind Jägernaturen, frau muss nur ihren Instinkt wecken, dann stecken sie in der „Falle“ - meint eine Spezialistin. Eine andere schwört auf Rollenspiele für optimalen Sex. In einem Land wie Russland, in dem fünf Millionen mehr Frauen als Männer leben, wird die Suche nach einem (Ehe-) Mann fast existenziell. Bei Unsicherheiten in Liebesangelegenheiten schaffen in Moskau derzeit zahlreiche Flirtkurse Abhilfe.
Der Dokumentarfilm „Flirten auf Russisch“ gewährt faszinierende Einblicke in die abstruse Welt von Glanz und Glamour, Schönheit und Weiblichkeit, Frau-Sein und Luder-Sein. Drei Frauen aus Moskau, alle unterschiedlich alt, alle mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, haben einen oder gar mehrere Flirtkurse besucht und berichten von ihren Erfahrungen. Zudem geben drei Schulen Einblick in das umfangreiche Trainingsprogramm für die effektive „Männerjagd“. Was alle Kursteilnehmer gemeinsam haben, ist die Erkenntnis: Um einen guten Mann zu finden, muss frau bei sich selbst anfangen …
Dienstag, 28. Februar
Slowenien Magazin - Erstausstrahlung
01:30 Uhr, 3sat (25 Minuten)
Magazin
In Kooperation mit dem slowenischen Fernsehen berichtet das österreichische Magazin über Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur Sloweniens.
Made in Russia/Russland - Erstausstrahlung - clip
03:05 Uhr, 3sat (175 Minuten)
Videomusik - Musikvideos - Musikshow: Rock, Pop
International thematisierten Musiker vor allem in den 1980er Jahren die Sowjetunion, den Eisernen Vorhang, den Kalten Krieg und schließlich den Mauerfall in ihren Songs: Elton John mit „Nikita“, Nena mit „99 Luftbalons“, die Scorpions mit „Wind of Change“, Sting mit „Russians“, Billy Joel mit „Leningrad“, um nur einige zu nennen. In der russischen populären Musik wiederum gibt es viele Facetten und Strömungen: Von Estrada, der klassischen Unterhaltungsmusik mit dem Chor der Roten Armee und seinem berühmten „Kalinka“ bis hin zu Popsa, dem Russischen Techno mit Bands wie t.A.T.u., und Perestroika-Rock von Bands wie Aquarium, Kino und DDT.
Der Film aus der Reihe „clip“ präsentiert Popmusik „Made in Russia/Russland“.
Das Gold der Zaren - Im Fokus: Russland
13:20 Uhr, 3sat (40 Minuten)
Glanz und Blut - Film - Dokumentation (Folge 1 von 3)
Der Reichtum, der Moskau in kürzester Zeit so strahlend werden ließ, kam durch die Heirat der byzantinischen Prinzessin Zoe ins Land, die in ihrem Gepäck einen kostbaren Thron aus Elfenbein und manch andere wertvolle Kleinodien hatte. Üppige Gastgeschenke und die Unterwerfung und Plünderung der reichen Handelsstadt Nowgorod sorgten für ein weiteres Anwachsen dieses Vermögens. Als Iwan IV. den Moskauer Thron bestieg, vergrößerte er sein glänzendes Erbe schnell. Er eroberte die Stadt Kasan und machte die riesigen Weiten Sibiriens zur Schatzkammer des späteren Reiches.
Erster Teil der dreiteiligen Reihe „Das Gold der Zaren“, die auf die Suche nach den Quellen des unermesslichen Reichtums der russischen Zaren geht.
Die beiden weiteren Folgen der dreiteiligen Reihe „Das Gold der Zaren“ sendet 3sat im Anschluss ab 14.00 Uhr. Ab 15.30 Uhr folgen mit „Die Gräfin und die Russische Revolution“, „Stalin - Der rote Gott“, „Ende einer Supermacht“ und „Was geschah in Tunguska?“ vier weitere Dokumentationen in der Themenwoche „Im Fokus: Russland“. Um 20.15 Uhr zeigt 3sat den Fernsehfilm „Der russische Geliebte“.
Das Gold der Zaren - Im Fokus: Russland
14:45 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Rausch und Elend - Film - Dokumentation (Folge 3 von 3)
Nach der Niederlage Napoleons in Moskau war die alte Hauptstadt des Zarenreichs schwer in Mitleidenschaft gezogen und der Kreml geplündert. Doch viele wertvolle Kunstschätze konnten in Sicherheit gebracht werden. Fernab von St. Petersburg war Sibirien auf dem besten Weg, zum größten Gefängnis der Welt zu werden. Gleichzeitig versetzten Goldfunde das ganze Land in einen Rausch. Das Zarengold bekam durch die Kunstfertigkeit eines Juweliers besonderen Glanz: Carl Fabergé. Seine kostbaren Stücke gehören zu den wertvollsten Pretiosen der Welt. Vor allem die berühmten Fabergé-Eier, von denen heute nur noch wenige in Russland zu finden sind, halfen mit, die Magie des „Zarengoldes“ zu erhöhen.
Letzter Teil der dreiteiligen Reihe „Das Gold der Zaren“, die auf die Suche nach den Quellen des unermesslichen Reichtums der russischen Zaren geht.
Die Gräfin und die Russische Revolution - Im Fokus: Russland -Menschen & Mächte spezial
15:30 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Nora Kinsky - Die Rotkreuzbaronin - Film - Dokumentation
Als Reaktion auf die schrecklichen Zustände und die hohe Sterblichkeit in den Kriegsgefangenenlagern Russlands rief die Zarenfamilie ein halbes Jahr vor dem Ausbruch der Russischen Revolution im Jahr 1917 die sogenannten Schwesternreisen ins Leben. Die Rotkreuzschwestern sollten Missstände beseitigen und die Einhaltung der Haager Landkriegsordnung überwachen. Eine von ihnen war die aus Böhmen stammende 27-jährige Gräfin Nora Kinsky.
90 Jahre später, zum Jahrestag der Russischen Revolution 2007, folgte Nora Kinskys Großnichte, die Autorin und Filmemacherin Monika Czernin, ihren Spuren quer durch Russland. Die Dokumentation „Die Gräfin und die Russische Revolution“ erzählt die Geschichte der mutigen Adeligen, die als Augenzeugin das Elend der Gefangenenlager und das Chaos und die Schrecken der Russischen Revolution miterlebte, einem der zentralen Ereignisse des 20. Jahrhunderts.
Stalin - Der rote Gott - Im Fokus: Russland - Kreuz & Quer
16:15 Uhr, 3sat (60 Minuten)
Film - Dokumentation
Weckt die tiefgreifende soziale und geistige Krise in der Sowjetunion die Sehnsucht vieler Russen nach einer Führerfigur wie dem „göttlichen Stalin“? Der blutige Terror scheint weitgehend aus dem Gedächtnis der Menschen verdrängt worden zu sein. Die Politik des Kommunismus war jahrzehntelang eine Ideologie, die für ein Sechstel der Menschheit bindend war. Das Russland der postkommunistischen Reformen enttäuscht die Hoffnungen und Erwartungen vieler Menschen.
Die Dokumentation „Stalin - Der rote Gott“ rekonstruiert den Mythos um die Macht Stalins und zeigt, dass politische Systeme wie der Stalinismus in pseudoreligiöse Formen kippen können.
Russland hat die Wahl - Schwerpunkt: Russische Schicksale - Themenabend
20:15 Uhr, arte (80 Minuten)
Film
Am 4. März 2012 wählt Russland seinen Präsidenten. Auch Putin kandidiert erneut für das Amt. ARTE zeichnet ein scharfes Porträt des „neuen alten“ Präsidentschaftskandidaten mit dem Dokumentarfilm „Being … Putin“ von Karl Zero und Michel Royer und reflektiert die Lage des Landes in der zweiten Ausgabe der Dokumentations-Reihe „I Love Democracy - Russland“.
Am 4. März 2012 wählen Russinnen und Russen ihren Präsidenten. Derzeitige Ministerpräsident Wladimir Putin kandidiert erneut für das Amt, das er bereits für zwei Wahlperioden von 2000 bis 2008 innehatte. Anschließend löste ihn Dmitri Anatoljewitsch Medwedew ab, der nun von Putin das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen soll. Der ARTE-Themenabend porträtiert den „neuen alten“ Präsidentschaftskandidaten Putin und reflektiert die politische Lage des größten Landes der Erde.
Neben „Being … Putin“ von den beiden Franzosen Karl Zero und Michel Royer, die sich inzwischen mit ihren unautorisierten Biografien „Being W“ über George W. Bush und „In der Haut von Jacques Chirac“ über Frankreich hinaus einen Namen gemacht haben, steht „I Love Democracy - Russland“ auf dem Programm. Darin analysieren die Filmemacher Hérade Feist und Mathieu Pansard den Stand der aktuellen Protestbewegung in Russland. Die hat nach den anscheinend manipulierten Parlamentswahlen vom 4. Dezember 2011 rasend schnell an Anhängern gewonnen.
I Love Democracy: Russland - Erstausstrahlung - Russland hat die Wahl
20:15 Uhr, arte (80 Minuten)
Dokumentarfilm
Wer hätte noch vor wenigen Monaten gewagt, Zehntausende Demonstranten in den Straßen von Moskau vorauszusagen? Ein absolutes Novum unter Putin. Doch überrascht eher nur das Ausmaß, nicht die Tatsache des Protestes überhaupt. Denn die Angehörigen der neuen russischen Mittelschicht, die die Zwänge und Entbehrungen der Sowjetzeit nicht mehr kennen und auch die Instabilität der Perestroika-Jahre nicht bewusst erlebt haben, fordern nun Demokratie und sind bereit, für sie zu kämpfen. Und nach dem Betrugsverdacht bei den letzten Parlamentswahlen im Dezember 2011 wird die Kritik am Putin-Regime massiv auf die Straße getragen.
Diesen Prozess beleuchtet der Dokumentarfilm. Und er untersucht gleichzeitig die Zukunftsaussichten der Demokratiebewegung in Russland.
Nach Tunesien geht es im zweiten Dokumentarfilm unter dem Titel „I Love Democracy“ um Russland. Dort scheint der arabische Frühling Nacheiferer zu finden. Die Protestbewegung gegen den Betrug bei den Parlamentswahlen vom 4. Dezember 2011 zugunsten der Regierungspartei überraschte durch ihr Ausmaß, war aber voraussehbar. Denn seit einiger Zeit ließ sich die Formierung einer russischen Zivilgesellschaft beobachten. Überall in Russland wurden die Protestbewegungen zahlreicher und die Blogs kritischer. Diese Aktivisten haben den Großdemonstrationen vom Dezember den Weg bereitet. Doch führen diese zum Ende der Putin-Ära?
In Form eines Reisetagebuchs folgt der Dokumentarfilm der Route der Transsibirischen Eisenbahn von Wladiwostok über Chabarowsk, Irkutsk und Nowosibirsk nach Moskau. In den Tagen der Parlamentswahlen gedreht, zeichnet er die Porträts von Russinnen und Russen, die sich gegen die Machthaber auflehnen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Es sind wütende Autofahrer, Mütter, die mehr Kinderkrippenplätze fordern, Blogger, die gegen die Korruption anschreiben, Umweltschützer, die den Baikal-See vor dem ökologischen Kollaps retten wollen. Mit ihren im Internet zirkulierenden Aktionen verbreiten sie Aufbruchstimmung in der russischen Gesellschaft.
Die meisten derjenigen, die heute für mehr Demokratie auf die Straße gehen, gehören der Mittelschicht an. Deren Lebensstandard ist zwar in den letzten Jahren gestiegen, jetzt aber will sie auch mehr Demokratie. Die Speerspitze des Protests bilden Russen und Russinnen, die noch keine 30 Jahre alt sind. Sie haben die UdSSR nicht mehr erlebt und im Gegensatz zu ihren Eltern keine Erinnerungen an die instabilen Perestroika-Jahre. Es ist die Internet-Generation, die ins Ausland reist und deren Forderung „Demokratie 2.0“ lautet.
Der Dokumentarfilm erklärt, warum es zur Explosion kam und untersucht die Frage der Zukunft dieser Bewegung. Ist diese ausreichend strukturiert, geeint und reif genug, um eine glaubwürdige Alternative zu Putin zu bieten?
Ost-Legenden - Erstausstrahlung
20:15 Uhr, rbb (45 Minuten)
Gojko Mitic - Film
Die Dokumentation erzählt das Leben des wohl bekanntesten Gesichts der DEFA, Gojko Mitic, als ein Stück Zeitgeschichte: die Kindheit in Serbien, die Erfolgsjahre in der DDR, die Nachwendezeit, als Gojko Mitic - wie er heute sagt - zunächst die „ewigen Jagdgründe“ drohten und er dann in Bad Segeberg, an verschiedenen Theatern und in etlichen Filmen wieder die großen Rollen spielen durfte.
Sie nannten ihn im Westen den „Winnetou des Ostens“, im Osten hieß er „Chefindianer der DEFA“. Den ersten ostdeutschen Indianerfilm „Die Söhne der großen Bärin“ sahen allein 11 Millionen Zuschauer. Er entstand im Jahr 1965, als gleichzeitig viele zeitkritische Gegenwartsstoffe abgesetzt wurden. Das Kino lieferte dem Publikum einen Hauch von „weiter Welt“. Gojko Mitic wurde in der DDR ein Superstar.
Entdeckt hatten den serbischen Sportstudenten die westdeutschen Filmproduzenten Arthur Brauner und Horst Wendlandt. Sie besetzten ihn in den Karl-May-Verfilmungen. Im Abspann stand sein Name - weit hinter Pierre Brice, Lex Barker und Klaus Kinski - noch eingedeutscht: Georg Mitic.
Miti? wuchs in einer Bauernfamilie in dem kleinen serbischen Ort Strojkovce auf, 250 Kilometer südlich von Belgrad. Sein Vater kämpfte bei den Partisanen gegen die Nazis. Seine Großmutter wurde die wichtigste Bezugsperson für den Jungen. Nach ihrem Wunsch sollte er eigentlich Arzt werden, damit sie immer einen Doktor im Haus hätte. Doch er studierte Sport in Belgrad und verdiente sich ein wenig Geld mit Stunts im internationalen Film. Dass er später immer nur die Hauptrollen, den Häuptling spielen würde, war damals für ihn undenkbar. Die Dokumentation von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich erzählt das Leben des wohl bekanntesten Gesichts der DEFA als ein Stück Zeitgeschichte: die Kindheit in Serbien, die Erfolgsjahre in der DDR, die Nachwendezeit, als Gojko Mitic - wie er heute sagt - zunächst die „ewigen Jagdgründe“ drohten und er dann in Bad Segeberg, an verschiedenen Theatern und in etlichen Filmen wieder die großen Rollen spielen durfte.
Gojko Mitic, heute über 70, reitet immer noch, steht vor der Kamera, und er reist als ehemaliger „Berufsindianer“ der DEFA in den echten Wilden Westen, um die Hochachtung der Sioux oder der Blackfeet zu erleben, deren Leben er seinerzeit im Kino gezeigt hat.
Being … Putin - Schwerpunkt: Russische Schicksale - Erstausstrahlung - Russland hat die Wahl
21:35 Uhr, arte (95 Minuten)
Dokumentarfilm
Kalt, unergründlich, bewusst farblos - Wladimir Putin ist für viele eine Sphinx. Seine fixe Idee ist es, die Kontinuität eines starken Staates zu erzwingen. Er träumt vom Wiederaufleben einer großrussischen Hegemonialmacht, die ihre Wurzeln sowohl im Zarismus als auch im Sowjetregime hat.
Putin ist mit dem Kreml verwachsen, unabhängig von Funktion oder gar Verfassungstreue, und das wohl noch auf längere Sicht. Daher war die Zeit reif für ein tiefgründiges und ungeschminktes Putin-Porträt. Denn seltsamerweise ist Wladimir Putin der zugleich bekannteste und unbekannteste Politiker der Welt.
Wladimir Putin wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Leningrad auf. Mit 15 Jahren beschloss er, Geheimagent zu werden und ging als 23-Jähriger zum KGB. KGB-Chef Andropow, der später Breschnew an die Spitze von Partei und Staat folgte, war Putins Vorbild und Gönner. Er vertraute dem jungen Offizier die Leitung der prestigereichen Außenaufklärung an. 1985 kam Putin in die DDR. Ohnmächtig erlebte er dort den Zusammenbruch des Regimes - die Generalprobe für das Schicksal der UdSSR ein Jahr später. Zurück in Leningrad wurde er stellvertretender Leiter der Staatsuniversität.
Um sich eine weiße Weste zu verschaffen, kündigte er offiziell beim KGB und betrat an der Seite des Demokraten Anatoli Sobtschak - Bürgermeister von Leningrad - die politische Bühne als dessen erster Stellvertreter. 1996 holte ihn Anatoli Tschubajs, der die stark bröckelnde Jelzin-Administration leitete, in die Kremlverwaltung. Tatsächlich wirkte der nüchterne ehemalige Geheimdienstler Putin im eher alkoholisierten Umfeld des Kreml wahre Wunder. Insbesondere bewahrte er den neuen Zar und seinen Hofstaat vor so manchem Skandal. Zum Dank ernannte ihn Jelzin zum Chef der KGB-Nachfolgeorganisation FSB. Im August 1999 wurde Putin unter Jelzin Ministerpräsident und im März 2000 im ersten Wahlgang zum Präsidenten Russlands gewählt. Er nahm sofort sämtliche Hebel der Macht in die Hand. Demokratie gibt es für den Technokraten nur auf dem Papier. Die von Jelzin mit heißer Nadel gestrickten Reformen hatten das Land zutiefst destabilisiert. Korruption war an der Tagesordnung. Aber das Schlimmste für Putin war die Tatsache, dass die Gelder aus der Rohstoffgewinnung, der Haupteinkommensquelle der Föderation, durch dunkle Kanäle flossen, ohne dass der Staat davon profitierte. Putins Garde im Kreml bestand aus ehemaligen KGB- und FSB-Mitgliedern. Ungehindert ließ er die russischen Fernsehsender überwachen. Er brachte die Opposition zum Schweigen und erklärte den zu schnell reich gewordenen Oligarchen den Kampf. Seine patriotische Rhetorik und das radikale Durchgreifen kamen beim Volk gut an.
Auch der Westen reagierte nur schwach - vor allem als sich Putin nach den Terroranschlägen vom 11. September entschieden zur „Achse des Guten“ bekannte. Da die tschetschenischen Unabhängigkeitskämpfer für George W. Bush den bewaffneten Arm von Al Qaida im Osten verkörperten, ließ sich der amerikanische Präsident zu der begeisterten Aussage verleiten, er habe in Wladimir Putins Seele geschaut … was genau er dort gesehen hat, ist jedoch bis heute unklar.
Und was ist seither passiert? Wie steht es mit der Demokratie? Chodorowski, der ehemalige Jukos-Chef, schmachtet in seiner Gefängniszelle, der Unternehmer Beresowski lebt im Exil, die Journalistin Anna Politkowskaja wurde ermordet, die putintreue Naschi-Jugendbewegung stört Demonstrationen des „Anderen Russlands“, und Medwedew spielte bis zur Neuwahl Putins den Strohmann im Amt des Präsidenten. So sieht Putins „gesteuerte Demokratie“ aus, dieses seltsame, euphemistische Konzept, mit dem er seine neue Regierungsführung beschreibt.
In „Being … Putin“ kommt natürlich Putin „selbst“ zu Wort, als Meister der unaufrichtigen Selbstrechtfertigung. Wie er sich selbst entlarvt, mag manche zum Schmunzeln bringen, lässt einem jedoch angesichts solcher Dreistigkeit das Blut in den Adern stocken.
92 Quadratmeter Russland - Im Fokus: Russland
22:25 Uhr, 3sat (60 Minuten)
Eine Kommunalka in St. Petersburg - Film - Dokumentation
Viel haben die insgesamt sieben Bewohner der Kommunalka in einem abbruchreifen Hinterhaus am Newa-Ufer des ehemaligen Leningrad nicht gemein. Doch der Wunsch, diese staatlich verordnete Wohnform so schnell wie möglich zu verlassen, eint sie alle. Die Chancen indes stehen schlecht. Dies gilt insbesondere für die betagten Bewohnerinnen der Zwangsgemeinschaft wie Nina, die ihre mehr als karge Rente mit dem Falten von Teebeutelkartons aufbessert - für sechs Euro am Tag. Alles, was in der maroden, hellhörigen Behausung an Reparaturen anfällt, nehmen die Frauen selbst in die Hand - auf ihre Männer können sie schon längst nicht mehr zählen.
Die Dokumentation „92 Quadratmeter Russland“ ist ein lakonisch-eindringliches Porträt von vier Frauen, die trotz aller Schwierigkeiten das Lachen und die Zuversicht nicht verloren haben.
Mittwoch, 29. Februar
1917 - Deutsches Geld für Russlands Revolution - Im Fokus: Russland - ZDF-History
13:15 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Dokumentation
Im Frühjahr 1917 kehrte Lenin aus dem Schweizer Exil nach St. Petersburg zurück und setzte sich an die Spitze der russischen Revolution. Möglich wurde die folgenschwere Rückkehr nur durch die diskrete Unterstützung des deutschen Kaiserreichs. Die Transitgenehmigung für Lenins versiegelten Waggon quer durch Deutschland sollte den Zusammenbruch des zaristischen Russlands und damit zumindest einen deutschen Sieg an der Ostfront des Ersten Weltkriegs herbeiführen. Mit milliardenschweren Finanzhilfen für die Rote Armee sorgte der deutsche Geheimdienst in den folgenden Monaten dafür, dass der riskante Plan aufging. Lenin bedankte sich auf seine Weise: Öffentlich räumte er ein, dass seine Bolschewiki mit deutschem Geld gesiegt hätten. Die anstehende Revolution in Deutschland aber, so Lenin, werde im Gegenzug „mit russischem Geld“ finanziert. Schlüsselfigur der folgenschweren „Kriegslist“ des Kaiserreichs war Israil Lazarewitsch Helphand, ein Veteran der russischen Opposition, der sich selbst Dr. Parvus nannte.
Die Dokumentation „1917 - Deutsches Geld für Russlands Revolution“ rekonstruiert die bis heute mysteriöse Rolle des Dr. Parvus und zeigt das Ausmaß der deutschen Unterstützung für die Bolschewiki.
Im Anschluss, ab 14.00 Uhr, folgen als weitere Beiträge der Themenwoche „Im Fokus: Russland“ die dreiteilige Dokumentation „Die Eroberung Sibiriens“, die zweiteilige Dokumentation „Kreml, Kaviar und Milliarden“ und die Dokumentation „Moskau - Meine Liebe“. Ab 20.15 Uhr folgen die Dokumentationen „Kunst statt Rolex?“ und „St. Petersburg im Herzen“. Und um 22.25 Uhr ermittelt „Bella Block“ in St. Petersburg. 3sat setzt die Themenwoche am Donnerstag, 1. März, 13.15 Uhr, mit der zweiteiligen Dokumentation „Russland - eine Winterreise“ fort.
Kreml, Kaviar und Milliarden - Im Fokus: Russland
16:15 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Russlands neue Zaren - Film -Dokumentation (Folge 1 von 2)
Moskau bleibt selbst in Krisenzeiten das Mekka der neuen Zaren. Russlands Milliardäre haben
sich in exklusiven, schwer bewachten Wohnparks eingerichtet und lassen Nacht für Nacht in
Privatklubs die Puppen tanzen. Die Bälle, die sie veranstalten, erinnern an den dekadenten
Prunk der Zarenzeit. Wer sind die Herren in ihren Maybach-Limousinen?
Gero von Boehm gelangen intime Einblicke ins Gesellschaftsleben reicher Russen. Erster Teil.
Den zweiten Teil von „Kreml, Kaviar und Milliarden“ zeigt 3sat im Anschluss, um 17.00 Uhr.
Kreml, Kaviar und Milliarden - Im Fokus: Russland
17:00 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Russlands neue Zaren - Film -Dokumentation (Folge 2 von 2)
Keine Krise ohne Kaviar: Russlands neue Zaren lieben das Feiern, ihr Land und vor allem Moskau. Längst haben sie aber auch andere Metropolen entdeckt und spielen in der Liga der Superreichen eine Hauptrolle. Britische Fußballclubs und Schlösser stehen ebenso auf der Einkaufsliste der russischen Tycoone wie mitteleuropäische Traditionsunternehmen.
Gero von Boehm zeigt, wie die neue russische Elite lebt. Zweiter Teil.
Kunst statt Rolex? - Im Fokus: Russland
20:15 Uhr, 3sat (55 Minuten)
Russlands Superreiche als Sammler und Mäzene - Film -Dokumentation
Rolex war gestern. Die neue Preziose der russischen Milliardäre und Neureichen heißt „Kunst“. Ganze Kollektionen gehen inzwischen bei den europäischen Auktionshäusern zu Spitzenpreisen über den Tisch - und wandern nach Russland. Dort schmücken sie die luxuriösen Villen ihrer neuen Eigentümer, die aber auch Stiftungen einrichten und manchmal ganze Museen finanzieren, um sich den Nimbus eines neuen Kulturadels zu geben. Die russischen Sammler kaufen zwar auch Werke der europäischen Kunstgeschichte und der Moderne, vor allem aber gilt: Russen kaufen Russen. Sie knüpfen damit an eine vorrevolutionäre Tradition an, als Privatmäzene die künstlerische Tradition und Avantgarde ihres eigenen Landes förderten, finanzierten und sammelten. Heute, wo Russlands öffentliche Gelder im Kulturbereich immer mehr schrumpfen, wird dieses milliardenschwere Engagement zunehmend wichtiger. Wo das staatliche Engagement für Kultur zurückgeht, fällt der Glanz umso heller auf die großzügigen Spender.
Die Dokumentation „Kunst statt Rolex?“ stellt russische Kunstsammler vor. Darunter der schwerreiche Bauunternehmer Wladimir Seminichin, der zwischen seinen Wohnsitzen Moskau und Monaco pendelt, Igor Markin, der sein Millionenvermögen mit Kühlschränken und Fensterrahmen gemacht hat, und Pjotr Awen, der einflussreiche Präsident der größten Privatbank Russlands und selbst milliardenschwer, der seine kostbare Gemäldesammlung nur ausgewählten Gästen sowie im Ausland zeigt, sowie der Oligarch Wiktor Wekselberg, der nicht nur eine geradezu legendäre Kunstsammlung besitzt, sondern auch für sagenhafte 120 Millionen Dollar die einmalige Sammlung von Fabergé-Eiern der Zarenfamilie gekauft hat. Sie alle geben ebenso freimütig wie stolz Auskunft über die Motive ihrer Sammlertätigkeit. Worüber sie nicht sprechen: Welch brisante politische Hintergründe ihr Kunstengagement oft hat. Davon aber berichtet die Soziologin und Publizistin Olga Kryschtanowskaja.
St. Petersburg im Herzen - Im Fokus: Russland - Erstausstrahlung
21:10 Uhr, 3sat (50 Minuten)
Film - Dokumentation
St. Petersburg ist das alte und auch neue Fenster Russlands nach Europa. Eine Stadt, die an die Zeiten vor der Sozialistischen Oktoberrevolution leichter anknüpfen kann als andere russische Städte - so sichtbar sind dort noch die Spuren der zaristischen Gesellschaft, so unabweisbar das Erbe der Vergangenheit. Dennoch lässt auch dort, 21 Jahre nach ihrem Ende, die alte Sowjetunion grüßen - gleich am Bahnhof, wie für die Ewigkeit gemacht, steht immer noch eine große Lenin-Statue, in Stein gehauen. Oft sagen die Petersburger auch noch „Leningrad“ - so hieß die Stadt in 70 Jahren Sowjetzeit.
Die Dokumentation „St. Petersburg im Herzen“ stellt die russische Metropole vor. Die Tour beginnt am frühen Morgen, als ein Schornsteinfeger seine erste Runde über die Dächer der Stadt macht, und endet in einer der berühmten „Weißen Nächte“ des kurzen St. Petersburger Sommers mit Feuerwerk und dem Öffnen der Brücken. Musiker, eine Primaballerina, ein Hotelbesitzer, ein Juwelier, ein Künstler, ein Barbesitzer, ein Bewohner einer typisch
Petersburger Kommunalka - eine Wohnung, in der mehrere Parteien in je einem Zimmer wohnen und sich Küche und Bad teilen - zeigen „ihre“ Stadt - Straßen, Häuser, Plätze, Friedhöfe und die Newa, an deren Mündung in die Ostsee St.Petersburg durch Zar Peter I. erbaut wurde. Außerdem stehen ein Besuch der ehemaligen Wohnungen von Alexander Puschkin, der Dichterin Anna Achmatowa und Fjodor Dostojewskis auf dem Programm.
Ich, Putin - Ein Porträt - Russlands Wahl - Putins Poker
23:35 Uhr, MDR (75 Minuten)
Film
Er ist der wichtigste Mann Russlands. Zweimal war er bereits Präsident, zweimal Ministerpräsident des größten Landes der Erde. Und jetzt kandidiert er zum 3. Mal für das höchste Amt des Staates. „Ich muss so sein, wie es mein Volk von mir verlangt“, sagt der bald 60-jährige Politiker in der Dokumentation „Ich, Putin - Ein Porträt“. Der mehrfach preisgekrönte Fernsehautor Hubert Seipel begleitete Wladimir Putin über Wochen in Russland. Er führte mehrere Interviews mit dem russischen Ministerpräsidenten - auch über die Gründe der skeptischen Haltung westlicher Politiker ihm gegenüber. Für Putin nur eine Fortsetzung des Kalten Krieges: „Es ist die Angst vor unserer Größe und vor unseren Atomwaffen, aber das ist altes Denken“. Seipel war nicht nur dann dabei, wenn Putin beim Judo Gegner schultert oder seine Leibwächter beim Eishockeyspielen herausfordert. Er beobachtete einen der mächtigsten Politiker der Welt in seinem wohl schwierigsten Wahlkampf.
Denn sein Volk verlangt offenbar zunehmend weniger nach Wladimir Wladimirowitsch Putin aus Petersburg, als dieser wahr haben will. Offenkundige Fälschungen bei der letzten Parlamentswahl im vergangenen Dezember und die massive Korruption im Lande treiben erstmals tausende von Putin-Gegner auf die Straßen. Es ist der Anfang einer politischen Auseinandersetzung um das, was in einer russischen Zivil-Gesellschaft in Zukunft geht - und was nicht.
Wer ist der Mann, der Russland wie kaum ein anderer nach dem Fall der Sowjetunion seinen Stempel aufdrückte? Wie reagiert der ehemalige KGB-Agent, der in den achtziger Jahren in der einstigen DDR stationiert war und später in Moskau innerhalb von nur vier Jahren vom gehobenen Sachbearbeiter erst zum Geheimdienstchef, dann zum Ministerpräsident und schließlich zum Präsidenten aufstieg, auf die neue Herausforderung? Der Mann, „der ein Spezialist für den Umgang mit Menschen ist“, wie ihn sein Jugendfreund Sergej Rodulgin beschreibt. Der jahrzehntelang in voller Härte gegen das abtrünnige Tschetschenien einen blutigen Krieg führen ließ, um „den Zerfall Russlands in ein zweites Jugoslawien zu verhindern“, wie Putin argumentiert. Und der mit seinem autoritären Stil den Rohstoff-Giganten Russland nach den Wirren der Jelzin-Jahre zu einem verhältnismäßig stabilen Land mit steigendem Wohlstand gemacht hat.
„Putin steht noch mit einem Bein in der alten Sowjetunion und mit dem anderen in der Neuzeit“, kritisiert der amerikanische Präsident Barack Obama den russischen Ministerpräsidenten. Für Putins Freund Alexei Kudrin, den langjährigen Finanzminister und Weggefährten, entwickelt sich derzeit eine neue politische Konkurrenz, die sich nicht mehr mit mangelnder Transparenz und fehlenden demokratischen Prinzipien abspeisen lässt. Die Menschen vergleichen nicht mehr mit dem, was früher war, sondern mit dem, was heute sein soll. Seipel interviewte neben Wladimir Putin auch Weggefährten und Oppositionelle. Einigkeit herrscht in einem Punkt: Der Machtmensch Putin ahnt, dass er so nicht mehr weiterregieren kann. Nur wie weit er die Zügel lockern muss, um politisch zu überleben, weiß er noch nicht.
Der MDR sendet die Co-Produktion von NDR, MDR, RBB und Servus TV am 29. Februar - drei Tage vor der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahl.
Donnerstag, 1. März
Ein Artikel zu viel - Russlands Wahl - Putins Poker
00:50 Uhr, MDR (85 Minuten)
Die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja - Film
„Ja, es ist ein Wunder, dass ich noch da bin. Etwas muss mich auf der Erde zurückhalten.“ (Anna Politkowskaja im März 2004)
Am 7. Oktober 2006, dem Geburtstag von Vladimir Putin, wird die russische Journalistin Anna Politkowskaja in Moskau erschossen. Ihr Tod ist ein Drama für ihre Familie. Aber er ist zugleich ein politischer Akt. Und zusammen mit der Vorgeschichte dazu geeignet, eine Bilanz der Ära der Präsidentschaft Putins zu ziehen. Diese ging Anfang März 2008 zu Ende, als die Wahl eines Nachfolgers erfolgt. „Ein Artikel zu viel“ zeichnet anhand exklusiver Archivaufnahmen und ebensolcher neuer Kontakte und Sequenzen den persönlichen und politischen Weg der Anna Politkowskaja nach. Und der Film fasst auch den neusten Stand der Ermittlungen zusammen, von offizieller wie von oppositioneller Seite. Der Film hat die einzigartige Möglichkeit, eine intime Nähe zur Protagonistin herzustellen. Und bietet zugleich einen politischen Abriss Russlands zum Ende der Amtszeit Putins.
Der Regisseur Eric Bergkraut verfügt durch seinen Vorgängerfilm „Coca“ (Uraufführung 2005 bei der „Berlinale“, rund ein Dutzend internationaler Preise), in dem Anna Politkowskaja eine Schlüsselfigur spielte, über drei bis vier Stunden exklusives Drehmaterial. Es zeigt die Journalistin sowohl privat als auch auf der Bühne, in Moskau wie in Genf. Ein einzigartiger Schatz, denn Anna Politkowskaja war ein reservierter Mensch. Dazu kommen die Bilder der Überwachungskameras vom 7. Oktober - aus dem Supermarkt wie vor Annas Haus. Ergänzt werden diese Sequenzen durch Interviews mit Weggefährten, wie z.B. dem ehemaligen Schachweltmeister Kasparov, durch Statements der offiziellen Untersuchungsorgane - sowie durch intime Aussagen von Familienmitgliedern. Der Zuschauer wird die Bilder vom Mord nach einer Stunde anders sehen, weil er ein Stück russischer Gegenwart verstanden hat. Durch die Bekanntschaft mit dieser konsequenten, aber auch sanften Frau.
Plitvice - Land der fallenden Seen - Universum
04:15 Uhr, 3sat (50 Minuten)
Film - Dokumentation
16 Seen, in spektakulären Terrassen angeordnet, durch unzählige Wasserfälle und Stromschnellen verbunden, bilden die „fallenden Seen“ von Plitvice in Kroatien, dem ersten Nationalpark Europas. Die Seen verdanken ihre Existenz einem faszinierenden biologischen Phänomen: Das stark mit Kalk angereicherte Karstwasser aus dem Dinarischen Gebirge lagert sich an Moosen an, Pflanzen und Kalk bilden ein spezielles Gestein - Travertin. In Plitvice verwandelt sich Wasser zu Stein, es wird daher auch „Das Land, wo die Steine wachsen“ genannt. Zwischen einem und drei Zentimeter pro Jahr wachsen die Travertin-Terrassen und schaffen ständig neue Becken und Barrieren, Wasserstürze und Kaskaden. Daran, dass Plitvice während des Balkankriegs Kampfgebiet war, erinnert heute nur noch wenig: In den riesigen Buchenwäldern finden sich neben der größten Braunbären-Populationen Europas auch Wölfe und Luchse, im Wasser tummeln sich Sumpfschildkröten.
„Plitvice - Land der fallenden Seen“ stellt die Seenlandschaft in Kroatien vor.
Wilder Balkan - Universum
05:05 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Film - Dokumentation
Tiefe Schluchten, weite Sümpfe, dichte Wälder - der Südosten Europas ist noch wild und ursprünglich. Jahrtausende hindurch prägten Kriege den Balkan. Die gewalttätige Geschichte verstellte lange den Blick auf den wahren Schatz dieser Gegend: die Landschaft. In der steinernen Wildnis der „Schwarzen Berge“ in Montenegro befinden sich einige der letzten Urwälder Europas. Dort hat die Tara eine 1.300 Meter tiefe Schlucht ins Durmitor-Gebirge gegraben, nach dem Grand Canyon die zweitgrößte Schlucht der Welt. An der Mündung der Drau in die Donau liegt das Kopacki Rit, eines der weitläufigsten Sumpfgebiete Europas. Im Grenzgebiet zwischen Mazedonien und Griechenland befindet sich die gebirgige Hochebene Tikves, die Lebensraum für die seltenen Gänsegeier bietet. Das Gebiet zwischen Montenegro und Albanien mit dem Skuteri See ist einer der letzten Süßwassersümpfe im Mittelmeerraum.
Die Dokumentation „Wilder Balkan“ stellt eine Region der extremen Gegensätze vor.
Russland - eine Winterreise - Im Fokus: Russland
13:15 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Schätze im ewigen Eis - Film - Dokumentation (Folge 1 von 2)
Winter ist hier keine Jahreszeit, sondern ein Dauerzustand. Minus 56 Grad Celsius, vier Monate Polarnacht, 38 Stunden Zugfahrt bis nach Moskau: Das ist Inta, eine Stadt im äußersten Norden des europäischen Russlands. Ganz unterschiedliche Bewohner treffen dort aufeinander. Zum einen sind da die traditionellen Bergarbeiterfamilien, die einst im Zuge des Gulags in dieser unwirtlichen Gegend zwangsangesiedelt wurden, dann zu bescheidenem Wohlstand gelangten, und nun, seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, vor dem wirtschaftlichen Aus stehen. Zum anderen leben dort die Tundra-Nomaden, hin- und hergerissen zwischen traditioneller Rentierzucht und den „Errungenschaften“ der Moderne.
Die erste Folge der zweiteiligen Dokumentation „Russland - eine Winterreise“ begleitet zwei Brüder, der eine Grubenarbeiter, der andere Jäger, über den langen und harten Winter in dieser atemberaubend schönen Landschaft. Er zeigt sie bei ihrer Arbeit, und bei der Pflege ihrer Traditionen - vom Eisfigurenbau bis zur Maskenitza, dem Fest der Winteraustreibung.
Den zweiten Teil von „Russland - eine Winterreise“ zeigt 3sat im Anschluss um 14.00 Uhr. Ab 14.45 Uhr setzt 3sat die Themenwoche „Im Fokus: Russland“ mit der zweiteiligen Dokumentation „Russlands eisige Trasse“ fort. Ab 16.15 Uhr folgt die dreiteilige Dokumentation „Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei“. Um 22.25 Uhr folgt der russische Spielfilm „Verrückte Rettung“. 3sat setzt die Themenwoche am Freitag, 2. März, ab 20.15 Uhr mit der Dokumentation „Moskau lässt die Puppen tanzen“ fort.
Russland - eine Winterreise - Im Fokus: Russland
14:00 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Sibiriens goldene Träume - Film - Dokumentation (Folge 2 von 2)
Zwei alte Männer kehren den Schnee um den Obelisken weg. Es ist Freitag. Gleich wird Trubel einkehren in die frostige Idylle. Freitags kommen die frisch vermählten Brautpaare nach Perwouralsk zu dem alten Denkmal mitten in einem Birkenwald im Ural: die Grenze zwischen Europa und Asien. Es dauert nicht lange, bis die erste festlich geschmückte Wolga-Limousine heranrauscht. Höchstens 18 Jahre ist die Braut alt, fröhlich, aber fröstelnd steigt sie aus in ihrem weißen luftigen Kleid. Es sind minus 17 Grad, und mit ihrem ebenso jungen Bräutigam eilt sie hinauf zum Denkmal. Wo das Leben besser sei, in Asien oder in Europa? „Überall dort, wo wir nicht sind“, lautet die selbstironische Antwort. Schallendes Gelächter.
Die zweite Folge der Dokumentation „Russland - eine Winterreise“ führt vom Ural bis an die chinesische Grenze, unterwegs auf meterdick zugefrorenen Flüssen, und stellt Menschen vor, die Eis, Schnee und bitterer Kälte trotzen und - oft genug selbst bitterarm - nach den Reichtümern der sibirischen Einsamkeit suchen.
Russlands eisige Trasse - Im Fokus: Russland (Folge 1 von 2)
14:45 Uhr, 3sat (45 Minuten)
10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen - Business, Buddhisten und Baikal-Taucher
Sie ist 10.000 Kilometer lang und erst halb fertig: Russlands einzige Straße von Wladiwostok bis zur Metropole Moskau. Die Reise auf der Transkontinentalen birgt viele Schwierigkeiten und Überraschungen - zumal im Winter, bei Temperaturen bis zu minus 40 Grad.
Die zweiteilige Reportage „Russlands eisige Trasse“ stellt Menschen vor, für die die Reise auf der Transkontinentalen Alltag ist. In der ersten Folge begegnet Britta Hilpert unter anderen Sascha und Aljona Sergejew. Die Eheleute bringen im Schnitt einmal im Monat die halbe und wildeste Strecke der Straße hinter sich. Sie kaufen in Wladiwostok billig gebrauchte Autos aus dem nahen Japan. Dann fahren sie nach Krasnojarsk, wo sie die Autos teurer verkaufen. Mit an Bord der rund einwöchigen Fahrt ist die Angst vor Banditen, Unfällen und Schlaglöchern.
Die zweite Folge von „Russlands eisige Trasse“ sendet 3sat im Anschluss um 15.30 Uhr.
Russlands eisige Trasse - Im Fokus: Russland (Folge 2 von 2)
15:30 Uhr, 3sat (45 Minuten)
10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen - Halunken, Helden und Hasardeure
Von Kemerowo führt eine 5.000 Kilometer lange Straße in Richtung Westen nach Moskau. Die Reise ist gefährlich. Die Straßenverhältnisse sind meistens schlecht, obwohl Russland in seinen Petrodollars schwimmt und viel investieren könnte. Aber Bauarbeiten ziehen sich über Jahre hin - wie bei der Autobahnbrücke über den Fluss Ob bei Nowosibirsk, an der seit zehn Jahren gebaut wird.
Die zweiteilige Reportage „Russlands eisige Trasse“ stellt Menschen vor, für die die Reise auf der Transkontinentalen Alltag ist. Teil zwei begleitet unter anderen den Fernfahrer Pawel auf seiner 1.700 Kilometer langen Fahrt von Omsk nach Nishnewartowsk.
Sibiriens Schicksalsstrom - Im Fokus: Russland
16:15 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Der Jenissei - Vom Paradies in die Hölle - Film -Dokumentation (Folge 1 von 3)
Im mythenreichen Sibirien kommt ihm die Rolle eines Königs zu: Gespeist von zwei Quellflüssen beginnt der Jenissei seinen Lauf an der mongolischen Grenze in der geografischen Mitte Asiens. Er zwängt sich durch bizarre Gebirge, wälzt sich als wasserreichster Fluss Sibiriens majestätisch durch die Mitte des Kontinents und entfaltet in den Ebenen des Nordens, über denen die Sonne monatelang nicht aufgehen mag, seine volle Kraft.
Gleich zweimal hat sich der ehemalige Russlandkorrespondent Dirk Sager für seine Filmtrilogie „Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei“ auf die entbehrungsreiche Reise begeben - einmal im klirrenden Winter und einmal im glühenden Sommer. Nur so konnten er und sein Team das Land und seine Menschen mit all seinen Kontrasten und Widersprüchen ins Bild setzen - mit Aufnahmen des rauschhaften kurzen Sommers und Bildern des frostklirrenden harten Winters. Die erste Etappe der Reise entlang des Jenissei führt vom Quellgebiet durch die Republik Tuwa flussabwärts bis nach Krasnojarsk und den nahe gelegenen geheimen Plutoniumreaktoren mit dem Code-Namen „Krasnojarsk 26“.
Die weiteren zwei Teile von „Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei“ sendet 3sat im Anschluss, ab 17.00 Uhr.
Sibiriens Schicksalsstrom - Im Fokus: Russland
17:00 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Der Jenissei - Die Nachfahren der Verbannten - Film -Dokumentation (Folge 2 von 3)
„Che Guevara“ heißt die letzte Bar vor dem Nordpol. Sie liegt in Krasnojarsk, 2.500 Kilometer vor der Mündung des Jenisseis in das Nordmeer. Wer dorthin kommt, möchte auch während der kurzen Nächte des Sommers nicht schlafen gehen. Im Sommer erfasst die jungen wie die alten Bürger das Glücksgefühl, dem langen und kalten Winter für kurze Zeit entronnen zu sein. Im Sommer wird der Jenissei zur Straße des Lebens, denn was im Sommer nicht flussabwärts gebracht wird, kann im nächsten Winter zu Versorgungsengpässen führen.
Gleich zweimal hat sich der ehemalige Russlandkorrespondent Dirk Sager für seine Filmtrilogie über den Jenissei auf die entbehrungsreiche Reise begeben: einmal im klirrenden Winter und einmal im glühenden Sommer. Die zweite Etappe führt von Krasnojarsk in Richtung Jenisseisk. Die Stadt hat sich den Charme der Pionierzeit erhalten. Schon 1635 erhielt die Siedlung das Stadtrecht und wurde einer der wichtigsten Umschlagsplätze im frühen Sibirien für Gold und Pelze. Zu Stalins Zeiten war sie einer der Orte, in denen Gulag-Häftlinge auf Schiffe verladen wurden, um weiter in den Norden zu den entlegenen Straflagern gebracht zu werden.
Sibiriens Schicksalsstrom - Im Fokus: Russland
17:45 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Der Jenissei - Bis ans Ende der Welt - Film -Dokumentation (Folge 3 von 3)
In Dikson, an der Mündung des Jenisseis in das Nordmeer, hoffen die Menschen auf den Wirtschaftsaufschwung durch Bodenschätze. Doch ihre Kinder lassen sie Englisch lernen, damit ihnen die Welt offen steht. Im Winter, der acht Monate dauert, sind sie in der Einsamkeit von Schnee und Eis eingeschlossen. Im Sommer läuft ein Postdampfer die Dörfer an. Das ist - abgesehen von gelegentlichen Hubschraubertransporten - ihr einziger Kontakt zur Außenwelt. Doch obwohl die Region für Besiedlung kaum geeignet ist, trifft man auf Menschen, die den Widrigkeiten trotzen. Die einzigen Orte, an denen sich der Traum von den sibirischen Schätzen erfüllt hat, sind Norilsk und Dudinka - weit im Norden gelegen. In den Berg- und Hüttenwerken von Norilsk werden kostbare Metalle wie Palladium, Platin, Kobalt und Kupfer gewonnen. Dudinka ist der Hafen am Jenissei, von wo die teure Ware in alle Welt verschifft wird.
Der ehemalige Russlandkorrespondent Dirk Sager hat sich für seine Filmtrilogie „Sibiries Schicksalsstrom: Der Jenissei“ zweimal auf die Reise begeben: einmal im klirrenden Winter und einmal im glühenden Sommer. Die letzte Etappe am Jenissei beginnt in den Siedlungen am Mittellauf des Flusses.
Ich, Putin - Ein Porträt - Erstausstrahlung
22:45 Uhr, rbb (75 Minuten)
Film
Er ist der wichtigste Mann Russlands. Jetzt kandidiert Wladimir Putin zum dritten Mal für das höchste Amt des Staates. Die Dokumentation begleitete Putin über Wochen im Wahlkampf. Fernsehautor Hubert Seipel führte mehrere Interviews mit dem russischen Ministerpräsidenten - auch über die Gründe der skeptischen Haltung westlicher Politiker ihm gegenüber.
Er ist der wichtigste Mann Russlands. Zweimal war er bereits Präsident, zweimal Ministerpräsident des größten Landes der Erde. Und jetzt kandidiert er zum dritten Mal für das höchste Amt des Staates. „Ich muss so sein, wie es mein Volk von mir verlangt“, sagt der bald 60-jährige Politiker. Der mehrfach preisgekrönte Fernsehautor Hubert Seipel begleitete Wladimir Putin über Wochen in Russland. Er führte mehrere Interviews mit dem russischen Ministerpräsidenten - auch über die Gründe der skeptischen Haltung westlicher Politiker ihm gegenüber. Für Putin ist sie nur eine Fortsetzung des Kalten Krieges: „Es ist die Angst vor unserer Größe und vor unseren Atomwaffen, aber das ist altes Denken.“
Seipel beobachtete einen der mächtigsten Politiker der Welt in seinem wohl schwierigsten Wahlkampf. Denn sein Volk verlangt offenbar zunehmend weniger nach Wladimir Putin als dieser wahrhaben will. Offenkundige Fälschungen bei der letzten Parlamentswahl im Dezember und die massive Korruption im Lande treiben Tausende von Putin-Gegnern auf die Straßen. Es ist der Anfang einer politischen Auseinandersetzung um das, was in einer russischen Zivil-Gesellschaft in Zukunft geht - und was nicht.
Wer ist der Mann, der Russland wie kaum ein anderer nach dem Fall der Sowjetunion seinen Stempel aufdrückte? Wie reagiert er auf die neue Herausforderung? Der Mann, der voller Härte gegen das abtrünnige Tschetschenien einen blutigen Krieg führen ließ, um „den Zerfall Russlands in ein zweites Jugoslawien zu verhindern“, wie Putin argumentiert. Und der mit seinem autoritären Stil den Rohstoff-Giganten Russland nach den Wirren der Jelzin-Jahre zu einem verhältnismäßig stabilen Land mit steigendem Wohlstand gemacht hat.
„Putin steht noch mit einem Bein in der alten Sowjetunion und mit dem anderen in der Neuzeit“, kritisiert US-Präsident Barack Obama den russischen Ministerpräsidenten. Für Putins Freund Alexei Kudrin, den langjährigen Finanzminister und Weggefährten, entwickelt sich derzeit eine neue politische Konkurrenz, die sich nicht mehr mit „mangelnder Transparenz und fehlenden demokratischen Prinzipien abspeisen lässt. Die Menschen vergleichen nicht mehr mit dem, was früher war, sondern mit dem, was heute sein soll.“
Seipel interviewte auch Weggefährten und Oppositionelle. Einigkeit herrscht in einem Punkt: Der Machtmensch Putin ahnt, dass er so nicht mehr weiterregieren kann. Nur wie weit er die Zügel lockern muss, um politisch zu überleben, weiß er noch nicht. Die russischen Präsidentschaftswahlen finden am 4. März 2012 statt.
Freitag, 2. März
Kulturzeit extra - Erstausstrahlung
19:20 Uhr, 3sat (40 Minuten)
Russlands Ruf nach Freiheit - Kulturmagazin
Das 3sat-Kulturmagazin von ZDF, ORF, SF und ARD
Das Jahr 2012 könnte für Russland zum Schicksalsjahr, zur Zeitenwende werden. Zehntausende gehen auf die Straße, um für ein Land zu demonstrieren, in dem sie ihre Träume leben können, ein Russland ohne Putin - so ihr Schlachtruf. Der Protest gegen Korruption, Polizeiwillkür und die Privilegien der Mächtigen im Land ist kreativ.
Kurz vor den Duma-Wahlen stellt „Kulturzeit“ in einer monothematischen Sendung die Gesichter der neuen russischen Protestbewegung vor. Darunter Schriftsteller, Blogger und Künstler, die den alten Machteliten nicht mehr glauben und mit aufsehenerregenden Aktionen für mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie eintreten.
Das werktägliche Kulturmagazin mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. „Kulturzeit“ bietet ergänzende Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
Moskau lässt die Puppen tanzen - Im Fokus: Russland
20:15 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Film -Dokumentation
Nirgendwo sonst gibt es mehr Milliardäre als in Moskau, nirgends wird Reichtum provokanter zur Schau gestellt. Es gibt reichlich Klunker oder Kaviar, wenige lupenreine Demokraten, aber viele lupenreine Karat: Moskau vergisst 70 „graue“ Jahre. Endloses Häusermeer, Servicewüste - das war gestern. Heute kann man in Moskau um drei Uhr morgens einkaufen, um vier Uhr dinieren, sich um fünf Uhr die Haare schneiden lassen. Das GUM, früher das staatliche Universal-Kaufhaus, ist heute eine hippe Einkaufspassage: Früher bekam man dort aus dem Textilkombinat „Die Bolschewikin“ graue Sackkleider in Übergrößen, Filzstiefel und Süßigkeiten der Schokoladenfabrik „Roter Oktober“. Inzwischen schweben Moskauerinnen auf atemberaubenden Absätzen durch die Stadt, es haben sich hier Gucci und Pucci, Schweizer Uhrenfirmen und amerikanische Nobelmarken einquartiert. Nicht nur Bonzen schwelgen im Konsumrausch. Auch Durchschnittsverdiener haben Einkaufen als Hobby entdeckt. Unteroffiziere der russischen Armee verdienen sich als Wachleute edler Einkaufspassagen, Nachtklubs oder auf wilden Partys ein Zubrot. Im Mutterland der Emanzipation, der Kosmonautinnen und Ingenieurinnen, Chefärztinnen und Bauarbeiterinnen, sind Frauen wieder Schmuckstücke: Jung und langbeinig schmücken sie kleine, ältere, reiche Männer, die - befragt, womit sie ihr Geld verdienen - nur lakonisch antworten: „Business!“. Dabei wissen Moskowiter aber: Wer Geschäfte machen will, muss sich aus der Politik heraushalten.
Die Dokumentation „Moskau lässt die Puppen tanzen“ stellt die Hauptstadt der Russen vor.
Im Rahmen der 3sat-Themenwoche „Im Fokus: Russland“ folgt im Anschluss, um 21.00 Uhr, das Wirtschaftsmagazin „makro: Chamäleon Russland“. Am Samstag, 3. März, um 20.15 Uhr setzt 3sat die Themenwoche mit Maxim Gorkis Theaterstück „Kinder der Sonne“ in einer Inszenierung von Stephan Kimmig mit Nina Hoss und Ulrich Matthes fort.
makro - Im Fokus: Russland - Erstausstrahlung
21:00 Uhr, 3sat (30 Minuten)
Chamäleon Russland - Magazin
Russland, der größte Flächenstaat der Welt, ordnet sich neu. Zu lange hat sich das Land nur auf seine gigantischen Öl- und Gasvorkommen verlassen. Doch wenn Russland den Anschluss an konkurrierende Schwellenländer wie Brasilien und Indien nicht verlieren will, braucht es auch moderne Technik. Dringend notwendige Modernisierungen in Schlüsselindustrien wie der Luftfahrt wurden jahrelang verschlafen: Fliegen in Russland sei mittlerweile gefährlicher als in vielen Krisenländern Afrikas, urteilen Flugsicherheitsexperten. Mit staatlichen Milliardeninvestitionen soll die russische Flugindustrie wieder flott gemacht werden. Auf Investorengelder kann die russische Wirtschaft dabei immer weniger bauen. Massiv ziehen Investoren ihr Geld aus Russland ab, denn unter Wladimir Putin ist das Land im Inneren korrupter und unsicherer geworden. Gleichzeitig hat man im Kreml aber erkannt, dass Russland politisch nicht stark sein kann, wenn es wirtschaftlich schwach bleibt.
Das 3sat-Wirtschaftsmagazin „makro“ berichtet über das „Chamäleon Russland“.
Jahresbericht 2011 erschienen: Informieren Sie sich über die Arbeit von Renovabis im aktuellen Jahresbericht.
Aktuelles Spendenprojekt
Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Renovabis fördert den Betrieb von Suppenküchen in Georgien und sichert somit die Versorgung von alten und bedürftigen Menschen. Das Projekt können Sie mit Ihrer Spende unterstützen. Suppenküchen für notleidende Menschen in Georgien





@renovabis schreibt:
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