26. Juni 2012

Rückblick auf den Workshop "Opening Doors"

Vom 19. bis 21. Juni 2012 fand im ungarischen Eger unter dem Titel „Opening Doors“ der erste internationale Workshop zum Thema Roma-Inklusion in Zentral- und Osteuropa statt. Renovabis war Mitveranstalter des Workshops (—> Pressemitteilung) und vertreten durch Martin Lenz (Leiter Abteilung Projektarbeit und Länder), Dr. Monika Kleck (Länder- und Projektreferentin für Moldawien, Rumänien, Mazedonien, Albanien) und Susanne Steidel (Länder- und Projektreferentin für Ungarn und Slowenien).

Ziele des Workshops

Bei dem internationalen Workshop mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Rumänien, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn standen folgende Ziele im Vordergrund:

  1. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten sich der vielfältigen internationalen und nationalen Strukturen, in der ihre Arbeit mit Roma stattfindet, bewusst werden.
  2. Sie sollten Förderstrukturen und Möglichkeiten für Projektunterstützungen kennenlernen.
  3. Sie sollten sich über ihre Arbeit austauschen und ihre Erfahrungen miteinander teilen.

Themen des Workshops

Pater Gabriele Bentoglio vom Päpstlichen Rat für Migranten und Eva-Maria Szávuj vom Büro für Regionalpolitik der Europäischen Kommission hatten durch ihre Einführungen zu kirchlichen, nationalen und internationalen Strategien der Romapastoral und Roma-Inklusion ein wichtiges Fundament gelegt. In nationalen Gruppen konnten Details mit den anwesenden Bischöfen, die für die Roma-Pastoral in ihrem Land zuständig sind, und weiteren nationalen Expertinnen und Experten (Frau Langerné aus dem Staatsministerium für Inklusion in Ungarn und Herr Duminica von der Organisation Impreuna aus Rumänien) vertieft werden. Es zeigten sich dabei stark die Lücken zwischen den abstrakten Ansprüchen und Dokumenten und der konkreten Realität vor Ort.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Finanzierung der Roma-Projekte, denn gerade die Basisgruppen erhalten wenig Zugang zu den vielen zur Verfügung stehenden Mitteln. Viele unserer Projektpartner haben trotz der Aktualität des Themas momentan Finanzierungsengpässe, gerade auch von öffentlicher Seite.

Der Workshop konnte viele Fragen und Themen, gerade auch weiterführende und diskursive (z.B. über die postulierte „Roma-Identität“ und einer aktiveren Partizipation der Roma) nur anreißen. Er war jedoch eine Plattform, über aktuelle Fragen im Hinblick auf das Ziel der Roma-Inklusion (d.h. dem Anspruch, den Roma ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und sie zu einer aktiven Teilhabe an der Gesellschaft zu befähigen) zu diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln.
Das Thema Koordination und Zusammenarbeit der Roma-Pastoral und -Sozialarbeit war ein wichtiger Punkt in den Schlussfolgerungen.

Stimmen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • „Wir haben viel über uns und unser Umfeld gelernt“
  • „das Thema Strukturen ist schwierig, aber wichtig“
  • „es ist einmalig, diese Teilnehmer und Teilnehmerinnen im kirchlichen Bereich zusammen zu bringen“
  • „der Austausch untereinander war sehr gut“

Aussagen wie diese zeigen, dass der Workshop als Bereicherung und impulsgebend erlebt wurde.

Interview mit der für Ungarn zuständigen Länder- und Projektreferentin Susanne Steidel

2012-06_Interview des Kölner Domradios mit Susanne Steidel während des Roma-Workshops (5.0 MB)


Renovabis ist sich bewußt, dass „Roma“ keine einheitliche Gruppe darstellen. Innerhalb Europas hat sich die Verwendung des Begriffes jedoch durchgesetzt.