Stand 2012

Länderinformationen zu Bulgarien

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Basisdaten

Allgemein

Offizieller Name: Republik Bulgarien (Bulgarisch: Republika Balgarija) Fläche: 110.910 qkm Einwohner: 7,56 Mio. Hauptstadt: Sofia (1,3 Mio. Einwohner) Weitere Städte: Plovdiv, Varna, Burgas, Russe (beginnend mit der höchsten Einwohnerzahl) Volksgruppen: Ca. 84,8% Bulgaren, ca. 8,8% Türken, ca. 4,9% Roma und ca.2% andere (v.a. Russen, Ukrainer, Mazedonier, Tataren u.a.) Religionszugehörigkeit: Bulgarisch-Othodoxe: ca. 60%, Muslime: ca. 8%, andersgläubige Christen: ca. 1,5%, Andere: ca. 8,7% Keine Angabe: 21,8% (Quelle: Auswärtiges Amt/Zensus 02/2011). Sprachen: Bulgarisch (ca. 84,5%), Türkisch (ca. 9,6%), Romani (ca. 4,1%) und andere Sprachen (ca. 1,8%)

Politik und Wirtschaft

Staats-/Regierungsform: Bulgarien ist eine Republik mit parlamentarischer Regierungsform. Staatsoberhaupt: Staatsoberhaupt ist Rossen Plewneliew (Präsident, seit 31.10.2011) Regierungschef: Bojko Borissow (Ministerpräsident) Bruttoinlandsprodukt (BIP): 36,0 Milliarden Euro (2010) Besonderheiten: Das Ende der kommunistischen Ära wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. Bulgarien berief eine Große Verfassungsgebende Volksversammlung als erstes Parlament ein und gab sich eine reformierte demokratische Verfassung. Seitdem wurden weitere politische und wirtschaftliche Reformen vorangetrieben. Seit 1. Januar 2007 ist Bulgarien Mitglied der EU.

Fotos aus Bulgarien

Diese Bilder sind auf Reportage- oder Projektreisen entstanden oder wurden uns von Projektpartnern und Freiwilligen zugeschickt. Besuchen Sie auch unser Bildarchiv, hier können Sie Fotos nach Themen und Ländern durchsuchen.

Kirchliche Strukturen

Die Zahl der Katholiken beträgt ca. 2%. Die Religiosität und das Vertrauen in die (orthodoxe) Kirche sind in Bulgarien wesentlich geringer als zum Beispiel im Nachbarland Rumänien, was oft mit der Anpassung der bulgarischen Kirche an die ehemalige sozialistische Regierung begründet wird. Die rechtliche Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften ist in einem Gesetz von 1994 geregelt. Der Orthodoxen Kirche wird dadurch eine implizit hervorragende Stellung eingeräumt. Es existiert seit 1991 ein Gesetz zur Restitution von Kircheneigentum, dessen Umsetzung jedoch nur schleppend vorankommt.

Römisch-katholische Kirche

In Bulgarien ist die katholische Kirche eine Minderheitenkirche. Die Mehrheit der Christen ist or­thodox. Insgesamt leben in Bulgarien etwa 90.000 Katholiken vorwiegend im Süden des Landes. Es gibt zwei römisch-katholische Diözesen und eine griechisch-katholische. Die Zusammenarbeit zwischen der griechisch-katholischen Kirche und der römisch-katholischen Kirche ist gut. Offene Spannungen bestehen nicht. Dies ist dadurch bedingt, dass bis zur kommunistischen Machtübernahme die katholische Kirche sehr gute Bildungseinrichtungen betrieb und sich sehr viele Menschen dessen bewußt sind. Absolventen kirchlicher Bildungsanstalten besetzen wichtige Positionen. Bedingt durch 50 Jahre ohne nennenswerten Priesternachwuchs sind einheimischer Klerus und Orden überaltert. Obwohl die Zahl der Gläubigen sehr gering ist, ist der Einfluss der Kirche doch nach wie vor in der (lokalen) Gesellschaft relativ hoch.

Nähere Informationen zur Struktur der katholischen Kirche in Bulgarien www.catholic-hierarchy.org

Ordensgemeinschaften

Passionisten, Franziskaner OFM, Franzisk. Konventualen, Salesianer, Resurrektionisten, Assumptionisten und Melchitaristen, Tutziger Missionsbenediktinerinnen, Karmelitinnen, Eucharistinen, Barmherzige Schwestern von Zagreb, Anuntiatinnen, Missionsfranziskanerinnen von Gemona versuchen sich wieder zu installieren. Zahlen über die Mitglieder sind uns bis dato noch nicht bekannt.

Orthodoxe Kirche

Mit rund 4 Mio. Gläubigen ist die orthodoxe Kirche in Bulgarien die entscheidende Religionsgemeinschaft. Seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II haben sich zaghafte ökumenische Kontakte gebildet. Auf lokaler Ebene gibt es durchaus gute Arbeitskontakte. Insbesondere Studienförderungen für orthodoxe Priester an Hochschulen im Westen wirken sich positiv aus.

Evangelische Kirchen

Mitglieder: ca. 100.000. Die bedeutenderen protestantischen Kirchen, die schon auf eine 130 jährige Geschichte verweisen, sind in der „Bulgarischen Evangelischen Allianz“ von 1993 zusammengeschlossen. Die Protestanten stehen unter starkem staatlichen und orthodoxen Druck.

Islam

In Bulgarien leben 600.000 sunnitische Muslime, sie gehören überwiegend der türkischen Volksgruppe an und wurden während des Kommunisten Regimes einer Zwangsbulgarisierung unterworfen. In den 1980er Jahren wurden dabei auch mehrere 10.000 Menschen zur Emigration in die Türkei gezwungen.

Judentum

Der Rabbi von Sofia gibt die Zahl seiner Anhänger mit 5.000 an. Die Zusammenarbeit der Juden und Katholiken ist sehr gut.

Sekten

Sekten, vornehmlich pentecostaler Richtung aus Nordamerika und Skandinavien, sind in Bulgarien sehr aktiv. Hervorzuheben sind weiter die Zeugen Jehovas, weniger Sekten aus dem asiatischen Bereich. Die Verschärfung der Gesetzgebung für religiöse Angelegenheiten (insbesondere Registrierungspraxis) ist auf das aggressive Gebaren von Sekten zurückzuführen.

Projektförderung durch Renovabis

Die Kirche in Bulgarien musste sich in den Jahren nach der politischen Wende in erster Linie um die Wiederherstellung ihrer grundlegenden organisatorischen und baulichen Strukturen kümmern. Dies absorbierte den Großteil der personellen und finanziellen Ressourcen. Renovabis versuchte diesen Prozess im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zu unterstützen. Erst seit 2003 eröffneten sich in Zusammenarbeit mit Trägern aus dem NGO-Bereich Perspektiven zur Förderung von Initiativen im Sozialbereich, die durchaus modellhaften Charakter in Bulgarien haben können.

Projektbeispiele aus Bosnien und Herzegowina

Nachrichten, Artikel und Reportagen zu Bosnien und Herzegowina

Informationen im Internet

Informationen zur Katholischen Kirche

Volltexte aus der Renovabis-Zeitschrift ‘OWEP. Europäische Perspektiven’:

Sonstiges

Nützliche Links zu verschiedenen Themen finden Sie im Renovabis-Linkverzeichnis