Osteuropa-Fernsehtipps
3. März 2012 – 9. März 2012
Tagesübersicht
Samstag, 3. März
Der Niedergang des sowjetischen Imperiums
00:00 Uhr, WDR (45 Minuten)
Moskau, 11. März 1985 - Film
Die Menschen in Russland sind unzufrieden - mit ihrem politischen System, mit der russischen Demokratie, mit ihrem Präsidenten. Sie gehen auf die Straße, zu Hunderttausenden. Manch einer der heutigen Demonstranten mag sich da zurück erinnern an die Hoffnung und Erwartungen, die damals mit Glasnost und Perestroika Michail Gorbatschows begannen und den Untergang des erstarrten sowjetischen Imperiums zur Folge hatten. Die Dokumentation im Vorfeld der russischen Präsidentschaftswahlen erinnert noch einmal daran, wie alles seinen Anfang nahm.
In einer Situation, wo die Weltmacht Sowjetunion taumelte zwischen Größenwahn und Niedergang, ökonomischer Ohnmacht, gesellschaftlicher Stagnation und demonstrativer politischer Stärke, erklimmt der 54-jährige Michail Gorbatschow die höchste Stufe der Macht. Am 11. März 1985 wird er Generalsekretär der KPdSU. Es ist, was damals noch niemand ahnt, der Tag, an dem das politische Koordinatensystem der Welt zu wanken beginnt.
Gorbatschow glaubt an die Reformierbarkeit des erstarrten kommunistischen Systems und wird ungewollt zu dessen Totengräber. Mit „Glasnost“ und „Perestroika“ und der Null-Lösung im atomaren Wettrüsten leitet er eine dramatische Wende in der Innen- und Außenpolitik seines Landes ein, an dessen Ende 1991 die Auflösung der Sowjetunion stehen wird. Vier Jahre nach seinem Machtantritt ist der jahrzehntelange Wettlauf der Systeme bereits entschieden, der real existierende Sozialismus ist sichtbar gescheitert - in der Sowjetunion und in den Staaten des Warschauer Paktes.
Eduard Schewardnadse, war 1985 der wichtigste sowjetische Politiker neben Gorbatschow. Er war es, der den endgültigen Zusammenbruch des Sowjetsystems öffentlich prophezeite und die Regierung verließ. Schewardnadse berichtet in diesem Film von seinen Ahnungen und Hoffnungen, die Gorbatschows Machtantritt begleiteten. Und Michail Gorbatschow erzählt aus sehr privater Sicht, wie er selbst den 11. März 1985 erlebte. Diese Erinnerungen werden ergänzt durch spannende Archivaufnahmen lokaler und globaler Geschehnisse, die diesen Tag bestimmten und zu einem Datum von welthistorischer Bedeutung werden lassen.
Der Film zeigt die Zusammenhänge und die Folgen von Gorbatschows Machtantritt - den vorsichtigen Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft in einem Europa ohne Mauern und die Verwerfungen im nachkommunistischen Russland, in dem Kriminalität, Nationalitätenkonflikte und unberechenbare Machtkämpfe den Neubeginn erschweren.
Kulturzeit extra
6:20 Uhr, 3sat (40 Minuten)
Russlands Ruf nach Freiheit - Magazin
Das Jahr 2012 könnte für Russland zum Schicksalsjahr, zur Zeitenwende werden. Zehntausende gehen auf die Straße, um für ein Land zu demonstrieren, in dem sie ihre Träume leben können, ein Russland ohne Putin - so ihr Schlachtruf. Der Protest gegen Korruption, Polizeiwillkür und die Privilegien der Mächtigen im Land ist kreativ.
Kurz vor den Duma-Wahlen stellt „Kulturzeit“ in einer monothematischen Sendung die Gesichter der neuen russischen Protestbewegung vor. Darunter Schriftsteller, Blogger und Künstler, die den alten Machteliten nicht mehr glauben und mit aufsehenerregenden Aktionen für mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie eintreten.
Yourope
14:15 Uhr, arte (25 Minuten)
Russland: Wie Moskaus Jugendliche vor der Präsidentenwahl ticken - Magazin
Europa im Blickpunkt: das moderne und interaktive Europamagazin - „Yourope“, jeweils samstags um 14.15 Uhr. Im Fokus der 26-minütigen Sendungen stehen nicht nur die großen politischen Fragen, sondern auch die ganz alltäglichen Herausforderungen der Europäer. Heute: Russland: Wie Moskaus Jugendliche vor der Präsidentenwahl ticken.
Moskau kurz vor den Wahlen. Auch wenn auf Russlands Straßen beinahe jeder ahnt, dass der neue Präsident ein alter werden wird, knistert die Stimmung. Seit den Protesten um die offenbar gefälschten Duma-Wahlen wittert Moskaus Jugend politische Morgenluft und twittert den Aufstand.
„Yourope“ steckt diesmal mittendrin im spannungsgeladenen Moskau. Moderator Andreas Korn entdeckt die zwölf Millionen Metropole im Selbstversuch, trifft dabei junge Russen und Europäer, die in der teuersten Stadt der Welt leben.
Das Magazin „Yourope“ beleuchtet in jeder Sendung ein zeittypisches und gesellschaftspolitisches europäisches Phänomen. Neben klassischen Reportagen und Gesprächen mit Reportern und betroffenen Bürgern aus ganz Europa, die dem Moderator Andreas Korn per Videobotschaften zugeschaltet sind, gibt es ebenfalls eine Vielzahl interaktiver Erklärelemente. Zudem besteht die Möglichkeit, sich als Zuschauer aktiv als Netzwerkreporter zu beteiligen und es mit einem originellen Videostatement bis in die Sendung zu schaffen.
Metropolis - Erstausstrahlung
17:30 Uhr, arte (50 Minuten)
Magazin
Ungarn ächzt unter der neuen Verfassung , die am 1. Januar in Kraft getreten ist. Neben der Pressefreiheit geht es vor allem der Kultur an den Kragen. Die Filmförderung ist de facto abgeschafft, das Staatstheater mit einer rechtsradikalen Intendanz besetzt. Auf der Straße und im Internet formiert sich Widerstand. Die Kulturschaffenden setzen sich zur Wehr. „Metropolis“ will wissen: Wie kann das kulturelle Leben einer Stadt in einem solchen Klima überleben? Für „Metropolis“ ist eindeutig Budapest die Kulturmetropole der Woche.
360° - Geo Reportage
19:30 Uhr, arte (45 Minuten)
Die Feuerspringer von Sibirien - Reportage
Im Sommer lässt wochenlange Hitze die riesigen Wälder Sibiriens gefährlich austrocknen. Dann haben Waldschutz-Spezialeinheiten der russischen Feuerwehr Hochsaison. Mit Fallschirmen springen die Teams aus alten Doppeldeckern oder seilen sich aus Hubschraubern in die unzugänglichen Waldgebiete ab, um möglichst nahe an die Brandherde heranzukommen. Ein hochriskanter Job, denn die Männer haben veraltete Ausrüstungen. Seit 1931 bekämpfen die Feuerspringer jährlich bis zu 35.000 Brände. „360° - Geo Reportage“ hat sich mit einem Team aus Irkutsk in die brennenden Wälder gewagt.
Russland hat die größten zusammenhängenden Nadelwälder der Erde. Besonders in Sibirien scheint die Taiga kein Ende zu nehmen. Jeden Sommer kommt es hier zu extremer Trockenheit. Und so stehen jedes Jahr Waldschutz-Spezialeinheiten der russischen Feuerwehr vor der gewaltigen Aufgabe, Brände im Gebiet zwischen der arktischen Tundra und der mongolischen Grenze zu bekämpfen. Seit der Sowjetära ist das Personal dieser Spezialfeuerwehr deutlich reduziert worden, ebenso wie der Etat für die Waldbrandbe-kämpfung insgesamt. Nur die Brände werden nicht weniger.
Der 53-jährige Sergei Rogov ist Chef der Feuerspringertruppe von Irkutsk. Schon unzählige Male ist er in Richtung Feuer geflogen. Aber er und seine mutigen Männer wissen nie genau, was auf sie zukommt. Stets haben sie ihre gesamte Ausrüstung bei sich, denn Siedlungen gibt es hier nicht. Die Teams springen aus Antonov AN-2-Doppeldeckern oder seilen sich aus einem Mi-8-Hubschrauber ab - so nahe wie möglich am Feuer. Im Wald sind die Männer dann völlig auf sich allein gestellt. Ihr Überlebensgepäck sind Zelte, die noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammen, ein paar Schaufelblätter, Motorsägen und eine primitive Funkausrüstung. Der Proviant reicht für mehrere Tage, denn sie wissen nie genau, wann sie der Transport-hubschrauber aus der Wildnis wieder herausholt. Für den schlechtbezahlten Job haben schon einige Kollegen ihr Leben gelassen.
Trotz der Anstrengungen und Gefahren ist Sergei Rogov seit über 30 Jahren mit Leidenschaft dabei. Er sagt: „Solange ich gesund bin, werde ich Waldbrände löschen und die Natur Sibiriens schützen.“
Im Fokus: Russland - Kinder der Sonne
20:15 Uhr, 3sat (90 Minuten)
Theaterstück - Schauspiel
Im Haus des Wissenschaftlers Pawel Protassow und seiner Ehefrau Jelena gehen verschiedene Menschen ein und aus: der Künstler Dimitrij, der in Jelena verliebt ist, die reiche Witwe Melanija, die ihrerseits Pawel liebt, sowie der Tierarzt Boris, der schon seit Langem Protassows Schwester Lisa zugetan ist. Schließlich noch der Hausmeister Jegor, der seinen Beruf versteht, aber trinkt und seine Frau schlägt. Alle sind auf der Suche nach einem erfüllten Leben. Doch sie verstehen einander nicht, sind sich fern und scheitern am Alltäglichen.
Maxim Gorkis Stück „Kinder der Sonne“ aus dem Jahr 1905 zeichnet das düsterkomische Bild einer Gesell-schaft, die, von sozialen wie kulturellen Konflikten zerrissen, unfähig ist, eine bessere Welt zu erschaffen. Stephan Kimmig inszeniert auf der kargen Bühne, die mit ihrem Wald aus weißen Stangen irgendwo zwischen Gewächshaus und Irrgarten anzusiedeln ist, beeindruckendes Schauspieler-Theater. Die Fernsehfassung verdichtet das intensive Spiel des Ensembles nochmals und zeigt das Gefangensein der einzelnen Figuren in sich selbst, ohne eine Möglichkeit, den Menschen in ihrer Umgebung wirklich nahe zu kommen. Manchmal verzweifelt, manchmal ausgelassen, scheitern die Kinder der Sonne daran, die Welt zu verbessern, geschweige denn ihr eigenes Leben. Es spielen unter anderen Ulrich Matthes, Olivia Gräser und Nina Hoss.
Im Rahmen der Themenwoche „Im Fokus: Russland“ folgt im Anschluss, um 21.45 Uhr, die Dokumentation „Valery Gergiev - Im Dienst der Musik“. Die Themenwoche endet um 22.35 Uhr mit dem Porträt „Anna Netrebko - Eine Frau, eine Stimme“.
Ein russischer Abend - Wildes Russland
20:15 Uhr, NDR Fernsehen (45 Minuten)
Der Kaukasus - Film
Zwischen Europa und Asien, eingezwängt zwischen dem Schwarzen Meer und Kaspischen Meer, ragen gewaltige Berggipfel über 5.000 Meter hoch in den Himmel. Der Kaukasus ist eine Welt voller Vielfalt und Gegensätze, wo Sandwüsten und eisige Gletscher aufeinander treffen, wo blubbernde Schlammvulkane auf dichte Wälder treffen und sich Sandstürme mit Lawinen abwechseln. In dieser nahezu unberührten Wildnis verwandeln Blumen, die man sonst nur aus sorgfältig kultivierten Gärten kennt, die Gebirgshänge und Steppen in farbenfrohe Blütenmeere.
Es ist ein Land, in dem Bären und Wisente leben, Luchse jagen und Geier auf der Suche nach Aas am Himmel kreisen. Die vielfältigen Landschaften haben einen riesigen Artenreichtum hervorgebracht. Im Laufe der Evolution sind Tierarten entstanden, wie man ihnen sonst nirgends begegnet.
Geradezu außerirdisch mutet die Saigaantilope an, deren aufgeblähte, flexible Nase eher an einen Rüssel erinnert. Dem Langohrigel, ein echter Wüstenbewohner, erleichtern seine langen Beine das Fortkommen im Sand. Für viele bedrohte Arten ist die Region der letzte Zufluchtsort: Kaukasusgämse und Ture, eine Steinbockart, erklimmen die schroffen Felsen, während Störe, urtümliche Wesen aus der Urzeit, die Tiefen des Kaspischen Meeres durchschwimmen.
Doch wie so viele ist dieses Paradies bedroht. Obwohl gut 3.000 Quadratkilometer des Hochgebirgs-systems streng geschützt sind, nimmt die Wilderei überall zu. Die einzigartige und kostbare Wildnis am Kaukasus muss um jeden Preis geschützt werden, wenn der Mensch in Zukunft nicht auf Luchse, Bären, Saigas und Wisente verzichten will.
Die Reihe „Wildes Russland“ zeigt erstmalig in atemberaubender HD-Qualität die einzigartigen Land-schaften und Artenvielfalten des größten Staates der Erde, die Natur des riesigen Landes zwischen Schwarzem Meer und Pazifischem Ozean. Fernab der Metropolen Moskau und St. Petersburg offenbart sich eine ursprüngliche Welt mit rauen Gipfeln und endloser Weite, ungezähmten Flüssen und einer unver-gleichlichen Tier- und Pflanzenwelt.
Ein russischer Abend - Ich, Putin - Ein Portrait
21:00 Uhr, NDR Fernsehen (75 Minuten)
Film
Er ist der wichtigste Mann Russlands. Zweimal war er bereits Präsident, zweimal Ministerpräsident des größten Landes der Erde. Und jetzt kandidiert er zum dritten Mal für das höchste Amt des Staates. „Ich muss so sein, wie es mein Volk von mir verlangt“, sagt der bald 60-jährige Politiker in der ARD-Dokumentation „Ich, Putin - Ein Portrait“. Der mehrfach preisgekrönte Fernsehautor Hubert Seipel begleitete Wladimir Putin über Wochen in Russland. Er führte mehrere Interviews mit dem russischen Ministerpräsidenten - auch über die Gründe der skeptischen Haltung westlicher Politiker ihm gegenüber. Für Putin nur eine Fortsetzung des Kalten Krieges: „Es ist die Angst vor unserer Größe und vor unseren Atomwaffen, aber das ist altes Denken“. Seipel war nicht nur dann dabei, wenn Putin beim Judo Gegner schultert oder seine Leibwächter beim Eishockeyspielen herausfordert. Er beobachtete einen der mächtigsten Politiker der Welt in seinem wohl schwierigsten Wahlkampf.
Denn sein Volk verlangt offenbar zunehmend weniger nach Wladimir Wladimirowitsch Putin aus Peters-burg, als dieser wahr haben will. Offenkundige Fälschungen bei der letzten Parlamentswahl im vergang-enen Dezember und die massive Korruption im Lande treiben erstmals tausende von PutinGegner auf die Straße. Es ist der Anfang einer politischen Auseinandersetzung um das, was in einer russischen Zivil-Gesellschaft in Zukunft geht - und was nicht.
Wer ist der Mann, der Russland wie kaum ein anderer nach dem Fall der Sowjetunion seinen Stempel aufdrückte? Wie reagiert der ehemalige KGB-Agent, der in den 1980er-Jahren in der einstigen DDR stationiert war und später in Moskau innerhalb von nur vier Jahren vom gehobenen Sachbearbeiter erst zum Geheimdienstchef, dann zum Ministerpräsidenten und schließlich zum Präsidenten aufstieg, auf die neue Herausforderung? Der Mann, „der ein Spezialist für den Umgang mit Menschen ist“, wie ihn sein Jugendfreund Sergej Rodulgin beschreibt. Der jahrzehntelang in voller Härte gegen das abtrünnige Tschetschenien einen blutigen Krieg führen ließ, um „den Zerfall Russlands in ein zweites Jugoslawien zu verhindern“, wie Putin argumentiert. Und der mit seinem autoritären Stil den Rohstoff-Giganten Russland nach den Wirren der Jelzin-Jahre zu einem verhältnismäßig stabilen Land mit steigendem Wohlstand gemacht hat.
„Putin steht noch mit einem Bein in der alten Sowjetunion und mit dem anderen in der Neuzeit“, kritisiert der amerikanische Präsident Barack Obama den russischen Ministerpräsidenten. Für Putins Freund Alexei Kudrin, den langjährigen Finanzminister und Weggefährten, entwickelt sich derzeit eine neue politische Konkurrenz, die sich nicht mehr mit „mangelnder Transparenz und fehlenden demokratischen Prinzipien abspeisen lässt. Die Menschen vergleichen nicht mehr mit dem, was früher war, sondern mit dem, was heute sein soll.“ Seipel interviewte neben Wladimir Putin auch Weggefährten und Oppositionelle. Einigkeit herrscht in einem Punkt: Der Machtmensch Putin ahnt, dass er so nicht mehr weiterregieren kann. Nur wie weit er die Zügel lockern muss, um politisch zu überleben, weiß er noch nicht.
Sonntag, 4. März
Ein russischer Abend - Götterdämmerung im Kreml?
02:15 Uhr, NDR Fernsehen (45 Minuten)
Opposition gegen Putin - Film
Russland erlebt die größten Demonstrationen von Regierungsgegnern seit fast zwanzig Jahren. Nicht nur in Moskau oder St. Petersburg: Im ganzen Land gehen Menschen auf die Straße, sie rufen „Russland ohne Putin“ und „Schande“. Es ist eine neue Generation, die sich Gehör verschaffen will: Eine Generation, die mit Putin groß geworden ist, und ihn jetzt als Last empfindet. Die Sowjetunion kennen viele nur noch aus den Geschichtsbüchern. Jetzt trauen sie sich zum ersten Mal in die Öffentlichkeit. Ein Parteiprogramm haben sie nicht und auch keine Blaupause dafür, welchen Weg das Riesenreich genau einschlagen soll. Aber sie träumen von einem Land, in dem Korruption und staatliche Willkür Fremdwörter sind - und dessen Wohlstand nicht nur von Öl- und Gaspreisen abhängt.
Die Demonstrationen wehen wie ein frischer Wind durch ein Land, dessen Probleme sich auch durch die markigen Sprüche seiner scheinbar mächtigsten Führer nicht mehr verstecken lassen. Mit ihrer Dokumentation beschreiben die Moskauer ARD-Korrespondenten Ina Ruck und Georg Restle die Hintergründe dieses russischen Frühlings mitten im Winter. Was treibt die Menschen bis ins hinterste Sibirien auf die Straße? Hat das System Putin wirklich ausgedient?
Nicht nur auf Russlands Straßen, sondern auch in den zahlreichen Internetforen werden in diesen Tagen Fragen von gesellschaftlicher Sprengkraft gestellt. Welche Zukunft hat das größte Land der Erde, wenn Korruption und staatliche Willkür den Alltag lähmen? Welche Zukunft hat ein Land, dessen zur Neige gehender Rohstoffreichtum zugleich auch seine Lebensader ist?
In allen Teilen des russischen Riesenreichs suchen die Autoren Antworten auf diese Fragen. Sie sind nicht nur dabei, wenn die Demonstranten auf die Straße gehen, sondern sie erzählen auch die Geschichten hinter den Menschen, die das Land verändern wollen: Der Unternehmer aus der Provinz, der nicht länger zusehen will, wie die Korruption ihm jede Zukunftschance verbaut. Russlands berühmtester Blogger Alexey Navalny, nicht unumstrittene Lichtgestalt einer Protestgeneration, die sich vor allem über das Internet organisiert. Der Rapper Noize MC, der mit seinen provokanten Songs gegen das System Putin schon Kult geworden ist. Er ist mehr als nur Musiker - er ist das pop-kulturelle Gesicht der neuen Bewegung. Seine Videos nutzten die Dynamik des Internets, die nicht mehr zurückgeholt werden kann. Die Büchse der Pandora ist längst geöffnet.
Ein russischer Abend - Olga Fjodorownas großer Tag
03:00 Uhr, NDR Fernsehen (30 Minuten)
Wie die Russen den Sieg über Hitlerdeutschland feiern - Film
Olga Fjodorowna musste 88 werden, um ihren Traum wahr werden zu lassen: Sie fährt nach Moskau, und sie wird bei der großen Siegesparade über den Roten Platz mitmarschieren. Im Mai feiert Russland zum 65. Mal den Sieg der Sowjetunion über Hitlerdeutschland. Es gibt nur noch wenige Russen, die das Kriegs-ende selbst miterlebt haben - und noch viel weniger, die aktive Kriegsteilnehmer waren. Olga Fjodorowna war Flakschützin, und sie ist bis heute stolz darauf. Deshalb wird sie Anfang Mai zuhause am Schwarzen Meer ihren Koffer packen, die gute Jacke mit den vielen Orden anziehen und in den Zug nach Moskau steigen. Sie hat eine Einladung vom Präsidenten persönlich.
Ein Kamerateam begleitet sie auf dieser Reise - und zeigt auch Russen, die nicht damit einverstanden sind, wie das Land den großen Tag begeht. Auf die Aufarbeitung der dunklen Seiten der Vergangenheit nämlich warten Menschenrechtler bis heute vergebens. Stalin gilt längst wieder als Held, eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der sowjetischen Straflager, der stalinistischen Säuberungen, der Verbrechen der Geheimdienste, blieb bislang aus.
Ein russischer Abend - Ich, Putin - Ein Portrait
03:30 Uhr, NDR Fernsehen (45 Minuten)
Film
Er ist der wichtigste Mann Russlands. Zweimal war er bereits Präsident, zweimal Ministerpräsident des größten Landes der Erde. Und jetzt kandidiert er zum dritten Mal für das höchste Amt des Staates. „Ich muss so sein, wie es mein Volk von mir verlangt“, sagt der bald 60-jährige Politiker in der ARD-Dokumentation „Ich, Putin - Ein Portrait“. Der mehrfach preisgekrönte Fernsehautor Hubert Seipel begleitete Wladimir Putin über Wochen in Russland. Er führte mehrere Interviews mit dem russischen Ministerpräsidenten - auch über die Gründe der skeptischen Haltung westlicher Politiker ihm gegenüber. Für Putin nur eine Fortsetzung des Kalten Krieges: „Es ist die Angst vor unserer Größe und vor unseren Atomwaffen, aber das ist altes Denken“. Seipel war nicht nur dann dabei, wenn Putin beim Judo Gegner schultert oder seine Leibwächter beim Eishockeyspielen herausfordert. Er beobachtete einen der mächtigsten Politiker der Welt in seinem wohl schwierigsten Wahlkampf.
Denn sein Volk verlangt offenbar zunehmend weniger nach Wladimir Wladimirowitsch Putin aus Peters-burg, als dieser wahr haben will. Offenkundige Fälschungen bei der letzten Parlamentswahl im vergang-enen Dezember und die massive Korruption im Lande treiben erstmals tausende von PutinGegner auf die Straße. Es ist der Anfang einer politischen Auseinandersetzung um das, was in einer russischen Zivil-Gesellschaft in Zukunft geht - und was nicht.
Wer ist der Mann, der Russland wie kaum ein anderer nach dem Fall der Sowjetunion seinen Stempel aufdrückte? Wie reagiert der ehemalige KGB-Agent, der in den 1980er-Jahren in der einstigen DDR stationiert war und später in Moskau innerhalb von nur vier Jahren vom gehobenen Sachbearbeiter erst zum Geheimdienstchef, dann zum Ministerpräsidenten und schließlich zum Präsidenten aufstieg, auf die neue Herausforderung? Der Mann, „der ein Spezialist für den Umgang mit Menschen ist“, wie ihn sein Jugendfreund Sergej Rodulgin beschreibt. Der jahrzehntelang in voller Härte gegen das abtrünnige Tschetschenien einen blutigen Krieg führen ließ, um „den Zerfall Russlands in ein zweites Jugoslawien zu verhindern“, wie Putin argumentiert. Und der mit seinem autoritären Stil den Rohstoff-Giganten Russland nach den Wirren der Jelzin-Jahre zu einem verhältnismäßig stabilen Land mit steigendem Wohlstand gemacht hat.
„Putin steht noch mit einem Bein in der alten Sowjetunion und mit dem anderen in der Neuzeit“, kritisiert der amerikanische Präsident Barack Obama den russischen Ministerpräsidenten. Für Putins Freund Alexei Kudrin, den langjährigen Finanzminister und Weggefährten, entwickelt sich derzeit eine neue politische Konkurrenz, die sich nicht mehr mit „mangelnder Transparenz und fehlenden demokratischen Prinzipien abspeisen lässt. Die Menschen vergleichen nicht mehr mit dem, was früher war, sondern mit dem, was heute sein soll.“ Seipel interviewte neben Wladimir Putin auch Weggefährten und Oppositionelle. Einigkeit herrscht in einem Punkt: Der Machtmensch Putin ahnt, dass er so nicht mehr weiterregieren kann. Nur wie weit er die Zügel lockern muss, um politisch zu überleben, weiß er noch nicht.
Russland - eine Winterreise
04:00 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Schätze im ewigen Eis - Dokumentation - (Folge 1 von 2)
Winter ist hier keine Jahreszeit, sondern ein Dauerzustand. Minus 56 Grad Celsius, vier Monate Polarnacht, 38 Stunden Zugfahrt bis nach Moskau: Das ist Inta, eine Stadt im äußersten Norden des europäischen Russlands. Ganz unterschiedliche Bewohner treffen dort aufeinander. Zum einen sind da die Bergarbeiter-familien, die einst im Zuge des Gulags in dieser Gegend zwangsangesiedelt wurden, dann zu bescheiden-em Wohlstand gelangten, und nun, seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, vor dem wirtschaftlichen Aus stehen. Zum anderen leben dort die Tundra-Nomaden, hin- und hergerissen zwischen traditioneller Rentierzucht und den „Errungenschaften“ der Moderne.
Die erste Folge der zweiteiligen Dokumentation „Russland - eine Winterreise“ begleitet zwei Brüder, der eine Grubenarbeiter, der andere Jäger, über den langen und harten Winter in dieser atemberaubend schönen Landschaft.
Den zweiten Teil von „Russland - eine Winterreise“ zeigt 3sat im Anschluss um 4.45 Uhr
Russland - eine Winterreise
04:45 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Sibiriens goldene Träume - Dokumentation - (Folge 2 von 2)
Zwei alte Männer kehren den Schnee um den Obelisken in Perwouralsk weg. Gleich wird Trubel herrschen in der frostigen Idylle, denn freitags kommen die frisch vermählten Brautpaare zu dem alten Denkmal mitten in einem Birkenwald im Ural, der Grenze zwischen Europa und Asien. Es dauert nicht lange, bis die erste festlich geschmückte Wolga-Limousine heranrauscht. Höchstens 18 Jahre ist die Braut alt. Fröhlich, aber fröstelnd steigt sie aus in ihrem weißen luftigen Kleid. Es sind minus 17 Grad, und mit ihrem ebenso jungen Bräutigam eilt sie hinauf zum Denkmal. Wo das Leben besser sei, in Asien oder in Europa? „Überall dort, wo wir nicht sind“, lautet die selbstironische Antwort. Schallendes Gelächter.
Die zweite Folge der Dokumentation „Russland - eine Winterreise“ führt vom Ural bis an die chinesische Grenze, unterwegs auf meterdick zugefrorenen Flüssen, und stellt Menschen vor, die Eis, Schnee und bitterer Kälte trotzen.
hitec - Was geschah in Tunguska?
05:30 Uhr, 3sat (35 Minuten)
Dokumentation
1908 gab es in der sibirischen Region Tunguska eine gewaltige Explosion. Die Erde bebte so sehr, dass es bis nach Europa zu spüren war. Jahrzehntelang galt als einzig seriöse Erklärung die Theorie, dass ein Himmelskörper wie ein Komet oder ein Meteorit der Auslöser dieser Explosion gewesen sein müsse. Da Forscher bisher jedoch keinen eindeutigen Beweis für diese These finden konnten, suchen sie weiter nach der Ursache. Vor allem die in Deutschland vertretene These, eine Gasexplosion sei der Auslöser gewesen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Anlässlich des 100. Jahrestags der Explosion von Tunguska brach der deutsche Geologe und Geograf Christoph Brenneisen im Jahr 2008 zu seiner zweiten Expedition in die sibirische Taiga auf. Auch Brenneisens Kollegen in Russland, Großbritannien, Italien und in den USA ver-stärkten noch einmal ihre Bemühungen.
„hitec“ begleitet die Forscher bei ihren Bemühungen, eine plausible Erklärung für den Mythos „Tunguska“ zu finden.
Im Kaukasus - Samuchas letzter Sommer
09:30 Uhr, HR Fernsehen (45 Minuten)
Film
Noch gibt es in Georgien Hirten, die mit ihren riesigen Schafherden die Sommer in den Hochtälern des Kaukasus verbringen und im Winter hinab in die Täler im Grenzgebiet zu Aserbaidschan ziehen. Der Hirte Samucha ist ein Mann wie aus einem amerikanischen Cowboy-Film: ein großartiger Reiter, Schafhirte, Musiker, Sänger, Geschichtenerzähler. Sein Leben ist Unterwegssein. Wenn der Herbst zuende geht, bevor der erste Schnee kommt, muss er die Weiden verlassen und mit seinen Tieren den beschwerlichen Weg ins entfernte Winterquartier antreten.
Die Gräfin aus Ostpreußen
11:30 Uhr, 3sat (90 Minuten)
Das Leben der Marion Dönhoff - Dokumentation
Marion Gräfin Dönhoff (1909 - 2002) gehört zu den bemerkenswertesten deutschen Frauen des 20. Jahr-hunderts. Als Mitglied des deutschen Hochadels, aufgewachsen im ostpreußischen Schloss Friedrichstein bei Königsberg, kam die junge Gutsherrin früh in Kontakt zum Widerstand gegen Adolf Hitler. Anfang 1945 floh sie auf ihrem Pferd durch klirrenden Frost 1.200 Kilometer weit nach Westen. Schriftstellerisches Können, eine klare politische Haltung, ein kluger analytischer Verstand, aber auch Zufälle halfen dabei, dass sie zur führenden deutschen Publizistin, Chefredakteurin und Mitherausgeberin der Wochen-zeitung „Die Zeit“ sowie Bestseller-Autorin wurde. Eine Frau mit großem Einfluss. Der Verlust ihrer Heimat blieb für sie ein bewegendes Thema, aber auch die politische und menschliche Überwindung der Feind-schaft zwischen Deutschen und Polen.
Die Dokumentation „Die Gräfin aus Ostpreußen“ rekonstruiert das ungewöhnliche Leben Marion Gräfin Dönhoffs und zeigt überraschende Zusammenhänge zwischen frühen Prägungen und ihrem „zweiten Leben“ nach dem Krieg. 3sat zeigt die Dokumentation „Die Gräfin aus Ostpreußen“ anlässlich des zehnten Todestags der Publizistin Marion Gräfin Dönhoff am 11. März.
Die Marco Polo Fährte
12:00 Uhr, HR Fernsehen (45 Minuten)
Von Tadschikistan nach China - Sendereihe - (Folge 4 von 5)
Durch orientalische Städte und abweisende Wüsten, über Land von Venedig bis nach Peking:
Bradley Mayhew folgt in einem Reiseexperiment der Spur Marco Polos. Sie führt ins Gebirge Pamir in der ehemaligen Sowjetrepublik Tadschikistan. Im Wakhan-Korridor findet Bradley alte Wegmarken der süd-lichen Seidenstraße, die Marco Polo vor 750 Jahren passierte. Die Gegend ist menschenleer, wild. Bradley hat einen alten Russenjeep organisiert für die Fahrt auf das 3.500 Meter hoch gelegene Pamir-Plateau.
In seinem berühmten Reisebericht beschrieb Marco Polo die Landschaft sehr genau: kalt, windig, ohne Vegetation. In den Jurten kirgisischer Nomaden findet Bradley ein Nachtlager. China: Bradley erreicht das letzte und größte Land seiner Reise. Der erste Halt ist in der alten Oasen- und Marktstadt Kaschgar. Hier lebt das Volk der Uiguren, die Marco Polo als große Händler rühmt. Heute ist es als Minderheit an den Rand der chinesischen Gesellschaft gedrängt. Bradley durchquert die riesige Wüste Takla-Makan und erreicht die Oase Khotan, ein altes Zentrum von Seiden- und Jadehandel. Vorbei sind die Zeiten, in denen man Jade bei Mondschein mit bloßen Füßen im Bett des Drachenflusses ertastete. Bradley sieht, dass heute mit dem Bagger nach dem Edelstein gesucht wird. Nach langer Wüstenfahrt erreicht der Brite schließlich die Grenze zum chinesischen Herzland, die Große Mauer. „Gebiet des Sandes“ nannte Marco Polo die Oase Dunhuang. Sie ist ein alter Karawanenstopp, einst trafen dort die großen transkontinentalen Handelsrouten Asiens aufeinander. Bradley trifft einen Kameltrainer und lernt, wie man eine Karawane durch den Wüstensand führt.
Der 5. Teil folgt am 11. März
Kathedralen der Steinzeit
14:00 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Europas frühe Monumente - Dokumentation
Es sind geheimnisvolle Spuren aus der Vergangenheit. In Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen und Ungarn entdeckten Archäologen rätselhafte Ringe: kreisrunde Gräben mit einem Durchmesser von bis zu 200 Metern. Man weiß inzwischen, dass sie fast 7.000 Jahre alt und am Ende der Steinzeit entstanden sind, doch Bedeutung und Funktionen der Monumente sind noch immer umstritten. Waren es Fliehburgen oder Krale, in denen Vieh zusammengetrieben wurde? Oder dienten sie als Versammlungsort, als Opfer-platz oder anderweitige Kultstätte? Waren sie eine Art steinzeitlicher Kathedralen, oder waren es Orte, an denen der Himmel beobachtet wurde, um den besten Zeitpunkt für Aussaat oder Ernte abzulesen?
„Kathedralen der Steinzeit“ fragt nach der ursprünglichen Bestimmung dieser Monumente.
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
19:40 Uhr, 3sat (20 Minuten)
Wladimir, Susdal und Kideksha, Russland - Die Wiege Russlands - Dokumentation
Susdal, ein Ort mit 20.000 Einwohnern, liegt 180 Kilometer von Moskau entfernt. Enten und Gänse schnattern auf einem kleinen Fluss, Hühner scharren, eine Frau hütet ihre Ziegen. Die Menschen wohnen in bunt bemalten windschiefen Holzhäuschen. Im 11. Jahrhundert lag dort die Residenz des mächtigen Fürstentums Wladimir-Susdal. Moskau gab es noch nicht. Der Fürst von Wladimir hatte am Ufer des Flüsschens Kamenka eine neue Burg - den Kreml von Susdal - bauen lassen. 1238 fielen die Tataren ein, und die Völker Russlands lebten über zwei Jahrhunderte unter ihrem Joch. Dann erstarkte Moskau. Wladimir und Susdal verloren an Bedeutung, blieben aber religiöse Zentren. Nach der Revolution 1917 ließen die neuen Machthaber Kirchen und Klöster verfallen oder einreißen. Nur wenige der einstmals über 30 Klöster haben den „Bildersturm“ der Kommunisten überdauert. Heute sind die Gotteshäuser wieder von Gebeten und Gesängen erfüllt.
Der Film aus der Reihe „Schätze der Welt - Erbe der Menschheit“ stellt russische UNESCO-Welterbestätten vor.
Montag, 5. März
Das Leben ist schwer
04:30 Uhr, arte (20 Minuten)
La drumul mare - Kurzfilm
In einem der endlosen Staus der rumänischen Hauptstadt Bukarest entwickelt sich zwischen einem Dieb und seinem Opfer, einer jungen Frau, eine seltsame Beziehung.
Eine junge Frau ist mit ihrem Auto unterwegs, als plötzlich ein Mann die Beifahrertür aufreißt und ver-sucht, ihre Handtasche zu entwenden. Verzweifelt setzt sich die Frau zur Wehr. Da sich ein Polizeiauto nähert, steigt der Dieb kurzerhand in das Auto ein und zwingt die Frau zum Weiterfahren. Schnell muss er feststellen, dass sein Opfer nicht besonders erfahren hinter dem Steuer ist. Daraufhin fängt er an, ihr Fahrtipps zu geben. Nach und nach wird die Situation immer absurder und eine seltsame Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden…
Gabriel Sîrbu wurde 1970 in Bukarest geboren. Er studierte zunächst Biologie, bevor er 1990 nach Israel geht, wo er eine Studienausbildung zum Cutter macht. 1996 kehrt er nach Rumänien zurück und studiert dort bis zum Jahr 2000 Film. Sein Abschlussfilm „An Invitation to Lunch“ wird mit zahlreichen Preisen ausgestattet. Momentan arbeitet er als Dozent an der National University of Cinema and Theatre Arts (UNATC) in Bukarest.
Kulturzeit extra
06:20 Uhr, 3sat (40 Minuten)
Russlands Ruf nach Freiheit - Magazin
Das Jahr 2012 könnte für Russland zum Schicksalsjahr, zur Zeitenwende werden. Zehntausende gehen auf die Straße, um für ein Land zu demonstrieren, in dem sie ihre Träume leben können, ein Russland ohne Putin - so ihr Schlachtruf. Der Protest gegen Korruption, Polizeiwillkür und die Privilegien der Mächtigen im Land ist kreativ.
Kurz vor den Duma-Wahlen stellt „Kulturzeit“ in einer monothematischen Sendung die Gesichter der neuen russischen Protestbewegung vor. Darunter Schriftsteller, Blogger und Künstler, die den alten Machteliten nicht mehr glauben und mit aufsehenerregenden Aktionen für mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie eintreten.
Kulturzeit extra
09:05 Uhr, 3sat (40 Minuten)
Russlands Ruf nach Freiheit - Magazin
Das Jahr 2012 könnte für Russland zum Schicksalsjahr, zur Zeitenwende werden. Zehntausende gehen auf die Straße, um für ein Land zu demonstrieren, in dem sie ihre Träume leben können, ein Russland ohne Putin - so ihr Schlachtruf. Der Protest gegen Korruption, Polizeiwillkür und die Privilegien der Mächtigen im Land ist kreativ.
Kurz vor den Duma-Wahlen stellt „Kulturzeit“ in einer monothematischen Sendung die Gesichter der neuen russischen Protestbewegung vor. Darunter Schriftsteller, Blogger und Künstler, die den alten Machteliten nicht mehr glauben und mit aufsehenerregenden Aktionen für mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie eintreten.
Planet Wissen
15:00 Uhr, WDR (60 Minuten)
Thema: Polen - wunderschön und widersprüchlich
Polen ist Vorzeigemitglied der EU, die Wirtschaft boomt. Polen ist aber auch: geplagt von ländlicher Arbeitslosigkeit und von der Perspektivlosigkeit einer jungen Generation, die das Land verlässt, um anderswo in Europa Geld zu verdienen. Und dann steht noch die Fußball-EM vor der Tür, die Polen zusammen mit der Ukraine ausrichtet. Planet Wissen zeigt die vielen, oft widersprüchlichen, Facetten des Landes. Studiogast Ulrich Adrian ist Leiter des ARD-Studios in Warschau und bekommt alle Seiten Polens mit: Kirche und Wirtschaft, Tradition und Moderne.
Steffen Möller, Deutscher, aber seit vielen Jahren Wahl-Pole und dort ein bekannter Kabarettist und Schauspieler, ist ebenfalls zu Gast und gibt Einblicke in die Mentalität und die Seele der polnischen Nachbarn, quasi: „Polen für Anfänger“.
Planet Wissen
15:00 Uhr, SWR (60 Minuten)
Thema: Polen - wunderschön und widersprüchlich
Polen ist Vorzeigemitglied der EU, die Wirtschaft boomt. Polen ist aber auch: geplagt von ländlicher Arbeitslosigkeit und von der Perspektivlosigkeit einer jungen Generation, die das Land verlässt, um anderswo in Europa Geld zu verdienen. Und dann steht noch die Fußball-EM vor der Tür, die Polen zusammen mit der Ukraine ausrichtet.
Planet Wissen zeigt die vielen, oft widersprüchlichen, Facetten des Landes. Studiogast Ulrich Adrian ist Leiter des ARD-Studios in Warschau und bekommt alle Seiten Polens mit: Kirche und Wirtschaft, Tradition und Moderne.
Steffen Möller, Deutscher, aber seit vielen Jahren Wahl-Pole und dort ein bekannter Kabarettist und Schauspieler, ist ebenfalls zu Gast und gibt Einblicke in die Mentalität und die Seele der polnischen Nachbarn, quasi: „Polen für Anfänger“.
Seen auf dem Dach der Welt - Erstausstrahlung
19:30 Uhr, arte (45 Minuten)
Der Karakul in Tadschikistan - Dokumentationsreihe - (Folge 1 von 5)
Sie gehören zu den höchst gelegenen Gewässern der Welt und bilden einzigartige Biotope. Die Doku-mentationsreihe „Seen auf dem Dach der Welt“ präsentiert grandiose Landschaften, eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt und befasst sich mit der Rolle, die diese Seen in der Kultur der Bergbewohner spielen.
Im Mittelpunkt des ersten Teils der Reihe steht der Karakul in Tadschikistan in der Bergwelt des Pamir.
Frei aus dem Tadschikischen übersetzt lautet der Name des Karakul im Pamir „der schwarze See auf dem Dach der Welt“. Die Menschen im Nordosten Tadschikistans sagen, er wirke umso dunkler, je höher die Berge sind, von denen aus man auf ihn herabblickt. Und einige der Gipfel des Pamir sind über 7.000 Meter hoch. Der Karakul ist bisher kaum erforscht und gibt auch Experten zahlreiche Rätsel auf. Er soll vor etwa fünf Millionen Jahren durch einen gewaltigen Meteoriteneinschlag entstanden sein. Überreste des Meteoriten hat man aber bis heute nicht gefunden. Auch die Ursache des ungewöhnlich hohen Salzgehaltes ist nicht endgültig geklärt. Und dann ist da noch die Eisschicht auf dem Grund des Sees. Eine schlüssige Theorie dafür gibt es bis heute ebenfalls nicht.
Die tadschikische Provinz Bergbadachschan, in der sich der Karakul befindet, gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen Asiens. Zwar nimmt die Provinz fast die Hälfte der Landesfläche ein, aber es leben hier nur etwa drei Prozent der tadschikischen Bevölkerung. Die Menschen am See gehören zur kirgisischen Minderheit Tadschikistans und haben sich den Lebensbedingungen in großer Höhe angepasst. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie vor allem mit der Yakzucht.
Der Weg zum See führt über den berühmten Pamir-Highway, entlang der afghanischen Grenze nach Chorog, die Hauptstadt Bergbadachschans. Von dort aus geht es über Murghab und den 4.655 Meter hohen Ak Baital, den höchsten Pass der früheren Sowjetunion, zum Karakul.
Übrigens wurden die unwirklich schönen Landschaften rund um den Karakul mit schneebedeckten Bergen bei ewig dunkelblauem Himmel zuvor noch nie fürs Fernsehen im Bild festgehalten.
Die glasklaren und tiefblauen Seen in den Bergen Asiens gehören zu den landschaftlich reizvollsten Ge-wässern der Welt. Sie prägen einzigartige Biotope mit zahlreichen exotischen Tier- und Pflanzenarten, die zum Teil nur hier vorkommen. Für die Menschen an ihren Ufern sind die höchst gelegenen Seen der Erde weit mehr als reine Wasserquellen. Sie werden als Heiligtümer verehrt und sind Gegenstand uralter Legenden.
Die Dokumentationsreihe porträtiert fünf ganz unterschiedliche Seen in fünf verschiedenen Ländern. Die filmische Reise durch die Bergwelt Asiens beginnt in Tibet. Sie führt in den Pamir und den Tian Shan und endet schließlich in den Ausläufern des Altai.
Dienstag, 6. März
Planet Wissen
12:30 Uhr, Bayerisches Fernsehen (60 Minuten)
Thema: Polen - wunderschön und widersprüchlich
Polen ist Vorzeigemitglied der EU, die Wirtschaft boomt. Polen ist aber auch: geplagt von ländlicher Arbeitslosigkeit und von der Perspektivlosigkeit einer jungen Generation, die das Land verlässt, um anderswo in Europa Geld zu verdienen. Und dann steht noch die Fußball-EM vor der Tür, die Polen zusammen mit der Ukraine ausrichtet.
Planet Wissen zeigt die vielen, oft widersprüchlichen, Facetten des Landes. Studiogast Ulrich Adrian ist Leiter des ARD-Studios in Warschau und bekommt alle Seiten Polens mit: Kirche und Wirtschaft, Tradition und Moderne.
Steffen Möller, Deutscher, aber seit vielen Jahren Wahl-Pole und dort ein bekannter Kabarettist und Schauspieler, ist ebenfalls zu Gast und gibt Einblicke in die Mentalität und die Seele der polnischen Nachbarn, quasi: „Polen für Anfänger“.
An den Ufern der Save
14:15 Uhr, Bayerisches Fernsehen (45 Minuten)
Eine Flusslandschaft in Kroatien - Dokumentation
Die Save-Auen gehören zu den letzten intakten Flusslandschaften Europas. Der Filmautor beschreibt die Pflanzen- und Tierwelt und die Geschichte der Save-Auen. Bezaubernde Dörfer mit jahrhundertealten Holzhäusern werden ebenso vorgestellt wie das wechselvolle Bild der Überflutungslandschaft.
Hochwasser an der Save bedeutet Leben durch Überschwemmung und ist Grundlage für ein außer-gewöhnliches Flussparadies in Europa. Von der Quelle in den Julischen Alpen aus fließt die Save über 900 Kilometer durch Slowenien und Nordkroatien bis sie im jugoslawischen Belgrad in die Donau mündet. Auf halber Strecke, 100 Kilometer südöstlich Zagrebs, liegen die Save-Auen. Gut 1000 Quadratkilometer Auwald, Altarme und Sümpfe bilden hier ein Naturparadies, das in Europa einmalig ist. Seeadler, Löffler und Schwarzstörche sind hier ebenso in großer Zahl zu Hause wie Schildkröten, Wollschweine und Posavina-Pferde. An der Save existiert noch heute eine Landschaft, die mit ihren Tieren und Menschen an längst vergangene Zeiten erinnert.
Der Autor Jens-Uwe Heins hat das Leben an der Save ein Frühjahr lang mit der Kamera beobachtet: Flugaufnahmen der majestätischen Seeadler führen den Zuschauer in die Wasserwildnis der Save-Auen. Hier gibt es faszinierende Dörfer mit uralten Holzhäusern und 40 Storchenpaaren, Bauern, die noch auf traditionelle Weise ihre Wollschweine hüten und seltene Schwarzstörche, die in einsamen Wäldern brüten. Um diese einmalige Auen-Landschaft zu erhalten, gründete die deutsche Umweltstiftung EURONATUR das Projekt: „Save-Auen - Leben durch Überschwemmung“. Deutsche und kroatische Naturschützer von EURONATUR sehen die Save als europäisches Beispiel für eine intakte Flusslandschaft.
Seen auf dem Dach der Welt - Erstausstrahlung
19:30 Uhr, arte (45 Minuten)
Der Yssykköl in Kirgistan - Dokumentationsreihe - (Folge 2 von 5)
Sie gehören zu den höchst gelegenen Gewässern der Welt und bilden einzigartige Biotope. Die Doku-mentationsreihe „Seen auf dem Dach der Welt“ präsentiert grandiose Landschaften, eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt und befasst sich mit der Rolle, die diese Seen in der Kultur der Bergbewohner spielen.
Der zweite Teil der Reihe führt an die Ufer des Yssykköl in Kirgistan. Der See, der fast 700 Meter tief ist und nie zufriert, wird auch das Meer der Kirgisen genannt. Für Tschingis Aitmatow, den kirgisischen Nationaldichter, gab es schlicht keinen schöneren Platz auf der Welt. Der Yssykköl war für ihn der Ort, „an dem sich Wasser und Himmel berühren“.
Der Yssykköl liegt im Osten Kirgistans in den Bergen des Tian Shan. Mit einer Länge von 200 Kilometern und einer Tiefe von fast 700 Metern ist er der mit weitem Abstand größte Bergsee Asiens - das Meer der Kirgisen - und nach dem Titicacasee in Südamerika der zweitgrößte Gebirgssee der Welt. Rund um ihn herum sieht man schneebedeckte Gipfel aufragen, die des Küngej-Alatau im Norden und die des Terskej-Alatau im Süden. Um den geheimnisvollen See in den Bergen ranken sich zahlreiche kirgisische Legenden. Sie beschreiben die versunkene Stadt „Lyesh“, die „Tränen des Schneeleoparden“, die dem See sein Salz gaben, und schließlich den Namen Yssykköl selbst, der übersetzt „heißer See“ lautet. Denn trotz seiner Lage in über 1.600 Metern Höhe friert er auch in den kältesten Wintern nicht zu.
Seit Jahrtausenden ist das Tal des Yssykköl im Tian Shan besiedelt. Der Ruf des Sees als wichtige Station an der Seidenstraße drang bis ins antike Europa. Kirgisische und russische Wissenschaftler haben erst kürzlich die Reste einer über 2.500 Jahre alten Stadt auf dem Grund des Sees ausgemacht. Man fand jahrtausendealtes Geld, Bronzekessel und Waffen. Wegen seiner ökologisch intakten Hochgebirgsland-schaften wurde das Gebiet um den Yssykköl zum Biosphärenreservat erklärt. Hier leben in großer Zahl Steinböcke und Marco-Polo-Schafe. Gleichzeitig ist das Reservat Rückzugsgebiet für bedrohte Arten wie das Tian-Shan-Reh, den Turkestan-Fuchs und den Schneeleoparden.
Von Odessa nach Odessa - Eine Reise um das Schwarze Meer
20:15 Uhr, rbb (45 Minuten)
Von der Ukraine bis nach Georgien - Reportage - (Folge 1 von 2)
Laut gestikulieren die Fisch-Verkäuferinnen auf dem Großmarkt von Odessa, ein paar Meter weiter werden die ganz großen Millionen-Geschäfte gemacht. Odessa, das „Marseille der Ukraine“ ist der Ausgangspunkt einer Reportagereise, die bis an die georgische Schwarzmeerküste führt. „Von Odessa nach Odessa“ ist ein Roadmovie, immer entlang der Küstenstraße rund um das Schwarze Meer.
Laut gestikulieren die Fisch-Verkäuferinnen auf dem Großmarkt von Odessa, ein paar Meter weiter werden die ganz großen Millionen-Geschäfte gemacht. Odessa, das „Marseille der Ukraine“ ist der Ausgangspunkt einer Reportagereise, die mit ihrem ersten Teil bis an die georgische Schwarzmeerküste führt. „Von Odessa nach Odessa“ ist ein Roadmovie, immer entlang der Küstenstraße rund um das Schwarze Meer. Die Ukraine und Russland sind die großen Stationen in Teil 1 der zweiteiligen rbb-Reportage. Es ist eine Reise zu einer Region im Umbruch. Mit der Unabhängigkeit der ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken und dem Aufstreben des „neuen Russland“ rückt der südöstlichste Rand Europas immer mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Dem Filmteam begegnen ethnische Gemeinschaften mit unterschiedlicher Geschichte und Gegenwart. Tataren auf der Halbinsel Krim, Kosaken in der Umgebung von Krasnodar. Die alte Sowjetunion lebt auf im größten Kinderferienlager der Welt, in „Orljonok“. Heute werden dort die Kader des neuen Russland geschult. „Von Odessa nach Odessa“ ist eine Reise zu Menschen am süd-östlichen Rand Europas, zu ihrer reichen Geschichte und ihrer oft überraschenden Gegenwart, eine Begeg-nung zwischen „christlicher“ und „muslimischer“ Welt.
Den zweiten Teil strahlt das rbb Fernsehen am 13.03. um 20.15 Uhr aus.
Mittwoch, 7. März
Bilderbuch
08:15 Uhr, NDR Fernsehen (45 Minuten)
Danzig - Film
Leonard Szmaglik pirscht durch die Straßen von Danzig. Die alte Hansestadt an der Ostsee ist für den 74-jährigen ehemaligen Kranführer Stoff für eine lebenslange fotografische Leidenschaft. Die Werftarbeiter-streiks, die Besuche von Günter Grass in seiner Heimatstadt, den Wiederaufbau der zerstörten Innenstadt - Szmaglik hat alles auf Film gebannt. Fast eine Million Fotos sind es mittlerweile. In zwei alten Kleider-schränken seiner Ein-Zimmer-Wohnung bewahrt er sie auf.
Das „Bilderbuch“ folgt dem alten Mann auf seinen Streifzügen und dokumentiert den Wandel der ehemals deutschen Stadt, die heute als Kulturhauptstadt Polens gilt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörte Innenstadt wurde liebevoll restauriert, ein Prozess, der noch immer nicht abgeschlossen ist. Auf einem Baugerüst in 60 Meter Höhe flickt der Denkmalpfleger der Marienkirche Tomasz Korzeniowski zerbröselte Ziegelsteine. Eine Million Ziegel hat die größte Backsteinkirche der Welt, jeder zehnte muss restauriert werden - eine Sisyphusarbeit.
Doch während der Erhalt der architektonischen Kostbarkeiten Danzigs im EU-Mitgliedsland Polen langfristig gesichert ist, plagen den Fotografen Leonard Szmaglik Sorgen um sein Archiv. „Was soll aus meinen Nega-tiven werden, wenn ich nicht mehr bin?“, fragt sich der alte Mann. Geld für eine sichere Aufbewahrung hat er nicht. Mit seiner kargen Rente kann der ehemalige Werftarbeiter nicht einmal die Reparatur seines defekten Elektroherds bezahlen.
Siebenbürgen
14:15 Uhr, Bayerisches Fernsehen (45 Minuten)
Naturbeobachtungen in Rumänien - Film
Der Film führt durch die landschaftliche Vielgestaltigkeit Rumäniens, die von deutschen Siedlern, den „Siebenbürger Sachsen“, geprägt wurde. Vorgestellt wird auch die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt dieses Landes.
Siebenbürgen, ein an die Schweiz erinnerndes Hügel- und Bergland in Südosteuropa, wird auch Transsilvanien genannt - „Land jenseits der Wälder“. Lange von den Habsburgern und den Ungarn beherrscht, ist es heute ein Teil von Rumänien.
Der Film beginnt im Karpatenbogen, einem Faltengebirge, das Höhen von zweieinhalb tausend Metern erreicht, und stellt dann das Kerngebiet Siebenbürgens vor: das Siebenbürgische Hochland. In Sieben-bürgen kann man den unterschiedlichsten Tieren begegnen: Der Bogen spannt sich vom Nashornkäfer über den Kaisermantel, den Teichfrosch und Rotfuchs bis hin zum Braunbär. Ein Höhepunkt des Films sind die faszinierenden Vogelaufnahmen. Um die Fluchtentfernung der Tiere unterschreiten zu können, er-richtete Kameramann und Autor Andreas Schulze zahlreiche Tarnzelte. Auf diese Weise gelangen ihm Bilder von bestechender Klarheit und Intensität, zum Beispiel von Steinrötel, Wasseramsel, Neuntöter, Goldammer, Wendehals oder vom Schicksal eines Drosselrohrsängernestes, in das ein Kuckuck sein Ei gelegt hat. Eingebettet werden all diese Tierbeobachtungen in eine malerische Kulisse aus Landschafts- und Pflanzenaufnahmen. Zu sehen sind unter anderem Rutschungshügel, die aus der Eiszeit stammen, farbenprächtige Blumen und die bollwerkartigen, von den Siebenbürger Sachsen errichteten Kirchenburgen.
Seen auf dem Dach der Welt - Erstausstrahlung
19:30 Uhr, arte (45 Minuten)
Der Markakol in Kasachstan - Dokumentationsreihe - (Folge 3)
Sie gehören zu den höchst gelegenen Gewässern der Welt und bilden einzigartige Biotope. Die Doku-mentationsreihe „Seen auf dem Dach der Welt“ präsentiert grandiose Landschaften, eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt und befasst sich mit der Rolle, die diese Seen in der Kultur der Bergbewohner spielen.
Der dritte Teil der Reihe führt in den Osten Kasachstans. Hier liegt in über 1.500 Metern Höhe der fischreiche Markakol.
Weit im Osten Kasachstans in den Bergen des geheimnisvollen Altaigebirges liegt der Markakol. Die malerische Landschaft, die Artenvielfalt der Umgebung und nicht zuletzt sein Fischreichtum machen ihn zur sprichwörtlichen Perle des kasachischen Altai. Er liegt zwischen den Bergrücken Kurtschum und Asutau, etwa 1.500 Meter über dem Meeresspiegel.
Anders als die meisten Gebirgsseen ist der Markakol kein Endsee. Das Wasser der etwa hundert Flüsse und Bäche, die in ihn hineinfließen, fließt auch wieder ab. Einer dieser Abflüsse ist der Kalzhir. Er fließt weiter über den Saissansee in den Irtysch, der seinerseits in den Ob und dann ins Nordpolarmeer mündet. Die zahlreichen Flüsse machen den Markakol zum fischreichsten Bergsee Asiens. Millionen von Lachse kommen zum Laichen hierher. Aber auch unzählige andere Fischarten bevölkern ihn. Mindestens ebenso spektakulär wie der See selbst sind die Landschaften an seinen Ufern mit ihren üppigen Taigawäldern. In der Region leben Marale (sibirische Riesenhirsche), Steinböcke, Schwarzstörche und zahlreiche Greifvögel.
Doch so schön der Markakol ist, so abgelegen ist er auch. Die 500 Kilometer lange Anreise aus Öskemen, der nächsten größeren Stadt, ist ein echtes Abenteuer. Endlose Steppen, die Wüste Akkum an der chinesischen Grenze und die Berge des Südaltai bilden wahre Herausforderungen. Weniger als 200 Kilometer der Strecke sind asphaltiert. Der Rest besteht aus Feldwegen, die nur mit geländegängigen Fahrzeugen passierbar sind. So gibt es nur zwei kleine Dörfer am See. Die wenigen Einwohner leben von der Landwirtschaft und vom Fischfang.
Donnerstag, 8. März
Wildes Serbien - Störche, Schluchten und Schakale
11:30 Uhr, NDR Fernsehen (45 Minuten)
Film
Im Herzen des Balkans liegt Serbien. Das „kleine Europa“ in Europa - ein Name, dem das Land mit seiner vielfältigen Landschaft und Natur mehr als gerecht wird. Diese Naturdokumentation zeigt atemberaubende Landschaften und die einzigartige Tierwelt Serbiens auf einer Sommerreise, die zu den schönsten und wildesten Regionen der Balkanhalbinsel führt: vom Hochgebirge über sanfte Hügel bis hin zu den weiten Ebenen der Puszta.
Serbien ist nur gut fünfmal so groß wie Schleswig-Holstein, dennoch treffen hier unterschiedlichste Vegetationszonen, Tierwelten und Kulturen aufeinander. Noch immer leben viele Serben in tiefer Verbundenheit zur Natur. Sie sind stolz auf die Storchnester in den Dörfern, die Erhaltung alter Nutztierrassen und die Wiederansiedlung von Geiern. Selbst Bären, Luchse und Wölfe werden manchen Ortes wieder gern gesehen. Sogar Schakale sind in Serbiens Wäldern zu Hause - in einem Land voller Traditionen und Folklore, beeinflusst vom Okzident wie vom Orient.
Die Donau ist Serbiens markanter Strom. Auf ihrem Weg durch Rumäniens Karpaten bildet sie einen der imposantesten Taldurchbrüche Europas: das „Eiserne Tor“. Weitere landschaftliche Höhepunkte sind die archaischen Erdtürme der Teufelsstadt, die in kräftigen roten Farben emporragen, oder die wohl trockenste Gegend Serbiens, die Deliblatska Pescara, auch europäische Sahara genannt. Der Film gibt einen wild-romantischen Einblick in das Land Serbien.
Schwester Lea und die Ware Liebe
13:30 Uhr, Bayerisches Fernsehen (45 Minuten)
Eine Ordensfrau kämpft gegen Menschenhandel - Dokumentation
Zum Weltfrauentag 2012: Porträt von Schwester Dr. Lea Ackermann, die am 2. Februar ihren 75. Geburtstag feiert.
Manche nennen sie Schwester Courage, andere die gläubige Feministin. Seit 1985 kämpft Schwester Dr. Lea Ackermann gegen das Geschäft mit der Ware Frau, gegen Frauenhandel, Sextourismus und Zwangsprostitution. Die Katholische Akademie Bayern hat Schwester Lea den Romano-Guardini-Preis verliehen und würdigt damit das Lebenswerk der engagierten Ordensfrau. Fast jedes Jahr bitten rund 1000 Frauen aus nahezu 100 Ländern der Welt Schwester Lea um Hilfe.
Seit der Öffnung der Grenzen werden immer mehr Frauen aus Osteuropa Opfer von Schleppern und Zuhältern. Ein Schwerpunkt der Arbeit von Schwester Lea ist daher der Ausbau der Kontakte zu Organisationen in den verschiedenen Heimatländern der betroffenen Osteuropäerinnen. Ein anderer die psychosoziale und rechtliche Betreuung von Zeuginnen in Menschenhandelsverfahren sowie die Bereit-stellung von Hilfen für Frauen, die in ihre Heimat zurückkehren wollen.
Ihr Schlüsselerlebnis hatte die Ordensfrau auf den Philippinen. Als sie mit einem Bischof und dessen Sekretär im Taxi fuhr, bot der Taxifahrer den beiden Kirchenmännern seine eigenen Schwestern zum Sex an. Diese unverfrorene Offerte entsetzte die Weiße Schwester derart, dass sie bald darauf SOLWODI (Solidarity with Women in Distress) gründete. Der Verein kümmert sich mittlerweile in zwölf deutschen Städten und in Kenia und Ruanda um Frauen, die dem Elend der Prostitution entkommen wollen.
Freitag, 9. März
Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei
02:20 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Vom Paradies in die Hölle - Dokumentationsreihe - (Folge 1 von 3)
Im mythenreichen Sibirien kommt ihm die Rolle eines Königs zu: Gespeist von zwei Quellflüssen beginnt der Jenissei seinen Lauf an der mongolischen Grenze in der geografischen Mitte Asiens. Er zwängt sich durch bizarre Gebirge, wälzt sich als wasserreichster Fluss Sibiriens majestätisch durch die Mitte des Kontinents und entfaltet in den Ebenen des Nordens, über denen die Sonne monatelang nicht aufgehen mag, seine volle Kraft.
Gleich zweimal hat sich der ehemalige Russlandkorrespondent Dirk Sager für seine Filmtrilogie „Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei“ auf die entbehrungsreiche Reise begeben - einmal im klirrenden Winter und einmal im glühenden Sommer. Nur so konnten er und sein Team das Land und seine Menschen mit all seinen Kontrasten und Widersprüchen ins Bild setzen - mit Aufnahmen des rauschhaften kurzen Sommers und Bildern des frostklirrenden harten Winters. Die erste Etappe der Reise entlang des Jenissei führt vom Quellgebiet durch die Republik Tuwa flussabwärts bis nach Krasnojarsk und den nahe gelegenen geheimen Plutoniumreaktoren mit dem Code-Namen „Krasnojarsk 26“.
Die weiteren zwei Teile von „Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei“ sendet 3sat im Anschluss, ab 3.05 Uhr
Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei
03:05 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Die Nachfahren der Verbannten - Dokumentationsreihe - (Folge 2 von 3)
„Che Guevara“ heißt die letzte Bar vor dem Nordpol. Sie liegt in Krasnojarsk, 2.500 Kilometer vor der Mündung des Jenisseis in das Nordmeer. Wer dorthin kommt, möchte auch während der kurzen Nächte des Sommers nicht schlafen gehen. Im Sommer erfasst die jungen wie die alten Bürger das Glücksgefühl, dem langen und kalten Winter für kurze Zeit entronnen zu sein. Im Sommer wird der Jenissei zur Straße des Lebens, denn was im Sommer nicht flussabwärts gebracht wird, kann im nächsten Winter zu Versorgungsengpässen führen.
Gleich zweimal hat sich der ehemalige Russlandkorrespondent Dirk Sager für seine Filmtrilogie über den Jenissei auf die entbehrungsreiche Reise begeben: einmal im klirrenden Winter und einmal im glühenden Sommer. Die zweite Etappe führt von Krasnojarsk in Richtung Jenisseisk. Die Stadt hat sich den Charme der Pionierzeit erhalten. Schon 1635 erhielt die Siedlung das Stadtrecht und wurde einer der wichtigsten Umschlagsplätze im frühen Sibirien für Gold und Pelze. Zu Stalins Zeiten war sie einer der Orte, in denen Gulag-Häftlinge auf Schiffe verladen wurden, um weiter in den Norden zu den entlegenen Straflagern gebracht zu werden.
Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei
03:50 Uhr, 3sat (40 Minuten)
Bis ans Ende der Welt - Dokumentationsreihe - (Folge 3 von 3)
In Dikson, an der Mündung des Jenisseis in das Nordmeer, hoffen die Menschen auf den Wirtschafts-aufschwung durch Bodenschätze. Doch ihre Kinder lassen sie Englisch lernen, damit ihnen die Welt offen steht. Im Winter, der acht Monate dauert, sind sie in der Einsamkeit von Schnee und Eis eingeschlossen. Im Sommer läuft ein Postdampfer die Dörfer an. Das ist - abgesehen von gelegentlichen Hubschrauber-transporten - ihr einziger Kontakt zur Außenwelt. Doch obwohl die Region für Besiedlung kaum geeignet ist, trifft man auf Menschen, die den Widrigkeiten trotzen. Die einzigen Orte, an denen sich der Traum von den sibirischen Schätzen erfüllt hat, sind Norilsk und Dudinka - weit im Norden gelegen. In den Berg- und Hüttenwerken von Norilsk werden kostbare Metalle wie Palladium, Platin, Kobalt und Kupfer gewonnen. Dudinka ist der Hafen am Jenissei, von wo die teure Ware in alle Welt verschifft wird.
Der ehemalige Russlandkorrespondent Dirk Sager hat sich für seine Filmtrilogie „Sibiriens Schicksalsstrom: Der Jenissei“ zweimal auf die Reise begeben: einmal im klirrenden Winter und einmal im glühenden Sommer. Die letzte Etappe am Jenissei beginnt in den Siedlungen am Mittellauf des Flusses.
Eisenbahnromantik
15:30 Uhr, MDR (30 Minuten)
Schienenstrang und Seidenstraße - durch die Steppen Kasachstans und Usbekistans
Eine von vielen Etappen auf der langen Reise entlang der Seidenstraße ist die Flussoase Sarafan in Usbekistan. Baumwollfelder so weit das Auge reicht. Die Züge fahren in den Mittelpunkt der Oase, nach Samarkant, Knotenpunkt der transkaspischen Eisenbahnlinie. Ein Schnellzug ist kaum weniger als 24 Stunden unterwegs, die Güterzüge sind schier endlos und das Land ist weiter als das Auge reicht - von Usbekistan nach Kasachstan und durch die Steppen und Gebirge Mittelasiens. Durch Städte, die eine Jahrtausende alte Tradition haben und moderne Metropolen fährt der Sonderzug. Er ist kein reines Transportmittel, sondern ein Hotel, an dem die Landschaft vorüber zieht. Dabei scheint der langsame Takt der Schienenstöße den Lebensrhythmus im Zug vorzugeben.
Jahresbericht 2011 erschienen: Informieren Sie sich über die Arbeit von Renovabis im aktuellen Jahresbericht.
Aktuelles Spendenprojekt
Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Renovabis fördert den Betrieb von Suppenküchen in Georgien und sichert somit die Versorgung von alten und bedürftigen Menschen. Das Projekt können Sie mit Ihrer Spende unterstützen. Suppenküchen für notleidende Menschen in Georgien





@renovabis schreibt:
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