16. Oktober 2012
Gedenktag von Hedwig von Andechs, Patronin der Versöhnung von Polen und Deutschen
Am 16. Oktober ist der Gedenktag der heiligen Hedwig von Andechs (auch ‘Hedwig von Schlesien’). Hedwig, geboren 1174, stammt aus dem Haus der Grafen von Andechs am Ammersee in Bayern und wurde mit 12 Jahren dem Herzog Heinrich I. von Schlesien verheiratet. Sieben Kinder gingen aus der Ehe hervor. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1238 lebte Hedwig bei den Zisterzienserinnen des Klosters Trebnitz, das sie zusammen mit ihrem Mann gegründet hatte. Hedwig (polnisch: Jadwiga) wird als Vorbild christlicher Nächstenliebe und Askese beschrieben: selbstlos dienende Landesfürstin, Mutter der Waisen, Leibeigenen und Gefangenen, weit blickende Gründerin von Kirchen und Klöstern, dabei persönlich in größter Einfachheit, Enthaltsamkeit und Bescheidenheit lebend.
In der Gesellschaft der Armen habe sie sich wohler gefühlt als bei Hofe, heißt es in einer Legende. Auch im Winter sei sie immer barfuß gegangen, habe aber stets ein Paar Schuhe bei sich getragen, um sie demütig anzuziehen, wenn sie höher gestellten Personen gegenüber trat.
Botin des Friedens
Schlesien befand sich im Umbruch. Zur polnischen Bevölkerung kamen Bauern, Handwerker, Mönche und Künstler aus allen deutschen Stämmen ins Land. Zwischen diesen so verschiedenen Bewohnern entwickelten sich Spannungen. Die Herzogin sah eine ihrer Aufgaben darin, zu vermitteln. Ob es Deutsche waren oder Polen, für sie war jeder gleich; jeder konnte ihrer Fürsprache sicher sein, wenn er sein Recht verletzt sah. Heute wird sie verehrt als „Brückenheilige“ zwischen Deutschen und Polen. Sie ist u.a. Patronin Schlesiens und Polens, der Städte Breslau, Krakau, Trebnitz und Berlin, sowie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch der Heimatvertriebenen. Im Tagesgebet der Liturgie wird sie als „Botin des Friedens“ gepriesen.
Hedwig starb im Oktober 1243, heiliggesprochen wurde sie 1267. Ihr Grab in der Kirche des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Trzebnica/Trebnitz ist Ziel zahlreicher Wallfahrten. Einige ihrer Reliquien werden auch auf dem Heiligen Berg in Andechs aufbewahrt, der sich zu einem weiteren Zentrum ihrer Verehrung entwickelt hat.
Quelle
Der Text ist unserer Pfingstnovene von 2006 entnommen: „Nicht Vergessen. Glaubenszeugen im Osten Europas“, die Msgr. Dr. Martin Patzek verfasst hat.
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