Stand: Dezember 2010

Landkarte und Flagge

Karte von KirgisistanKarte von Kirgisistan Kirgisische FlaggeKirgisische Flagge

Basisdaten

Offizieller Name:
Kirgisische Republik (auch: Kirgisistan) (Russisch: Kyrgyzskaja Respublika; kirgisisch: Kyrgyz Respublikasy)
Fläche:
198.500 qkm
Einwohner:
5,43 Mio.
Hauptstadt:
Bischkek (ehemals Frunse; ca. 766.400 Einwohner)
Weitere Städte:
Osch, Dshalal-Abad, Karakol, Tokmak (beginnend mit der höchsten Einwohnerzahl)
Volksgruppen:
Ca. 64,9% Kirgisen, rd. 13,8% Usbeken, ca. 12.5% Russen, rd. 1,1% Dunganen (chinesische Muslime), etwa 1% Ukrainer, ca. 1% Uiguren (gehören zu den älteren Turkvölkern) und rd. 5,7% andere (darunter ca. 15.000 Deutschstämmige)
Bevölkerungswachstum:
1,39%
Sprachen:
Kirgisisch (Staatssprache) 64,7%; seit Mai 2000 auch Russisch 12,5% („offizielle Sprache“); Bestandsgarantie für Sprachen nationaler Minderheiten

Politisches System

Unabhängigkeit
Nach 1919 wurde das Land schrittweise in die Sowjetunion eingegliedert (als Kirgisische Sozialistische Sowjetrepublik) und errang erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 31.08.1991 seine Unabhängigkeit.
Staats-/Regierungsform:
Republik / Präsidialdemokratie
Staatsoberhaupt:
Rosa Otunbajewa
Regierungschef:
Almaz Atambaew (seit Dezember 2010)
Besonderheiten:
Das Parlament wählte 1991 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Askar Akajew zum neuen Staatspräsidenten und gab sich 1993 eine Verfassung. Bei den Wahlen 1995 und 2000 wurde er in seinem Amt bestätigt. Seit Ende der 90er Jahre zeichnete sich ein zunehmend autoritärer Regierungsstil Akajews ab.
Nach den Parlamentswahlen 2005, die nach Angaben von OSZE-Beobachtern nicht demokratischen Standards entsprachen, kam es zu Unruhen, die zur so genannten Tulpenrevolution führten. Präsident Akajew und seine Regierung traten unter dem Druck der Demonstrationen am 23. März 2005 zurück. Oppositionsführer Kurmanbek Bakijew wurde zum Übergangspräsidenten bestimmt und bei den Präsidentschaftswahlen am 10. Juli 2005 im Amt bestätigt.
1992 gründete Kirgisistan zusammen mit Usbekistan, Kasachstan, Turkmenistan, Tadschikistan, Aserbaidschan und der Türkei den Zentralasiatisch-Türkischen Gipfel.
Nach Demonstrationen gegen die Regierung im April 2010 und heftigen Straßenkämpfen verkündete die Opposition am 7. April 2010 den Sturz der Regierung. Nach den Parlamentswahlen im Oktober 2010 regiert in Kirgisistan einer Dreier-Koalition, die von den Sozialdemokraten um den pro-russischen Politiker Almasbek Atambajew geführt wird.

Wirtschaftsdaten

Währung:
Som (KGS), Unterteilung: 1 Som = 100 Tyiyn (durch Kursverfall irrelevant). 1 Euro entspricht rund 54,35 Som Einführung 1993. Währung löste Rubel aus der Sowjetzeit ab. Kirgisistan war damit das erste Land Zentralasiens, das sich aus der Rubelzone löste. Kleinste Einheit ist heute die Banknote zu 1 Som. Münzen sind in Kirgisistan bis heute nicht im Umlauf.
Nominales Bruttoinlands- Produkt (BIP):
4,74 Mrd. US $
BIP pro Kopf:
2.100 US $
(Das BIP pro Kopf ist das BIP geteilt durch die Anzahl der Einwohner. Es wird hier kaufkraftbereinigt angegeben, d.h. es wird so berechnet, dass die unterschiedlichen Preisniveaus in verschiedenen Ländern ausgeblendet werden. So kann die wirtschaftliche Leistung von Ländern verglichen werden).

Zusammensetzung des BIP nach Sektoren:

  • Landwirtschaft: 30,7%
  • Industrie: 15,9%
  • Dienstleistungen: 53,4%

Arbeitslosigkeit

18%

Religionszugehörigkeiten, kirchliche Strukturen

In Kirgisistan leben ca. 75% Muslime, rd. 20% gehören der Russisch-orthodoxen Kirche an. Weitere Religionsgruppen können mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 5% beziffert werden. Islam

Die Kirgisische Republik ist seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ein säkularer Staat, wobei der Islam jedoch eine wesentliche Rolle spielt. Das Land ist seit der Islamisierung im 8. Jahrhundert vorwie­gend muslimisch geprägt.

Heute ist der Islam in Kirgisistan eher tolerant. Man versteht den Glauben mehr als Tradition. Nach der Unabhängigkeitserklärung kam es zur Gründung diverser islamistischer Parteien, die von 1992 bis 1997 einen Bürgerkrieg auslösten. Seit dem ist die Islamische Wiedergeburt die einzig legale islamische Partei Kirgisistans.

Bei weitgehender Gewährleistung der Religionsfreiheit ging die Regierung besonders nach dem Einbruch von Freischärlern im Südwesten des Landes in den Jahren 1999 und 2000 und infolge der Ereignisse vom 11. September 2001 konsequent gegen fundamentalistisch-islamische Grup­pen vor, die sie als eine Gefahr für die säkulare Struktur und Stabilität des Landes betrachtete. Christentum

Das Christentum ist heute die zweitstärkste Religionsgruppe. Erste Christen gab es schon im 7. Jahrhundert. Diese gehörten der nestorianischen Kirche an, die heute nur noch im Irak, Iran und in Syrien besteht. In Ak-Besim und in Navekat grub man zwei Gotteshäuser aus. Russisch-orthodoxe Kirche

Die Russisch-Orthodoxe Kirche gibt es in Kirgisistan seit dem 19. Jahrhundert. Unter dem Gouverneur Kaufmann ließen sich seit 1868 viele russische und ukrainische Kolonisten nieder. Diese bauten russische Kirchen. Einige der alten Gebäude werden heute wieder zum Gottesdienst genutzt. 20 Prozent der Bevölkerung sind russisch-orthodox. Evangelische Kirche

Das evangelische Christentum gelangte durch deutsche Siedler (Kirgisistandeutsche) bzw. durch die Zwangsumsiedlung Russlanddeutscher in den 1940er Jahren nach Kirgisistan. Die Gläubigen lassen sich v.a. unterteilen in Mennoniten (heute nur noch in der deutschen Siedlung Bergtal) und Lutheraner. Seit der Wende sind vermehrt auch Freikirchen, hauptsächlich Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten, in Kirgisistan tätig. Katholische Kirche

Die Römisch-Katholische Kirche zählt in Kirgisistan 500 Anhänger, die in sechs Pfarreien betreut werden. Seit 2007 wurde die Kirche von Kirgistan zur Apsotolischen Administratur, der Bischof Nikolaus Messmer vorsteht.

Bisherige Förderung durch Renovabis

In Kirgisistan wurde u.a. ein Kulturzentrum in Bischkek und die Schwesternwohnung in Talas finanziell unterstützt. Des Weiteren begleitet Renovabis den Prozess der Apostolischen Administratur Kirgisistan bei pastoralen und caritativen Initiativen und stellt Existenzhilfen für Priester sowie Hilfe zum Lebensunterhalt für Franziskanerinnen in Bischkek und Talas bereit.

Bilder und Nachrichten aus Kirgisistan

Nachrichten und Reportagen aus Kirgisistan

Bilder aus Kirgisistan

Diese Bilder wurden als „Bild des Tages“ veröffentlicht. Besuchen Sie unser Bildarchiv.

Informationen im Internet

Informationen zur Apostolischen Administratur in Kirgisistan

Sonstiges

Nützliche Links zu verschiedenen Themen finden Sie im Renovabis-Linkverzeichnis

Infos zu Kirgisistan

Jahresbericht 2011 erschienen: Informieren Sie sich über die Arbeit von Renovabis im aktuellen Jahresbericht.

Aktuelles Spendenprojekt

Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Renovabis fördert den Betrieb von Suppenküchen in Georgien und sichert somit die Versorgung von alten und bedürftigen Menschen. Das Projekt können Sie mit Ihrer Spende unterstützen. Suppenküchen für notleidende Menschen in Georgien

Projekte nach Ländern

Informieren Sie sich über Projektzahlen und Bewilligungssummen in den Partnerländern von Renovabis. Projektübersicht 2010 (Auszug aus dem Jahresbericht 2010, Seite 7) herunterladen (227 KB)

Spendensiegel

Renovabis wird jährlich vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen geprüft und hat auch für 2012 wieder das Spendensiegel erhalten (mehr). Zudem war Renovabis 2010 zum fünften Mal unter den Finalisten des Transparenzpreises (mehr).