Osteuropa-Fernsehtipps
28. Juli 2012 – 3. August 2012
Tagesübersicht
Samstag, 28. Juli
Unsere 50er Jahre
00:00 Uhr, WDR (45 Minuten)
Zu neuen Ufern - Wie wir wurden, was wir sind - Dokumentation
Anfang der 50er Jahre suchen immer noch Millionen Flüchtlinge und Vertriebene eine neue
Heimat. Die Familie von Dorothea Steinkirchner aus Orlau, heute Tschechien, landet in der
bayerischen Provinz. Dort werden die Fremden misstrauisch empfangen.
Drei Jahre wartet Rose Brock in Halle auf ein Lebenszeichen ihres verschwundenen Vaters.
Dann kommt endlich ein Brief: Der Vater wurde zu 25 Jahren Haft wegen angeblicher
Spionage gegen die DDR verurteilt. Er lebt, doch im Gefängnis Bautzen sind die Häftling
chronisch unterernährt, Typhus und TBC grassieren.
Der Vater von Peter Süß kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück, doch zuhause haben sich die Verhältnisse geändert. Die Frau liebt einen anderen Mann und in der Bundesrepublik kann er nicht Fuss fassen. Die Familie droht zu zerbrechen.
360° - Geo Reportage
9:55 Uhr, arte (45 Minuten)
Mit dem Wanderbarden durch Aserbaidschan – Reportage
Auf den sattgrünen Hochebenen des Kleinen Kaukasus in Aserbaidschan ist die Moderne noch nicht angekommen. Hier liegt die Heimat des 40-jährigen Nemet Gasimli, der schon als kleiner Junge genau wusste, dass er nicht Bauer, Imker oder Landarbeiter - wie die meisten in dieser Region -, sondern Sänger, Dichter und Musiker werden wollte. Und Nemet wurde tatsächlich ein Aschug - ein traditioneller Wanderbarde -, der sein Land bereist und es in leidenschaftlichen Versen besingt. „360° - Geo Reportage“ hat den Barden und seinen Lehrling Elvin begleitet und ein vielfältiges Land zwischen Orient und Okzident entdeckt. Die Republik Aserbaidschan liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus-Gebirge. Sie ist etwa so groß wie Österreich und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ein souveräner Staat.
Obwohl das Land klein ist, durchqueren der Wanderbarde Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin auf ihrer Reise mehrere Klimazonen. Mit ihrem Kleinwagen besuchen sie das Grenzgebiet zu Armenien mit seinen imposanten Gebirgszügen, die Stadt Lenkoran direkt am Kaspischen Meer und tief im Süden des Landes das Örtchen Süljäkaran, in dem die Menschen aus unerfindlichen Gründen uralt werden. Ihre Musik trägt sie zu Gesangsauftritten auf Hochzeiten, Lyrikvorträgen in der Provinz und Musikseminaren in der Hauptstadt Baku.
Die Kunst der Aschugs, wie die Wanderbarden in Aserbaidschan heißen, ist ein uraltes und noch immer hoch angesehenes Gewerbe. Schon vor Jahrhunderten zogen Aschugs als Nachrichtenübermittler durch den Orient, unterhielten ihr Publikum aber auch als Dichter von Heldenepen und Liebesgeschichten. Ein guter Aschug versteht es heute noch, die Menschen mit seinen Versen tief im Innersten zu berühren. Dazu braucht es viel Wissen und musikalisches Können. Jeder Aschug durchläuft eine mehrjährige Lehrzeit bei einem Meister. Er muss die wichtigsten Epen Aserbaidschans kennen und spannend nacherzählen können. Auch wenn das Reisen auf knochigen Eselrücken längst Vergangenheit ist, und die Nachrichtenübermittlung keinen reitenden Boten mehr braucht - ein Aschug zählt in Aserbaidschan noch zu den Traumberufen. Auch der Profi Nemet Gasimli und sein Lehrling Elvin besinnen sich auf ihrer Reise durchs Land auf die Traditionen und genießen die Freiheiten ihres Künstlerdaseins. Sie lieben dieses Leben, zumal „Aschug“ auch der Liebende heißt.
Sonntag, 29. Juli
Sergej in der Urne
21:40 Uhr, arte (110 Minuten)
Dokumentarfilm
Sergej Stepanowitsch Tschachotin (1883 - 1973), einst bedeutender russischer Naturwissenschaftler und Freund von Albert Einstein, war ein politischer Aktivist, Antifaschist und Frauenheld. Ein Mann, hin und her gerissen zwischen Ost und West und fünf Frauen, denen er acht Söhne hinterließ. Den Sprössling eines Zaren-Botschafters hatte es im Kampf gegen die großen Diktaturen dieser Welt quer durch Europa getrieben. So waren ihm immer wieder Husarenstreiche von historischer Dimension gelungen: Von Deutschland aus schmuggelte er Salpetersäure und Glycerin zum Bombenbau gegen das zaristische Regime nach Russland. Später, in Deutschland, sollte er mit den Mitteln der Massensuggestion gegen die NSDAP vorgehen. Und er floh vor der Gestapo nach Dänemark und folgte Albert Einstein nach London. Nach Stalins Tod kehrte Tschachotin in die damalige UdSSR zurück, erhielt als Erfinder des sogenannten Strahlenskalpells ein eigenes Forschungsinstitut, an dem er bis zu seinem Tod 1973 arbeitete. Sein letzter Wille, in Korsika bestattet zu werden, erfüllte sich bis heute nicht. Tschachotins Urne steht noch im Pariser Wohnzimmerschrank seines Sohns Eugen. Erst der Urenkel wird den letzten Wunsch des Urgroßvaters vorantreiben.
Den mäandernden Lebenswegen von vier Generationen folgte der Filmemacher Boris Hars-Tschachotin in dem Dokumentarfilm „Sergej in der urne“ am Schicksal seines Urgroßvaters Sergej Stepanowitsch Tschachotin. Erstmals werden Fotos und Schriften des berühmten Ahnen zusammengetragen, darunter auch bislang unveröffentlichtes Filmmaterial. Boris Hars-Tschachotin studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften. Er arbeitet seit 1997 in einem Produktionsbüro für internationale Kinofilme im Studio Babelsberg und debütierte 2001 mit seinem Kurzfilm „Lurch“. „Sergej in der Urne“ ist sein erster langer Dokumentarfilm und Gewinner des BLM-Filmpreises 2010 in München.
Montag, 30. Juli
Russische Musik interpretiert vom Orchestre de Paris
6:00 Uhr, arte (45 Minuten)
Musik
Die russische Musik spiegelt das Wesen des Landes und die Seele seines Volkes wider. Dieses Konzert mit dem Orchestre de Paris unter der Leitung des jungen japanischen Dirigenten Kazuki Yamada bringt deren ganze Virtuosität zum Ausdruck. Seit Yamada beim Internationalen Wettbewerb für junge Dirigenten in Besançon 2009 den ersten Preis gewann, ist er bei den großen Orchestern gefragt. Aus dem im Juni 2011 in der Pariser Salle Pleyel aufgezeichneten Konzert bringt ARTE einen Auszug aus der Oper „Ruslan und Ludmila“ von Michail Glinka und ein Klavierwerk von Aram Chatschaturjan. Solist ist Jean-Yves Thibaudet, einer der bedeutendsten französischen Pianisten der Gegenwart.
Der Konzertabend beginnt mit einem Auszug aus der Oper „Ruslan und Ludmila“ von Michail Glinka (1804-1857). Bereits ganz zu Beginn entfaltet sich darin das Glinkas Talent für Instrumentalmusik, der auch als „Vater der russischen Musik“ gilt. Es folgt das „Klavierkonzert Des-Dur“ des armenisch-sowjetischen Komponisten Aram Chatschaturjan (1903-1978): ein glänzendes, klares, elegisches und berauschendes Werk. Chatschaturjans Musik zeichnet sich durch ihre vielfältigen und lebendigen Orchesterfarben aus, die tief von der armenischen, georgischen und aserbaidschanischen Volksmusik geprägt sind. Knapp hundert Jahre nach Glinka erlangte er 1942 mit dem „Säbeltanz“ aus seinem Ballett „Gayaneh“ Weltruhm. Der ebenso virtuose wie schwungvolle Tanz wird häufig auch konzertant gespielt und diente Billy Wilder als Filmmusik.
Chatschaturjans „Klavierkonzert Des-Dur“ (1936) fand Prokofjews Anerkennung. Es ist Teil einer großen Solisten seiner Zeit gewidmeten Trilogie, die außerdem das Violinkonzert von 1940 (für David Oistrach) und das Cellokonzert von 1946 (für Swjatoslaw Knuschewitski) enthält. Dieses frühe Konzert zählt zu seinen berühmtesten. Bei seiner US-amerikanischen Uraufführung schrieb der Musikkritiker der New Yorker Zeitung „World telegram“, kein Werk der Klavierliteratur könne es in Kraft, Geschwindigkeit und Dynamik mit diesem aufnehmen. Wenn man ihn allzu einseitig als vollkommenen Vertreter der französischen Klavierschule hinstellen will, verweist Jean-Yves Thibaudet humorvoll auf seine deutsch-französische Abstammung. Dennoch gibt er zu, dass ihn zumindest die als „französisch“ geltende Eigenschaft der Freude am Klang und an der Instrumentalfarbe mit dieser Tradition verbindet. Thibaudets Spiel ist maßgeblich geprägt durch seine Zusammenarbeit mit Weltklasse-Sängerinnen wie Brigitte Fassbaender und Cecilia Bartoli. In diesem Zusammenhang hat er auch eine CD mit Operntranskriptionen eingespielt, welche als sehr schwierig gelten. Thibaudet war bereits zuvor mit dem Orchestre de Paris aufgetreten, im Jahr 1986, 2000 und 2008. Auf dem Programm standen zwei Konzerte von Liszt und die schwer einzuordnende Turangalîla-Symphonie von Olivier Messiaen.
Dienstag, 31. Juli
Slowenien Magazin
1:40 Uhr, 3sat (25 Minuten)
Magazin - Politik
In Kooperation mit dem slowenischen Fernsehen berichtet das österreichische Magazin über Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur Sloweniens.
Die großen Seebäder - Opatija
13:25 Uhr, arte (45 Minuten)
Dokumentationsreihe
Diese zehnteilige Reihe lädt ein auf eine Reise rund um den Globus zu den berühmtesten Seebädern der Welt : Deauville (Frankreich), Opatija (Kroatien), Hua-Hin (Thailand), Ischia (Italien), Long Island (USA), Brighton (England), Westkap (Südafrika), Forte dei Marmi (Italien), Usedom (Deutschland) und Biarritz (Frankreich).
In der Kvarner Bucht an der kroatischen Adriaküste liegt Opatija. Alte Dame, Perle der Adria, Königin des Tourismus, … - das sind nur einige der Bezeichnungen für die Hafenstadt, die auf eine über 150 Jahre lange Tradition als Badeort zurückblicken kann. Die Mächtigen und Reichen, die Schönen und Vornehmen der k.u.k. Monarchie verbrachten hier ihre Ferien. Ende des 19. Jahrhunderts galt die kroatische Adriaküste als „österreichische Riviera“ und Opatija als mondäner Treffpunkt der feinen Wiener Gesellschaft. Die betuchten Gäste begnügten sich nicht mit Hotelaufenthalten, sondern ließen sich repräsentative Villen bauen. So entstanden herrschaftliche Häuser in allen möglichen Stilrichtungen: Barock, Jugendstil, Fachwerk oder Fin de Siècle - man ließ auch der Fantasie freien Lauf. Aus allen Erdteilen wurden subtropische Pflanzen importiert, darunter Kamelien, Magnolien, Mimosen sowie immergrüne Gewächse wie Palmen, Bambus und Agaven. Opatija wollte in jeder Hinsicht zeigen, dass die Welt hier zu Hause ist. Der große Impuls kam schon im Jahre 1873 mit der Fertigstellung der Bahnlinie Wien-Triest-Fiume an der Küste Istriens. Das bis dahin unbedeutende Fischerdörfchen wurde der Luftkurort der österreichisch-ungarischen Monarchie und galt Nizza und Monte Carlo als durchaus ebenbürtig. Hier traf sich die High Society. Adel, Großbürgertum und gekrönte Häupter aus ganz Europa machten Opatija zu einem international bekannten Seebad. Auch Kaiser Franz Joseph und seine Frau Elisabeth stiegen hier ab. Der zwölf Kilometer lange Spazierweg entlang der Küste trägt heute wieder den Namen des Kaisers.
Zwei Weltkriege, die Herrschaft des sozialistischen Jugoslawiens und der Balkankrieg hinterließen tiefe Spuren. Und das große Seebad dämmerte bis zur kroatischen Unabhängigkeit im Jahr 1991 vor sich hin. Doch nun werden die vom Verfall bedrohten Prachtobjekte auf Hochglanz gebracht. Opatija ist wieder ein Ort, an dem man niveauvoll entspannen kann. Manche sprechen bereits wieder vom „adriatischen Nizza“.
Mittwoch, 01. August
Bilderbuch – Danzig
6:50 Uhr, NDR Fernsehen (45 Minuten)
Film
Leonard Szmaglik „pirscht“ durch die Straßen von Danzig. Die alte Hansestadt an der Ostsee ist für den 74-jährigen ehemaligen Kranführer Stoff für eine lebenslange fotografische Leidenschaft. Die Werftarbeiterstreiks, die Besuche von Günter Grass in seiner Heimatstadt, den Wiederaufbau der zerstörten Innenstadt - Szmaglik hat alles auf Film gebannt. Fast eine Million Fotos sind es mittlerweile. In zwei alten Kleiderschränken seiner Ein-Zimmer-Wohnung bewahrt er sie auf.
Das „Bilderbuch“ folgt dem alten Mann auf seinen Streifzügen und dokumentiert den Wandel der ehemals deutschen Stadt, die heute als Kulturhauptstadt Polens gilt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörte Innenstadt wurde restauriert, ein Prozess, der noch immer nicht abgeschlossen ist. Auf einem Baugerüst in 60 Meter Höhe flickt der Denkmalpfleger der Marienkirche Tomasz Korzeniowski zerbröselte Ziegelsteine. Eine Million Ziegel hat die größte Backsteinkirche der Welt, jeder zehnte muss restauriert werden - eine Sisyphusarbeit.
Doch während der Erhalt der architektonischen Kostbarkeiten Danzigs im EU-Mitgliedsland Polen langfristig gesichert ist, plagen den Fotografen Leonard Szmaglik Sorgen um sein Archiv. „Was soll aus meinen Negativen werden, wenn ich nicht mehr bin?“, fragt sich der alte Mann. Geld für eine sichere Aufbewahrung hat er nicht. Mit seiner kargen Rente kann der ehemalige Werftarbeiter nicht einmal die Reparatur seines defekten Elektroherdes bezahlen.
Die Gejagten – Ferien von der Blutrache
23.30 Uhr, ARD (45 Minuten)
Film
Christian, Elsa und die anderen sind nur auf den ersten Blick ganz normale Teenager. Sie verbindet ein schreckliches Schicksal. Zuhause in Albanien sind sie dem archaischen Ritual der Blutrache verfallen. Sie büßen für Verbrechen, die sie selbst nicht begangen haben und die oft schon viele Jahre zurückliegen. Eine schlimme Verfehlung eines Verwandten - ein Mord, eine Ehrverletzung - hat auch ihr Leben zerstört. Außerhalb ihrer Wohnung sind sie Gejagte und müssen befürchten, vom „Rächer“ der verfeindeten Familie getötet zu werden. So wie Christian. Vor 16 Jahren mordeten sein Vater und sein Onkel und raubten ihm an diesem Tag die Freiheit. „Wenn ich zu Hause auf die Straße gehe, bin ich tot. Dann erschießen die Rächer mich“, sagt der schlaksige Teenager.
Das Ritual der Blutrache bestimmt das Leben der Menschen in Nordalbanien. Tausende können ihre Häuser aus Angst nicht mehr verlassen. Ihnen droht der Tod, sobald sie über die Türschwelle treten. Schwester Kristina Färber, eine deutsche Ordensfrau, stemmt sich gegen den Kanun - den jahrhundertealten Kodex von Ehre und Rache. Sie versucht das fast Unmögliche: Verfeindete Familien sollen auf ihre Rache verzichten und sich versöhnen. Nur selten hat sie Erfolg. „Ich habe schon so viele Menschen mit einer Kugel im Kopf auf dem Boden liegen sehen“, sagt sie. Im Frühjahr 2012 reist eine Gruppe albanischer Jugendlicher gemeinsam mit Schwester Kristina durch Deutschland. Für Silvana, Christian, Elsa und Artit sind es die ersten Tage in Freiheit seit vielen Jahren - Ferien von der Blutrache. Zwei Wochen lang wollen sie den Menschen hier von ihrem Leben erzählen. Es sind unglaubliche Geschichten archaischer Gewalt.
Der Autor Marc Wiese hat bereits 2007 mit den Jugendlichen und mit Schwester Kristina in Albanien gedreht. Dabei entstand für die ARD der preisgekrönten Dokumentarfilm „Kanun“ (90 Min.). Sein neuester Film startet wiederum in Albanien und beschreibt ausführlich die grausame Zwangslage der von der Blutrache betroffenen Familien. Er begleitet die Reisevorbereitungen, die Zweifel und Ängste der Jugendlichen und wagt mit ihnen das „Coming Out“ im wahrsten Wortsinn nach Jahren der Isolation. Ein bewegender Film über junge Menschen, deren Familien nach den archaischen Gesetzen von Ehre und Rache leben und töten - mitten in Europa. Pressekontakt: SWR-Pressestelle, Bruno Geiler, Tel: 07221/929 2 3273, E-Mail: bruno.geiler@swr.de
Donnerstag, 02. August
Der schwarze Staub von Katowice
4:55 HR Fernsehen (25 Minuten)
Film
Auf den ersten Blick ist Katowice eine ganz normale polnische Stadt: Wohnblocks, Fabriken,
Bürohäuser, Geschäfte. Aber Katowice ist etwas ganz Besonderes. Katowice führt ein
Doppelleben. Das wahre Herz dieser Stadt schlägt in der Tiefe. Mehrere tausend Kilometer
Stollen formen ein verzweigtes Labyrinth im Untergrund, aufgefächert in zahlreichen
Stockwerken. Das Herz dieser Stadt ist schwarz und voller Energie. Katowice ist die
Kohlehauptstadt Europas.
Der Film zeigt einen Abschied und einen Neubeginn. Er erzählt die
Geschichte der Familie Gut. Jerzi Gut war Jahrzehnte unter Tage, malochte im schwarzen
Staub, kämpfte als Mitglied der Gewerkschaft Solidarnosc für eine besseres Leben in Polen.
Jetzt, mit 46 Jahren, muss er sich damit abfinden, Rentner zu sein. Die Arbeit ist so schwer,
dass jeder in diesem Alter gehen muss. Sein Sohn Rafal wird in seine Fußstapfen treten: Er
hofft auf einen Arbeitsplatz unter Tage, ein anderes Leben kann er sich nicht vorstellen. Der
Film zeigt, wie es dem Vater gelingt, sein Leben neu zu ordnen, ohne zu vergessen, wo seine
Wurzeln sind, und er zeigt, wie der Sohn die ersten Schritte als Arbeiter im Bergwerk macht, wie er seine „Taufe“ erhält, in 550 Metern Tiefe. Der schwarze Staub von Katowice ist ein Film über die wechselnden Gesichter einer Stadt und über die Menschen, die in und mit ihr leben.
Freitag, 03. August
Weltreisen
5:30 Uhr, HR Fernsehen (30 Minuten)
Pferde, Flüsse und ein Friedhof Geschichten aus Böhmen, Mähren und der Slowakei
Wilde Mustangs grasen auf versteckten Hochgebirgswiesen der slowakischen Karpaten. Sie gehören zu den letzten und einzigen noch frei lebenden Wildpferd-Herden in Mitteleuropa. Die Muraner-Bergpferde, eine eigenständige, widerstandsfähige Pferderasse, wird bewacht und gehütet von berittenen Cowboys, die hier Pferdehirten heißen - ein Stück wilder Osten in der Slowakei. Der Film berichtet außerdem über den verrücktesten Kleintierfriedhof der Welt vor den Toren der Prager Hauptstadt. Die Gräber im „Garten der teuersten Freunde“ sind verkitschte Gedenkstätten: Mausoleen schrägen Geschmacks. Hier bekommen Hunde erlesenen Champagner als Grabbeigaben - oder das verblichene Kätzlein wird mit der US-Flagge geehrt. Schließlich entdeckt Filmautor Klaus-Rüdiger Metze mit der Kamera das unzugängliche Flusssystem der wild-romantischen Thaya an Mährens grüner Grenze. Der Fluss als Architekt einer Landschaft - Paradies für Naturfreunde und Wanderer. Hier, im tschechisch-österreichischen Nationalpark Thayatal besucht Metze auch die letzte noch existierende Perlmuttdrechslerei - eine Reise wie in längst vergangene Zeiten.
Wildes Serbien - Störche, Schluchten und Schakale
11.30 Uhr, NDR (45 Minuten)
Film
Im Herzen des Balkans liegt Serbien. Das „kleine Europa“ in Europa - ein Name, dem das Land mit seiner vielfältigen Landschaft und Natur mehr als gerecht wird. Diese Naturdokumentation zeigt atemberaubende Landschaften und die einzigartige Tierwelt Serbiens auf einer Sommerreise, die zu den schönsten und wildesten Regionen der Balkanhalbinsel führt: vom Hochgebirge über sanfte Hügel bis hin zu den weiten Ebenen der Puszta.
Serbien ist nur gut fünfmal so groß wie Schleswig-Holstein, dennoch treffen hier unterschiedlichste Vegetationszonen, Tierwelten und Kulturen aufeinander. Noch immer leben viele Serben in tiefer Verbundenheit zur Natur. Sie sind stolz auf die Storchnester in den Dörfern, die Erhaltung alter Nutztierrassen und die Wiederansiedlung von Geiern. Selbst Bären, Luchse und Wölfe werden manchen Ortes wieder gern gesehen. Sogar Schakale sind in Serbiens Wäldern zu Hause - in einem Land voller Traditionen und Folklore, beeinflusst vom Okzident wie vom Orient. Die Donau ist Serbiens markanter Strom. Auf ihrem Weg durch Rumäniens Karpaten bildet sie einen der imposantesten Taldurchbrüche Europas: das „Eiserne Tor“. Weitere landschaftliche Höhepunkte sind die archaischen Erdtürme der Teufelsstadt, die in kräftigen roten Farben emporragen, oder die wohl trockenste Gegend Serbiens, die Deliblatska Pescara, auch europäische Sahara genannt. Der Film gibt einen wildromantischen Einblick in das Land Serbien.
Perlen vor Kroatiens Küste
14:15 Uhr, BR (45 Minuten)
Losinj, Susak und Srakane – Dokumentation
Mit der Hochseejacht Galatea geht es von Opatija nach Mali Losinj im Südwesten der Inselgruppe von Cres und Losinj. Mit rund 2.600 Sonnenstunden zählen Mali Losinj und das kleinere Veli Losinj zu den sonnenreichsten Orten Europas. Und wegen ihrer günstigen Winde waren sie schon zu Zeiten der Donaumonarchie als heilklimatische Kurorte entdeckt worden, die die Mitglieder des Kaiserhauses gerne aufsuchten. Auch in der Entwicklung der Seefahrt und im Schiffsbau waren die Losinj Kapitäne und Konstrukteure führend in der ganzen oberen Adria. Und in Nerezine baut und repariert man auch heute noch Holzschiffe in allen Größen und Klassen.
Vor Losinj liegen die Inseln Susak und Srakane. Hier wächst ein wunderbarer Wein. Und während auf Susak rund 150 Menschen leben, sind es auf Srakane im Winter gerade mal zwei. Die Inselküche, die sich durch die Artenvielfalt an Fischen auszeichnet, enthält auch viele kroatische und italienische Elemente und an den Herden der idyllischen Hafenlokale begegnet man so manchen Originalen. Eine Reise nach Losinj, Susak und Srakane ist eine Fahrt zu echten Perlen vor Kroatiens Küste. Fotos über www.br-foto.de, E-Mail: pressestelle.foto@br.de
Bilder aus Osteuropa
Unsere Bildergalerie mit Impressionen aus Mittel- , Ost- und Südosteuropa.
Kurzinfo Renovabis
- deutsch: Renovabis stellt sich vor (07/2012)

- english: Renovabis at a glance (07/2012)

- по-русски: Информация о Renovabis (Реновабис) на русском языке (2009)










