03. Februar 2012

Widerstandskämpfer Alexander Schmorell wird heiliggesprochen

Am 4. und 5. Februar finden in der russisch-orthodoxen Kathedralkirche in München die Feierlichkeiten zur Aufnahme von Alexander Schmorell in die Gemeinschaft der „Heiligen Neumärtyrer“ Russlands statt. Diese Aufnahme entspricht in etwa dem Akt der Seligsprechung in der Katholischen Kirche. Alexander Schmorell gehörte u. a. mit Willi Graf, Christoph Probst, Kurt Huber sowie den Geschwistern Hans und Sophie Scholl zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, die sich gegen die NS-Diktatur engagierte. Der Widerstand dieser Gruppe, deren Angehörige von den Nationalsozialisten fast ausnahmslos zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden, war stark von christlichen und humanistischen Motiven geprägt.

Dass sich hier unterschiedliche Konfessionen im gemeinsamen Kampf gegen das brutale Hitler-Regime trafen, wertet Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Stefan Dartmann SJ als „sichtbares Zeichen einer Ökumene im Widerstand“. Denn das gemeinsame Gedenken der Neumärtyrer des 20. Jahrhunderts spielt in den orthodox-katholischen Beziehungen eine besondere Rolle. Es hält nicht nur die Erinnerung an die leidvolle Geschichte der christlichen Kirchen in Osteuropa vor der „Wende“ wach, sondern fördert auch die Gemeinschaft der Kirchen untereinander. Darauf wies bereits Papst Johannes Paul II. in seiner Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“ aus dem Jahr 1995 nachdrücklich hin.