20. März 2012

Unterwegs in Russland, Teil 3

Unterwegs im russischen Orenburg: Dr. Angelika Schmähling, Länderreferentin bei Renovabis, berichtet aus Russland von ihrer Projektreise: „Unterwegs nach Orsk: „Nach vielen Gesprächen mit den Patres und Schwestern in Orenburg ist die nächste Station Orsk. Am Morgen hat es geschneit, aber wir haben Glück: es taut schon wieder, und die Straße ist weitgehend schneefrei. Obwohl einige Räumfahrzeuge auf der 250 km langen Strecke unterwegs sind, weht die Straße immer wieder zu. Leitplanke, Fahrbahnmarkierung? Fehlanzeige! Man spürt doch, wo der Asphalt endet..

Absurd sind auch die Straßenschilder: Bushaltestellen und Fußgängerwege, wo kein Dorf zu sehen ist; Parkverbot auf freier Strecke; größtes Abenteuer ist auf halber Strecke eine scharfe Kurve, vor der eindringlich gewarnt wird.

In Orsk besuchen wir neben dem Kinderzentrum der Gemeinde auch städtische Sozialeinrichtungen. Die Stadt Orsk ist sehr an einer Zusammenarbeit interessiert, angesichts der klammen Finanzen ist das Betreuungsangebot der katholischen Kirche sehr willkommen. Die Aussichten vieler Kinder sind leider schlecht. Es ist schwer für die Eltern, aus dem Sumpf von Arbeitslosigkeit, Armut und Alkoholismus herauszufinden. In den kirchlichen Kinderzentren erhalten die Kinder zumindest eine Grundversorgung und werden liebevoll betreut; wir verbringen einen fröhlichen Nachmittag mit Osterbasteleien und selbstgebackenem Kuchen der Kinder. Natürlich dürfen auch die ernsteren Gespräche mit P. Zenon über die Situation der Kirchengemeinde nicht fehlen.
Samstag gönnen wir uns einen freien Tag. Ausflug in die Natur! Das heißt Spazierengehen und Schlittenfahren im Hügelland an der kasachischen Grenze. Auf dem Lagerfeuer werden Würstchen gegrillt und Thymian-Tee gekocht, so lässt sich der Frost gut aushalten.

Caritas-Büro auf 3qm

Genau 24 Stunden und 14 Minuten dauert die Zugfahrt von Orsk nach Saratov. Auf den 3qm unseres Abteils richten wir kurzerhand ein Caritas-Büro ein. Sabine und Oksana überarbeiten schon die Materialien für die Renovabis-Aktionseröffnung in Osnabrück, denn dabei spielen die südrussischen Kinderzentren ja eine wichtige Rolle. Leider funktioniert die Stromversorgung nicht so gut. Der Zug stammt bestimmt aus der Sowjetzeit, da hat man an Handys und Laptops noch nicht gedacht. Aber Hauptsache, es ist genug heißes Teewasser im Samowar. Vor dem Fenster: verschneite Weite.“

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