Osteuropa-Fernsehtipps
21. Juli 2012 – 27. Juli 2012
Tagesübersicht
Samstag, 21. Juli
Hallo, ich heiße Olga - Erstausstrahlung
00:10 Uhr, arte (40 Minuten)
Hello My Name Is Olga - Kurzfilm
Ein alternder österreichischer Playboy reist in die Ukraine, um dort eine „willige“ Frau kennenzulernen. Olga erfüllt seine Erwartungen allerdings nicht ganz.
Franz, ein in die Jahre gekommener Playboy, hat von den österreichischen Frauen und deren Ansprüchen ein für alle Mal die Nase voll. Im Internet findet er auf der Seite einer Partnervermittlung Olga aus der Ukraine. Wenig später sitzt er im Zug nach Kiew und freut sich auf ein unproblematisches erotisches Abenteuer. Aber die erste Begegnung mit Olga verläuft anders als geplant: Etwas runder als auf dem Foto ist sie, und auch wenn sie die von Franz überreichte Reizwäsche annimmt, will sie sie doch nicht gleich ausprobieren. Franz hofft auf den nächsten Tag. Tatsächlich scheint Olga beim zweiten Treffen williger zu sein, dennoch springt der Funke nicht über. Da entdeckt Franz zu allem Überfluss auch noch, dass Olga eine Tochter hat. Fortan hat er nur noch einen Gedanken - er will zurück nach Hause. Doch dann ist er gezwungen, auf die Kleine aufzupassen, als Olga dringend das Haus verlassen muss…
Tatiana Korol ist in Kasachstan geboren und aufgewachsen, zog aber im Alter von elf Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium in Ulm zog sie nach Berlin, wo sie als Schauspielerin an mehreren Theatern tätig war. 2004 zog sie schließlich nach London und machte dort am College of Communication ihren Bachelor in Film- und Fernsehwissenschaften, für den sie den Abschlussfilm „Akbulak - Der weiße Frühling“ drehte, der ebenfalls auf ARTE zu sehen war. Im Januar 2009 begann Tatiana Korol ihr Aufbaustudium an der Londoner Film and Television School im Fach Regie.
Bio senza confini - Die Region Alpe-Adria
10:00 Uhr, 3sat (45 Minuten)
Film - Dokumentation
Das Bekenntnis zum biologischen Wirtschaften haben die Steiermark, Slowenien, Friaul und Kärnten gemeinsam - Regionen, die früher miteinander verbunden waren. Die Steiermark und Kärnten sind ihren Partnern in Slowenien und Italien in der Entwicklung und Verwirklichung des Biogedankens zwar um einige Schritte voraus, können dadurch aber zu einem Aufschwung für alle Beteiligten beitragen. Ein Beispiel dafür, wie problemlos politische Grenzen überwunden werden können, liefert der ehemalige Radiomoderator Dieter Dorner: Nach seiner Pensionierung hat er sich ganz dem Bioweinbau verschrieben. Die Trauben für sein Weingut im steirischen Mureck kommen aus den slowenischen Weingärten jenseits der Mur.
Die Dokumentation „Bio senza confini - Die Region Alpe-Adria“ besucht eine Region, die zwar durch politische Grenzen getrennt, aber durch historische und traditionelle Gemeinsamkeiten verbunden ist.
Fabergé - Ostereier für die Zaren
13:10 Uhr, arte (50 Minuten)
Dokumentation
Mit Hilfe der kostbaren Fabergé-Eier wirft die Dokumentation einen Blick in die Lebenswelt der letzten russischen Zaren und ihres Hofjuweliers Peter Carl Fabergé. Fabergé hatte 1885 das erste dieser Schmuckstücke im Auftrag des Zaren Alexander III. entworfen, der seiner Frau zu Ostern ein besonderes Geschenk machen wollte. Die Dokumentation erzählt die Geschichte der heute beinahe unbezahlbaren Kostbarkeiten, sie erzählt von ungeheurem Reichtum und Macht, aber auch von tiefen Konflikten, die schließlich im Untergang des Zarenreiches mündeten.
Der Name Fabergé ist unweigerlich mit dem Prunk und den kostbaren Schätzen der letzten russischen Zaren verbunden. Denn kein anderer Juwelier war in seinem persönlichen Schicksal so unmittelbar mit der Geschichte des Zarenreiches vernetzt wie Peter Carl Fabergé. Vor allem in seinen bekanntesten Schmuckstücken, den Fabergé-Eiern, spiegeln sich das Leben der Zarenfamilie und die Entwicklung Russlands wider. Ihre Entstehungsgeschichte gleicht einem Abenteuerroman mit allen Ingredienzien von Liebe und Trauer, Hoffnung und Enttäuschung, Krieg, Flucht und grausamem Tod.
Im Jahr 1885 wollte der russische Zar Alexander III. seiner Frau zu Ostern eine besondere Freude bereiten und erteilte dem erst 38-jährigen Juwelier Peter Carl Fabergé den Auftrag, für die Zarin etwas Außergewöhnliches anzufertigen. So entstand das erste kostbare Kunstei. Innen besteht es aus Gold, außen aus Emaille. Im goldenen Dotter ist eine Henne aus Vierfarbgold versteckt, mit Augen aus Rubinen. Die Begeisterung war so groß, dass die Zarin fortan jedes Jahr zum orthodoxen Osterfest ein solches Geschenk bekam. Fabergé stellte insgesamt 50 dieser kostbaren Schmuckstücke her.
Nach der Oktoberrevolution 1917 konfiszierten die Bolschewisten die Kostbarkeiten und verkauften 40 davon ins Ausland. So wurden sie in die ganze Welt verstreut. Filmemacher Bernd Boehm spürte in den USA, der Schweiz, England und in Russland über 30 Fabergé-Eier auf. Nach mühevollen Verhandlungen mit Museen und privaten Sammlern durfte er sie filmen. Jedes dieser filigranen Schmuckeier hat heute einen Schätzwert zwischen 20 und 50 Millionen Dollar.
Die Altkleider-Lüge
18:02 Uhr, rbb (28 Minuten)
Wie Spenden zum Geschäft werden - Reportage
Aus den Sammelcontainer direkt in die Katastrophengebiete der Welt? Die Wahrheit sieht anders aus. Ein Großteil der gespendeten Altkleider wird weiterverkauf. Die Profiteure sind Unternehmen, die mit Secondhand-Garderobe ein knallhartes Geschäft machen.
„Wenn ich abends ins Bett gehe, weiß ich wenigstens, dass ich etwas Gutes getan habe“, sagt stolz ein Mitarbeiter einer deutschen Hilfsorganisation, der die Sammelcontainer mit Altkleiderspenden leert. „Von hier aus gehen die Sachen direkt in die Katastrophengebiete der Welt“, erzählt er.
Doch was er offensichtlich nicht weiß: Ein Großteil der gespendeten Altkleider wird in Wahrheit weiterverkauft - zum Kilopreis. Die Profiteure sind Unternehmen, die mit Secondhand-Garderobe ein knallhartes Geschäft machen. Oft verkaufen Hilfsorganisationen auch nur ihr Logo, ihren guten Namen, auf den Containern von Altkleiderfirmen. Ein Betrug an jenen, die glauben, Gutes zu tun für die Armen in der Dritten Welt? Die besten Stücke würden für den Altkleidermarkt in Russland aussortiert, erklärt ein Mitarbeiter, denn dort habe das Geschäft mit gebrauchte Markenwaren Hochkonjunktur. Nur die zweite, dritte oder vierte Wahl gelangt nach Afrika. Immerhin noch 60 Prozent der Kleidung, die in Deutschland für gute Zwecke gespendet wurde. Doch was passiert dort mit den Altkleidern? Die NDR-Autoren Michael Höft und Christian Jentzsch suchen die Antwort in Tansania. Was sie dort erleben, schockiert: Nicht nur deutsche Firmen und Hilfsorganisationen verdienen gut an den Kleiderspenden, auch für die meist libanesisch stämmigen Händler in Afrika sind Altkleiderspenden ein lukratives Geschäft. Selbst die Ärmsten der Armen müssen dafür bezahlen. Früher haben viele von ihnen noch in der einheimischen Textilindustrie gearbeitet, aber die ist mittlerweile abgewirtschaftet. Die Billigsachen aus Europa haben die gesamte Bekleidungsindustrie des Landes in den Ruin getrieben. 50 Container mit Altkleidern werden jeden Monat im Hafen von Dar es Salaam angelandet. Das sind 20.000 Tonnen, die den ostafrikanischen Kleidermarkt jede Chance nehmen. Die einzigen Näherinnen, die noch Arbeit haben, sind jene, die XXL-Hosen aus Europa und Amerika auf afrikanische „Hungergrößen“ umnähen.
360° - Geo Reportage
19:30 Uhr, arte (45 Minuten)
Mit dem Wanderbarden durch Aserbaidschan - Reportage
Auf den sattgrünen Hochebenen des Kleinen Kaukasus in Aserbaidschan ist die Moderne noch nicht angekommen. Hier liegt die Heimat des 40-jährigen Nemet Gasimli, der schon als kleiner Junge genau wusste, dass er nicht Bauer, Imker oder Landarbeiter - wie die meisten in dieser Region -, sondern Sänger, Dichter und Musiker werden wollte. Und Nemet wurde tatsächlich ein Aschug - ein traditioneller Wanderbarde -, der sein Land bereist und es in leidenschaftlichen Versen besingt. „360° - Geo Reportage“ hat den Barden und seinen Lehrling Elvin begleitet und ein vielfältiges Land zwischen Orient und Okzident entdeckt.
Die Republik Aserbaidschan liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus-Gebirge. Sie ist etwa so groß wie Österreich und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ein souveräner Staat.
Obwohl das Land klein ist, durchqueren der Wanderbarde Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin auf ihrer Reise mehrere Klimazonen. Mit ihrem Kleinwagen besuchen sie das Grenzgebiet zu Armenien mit seinen imposanten Gebirgszügen, die Stadt Lenkoran direkt am Kaspischen Meer und tief im Süden des Landes das Örtchen Süljäkaran, in dem die Menschen aus unerfindlichen Gründen uralt werden. Ihre Musik trägt sie zu Gesangsauftritten auf Hochzeiten, Lyrikvorträgen in der Provinz und Musikseminaren in der Hauptstadt Baku.
Die Kunst der Aschugs, wie die Wanderbarden in Aserbaidschan heißen, ist ein uraltes und noch immer hoch angesehenes Gewerbe. Schon vor Jahrhunderten zogen Aschugs als Nachrichtenübermittler durch den Orient, unterhielten ihr Publikum aber auch als Dichter von Heldenepen und Liebesgeschichten. Ein guter Aschug versteht es heute noch, die Menschen mit seinen Versen tief im Innersten zu berühren. Dazu braucht es viel Wissen und musikalisches Können. Jeder Aschug durchläuft eine mehrjährige Lehrzeit bei einem Meister. Er muss die wichtigsten Epen Aserbaidschans kennen und spannend nacherzählen können.
Auch wenn das Reisen auf knochigen Eselrücken längst Vergangenheit ist, und die Nachrichtenübermittlung keinen reitenden Boten mehr braucht - ein Aschug zählt in Aserbaidschan noch zu den Traumberufen. Auch der Profi Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin besinnen sich auf ihrer Reise durchs Land auf die Traditionen und genießen die Freiheiten ihres Künstlerdaseins. Sie lieben dieses Leben, zumal „Aschug“ auch der Liebende heißt.
„360° - Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
Sonntag, 22. Juli
Der Lehrermord von St. Gallen - Kriminalfälle - Schweizer Verbrechen im Visier
05:05 Uhr, 3sat (40 Minuten)
Dokumentation
Im Januar 1999 wurde im schweizerischen St. Gallen der Lehrer Paul Spirig ermordet. Der Täter: Ded Gecaj, ein Kosovo-Albaner und Vater einer Schülerin. Nach der Tat setzte sich Gecaj in seine Heimat ab und entzog sich so der Schweizer Justiz. Paul Spirig unterrichtete eine Realschul-Klasse mit 20 Jugendlichen. Eine seiner Schülerinnen war Besarta Gecaj, die Tochter von Ded Gecaj. Gecaj, ein katholischer Patriarch, isolierte seine Tochter und verbot ihr wiederholt die Teilnahme an Schulaktivitäten. Irgendwann muss Besarta dem Lehrer auch von dem sexuellen Missbrauch durch ihren eigenen Vater erzählt haben. Andy Prinzing, heute Leiter des Engelwies-Schulhauses, hält das Verbrechen deshalb nicht für ein Integrationsproblem, sondern für ein „Vertuschungsverbrechen, um eigene Schandtaten unter den Tisch zu wischen“. Davon gehen auch die Ermittlungsbehörden aus.
Dieser Beitrag der Reihe „Kriminalfälle - Schweizer Verbrechen im Visier“ rollt den Lehrermord von St. Gallen noch einmal auf.
Fluss ohne Grenzen
07:15 Uhr, arte (45 Minuten)
Auenwildnis an der March - Dokumentation
Die Uferlandschaften des Donaunebenflusses March zählen zu den schönsten Mitteleuropas. Sie zeichnen sich zudem durch eine außerordentliche Artenvielfalt aus. Die Auwälder, Altgewässer und Feuchtwiesen der March, eine der letzten ungezähmten Flusslandschaften im Herzen Europas, sind die Heimat zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Regisseur Franz Hafner und sein Team haben die einzigartige Natur an der March zwei Jahre lang dokumentiert - bei jedem Wetter und zu allen Jahreszeiten.
Wie ein grünes Band verbinden March, Donau und Taja die Alpen mit den Karpaten und schlagen so eine Brücke zwischen West- und Osteuropa. Die March fließt, von Tschechien kommend, entlang der slowakisch-österreichischen Grenze zur Donau. Ihre Auen, Sümpfe und Nebenarme reichen weit in alle drei Länder hinein. Die Auwälder, Altgewässer und Feuchtwiesen der March, die eine der letzten ungezähmten Flusslandschaften im Herzen Europas bilden, beherbergen eine außerordentliche Artenvielfalt. Sie sind der Lebensraum teilweise extrem selten gewordener Tier- und Pflanzenarten wie Seeadler, Kaiseradler und sibirische Iris.
Unmittelbar an den Auwald grenzt eine Landschaft, die unterschiedlicher nicht sein könnte: eine in Mitteleuropa einzigartige Steppe. Die sanften, grasbedeckten Sanddünen am Unterlauf der March erinnern an Zentralasien, und von dort stammen auch viele Pflanzen und Tiere, die hier leben.
Für wandernde Wildtiere wie Elche, Bären, Rothirsche, Wildschweine und Luchse sind die Marchauen seit Jahrhunderten ein grüner Korridor zwischen Alpen und Karpaten, mitten durch eine immer dichter werdende Zivilisation.
Die Dokumentation, für die Regisseur Franz Hafner und sein Team zwei Jahre lang die Natur an der March beobachtet haben, zeigt die einmalige Landschaft in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit.
Katharina die Große: Auf dem Gipfel der Macht
10:45 Uhr, HR Fernsehen (45 Minuten)
Film - Sendereihe (Folge 2 von 2)
Sie kam aus einem kleinen deutschen Fürstentum nach Russland - und riss dort die Macht an sich. Sie wurde als Katharina II. russische Zarin. Sie führte Kriege, liebte leidenschaftlich, war unbarmherzig und machte Russland groß und mächtig. Das Dokudrama erzählt diese dramatische Lebensgeschichte. Auf die Etappen ihres Lebensweges blickt das Dokudrama mit Katharinas Augen. Vor allem die Tagebücher, Memoiren und persönlichen Briefe der Zarin machen das möglich. Sie sind die Grundlage für aufwändige Spielszenen, die das Leben der Zarin zeigen. Doch zugleich wird das Geschehen von namhaften Historikern eingeordnet und bewertet. Mit ihrer Krönung 1772 in St. Petersburg beginnt die Zarin ihre Reformpolitik in ihrem riesigen Reich: Medizin, Schulwesen, Rechtsprechung. Doch werden ihre Reformen von Kriegen, die sie führt, in den Hintergrund gedrängt. In zwei Kriegen gegen die Türkei erobert sie Russlands Zugang zum Schwarzen Meer. Durch die Teilung Polens gewinnt sie Land im Westen. Aber nicht nur Kriege, auch die Liebe nimmt einen großen Raum in ihrem Leben ein - wenn auch selbst ihre Affären oft machtpolitisch begründet waren. Katharina starb 1796.
Pack die Koffer
12:00 Uhr, NDR Fernsehen (90 Minuten)
Auf nach Danzig
Steffen Möller: Diesen Mann aus Wuppertal kennt in Polen jedes Kind. Mit zahlreichen Fernsehsendungen hat er sich als der „andere Deutsche“ in den Herzen der Polen festgesetzt; er selbst kennt, schätzt und liebt die Polen wie kein anderer.
Mit Moderatorin Ann-Katrin Schröder reist Steffen Möller durch Danzig und Umgebung. Die beiden zeigen dort die schönsten Gegenden, die interessantesten Ecken, die ungewöhnlichsten Schauplätze. Dadurch lernt man Polen von einer Seite kennen, die einem auf einer Ferienreise sonst verschlossen bleibt.
Steffen Möller und Ann-Katrin Schröder treffen auf ihrer Tour die unterschiedlichsten Menschen: auf der Werft Danzig, wo 1980 die Gewerkschaft Solidarnosc gegründet wurde, den „Tiger“ Dariusz Michalczewski, dessen Boxkarriere hier begann; den deutschen Bonbonkocher Florian, der sich mit seinen süßen Sachen bei den Behörden Gehör verschaffen kann; Ute aus Bayern und ihren Bierbrauer Bogdan, der mit seinem Bier nach deutschen Reinheitsgebot den polnischen Bierpreis gewann; die junge Journalistin Kasia, die Danzig wie ihre Westentasche kennt und Ann-Katrin Schröder ihre Geheimtipps zeigt.
Steffen Möller schließlich bereitet mit seinen Tipps den Polen-Besucher bestens vor, damit er vor Ort nicht ins Fettnäpfchen tritt: So sollte man niemals jemandem über einer Türschwelle die Hand geben, keinen Witz über den polnischen Papst reißen und einer Polin viele Komplimente machen, am besten mit einem Handkuss.
Außerdem verraten Ann-Katrin Schröder und Steffen Möller, wo man in Danzig und Umgebung z. B. besonders gut wohnen, essen, reiten, Golf spielen und baden kann.
360° - Geo Reportage
13:10 Uhr, arte (60 Minuten)
Mit dem Wanderbarden durch Aserbaidschan - Reportage
Auf den sattgrünen Hochebenen des Kleinen Kaukasus in Aserbaidschan ist die Moderne noch nicht angekommen. Hier liegt die Heimat des 40-jährigen Nemet Gasimli, der schon als kleiner Junge genau wusste, dass er nicht Bauer, Imker oder Landarbeiter - wie die meisten in dieser Region -, sondern Sänger, Dichter und Musiker werden wollte. Und Nemet wurde tatsächlich ein Aschug - ein traditioneller Wanderbarde -, der sein Land bereist und es in leidenschaftlichen Versen besingt. „360° - Geo Reportage“ hat den Barden und seinen Lehrling Elvin begleitet und ein vielfältiges Land zwischen Orient und Okzident entdeckt.
Die Republik Aserbaidschan liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus-Gebirge. Sie ist etwa so groß wie Österreich und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ein souveräner Staat.
Obwohl das Land klein ist, durchqueren der Wanderbarde Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin auf ihrer Reise mehrere Klimazonen. Mit ihrem Kleinwagen besuchen sie das Grenzgebiet zu Armenien mit seinen imposanten Gebirgszügen, die Stadt Lenkoran direkt am Kaspischen Meer und tief im Süden des Landes das Örtchen Süljäkaran, in dem die Menschen aus unerfindlichen Gründen uralt werden. Ihre Musik trägt sie zu Gesangsauftritten auf Hochzeiten, Lyrikvorträgen in der Provinz und Musikseminaren in der Hauptstadt Baku.
Die Kunst der Aschugs, wie die Wanderbarden in Aserbaidschan heißen, ist ein uraltes und noch immer hoch angesehenes Gewerbe. Schon vor Jahrhunderten zogen Aschugs als Nachrichtenübermittler durch den Orient, unterhielten ihr Publikum aber auch als Dichter von Heldenepen und Liebesgeschichten. Ein guter Aschug versteht es heute noch, die Menschen mit seinen Versen tief im Innersten zu berühren. Dazu braucht es viel Wissen und musikalisches Können. Jeder Aschug durchläuft eine mehrjährige Lehrzeit bei einem Meister. Er muss die wichtigsten Epen Aserbaidschans kennen und spannend nacherzählen können.
Auch wenn das Reisen auf knochigen Eselrücken längst Vergangenheit ist, und die Nachrichtenübermittlung keinen reitenden Boten mehr braucht - ein Aschug zählt in Aserbaidschan noch zu den Traumberufen. Auch der Profi Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin besinnen sich auf ihrer Reise durchs Land auf die Traditionen und genießen die Freiheiten ihres Künstlerdaseins. Sie lieben dieses Leben, zumal „Aschug“ auch der Liebende heißt.
„360° - Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
Cosmo TV Reportage
16:00 Uhr, WDR (30 Minuten)
Eine schrecklich schräge Familie - Die Ben Miloud-Budrovics - Film
Ihr Abenteuer heißt Familie. Ihre Alltagsgeschichten sind komisch und manchmal traurig. Hinter ihren Türen prallen in ihrer Altbauwohnung in Köln Kulturen und Leidenschaften aufeinander. An einer Wand hän-gen Papas Suren aus dem Koran in arabischer Schrift, gegenüber schmücken Mamas Bilder von schönen katholischen Kirchen in Kroa-tien das Zimmer. Auf dem Boden spielt der 14-jährige Zakariah Game-boy, während die 11-jährige Meriam deutsche Hits auf ihrem iPod hört. Ihre Mutter Zana ist eine gläubige Katholikin von der Insel Hvar in Kroatien. Vater Ben, ein Muslim aus Tunesien und ehemaliger Tür-steher, ist von Beruf Maschinenführer. Er hat nach dem Mord an sei-nem besten Freund seinen Glauben wiederentdeckt und betet jetzt fünfmal am Tag die Suren des Korans. „Wir sind ein Mischmasch“, sagen die Kinder. Die Familie Miloud-Budrovic lebt in dem Kölner Stadtteil Nippes tagtäglich die Konflikte zwischen Bibel und Koran, Cevapcici und Couscous. Bei ihnen prallen zwei Konfliktfelder aufein-ander: Glaube und Familie. Jetzt nähern sich die Kinder der Pubertät. Zaki widerspricht seinem Vater, wo er nur kann und fragt ihn provo-kativ, was er eigentlich bisher Besonderes geleistet habe. Von seiner Tochter erwartet Vater Ben, dass sie einmal einen Muslim heiratet, nach den Regeln des Koran. Darauf bereitet er sie jetzt schon vor. Doch hinter seinem Rücken schüttelt sie darüber nur den Kopf. Der Film taucht ein in den spannungsgeladenen Alltag dieser humorvollen Familie, die trotz ihrer religiösen Gegensätze und des finanziellen Drucks bisher immer wieder aus jeder Krise einen Weg gefunden hat.
Die Küsten der Ostsee - Länder - Menschen - Abenteuer
16:30 Uhr, SWR (90 Minuten)
Baltikum / Polen (Folge 4 von 5 und Folge 5 von 5)
In Estland startet die Reise in Tallinn. Von hier aus geht es zu zwei außergewöhnlichen Inseln, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf Saaremaa werden Luxus-Yachten für den europäischen Markt gebaut, während auf Kihnu die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Hier leben Frauen, die ihre eigene Sprache, ihre eigenen Trachten und ihre ganz eigenen Transportmittel haben: alte Motorräder, M72, aus Sowjetzeiten. Aivar Ruukel wohnt im Soomaa Nationalpark, einer einzigartigen Wasserwelt, die er am liebsten mit seinem selbst gebauten Einbaum erkundet. Kurz hinter der Grenze nach Lettland fängt ein Fischer eine Delikatesse: Neunaugen, aalartige Wirbeltiere, die selten geworden sind in Europa. Im Hafen von Riga bildet die Seefahrtsakademie die Schlepper für die großen Fähren aus Skandinavien aus. In Litauen werden Auerochsen eingefangen. Das Projekt rettet die Tiere vor dem Aussterben und erforscht die besten Aufzuchtmethoden. Die Reise endet auf der Kurischen Nehrung, einer zwei Kilometer langen Wanderdüne, auf der die Grenze zum russischen Kaliningrad verläuft. Eine junge Grenzerin kontrolliert das weitläufige Gebiet mit dem Quad und soll mit ihren Kollegen den Schmuggel nach Europa verhindern.
Die letzte Episode auf der Reise rund um die Ostsee startet am Frischen Haff. Hier trainiert die Vizeweltmeisterin im Freestyle-Kiten, Karolina Winkowska. Über ein Relikt aus den Zeiten der Industrialisierung, dem Oberländischen Kanal, führt die Helikopterroute nach Danzig. Die Geschichte ist in Danzig allgegenwärtig. Auf der Werft nahm die Solidarnosc- Bewegung ihren Anfang: die Geburtsstunde des demokratischen Polens. Fotograf Michal Szlaga dokumentiert den Wandel seines Landes anhand einer Langzeitstudie der Werft.
Heute trifft er statt ölverschmierter Blaumänner Künstler, die sich auf dem Gelände am Hafen ihre Ateliers eingerichtet haben. In der Danziger Bucht betaucht Polens ältester Taucher, Lech Nowicz, die Wracks, die hier seit dem Zweiten Weltkrieg überall verstreut liegen. Weiter nördlich ist die Danziger Bucht die Heimat von Schweinswalen. Forscher sichern ihr Überleben durch Schallzäune, die sie von den Netzen der Fischer fernhalten. Entlang der Küste über die Dünen von Leba und Ustka führt die Reise nach Rusowo und Stettin. Hier wird eine alte polnische Tradition gehegt: die Pferdezucht. Jan Bobiks Familie führt das Hannoveraner-Gestüt Nowielice schon in der vierten Generation.
Montag, 23. Juli
Als der Ostblock Geschichte wurde
05:00 Uhr, HR Fernsehen (85 Minuten)
Litauen: Das Mädchen und die Panzer - Dokumentationsreihe (Folge 5 von 5)
In der Nacht zum 13. Januar 1991 rollen in Vilnius, der Hauptstadt der litauischen Sowjetrepublik, russische Panzer. Ihr Ziel ist der Fernsehturm, das Symbol der Unabhängigkeit der kleinen baltischen Republik. Dort haben sich Tausende Litauer versammelt, um ihre Freiheit zu verteidigen, darunter auch die 23-jährige Loreta Asanaviciute. Als die sowjetischen Truppen anrücken, fassen die Menschen sich an den Händen und bilden eine Kette um den Turm. Insgesamt 14 Litauer sterben in dieser Nacht, in der sowjetische Spezialeinheiten den Fernsehturm einnehmen. Auch Loreta erliegt ihren Verletzungen. Die Dokumentation rekonstruiert die dramatischen Ereignisse, die die Unabhängigkeit Litauens begleiten.
Mit einer Menschenkette beginnt 1988 der Freiheitskampf der baltischen Staaten. Über 600 Kilometer stehen die Menschen vom litauischen Vilnius im Süden über das lettische Riga bis zum estnischen Tallinn im Norden Hand in Hand. Auch Loreta Asanaviciute und ihre Mutter Stase. Die friedliche Aktion soll an die Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes 50 Jahre zuvor erinnern. Jener Pakt zwischen den Nationalsozialisten und den Sowjets hatte das Schicksal der freien baltischen Republiken besiegelt. Der angeblich freiwillige Beitritt Litauens, Lettlands und Estland zur Sowjetunion war ein abgekartetes Spiel. Stase kann sich noch an die kurze Zeit der litauischen Unabhängigkeit zwischen den Weltkriegen erinnern.
Cosmo TV Reportage
05:05 Uhr, WDR (35 Minuten)
Eine schrecklich schräge Familie - Die Ben Miloud-Budrovics - Film
Ihr Abenteuer heißt Familie. Ihre Alltagsgeschichten sind komisch und manchmal traurig. Hinter ihren Türen prallen in ihrer Altbauwohnung in Köln Kulturen und Leidenschaften aufeinander. An einer Wand hän-gen Papas Suren aus dem Koran in arabischer Schrift, gegenüber schmücken Mamas Bilder von schönen katholischen Kirchen in Kroa-tien das Zimmer. Auf dem Boden spielt der 14-jährige Zakariah Game-boy, während die 11-jährige Meriam deutsche Hits auf ihrem iPod hört. Ihre Mutter Zana ist eine gläubige Katholikin von der Insel Hvar in Kroatien. Vater Ben, ein Muslim aus Tunesien und ehemaliger Tür-steher, ist von Beruf Maschinenführer. Er hat nach dem Mord an sei-nem besten Freund seinen Glauben wiederentdeckt und betet jetzt fünfmal am Tag die Suren des Korans. „Wir sind ein Mischmasch“, sagen die Kinder. Die Familie Miloud-Budrovic lebt in dem Kölner Stadtteil Nippes tagtäglich die Konflikte zwischen Bibel und Koran, Cevapcici und Couscous. Bei ihnen prallen zwei Konfliktfelder aufein-ander: Glaube und Familie. Jetzt nähern sich die Kinder der Pubertät. Zaki widerspricht seinem Vater, wo er nur kann und fragt ihn provo-kativ, was er eigentlich bisher Besonderes geleistet habe. Von seiner Tochter erwartet Vater Ben, dass sie einmal einen Muslim heiratet, nach den Regeln des Koran. Darauf bereitet er sie jetzt schon vor. Doch hinter seinem Rücken schüttelt sie darüber nur den Kopf. Der Film taucht ein in den spannungsgeladenen Alltag dieser humorvollen Familie, die trotz ihrer religiösen Gegensätze und des finanziellen Drucks bisher immer wieder aus jeder Krise einen Weg gefunden hat.
Dienstag, 24. Juli
Russische Musik interpretiert vom Orchestre de Paris
06:00 Uhr, arte (45 Minuten)
Musik
Die russische Musik spiegelt das Wesen des Landes und die Seele seines Volkes wider. Dieses Konzert mit dem Orchestre de Paris unter der Leitung des jungen japanischen Dirigenten Kazuki Yamada bringt deren ganze Virtuosität zum Ausdruck. Seit Yamada beim Internationalen Wettbewerb für junge Dirigenten in Besançon 2009 den ersten Preis gewann, ist er bei den großen Orchestern gefragt. Aus dem im Juni 2011 in der Pariser Salle Pleyel aufgezeichneten Konzert bringt ARTE einen Auszug aus der Oper „Ruslan und Ludmila“ von Michail Glinka und ein Klavierwerk von Aram Chatschaturjan. Solist ist Jean-Yves Thibaudet, einer der bedeutendsten französischen Pianisten der Gegenwart.
Der Konzertabend beginnt mit einem Auszug aus der Oper „Ruslan und Ludmila“ von Michail Glinka (1804-1857). Bereits ganz zu Beginn entfaltet sich darin das Glinkas Talent für Instrumentalmusik, der auch als „Vater der russischen Musik“ gilt. Es folgt das „Klavierkonzert Des-Dur“ des armenisch-sowjetischen Komponisten Aram Chatschaturjan (1903-1978): ein glänzendes, klares, elegisches und berauschendes Werk. Chatschaturjans Musik zeichnet sich durch ihre vielfältigen und lebendigen Orchesterfarben aus, die tief von der armenischen, georgischen und aserbaidschanischen Volksmusik geprägt sind. Knapp hundert Jahre nach Glinka erlangte er 1942 mit dem „Säbeltanz“ aus seinem Ballett „Gayaneh“ Weltruhm. Der ebenso virtuose wie schwungvolle Tanz wird häufig auch konzertant gespielt und diente Billy Wilder als Filmmusik.
Chatschaturjans „Klavierkonzert Des-Dur“ (1936) fand Prokofjews Anerkennung. Es ist Teil einer großen Solisten seiner Zeit gewidmeten Trilogie, die außerdem das Violinkonzert von 1940 (für David Oistrach) und das Cellokonzert von 1946 (für Swjatoslaw Knuschewitski) enthält. Dieses frühe Konzert zählt zu seinen berühmtesten. Bei seiner US-amerikanischen Uraufführung schrieb der Musikkritiker der New Yorker Zeitung „World telegram“, kein Werk der Klavierliteratur könne es in Kraft, Geschwindigkeit und Dynamik mit diesem aufnehmen.
Wenn man ihn allzu einseitig als vollkommenen Vertreter der französischen Klavierschule hinstellen will, verweist Jean-Yves Thibaudet humorvoll auf seine deutsch-französische Abstammung. Dennoch gibt er zu, dass ihn zumindest die als „französisch“ geltende Eigenschaft der Freude am Klang und an der Instrumentalfarbe mit dieser Tradition verbindet. Thibaudets Spiel ist maßgeblich geprägt durch seine Zusammenarbeit mit Weltklasse-Sängerinnen wie Brigitte Fassbaender und Cecilia Bartoli. In diesem Zusammenhang hat er auch eine CD mit Operntranskriptionen eingespielt, welche als sehr schwierig gelten. Thibaudet war bereits zuvor mit dem Orchestre de Paris aufgetreten, im Jahr 1986, 2000 und 2008. Auf dem Programm standen zwei Konzerte von Liszt und die schwer einzuordnende Turangalîla-Symphonie von Olivier Messiaen.
Das Ende des Politbüros
10:30 Uhr, arte (90 Minuten)
Dokumentarfilm
Das Politbüro des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bestimmte 40 Jahre lang die Geschicke der DDR. Als im Jahr 1989 in ganz Osteuropa die Macht der kommunistischen Parteien zu bröckeln begann, brachen auch für die angegrauten und teils auch schon greisen Herren des SED-Politbüros die letzten Monate ihrer Herrschaft an. Der Dokumentarfilm zeigt den steten Machtverlust des Politbüros, der am 3. Dezember 1989 mit der Selbstauflösung endete.
Vom Frühjahr 1989 bis Anfang 1990 vollziehen sich überall in Osteuropa historische Umbrüche. Auch in der DDR brechen die letzten Monate des Politbüros an. Unaufhaltsam wächst der Protest gegen einen undemokratischen Sozialismus, immer mehr Menschen kehren dem Arbeiter-und-Bauern-Staat den Rücken. Die greisen Männer im Politbüro des Zentralkomitees der SED verstehen diese Signale nicht. Erich Honecker weigert sich, einen Kurswechsel zu vollziehen. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, ermahnt ihn der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow.
Einige Mitglieder des Politbüros mit Egon Krenz und Günter Schabowski an der Spitze sehen in der Absetzung ihres Generalsekretärs und damit des ersten Mannes im ZK Erich Honecker einen Ausweg aus der Krise. Am 18. Oktober 1989 bestätigt das Zentralkomitee der SED die Entmachtung. Doch der friedlichen Revolution hat auch Honeckers Nachfolger Egon Krenz nichts mehr entgegenzusetzen. Am 9. November werden die Grenzen geöffnet. Am 3. Dezember 1989 bleibt dem Politbüro des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands nur noch die Selbstauflösung. Durch seine Unfähigkeit zu handeln, hatte sich das Politbüro selbst ins Aus manövriert.
Asiens Länder, Asiens Lieder
12:00 Uhr, arte (50 Minuten)
Klänge der Nomaden - Dokumentationsreihe (Folge 1 von 3)
Die musikalische Reise durch sechs Länder Zentralasiens führt von den weiten Steppen der Mongolei bis an die Schwarzmeerküste in Georgien. Die dreiteilige Dokumentationsreihe entdeckt dabei Asiens Identität in seinen Liedern. Sie beginnt in der Mongolei und führt entlang der alten Seidenstraße nach China. Schließlich präsentiert sie verschiedene Städte in Georgien und in der Türkei.
Ihren Auftakt nimmt die Reise im Westen der Mongolei, einer Region, die noch stark vom Leben der Nomaden geprägt ist. Anschließend führt sie die alte Seidenstraße entlang durch die karge Wüste und die rauen Landschaften Zentralasiens nach China.
Die Reise beginnt im Westen der mongolischen Hochebene, in Renchinlkhumbe. Dort lassen die Nomaden im Sommer ihr Vieh weiden. In der weiten Steppe ahmen ein alter Mann und eine junge Schafhirtin melodiös das Kaugeräusch der Pferde nach. Es geht in ihrem Lied um das Ruhen in der offenen Steppe. Die Nomaden verbringen ihr Leben in der Natur. Ihre Lieder überliefern sie mündlich und vermitteln so den Kindern die Geschichte und die Naturerfahrungen ihres Volkes. Viehhaltung ist für Nomaden lebenswichtig. In der Mongolei gibt es 2,6 Millionen Menschen und 40 Millionen Nutztiere.
Fremde Besucher sind jederzeit willkommen. Zu den Klängen der „Morin Khuur“, einer traditionellen, unter mongolischen Nomaden besonders beliebten Pferdekopfgeige, wird gemeinsam gesungen. Die Natur ist der Gott der Nomaden, und ihr Leben wird geprägt von Geistern, deren Willen in Liedern offenbar wird. Der „Bo“ oder Schamane vermittelt zwischen Geistern und Menschen, zwischen Mensch und Natur. Dem Volksglauben nach äußert sich der himmlische Wille auf Erden, wenn der Schamane in seinem tranceähnlichen Zustand Lebensratschläge erteilt.
In der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator mit ihren rund einer Million Einwohnern, ihren vielen Autos und Gebäuden scheinen sich die alten Bräuche überlebt zu haben. Doch das „Tumen Ekh Song & Dance Ensemble“ lässt für Touristen Tanz- und Musiktraditionen mit Pferdekopfgeigenspiel und Kehlgesang weiterleben.
Xitang, das „chinesische Venedig“, ist eine kleine Wasserkanalstadt zwischen Suzhou und Hangzhou. Ein in Xitang gedrehter Hollywoodfilm machte die Stadt berühmt. Hier verkaufen Frauen ihre Lieder an Touristen. In den Volksliedern aus Xitang ist vor allem von Wasser die Rede. Das Leben hier ist stark von den Kanälen geprägt, und Wasser wird als Naturgeist verehrt.
Im äußersten Westen Chinas befindet sich das Gebiet der Uiguren. Dort ist nichts wie im restlichen China. Die meisten Menschen sind Muslime und versammeln sich zum „Dhuhr“, dem Mittagsgebet. Auch ihre Essgewohnheiten und Einkäufe werden durch die Religion bestimmt. Obgleich sie in China eine Minderheit bilden, erhalten die Uiguren ihre Sitten und ihre Religion am Leben. Die Uiguren sind stolz auf ihre Mugham-Musik und spielen sie vor allem bei Hochzeiten und Geburtstagen. Mugham verbindet Gesang, Tanz und Instrumentalmusik. Es sind jedoch kaum noch junge Leute dazu bereit, diese Tradition zu pflegen.
Eine musikalische Reise durch sechs Länder Zentralasiens. Ausgehend von den weiten Steppen der Mongolei führt sie bis an die Schwarzmeerküste in den Kaukasusstaat Georgien und in die Türkei, der Brücke zu Europa. Die dreiteilige Dokumentationsreihe entdeckt dabei die Identität und Eigenheiten des asiatischen Kontinents in seiner Musik und seinen Liedern.
Moskauer Mächte - Kreuz & Quer
17:30 Uhr, 3sat (60 Minuten)
Russisch-Orthodoxe Christen zwischen Ton und Altar - Film
Die Russisch-Orthodoxe Kirche erlebt nach Jahrzehnten der Unterdrückung in der Sowjetzeit ein beispielloses Wachstum. Überall in Russland werden Kirchen renoviert oder neu gebaut, in die Klöster ist das Leben zurückgekehrt, theologische Lehranstalten erfreuen sich reger Nachfrage. Doch die Kirche war weder unter den Zaren noch unter den Bolschewiken vom Staat unabhängig und kooperiert auch heute wieder eng mit ihm. Eine Diskussion über die Nähe der Kirche zu Staat und Nation ist entbrannt. Während der Patriarch auf die erstmals vollzogene Trennung von Kirche und Staat verweist, warnen andere vor einer allzu engen Verflechtung von Kreml und Altar. Die Religionswissenschaftlerin Anna Shmaina-Velikanova befürchtet, die Kirche habe im neuen russischen Staat vor allem dekorative Funktion.
Die Dokumentation „Moskauer Mächte“ beleuchtet die neue Entwicklung der Russisch-Orthodoxen Kirche.
Die großen Seebäder
18:20 Uhr, arte (45 Minuten)
Opatija - Dokumentationsreihe (Folge 2 von 10)
Diese zehnteilige Reihe lädt ein auf eine Reise rund um den Globus zu den berühmtesten Seebädern der Welt : Deauville (Frankreich), Opatija (Kroatien), Hua-Hin (Thailand), Ischia (Italien), Long Island (USA), Brighton (England), Westkap (Südafrika), Forte dei Marmi (Italien), Usedom (Deutschland) und Biarritz (Frankreich).
In der Kvarner Bucht an der kroatischen Adriaküste liegt Opatija. Alte Dame, Perle der Adria, Königin des Tourismus, … - das sind nur einige der Bezeichnungen für die Hafenstadt, die auf eine über 150 Jahre lange Tradition als Badeort zurückblicken kann. Die Mächtigen und Reichen, die Schönen und Vornehmen der k.u.k. Monarchie verbrachten hier ihre Ferien.
Ende des 19. Jahrhunderts galt die kroatische Adriaküste als „österreichische Riviera“ und Opatija als mondäner Treffpunkt der feinen Wiener Gesellschaft. Die betuchten Gäste begnügten sich nicht mit Hotelaufenthalten, sondern ließen sich repräsentative Villen bauen. So entstanden herrschaftliche Häuser in allen möglichen Stilrichtungen: Barock, Jugendstil, Fachwerk oder Fin de Siècle - man ließ auch der Fantasie freien Lauf. Aus allen Erdteilen wurden subtropische Pflanzen importiert, darunter Kamelien, Magnolien, Mimosen sowie immergrüne Gewächse wie Palmen, Bambus und Agaven. Opatija wollte in jeder Hinsicht zeigen, dass die Welt hier zu Hause ist.
Der große Impuls kam schon im Jahre 1873 mit der Fertigstellung der Bahnlinie Wien-Triest-Fiume an der Küste Istriens. Das bis dahin unbedeutende Fischerdörfchen wurde der Luftkurort der österreichisch-ungarischen Monarchie und galt Nizza und Monte Carlo als durchaus ebenbürtig. Hier traf sich die High Society. Adel, Großbürgertum und gekrönte Häupter aus ganz Europa machten Opatija zu einem international bekannten Seebad. Auch Kaiser Franz Joseph und seine Frau Elisabeth stiegen hier ab. Der zwölf Kilometer lange Spazierweg entlang der Küste trägt heute wieder den Namen des Kaisers.
Zwei Weltkriege, die Herrschaft des sozialistischen Jugoslawiens und der Balkankrieg hinterließen tiefe Spuren. Und das große Seebad dämmerte bis zur kroatischen Unabhängigkeit im Jahr 1991 vor sich hin. Doch nun werden die vom Verfall bedrohten Prachtobjekte auf Hochglanz gebracht. Opatija ist wieder ein Ort, an dem man niveauvoll entspannen kann. Manche sprechen bereits wieder vom „adriatischen Nizza“.
Die Ostsee - Sanftes Meer im Norden
21:00 Uhr, rbb (45 Minuten)
Film
Direkt vor unserer Haustür liegt ein Meer mit einem grenzenlosen Reichtum an Formen, Farben und Leben, geboren am Ende der Eiszeit: das größte Brackwassermeer der Welt, die Ostsee. Ein Meer mit vielen Gesichtern - zwischen Deutschland und Litauen, zwischen Estland und Dänemark.
Direkt vor unserer Haustür liegt ein Meer mit einem grenzenlosen Reichtum an Formen, Farben und Leben, geboren am Ende der Eiszeit: Das größte Brackwassermeer der Welt, die Ostsee. Ein Meer mit vielen Gesichtern - zwischen Deutschland und Litauen, zwischen Estland und Dänemark. Die Reise führt von den endlosen Sandstränden und geschützten Bodden der Halbinsel Darß, Rastplatz für 50.000 Kraniche und andere Zugvögel, zu den berühmten Kreidefelsen Rügens. Oberhalb der Klippen in den Buchenwäldern des Nationalparks Jasmund zieht Damwild seine Kitze auf.
Mittwoch, 25. Juli
Das schwimmende Krankenhaus von Sibirien
06:30 Uhr, 3sat (30 Minuten)
Film - Dokumentation
Russlands Weiten sind vor allem im Sommer, wenn die Straßen im Matsch versinken, unwegsam. Zu den abgelegenen Dörfern entlang des Flusses Ob und seiner Nebenarme gelangen Ärzte dann nur per Schiff. Seit fünf Jahren schickt die Regionalregierung von Khanty-Mansiysk das Krankenhausschiff „Nikolaij Pirogow“ in ihre tiefste Provinz, ausgestattet mit einem OP-Saal, Ultraschall- und Röntgengeräten und Ärzten verschiedener Fachrichtungen. In den kleinsten Dörfern wird ein bis zwei Tage Station gemacht, sehnsüchtig von den Menschen erwartet, denn das schwimmende Krankenhaus kommt nur einmal im Jahr vorbei.
Britta Hilpert ist für ihre Dokumentation „Das schwimmende Krankenhaus von Sibirien“ sechs Tage auf dem Krankenhausschiff unterwegs und berichtet vom Nomadenleben der Ärzte und der Mannschaft.
Donnerstag, 26. Juli
Was Du nicht siehst
08:00 Uhr, arte (25 Minuten)
Bulgarien - Dokumentationsreihe (Folge 14 von 40)
Die junge französische Journalistin Sophie Massieu reist um die Welt. Doch das, was sie ihren Zuschauern auf ihrer 40 Etappen umfassenden Tour zeigt, kann sie selbst nicht sehen. Denn Sophie Massieu ist blind. So können auch wir lernen, die Welt „mit anderen Augen“ zu sehen. Die 14. Folge der Reihe führt Sophie Massieu ins Strandscha-Tal im Südosten Bulgariens. Hier sind noch viele Traditionen lebendig.
Bulgarien birgt zahlreiche unbekannte touristische Schätze. Einige davon will Sophie Massieu zum Beispiel im grünen Strandscha-Tal erkunden. Ländliche Bräuche sind dort noch recht lebendig. Eine wichtige Rolle spielt die Joghurtherstellung. Sophie Massieu will wissen, was am bulgarischen Joghurt so besonders ist. Dazu belegt sie einen Schnellkurs bei Destena. Deren Joghurt gilt als der Beste in Brodilovo, einem Dorf im Strandscha-Gebirge.
Später laden die Dorfbewohner die französische Journalistin zu einem großen Waldfest ein, das zu Ehren der Jungfrau Maria veranstaltet wird. In dieser entlegenen Region nahe des Schwarzen Meeres praktizieren noch zahlreiche Frauen den Nestinarstvo, einen rituellen barfüßigen Tanz auf glühenden Kohlen.
Auch Sophie Massieu wagt einen Versuch, während sich ihr Hund Pongo enthält. Und Dinko, alias „Dinko, der Indianer“, weiht Sophie in die Geheimnisse des Waldes ein. Er erklärt ihr zum Beispiel, warum in den Bäumen Schuhe und Ketten hängen. Sophie Massieu verlässt das „grüne Meer“ mit dem Kajak Richtung Osten an die Küste des Schwarzen Meeres, in dessen Fluten sie am Ende eintauchen will.
Bilderbuch
14:15 Uhr, NDR Fernsehen (45 Minuten)
Danzig - Film
Leonard Szmaglik „pirscht“ durch die Straßen von Danzig. Die alte Hansestadt an der Ostsee ist für den 74-jährigen ehemaligen Kranführer Stoff für eine lebenslange fotografische Leidenschaft. Die Werftarbeiterstreiks, die Besuche von Günter Grass in seiner Heimatstadt, den Wiederaufbau der zerstörten Innenstadt - Szmaglik hat alles auf Film gebannt. Fast eine Million Fotos sind es mittlerweile. In zwei alten Kleiderschränken seiner Ein-Zimmer-Wohnung bewahrt er sie auf.
Das „Bilderbuch“ folgt dem alten Mann auf seinen Streifzügen und dokumentiert den Wandel der ehemals deutschen Stadt, die heute als Kulturhauptstadt Polens gilt.
Die nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörte Innenstadt wurde restauriert, ein Prozess, der noch immer nicht abgeschlossen ist. Auf einem Baugerüst in 60 Meter Höhe flickt der Denkmalpfleger der Marienkirche Tomasz Korzeniowski zerbröselte Ziegelsteine. Eine Million Ziegel hat die größte Backsteinkirche der Welt, jeder zehnte muss restauriert werden - eine Sisyphusarbeit.
Doch während der Erhalt der architektonischen Kostbarkeiten Danzigs im EU-Mitgliedsland Polen langfristig gesichert ist, plagen den Fotografen Leonard Szmaglik Sorgen um sein Archiv. „Was soll aus meinen Negativen werden, wenn ich nicht mehr bin?“, fragt sich der alte Mann. Geld für eine sichere Aufbewahrung hat er nicht. Mit seiner kargen Rente kann der ehemalige Werftarbeiter nicht einmal die Reparatur seines defekten Elektroherdes bezahlen.
Freitag, 27. Juli
360° - Geo Reportage
11:50 Uhr, arte (45 Minuten)
Mit dem Wanderbarden durch Aserbaidschan - Reportage
Auf den sattgrünen Hochebenen des Kleinen Kaukasus in Aserbaidschan ist die Moderne noch nicht angekommen. Hier liegt die Heimat des 40-jährigen Nemet Gasimli, der schon als kleiner Junge genau wusste, dass er nicht Bauer, Imker oder Landarbeiter - wie die meisten in dieser Region -, sondern Sänger, Dichter und Musiker werden wollte. Und Nemet wurde tatsächlich ein Aschug - ein traditioneller Wanderbarde -, der sein Land bereist und es in leidenschaftlichen Versen besingt. „360° - Geo Reportage“ hat den Barden und seinen Lehrling Elvin begleitet und ein vielfältiges Land zwischen Orient und Okzident entdeckt.
Die Republik Aserbaidschan liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus-Gebirge. Sie ist etwa so groß wie Österreich und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ein souveräner Staat.
Obwohl das Land klein ist, durchqueren der Wanderbarde Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin auf ihrer Reise mehrere Klimazonen. Mit ihrem Kleinwagen besuchen sie das Grenzgebiet zu Armenien mit seinen imposanten Gebirgszügen, die Stadt Lenkoran direkt am Kaspischen Meer und tief im Süden des Landes das Örtchen Süljäkaran, in dem die Menschen aus unerfindlichen Gründen uralt werden. Ihre Musik trägt sie zu Gesangsauftritten auf Hochzeiten, Lyrikvorträgen in der Provinz und Musikseminaren in der Hauptstadt Baku.
Die Kunst der Aschugs, wie die Wanderbarden in Aserbaidschan heißen, ist ein uraltes und noch immer hoch angesehenes Gewerbe. Schon vor Jahrhunderten zogen Aschugs als Nachrichtenübermittler durch den Orient, unterhielten ihr Publikum aber auch als Dichter von Heldenepen und Liebesgeschichten. Ein guter Aschug versteht es heute noch, die Menschen mit seinen Versen tief im Innersten zu berühren. Dazu braucht es viel Wissen und musikalisches Können. Jeder Aschug durchläuft eine mehrjährige Lehrzeit bei einem Meister. Er muss die wichtigsten Epen Aserbaidschans kennen und spannend nacherzählen können.
Auch wenn das Reisen auf knochigen Eselrücken längst Vergangenheit ist, und die Nachrichtenübermittlung keinen reitenden Boten mehr braucht - ein Aschug zählt in Aserbaidschan noch zu den Traumberufen. Auch der Profi Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin besinnen sich auf ihrer Reise durchs Land auf die Traditionen und genießen die Freiheiten ihres Künstlerdaseins. Sie lieben dieses Leben, zumal „Aschug“ auch der Liebende heißt.
„360° - Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
Bilder aus Osteuropa
Unsere Bildergalerie mit Impressionen aus Mittel- , Ost- und Südosteuropa.
Kurzinfo Renovabis
- deutsch: Renovabis stellt sich vor (07/2012)

- english: Renovabis at a glance (07/2012)

- по-русски: Информация о Renovabis (Реновабис) на русском языке (2009)










