Stand: April 2010

Landkarte und Flagge

Karte von BulgarienKarte von Bulgarien Bulgarische FlaggeBulgarische Flagge

Basisdaten

Offizieller Name:
Republik Bulgarien (Bulgarisch: Republika Balgarija)
Fläche:
110.910 qkm
Einwohner:
7,56 Mio.
Hauptstadt
Sofia (1,3 Mio. Einwohner)
Weitere Städte:
Plovdiv, Varna, Burgas, Russe (beginnend mit der höchsten Einwohnerzahl)
Volksgruppen:
Ca. 83,9% Bulgaren, rd. 9,4% Türken, rd. 4,7% Roma und ca. 2% andere (v.a. Russen, Armenier, Mazedonier, Tataren)
Bevölkerungswachstum:
-0.79 %
Sprachen:
Bulgarisch (ca. 84,5%), Türkisch (ca. 9,6%), Romani (ca. 4,1%) und andere Sprachen (ca. 1,8%)

Politisches System

Staats-/Regierungsform:
Republik mit parlamentarischer Regierungsform
Staatsoberhaupt:
Rossen Plewneliew (Präsident, seit 31.10.2011)
Regierungschef:
Bojko Borissow (Ministerpräsident)
Besonderheiten:
Das Ende der kommunistischen Ära wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. Bulgarien berief eine Große Verfassungsgebende Volksversammlung als erstes Parlament ein und gab sich eine reformierte demokratische Verfassung. Seitdem wurden weitere politische und wirtschaftliche Reformen vorangetrieben. Seit 1. Januar 2007 ist Bulgarien Mitglied der EU.

Wirtschaftsdaten

Nominales Bruttoinlands-Produkt (BIP)
:45,3 Mrd. US $
BIP pro Kopf:
12.600 US $
(Das BIP pro Kopf ist das BIP geteilt durch die Anzahl der Einwohner. Es wird hier kaufkraftbereinigt angegeben, d.h. es wird so berechnet, dass die unterschiedlichen Preisniveaus in verschiedenen Ländern ausgeblendet werden. So kann die wirtschaftliche Leistung von Ländern verglichen werden).

Zusammensetzung des BIP nach Sektoren:

  • Landwirtschaft: 7,5%
  • Industrie: 36,4%
  • Dienstleistungen: 56,1%
Arbeitslosigkeit:
9,1%

Religionszugehörigkeiten, kirchliche Strukturen

Die Religionszugehörigkeiten in Bulgarien lassen sich in Bulgarisch-Othodoxe (ca. 82,6%), Muslime (rd. 12,2%), andergläubige Christen (ca. 1,2%) und weitere Religionsgemeinschaften (rd. 4%) aufschlüsseln. Die Zahl der Katholiken beträgt ca. 2%. (Quelle: Letzte Volkszählung von 2001).

Die Religiosität und das Vertrauen in die (orthodoxe) Kirche sind in Bulgarien wesentlich geringer als zum Beispiel im Nachbarland Rumänien, was oft mit der Anpassung der bulgarischen Kirche an die ehemalige sozialistische Regierung begründet wird. So bezeichnen sich nur 52% der Bulgaren als religiös, und nur 22% gehen mindestens einmal im Monat in die Kirche.

Die rechtliche Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften ist in einem Gesetz von 1994 geregelt. Der Orthodoxen Kirche wird dadurch eine implizit hervorragende Stellung eingeräumt. Es existiert seit 1991 ein Gesetz zur Restitution von Kircheneigentum, dessen Umsetzung jedoch nur schleppend vorankommt.

Katholische Kirche

In Bulgarien ist die katholische Kirche eine Minderheitenkirche. Die Mehrheit der Christen ist or­thodox. Insgesamt leben in Bulgarien etwa 90.000 Katholiken vorwiegend im Süden des Landes. Es gibt zwei römisch-katholische Diözesen und eine griechisch-katholische. Die Zusammenarbeit zwischen der griechisch-katholischen Kirche und der römisch-katholischen Kirche ist gut. Offene Spannungen bestehen nicht. Dies ist dadurch bedingt, dass bis zur kommunistischen Machtübernahme die katholische Kirche sehr gute Bildungseinrichtungen betrieb und sich sehr viele Menschen dessen bewußt sind. Absolventen kirchlicher Bildungsanstalten besetzen wichtige Positionen. Bedingt durch 50 Jahre ohne nennenswerten Priesternachwuchs sind einheimischer Klerus und Orden überaltert. Obwohl die Zahl der Gläubigen sehr gering ist, ist der Einfluss der Kirche doch nach wie vor in der (lokalen) Gesellschaft relativ hoch.

Nähere Informationen zur Struktur der katholischen Kirche in Bulgarien hier.

Ordensgemeinschaften

Passionisten, Franziskaner OFM, Franzisk. Konventualen, Salesianer, Resurrektionisten, Assump­tionisten und Melchitaristen, Tutziger Missionsbenediktinerinnen, Karmelitinnen, Eucharistinen, Barmherzige Schwestern von Zagreb, Anuntiatinnen, Missionsfranziskanerinnen von Gemona versuchen sich wieder zu installieren. Zahlen über die Mitglieder sind uns bis dato noch nicht bekannt.

Orthodoxe Kirche

Mit 3 Mio. Gläubigen ist die orthodoxe Kirche in Bulgarien die entscheidende Religionsgemeinschaft. Seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II haben sich zaghafte ökumenische Kontakte gebildet. Auf lokaler Ebene gibt es durchaus gute Arbeitskontakte. Insbesondere Studienförderun­gen für orthodoxe Priester an Hochschulen im Westen wirken sich positiv aus.

Evangelische Kirchen

Mitglieder: ca. 100.000. Die bedeutenderen protestantischen Kirchen, die schon auf eine 130 jährige Geschichte verweisen, sind in der „Bulgarischen Evangelischen Allianz“ von 1993 zusammengeschlossen. Die Protestanten stehen unter starkem staatlichen und orthodoxen Druck.

Islam

In Bulgarien leben 600.000 sunnitische Muslime, sie gehören überwiegend der türkischen Volksgruppe an und wurden während des Kommunisten Regimes einer Zwangsbulgarisierung unterworfen. In den 1980er Jahren wurden dabei auch mehrere 10.000 Menschen zur Emigration in die Türkei gezwungen.

Judentum

Der Rabbi von Sofia gibt die Zahl seiner Anhänger mit 5.000 an. Die Zusammenarbeit der Juden und Katholiken ist sehr gut.

Sekten

Sekten, vornehmlich pentecostaler Richtung aus Nordamerika und Skandinavien, sind in Bulgarien sehr aktiv. Hervorzuheben sind weiter die Zeugen Jehovas, weniger Sekten aus dem asiatischen Bereich. Die Verschärfung der Gesetzgebung für religiöse Angelegenheiten (insbesondere Registrierungspraxis) ist auf das aggressive Gebaren von Sekten zurückzuführen.

Bisherige Förderung durch Renovabis-Projekte

Die Kirche in Bulgarien musste sich in den Jahren nach der politischen Wende in erster Linie um die Wiederherstellung ihrer grundlegenden organisatorischen und baulichen Strukturen kümmern. Dies absorbierte den Großteil der personellen und finanziellen Ressourcen. Renovabis versuchte diesen Prozess im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zu unterstützen. Erst seit 2003 eröffneten sich in Zusammenarbeit mit Trägern aus dem NGO-Bereich Perspektiven zur Förderung von Initiativen im Sozialbereich, die durchaus modellhaften Charakter in Bulgarien haben können.

Projekte, Bilder und Nachrichten aus Bulgarien

Beispielprojekte aus Bulgarien

Bewilligungsjahr Titel Verweis
2009 Einrichtung einer Berufsausbildungsküche Lesen »

Bilder aus Bulgarien

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Informationen im Internet

Informationen zur Katholischen Kirche

Volltexte aus der Renovabis-Zeitschrift ‘OWEP. Europäische Perspektiven’:

Sonstiges

Nützliche Links zu verschiedenen Themen finden Sie im Renovabis-Linkverzeichnis

Jahresbericht 2011 erschienen: Informieren Sie sich über die Arbeit von Renovabis im aktuellen Jahresbericht.

Aktuelles Spendenprojekt

Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Renovabis fördert den Betrieb von Suppenküchen in Georgien und sichert somit die Versorgung von alten und bedürftigen Menschen. Das Projekt können Sie mit Ihrer Spende unterstützen. Suppenküchen für notleidende Menschen in Georgien

Projekte nach Ländern

Informieren Sie sich über Projektzahlen und Bewilligungssummen in den Partnerländern von Renovabis. Projektübersicht 2010 (Auszug aus dem Jahresbericht 2010, Seite 7) herunterladen (227 KB)

Spendensiegel

Renovabis wird jährlich vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen geprüft und hat auch für 2012 wieder das Spendensiegel erhalten (mehr). Zudem war Renovabis 2010 zum fünften Mal unter den Finalisten des Transparenzpreises (mehr).