02. März 2012

Rückblick: "Kiewer Gespräche" in Berlin

Welchen Belastungen sind (illegal) nach Deutschland eingereiste ukrainische Migrantinnen und Migranten ausgesetzt? Und wie können Politik, Kirche und zivilgesellschaftliche Akteure hier für eine humanere Gesetzgebung und deren Umsetzung eintreten? Die Perspektiven von Migrantinnen und Migranten aus der Ukraine in Westeuropa waren Thema der Achten Kiewer Gespräche, die am 28. und 29. Februar in Berlin stattgefunden haben. Die Gesprächsreihe wurde in diesem Jahr gemeinsam von der Organisation Europäischer Austausch, der Heinrich-Böll-Stiftung und Renovabis (u.a.) veranstaltet.

Für die Griechisch-Katholische Kirche in der Ukraine stellte Weihbischof Josyf Milan das Engagement seiner Kirche für Rückkehrer/innen und zurückgelassene Familien in der Ukraine vor. In vier Arbeitsgruppen sprachen die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 2. Konferenztag über konkrete Probleme wie Pflegemigration oder Menschenhandel.

Ziel der Kiewer Gespräche ist es, den zivilgesellschaftlichen Dialog zwischen Deutschland und der Ukraine zu fördern und zu einem friedlichen und demokratischen Zusammenleben der europäischen Völker und zur europäischen Einigung beizutragen.

Thema Migration

Ursachen und Folgen der Migration waren bereits 2010 ein Schwerpunktthema in der Bildungsarbeit von Renovabis. Sie standen im Mittelpunkt des Exposure- und Dialogprogramms „Migration und Entwicklung“, zu dem Renovabis in Kooperation mit dem EDP e.V. im September 2010 in die westlichen Ukraine eingeladen hatte. Exposure- und Dialogprogramme (EDP) sind eine spezifische Methode der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit, bei denen erfahrungsbezogenes Lernen im Vordergrund steht. Die Teilnehmer lebten zu Beginn des Programms drei Tage in Familien mit, die besonders von dem Thema Migration betroffen waren. Auf der Grundlage dieser persönlichen Erfahrungen wurden in einem Dialog mit externen Experten Probleme und Perspektiven intensiv diskutiert.