19. Oktober 2012

Voneinander lernen: Projektpartner aus Ungarn zu Besuch

Projektpartner aus Ungarn hatten wir vor einigen Tagen zu Besuch - kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der südungarischen Diözese Szeged-Csanád waren im Erzbistum München und Freising unterwegs, um sich über katholische Gemeinde- und Bildungsarbeit zu informieren und sich Anregungen für ihre eigene Arbeit zu holen. Dabei berichteten sie auch vom katholischen Leben in ihrer Diözese.

Seit zwei Jahren gibt es in Szeged das ‘Katholische Haus’, ein Bildungshaus, das kleineren Gruppen und Vereinen ein Ort der Begegnung sein will. Das ist etwas Neues, so Barnabás Gergely, einer der Verantwortlichen des Hauses:

Im Kommunismus gab es keine Möglichkeiten für ein katholisches Vereinsleben und auch heute ist es für die Ungarn eher ungewöhnlich, seine Freizeit in Gemeinschaften und Vereinen zu verbringen. Das Katholische Haus will dazu beigetragen, christliche Gemeinschaften und Bildungsarbeit zu etablieren und zu stärken.

Ein weiteres Projekt ist die von Renovabis unterstützte ‘Jugendstiftung’, die bereits vor etwa 20 Jahren in Szeged gegründet wurde. Die Jugendstiftung betreibt im Zentrum der Stadt das „Millenniumscafé“, eine kirchliche Anlaufstelle für Jugendliche und Studierende. „Am Anfang war es schwierig, die Idee der gemeinschaftlichen Freizeitgestaltung zu vermitteln, sagte der Koordinator des Projekts, Imre Szécsi.“ Ihm habe hier in Deutschland besonders gefallen, dass die Kirche auch ihre soziale Rolle sehr stark wahrnehme, dass katholische soziale Einrichtungen, Jugendhäuser oder Schulen gesellschaftlich etabliert seien. Aber die Bemühungen der Jugendstiftung, ein lebendiges Kirchen- und Gemeindeleben mit und für Jugendliche zu entwickeln, tragen nach 20 Jahren langsam Früchte.

„Die Menschen haben erkannt, dass Kirche nicht nur Tradition ist, sondern auch lebendiger Bestandteil im Alltag“, sagte Szécsi.

Auch der Dompfarrer aus Szeged, P. Lajos Kondé, macht sich Gedanken darüber, wie Kirche in der Gesellschaft präsent sein kann. „Man muss sich mit Themen beschäftigen, die für Familien und Jugendliche wichtig sind“, sagte der Geistliche. Darum hat die Domgemeinde in Szeged ein breites Angebot für Familien mit Vortragsabenden, verschiedenen Treffen und Ausflügen. Bei den Veranstaltungen gebe es auch immer ein besonderes Programm für Kinder, damit die Eltern nicht wegen der Kinder zu Hause bleiben und auch die Kinder Gemeinschaft von Gleichaltrigen erleben könnten.

Um sich auszutauschen und weiterzubilden, besuchte die Gruppe unter anderem das Kardinal-Döpfner-Haus in Freising, die Katholische Landvolkhochschule in Petersberg und das erzbischöfliche Jugendamt und den BDKJ in München. Auch Pfarrer Schlosser und andere Mitarbeiter in der Pastoralarbeit von St. Georg in Freising standen Rede und Antwort. Der Aufenthalt der ungarischen Gäste wurde von Renovabis organisiert und begleitet. Renovabis unterstützt die katholische Kirche in Ungarn durch Projekte auf unterschiedlichen Ebenen seit 1993.