Zwischen Lähmung und Aufbruch

Mittwoch, 07. Dezember 2011

Aktuelles OWEP-Heft informiert über Bosnien und Herzegowina

FREISING. Bosnien und Herzegowina trägt auch sechzehn Jahre nach Kriegsende noch immer großes Spannungspotential in sich. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie liegen einerseits in der inneren Zersplitterung und der Fremdbestimmung durch Großmächte, andererseits sind aber auch ethnische Konflikte sowie wirtschaftliche Agonie dafür verantwortlich. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) versucht ein Gesamtbild des an Traditionen und Gegensätzen reichen Vielvölkerstaates zu zeichnen, nimmt die Faktoren in den Blick, die die Entwicklung des Landes lähmen, und fragt gleichzeitig, welche Schritte in Richtung Aufbruch getan werden können.

Um die ungelösten Konflikte Bosnien und Herzegowinas verstehen zu können, bietet der Historiker David Roth in seinem Beitrag einen historischen Überblick vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart und skizziert die Entwicklung der Teilrepublik innerhalb Jugoslawiens und seit der Unabhängigkeit 1992. Historisch bedeutend ist auch das spannungsvolle Verhältnis der verschiedenen Ethnien in der Region: Katrin Boecks Analyse des Zusammenlebens der verschiedenen Volksgruppen in Bosnien und Herzegowina sowie eine Länderinformation mit politischen und wirtschaftlichen Eckdaten vervollständigen das facettenreiche Bild.

Saša Gavrić und Tobias Flessenkemper nehmen in ihren Aufsätzen den politischen Status quo unter die Lupe und formulieren dabei mögliche Perspektiven für die weitere Entwicklung des Staates: Laut Gavrić gehört das politische System Bosnien und Herzegowinas durch den Vertrag von Dayton zu einem der „kompliziertesten der Welt“. Um dem politischen Stillstand entgegenzuwirken, schlägt er u.a. eine Verfassungsreform vor. Flessenkemper analysiert die „unvermeidliche Beziehung“ Bosnien und Herzegowinas zur Europäischen Union und diskutiert die Bedingungen einer weiteren europäischen Integration.

Neben Geschichte und Politik stehen auch andere Aspekte in der aktuellen OWEP-Ausgabe zu Bosnien und Herzegowina im Fokus: Selim Bešlagić, früherer Bürgermeister von Tuzla, spricht über die aktuelle Lage von Stadt und Region. Armina Omerika informiert über die islamische Tradition, ein prägendes Element in der Kultur und Geschichte des Landes. Außerdem bietet das Heft Informationen über die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen und Bürgerinitiativen sowie zum Bildungssystem Bosnien und Herzegowinas: Trotz nationaler und internationaler Reformbemühungen, finden sich im Bildungssystem zahlreiche Elemente ethnischer Separation und Diskriminierung. Die katholischen „Schulen für Europa“, die Renovabis seit mehreren Jahren fördert, seien dagegen ein erfolgversprechender Versuch, die Ideologie der Intoleranz und Trennung zu überwinden, zeigt Prof. Dr. Michael Albus in seiner Reportage auf.

Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird vom katholischen Osteuropa-Hilfswerk Renovabis und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) herausgegeben und erscheint im Verlag Friedrich Pustet. OWEP kostet als Einzelexemplar 6,50 Euro. Die Zeitschrift kann telefonisch (08161/5309-71) oder per E-Mail: owep@renovabis.de angefordert werden. Ein Überblick über den Inhalt der aktuellen Ausgabe ist im Internet unter www.owep.de zu finden.

Jahresbericht 2011 erschienen: Informieren Sie sich über die Arbeit von Renovabis im aktuellen Jahresbericht.

@renovabis schreibt:

Programmtipp Katholikentag, ab 11 Uhr: Podium zum Thema "Leben mit HIV und #Aids - weltweit und ganz nah", Reiss-Engelhorn-Museen. #kt12
vor 5 Tage 1 Stunde
RT @lerenovabis: Schöne diözesane Aktionseröffnung in Ffm. Danke ans Hedwigs-Team. Spannende Diskussion und Kuchen satt! #Renovabis...
vor 1 Woche 3 Tage
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