„Große Nachteile für Menschen mit Behinderung“

Freitag, 05. Oktober 2012

Renovabis-Partnerschaftstreffen greift schwierige Lage von behinderten Menschen in Ländern Mittel- und Osteuropas auf

Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist für viele behinderte Menschen in Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas problematisch. Nur wenige können eine Schule besuchen und haben Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die schwierige Situation behinderter Menschen im Osten Europas steht im Mittelpunkt des inzwischen 20. Renovabis-Partnerschaftstreffens am 7. und 8. Dezember in Freising. Damit nehmen die Partnerschaftsinitiativen aus Pfarrgemeinden, katholischen Verbänden und kirchennahen Vereinen bereits das Thema der Renovabis-Pfingstaktion 2013 in den Blick.

FREISING. „Das Bildungssystem in Rumänien schafft große Nachteile für Menschen mit Behinderung“, sagt András Márton von der Caritas im rumänischen Alba Iulia. Nur ein Bruchteil der behinderten Kinder könne in die Schule gehen. Auf dem Land, erzählt er, sei die Situation noch erschreckender, denn hier nehmen behinderte Kinder faktisch gar nicht am Schulunterricht teil. Die Konsequenzen sind auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu sehen, denn nur rund 12 Prozent der behinderten Erwachsenen haben überhaupt einen Arbeitsplatz.

Rumänien ist kein Einzelfall, was die Situation behinderter Menschen in Mittel- und Osteuropa angeht. Beim diesjährigen Renovabis-Partnerschaftstreffen sollen die Hintergründe, Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung thematisiert werden. Am 7. und 8. Dezember sind Experten aus Mittel- und Osteuropa zu Gast auf dem Freisinger Domberg und geben den Renovabis-Partnerschaftsinitiativen einen Einblick in die Arbeit mit behinderten Menschen in ihren Heimatländern.

Referenten sind die Franziskanerin Maria Bobrowska (Opole/Polen), die Allgemeinmedizinerin Dr. Anna Kvokacková (Prešov/Slowakei) und der Arzt Dr. András Márton (Alba Iulia/Rumänien). Sie werden über die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und die heutige Situation behinderter Menschen berichten und konkrete Projekte in diesem Bereich vorstellen.

Das Renovabis-Partnerschaftstreffen ist ein Forum des Erfahrungsaustausches und der Vernetzung von Partnerschaftsgruppen und bietet aktuelle Informationen aus den Partnerländern im Osten Europas. Die musikalische Gestaltung des Treffens wird das Ensemble „Psallite“ aus Miercurea Ciuc (Rumänien) übernehmen.

Interessierte sind eingeladen, sich bis zum 5. November anzumelden.