Provinzhaus für die Franziskaner-Schulschwestern in Sarajevo

Projektbeschreibung

Die Zeiten, in denen der Bosnienkrieg die Nachrichten bestimmte, sind Gott sei Dank vorbei. Dennoch leiden immer noch viele Menschen in Sarajevo, der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas, unter den Folgen dieses Krieges. „Wir waren von 1992 bis 1996 insgesamt 1.425 Tage in Sarajevo eingeschlossen“, berichtete uns Schwester Ivanka Mihaljevic, Provinzoberin der Franziskaner-Schulschwestern aus Bosnien und Herzegowina am Telefon.

Die Franziskanerinnen arbeiten schon seit 83 Jahren in Sarajevo. Sie standen auch in der schweren Zeit des Krieges und der Belagerung den Menschen zur Seite. Der Vielvölkerstaat Bosnien mit seinen rund vier Millionen Einwohnern zählt zu den ärmsten Ländern Europas. Besonders ältere Menschen und junge Familien haben es schwer. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wandern viele aus. „Vor 20 Jahren lebten noch 30.000 Katholiken in Sarajevo, heute sind es nur noch etwa 10.000“, sagt Provinzialoberin Ivanka Mihaljevic.

Die Arbeit der Franziskaner-Schulschwestern hat in der gesamten Region einen sehr guten Ruf. Sie setzen sich für die Kinder ein, helfen Kranken und Bedürftigen und betreuen Menschen mit Behinderungen. Die etwa 20 Schwestern in Sarajevo kümmern sich um die katholische Gemeinde dort, helfen sie Bedürftigen aller Ethnien, geben Unterricht in öffentlichen Schulen und stehen im Dialog mit Muslimen und Orthodoxen.

Die bosnische Provinz der Franziskaner-Schulschwestern wurde 1942 als Ausgründung der slowenischen Provinz selbstständig. Die widrigen Umstände der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der darauffolgenden kommunistischen Epoche verhinderten den Aufbau einer zentralen Struktur. Das alte Provinzhaus, welches seit 1958 als Unterkunft und Verwaltungssitz des Ordens dient, befindet sich in einem sehr schlechten Zustand - die Franziskanerinnen brauchen eine neue Bleibe, von der aus sie segensreich wirken können.

„Als Franziskanerinnen möchten wir uns auch weiter für die Förderung des Friedens und des interreligiösen Dialogs einsetzen. Wir sind in dieser Stadt, um den Menschen pax et bonum – Frieden und Heil – zu bringen.“ Provinzoberin Ivanka Mihaljevic

Im gleichen Stadtviertel, in dem sie bisher wohnen, können die Franziskanerinnen ein gut erhaltenes Haus sehr preiswert erwerben, dabei werden sie von Renovabis unterstützt. Dieses Haus wird neben seiner Funktion als Wohnhaus für die Schwestern gleichzeitig auch das Provinzialat und Mutterhaus von weiteren 240 Franziskanerinnen im Alter von 22 bis 71 Jahren sein, die an insgesamt 33 Orten in Bosnien-Herzegowina und Kroatien tätig sind. Es müssen nur noch kleinere Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Außerdem wünschen sich die Schwestern eine kleine Hauskapelle.

Projektbewertung

Der Kauf des Anwesens bietet für die bosnische Provinz der Franziskaner-Schulschwestern nach mehr als 70 Jahren eigenständige Provinz die Gelegenheit, zu einem günstigen Preis endlich ein funktionsfähiges Provinzhaus zu erwerben. Das bisherige Provinzhaus kann ohne größere Umbauten in ein Studenten- und Schülerheim umgebaut werden. Diese Arbeiten werden aus Eigenmitteln des Ordens erfolgen.

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