Rezepte aus Osteuropa

Überblick

Kroatischer Kaffee

Rezept von Sr. Rafaela von den Barmherzigen Schwestern des Hl. Vinzenz von Paul (Sestre milosrdnice) aus Lužnica, Kroatien), reicht für ca. 3-4 Tassen

So wird’s gemacht

  • 5 TL Kaffeepulver (sehr fein gemahlen, gibt’s in Deutschland in türkischen Geschäften) und 5 TL Zucker in einem Metallkännchen (Fassungsvermögen ca. 1/2 Liter) vermischen.

  • Kochendes Wasser dazugeben, umrühren.

  • Auf eine heiße Herdplatte oder Flamme stellen, damit der Kaffee möglichst rasch aufkochen kann. Einmal aufkochen lassen.

  • Herunternehmen und mit einer halben Tasse eiskaltem Wasser übergiessen - so setzt sich das Kaffeemehl.

Schmeckt ausgezeichnet, am besten mit etwas kroatischem Gebäck!

Fotografiert und notiert von Renovabis-Mitarbeiterin Daniela Schulz während eines Besuches bei den Schwestern, die in Lužnica ein Bildungshaus unterhalten.

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Rumänische Nachspeise: „Lapte de pasăre“ (Vogelmilch)

Rezept von Renovabis-Mitarbeiterin Ottilia Prosser aus Rumänien.

Das Rezept kommt aus Nordosten Rumäniens, dem Landesteil Moldau (Moldova). Die rumänische Küche ist aufgrund langer Fremdherrschaft geprägt duch ihre slawischen, österreichischen und türkische Einflüsse.

Zutaten

  • 1 l Milch,
  • 3 Eier,
  • 4 EL Zucker,
  • 1 Vanillestange,
  • abgeriebene Schale einer Zitrone,
  • 1 Prise Salz

So wird’s gemacht

Die Milch wird mit der abgeriebenen Zitronenschale, der Vanillestange und der Prise Salz zum Kochen gebracht. Währenddessen schlägt man aus den 3 Eiweiß einen festen Schnee und hebt davon jeweils einen Löffel ab um ihn in die kochende Milch zu legen. Nach 1 Minute werden die Eischneeklöße gewendet und nach etwa 30 Sekunden vorsichtig mit einem Sieb herausgenommen und in eine Glasschüssel gelegt.

Es werden die drei Eidotter mit dem Zucker schaumig gerührt. Diese Masse wird auf dem Herd bei geringer Hitze, unter ständigem Rühren der Milch zugefügt. Sobald die Vogelmilch eine etwas dickere Konsistenz bekommen hat, ist sie fertig und nachdem die Creme etwas ausgekühlt ist, gießt man sie vorsichtig auf die Eischneeklöße. Die Vogelmilch wird kalt serviert.

Schlesischer Topfkuchen

Ottmar Steffan vom Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V. arbeitet im Fachbereich „Weltkirchliche Arbeit Mittel- und Osteuropa“ und steht im Bistum auch als Anprechpartner für Renovabis zur Verfügung. Er hat uns das schlesische Topfkuchenrezept seiner Großmutter aufgeschrieben:

Zutaten

  • 1 Pfund Butter oder Sanella
  • 450 g Zucker
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 7 Eier
  • 250 g Mehl
  • 250 g Stärke (Mondamin)
  • 1 1/2 Tütchen Backpulver

So wird’s gemacht

Butter, Zucker und Eier schaumig rühren, alle anderen Zutaten unterrühren. 60 Minuten bei 160 - 180 Grad backen, 10 weitere Minuten bei Nachhitze im geschlossenen Ofen ruhen lassen. Die Menge reicht für 2 kleine Kastenformen.

Albanischer Kuchen

Rezept von Davida Nikolli, Kujt/Nordalbanien (aufgeschrieben von Renovabis-Mitarbeiterin Claudia Gawrich im Rahmen des Exposure- und Dialogprogramms, das Renovabis gemeinsam mit „Exposure- und Dialogprogramme e.V.“ edp im September 2004 in Nord-Albanien durchführte).

Zutaten

  • 6 Eier
  • 6 Espresso-Tassen Zucker
  • 2 Gläser Mehl (normale Wassergläser)
  • 1 kl. Löffel Hefe (türkischer Kaffee-Löffel: etwas weniger als ein Teelöffel)
  • 1 Glas Joghurt
  • zusätzlich Backpulver dazugegeben, für 1 Backblech Zutatenmenge verdoppeln

So wird’s gemacht

Eiweiß zu Eischnee schlagen, Eigelb dazugeben und unterrühren, die weiteren Zutaten mischen, dazugeben und verrühren, ca. 20 Minuten backen (bei ca. 150 Grad). Wenn der Kuchen fertig ist, wird er mit Zuckerwasser übergossen (1 Liter Wasser mit 5 Tassen Zucker vermischt)

Škubánky

Ein Rezept von Renovabis-Mitarbeiterin Leona Lohr aus Tschechien

Zutaten

  • ca. 750 g Kartoffeln
  • ca. 200 g grobes Mehl
  • Salz
  • Mohn mit Zucker zum Bestreuen
  • Butter zum Begießen

So wird’s gemacht

Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und im gesalzenen Wasser nicht zu weich kochen. Wasser abgießen, Mehl zugeben, mit den heißen Kartoffeln durchschütteln und ca. 1/4 Stunde an einer warmen Stelle unter dem Topfdeckel lassen. Dann Kartoffeln tüchtig zerdrücken und zu einem glatten und festen Teig rühren. Einen Esslöffel in heißer Butter eintauchen und damit aus dem Teig Kartoffelnudeln ausstechen. Diese mit geriebenem Mohn gemischt mit Zucker bestreuen und mit heißer Butter begießen. Nach Belieben kann man den Škubánky auch mit Röstzwiebeln essen.

Tschechische Semmelknödel

Ein Rezept von Renovabis-Mitarbeiterin Leona Lohr aus Tschechien

Zutaten

  • 600 g grobes Mehl
  • 20 g Hefe
  • 2 TL Zucker
  • 3/8 Liter lauwarmes Wasser
  • 2 Eier
  • 2 TL Salz
  • 1 alte Semmel (50 g)

So wird’s gemacht

Mehl in eine Schüssel geben, eine kleine Grube machen und Hefe hineinbröseln. 2 TL Zucker und 1/8 Liter Milch hinzugeben und die Hefe gehen lassen. Den Hefebrei mit Salz, Eiern und Wasser und dem Mehl zu einem Teig verkneten, solange kneten, bis er sich von der Schüssel löst. Die alte Semmel kleinschneiden und unter den Teig mengen. Den Teig 20 Minute gehen lassen. Aus dem Teig drei kleine Laibe formen und diese nochmals 5 Minuten gehen lassen. Aus den Laiben mache dann Rollen, lasse sie nochmals 5 Minuten gehen und dann lege sie in kochendes Salzwasser. Nach 5 Minuten die Teigrollen drehen und ca. 20 Minuten kochen lassen. Wenn die Knödel fertig sind, mit einer Gabel einstechen.

Borschtsch

Ein russisches Rezept von Renovabis-Mitarbeiterin Tatjana Pascuttini

Zutaten

  • 600 g rote Rüben
  • 400 g Weißkraut
  • 400 g Suppengrün
  • 1 Zwiebel
  • 2 Kartoffeln
  • ein paar getrocknete Pilze (nach Belieben)
  • etwas durchwachsenen Speck für den Geschmack
  • 4 EL Tomatenpüree
  • 2 EL Essig
  • 2 EL Zucker
  • 2 EL Butter
  • Pfefferkörner, 1 Lorbeerblatt, Salz, Saure Sahne

So wird’s gemacht

Zunächst eine Rinderboullion aus 1kg Rindfleisch, Suppengrün, Lorbeerblatt, Pfefferkörnern und 2 Liter Wasser herstellen (kochen, bis das Fleisch weich ist, abseihen, das Fleisch für die Piroschki zur Seite legen). Die geschälten roten Rüben, Suppengrün und Zwiebel in Streifen schneiden, in einen Topf geben, Tomatenpüree, Essig und Zucker dazugeben, mit etwas Brühe begießen und die Butter dazugeben. Kochtopf schließen und dünsten, gelegentlich etwas Brühe nachgießen.

Nach 20 Minuten das gehobelte Kraut und die in Würfel geschnittenen Kartoffeln dazu geben, umrühren und noch 20 Minuten dünsten. Dann die restliche Brühe dazugeben, Pfeffer, Lorbeerblatt und Salz beifügen, evtl. noch mit etwas Essig abschmecken. Weiterkochen, bis das Gemüse gar ist. Mit einem Klecks saurer Sahne servieren.

Piroschki (ca. 50 Stück)

Ein russisches Rezept von Renovabis-Mitarbeiterin Tatjana Pascuttini

Das gekochte Rindfleisch vom Borschtsch (siehe oben) durch den Fleischwolf drehen. Mit zwei kleingehackten, in Öl goldgelb angebratenen Zwiebeln vermischen und etwas Brühe dazugeben, bis es eine schöne weiche Masse ergibt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, gehackte Petersilie daruntermischen.

Zutaten

  • 300 g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe oder 25 g frische Hefe
  • 125 g zerlassene Margarine
  • 1 Eigelb
  • 5 EL warmes Wasser
  • 2 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 1 Eigelb zum Bestreichen

So wird’s gemacht

Aus den Zutaten einen nicht zu festen Teig kneten, ca. 1 Stunde gehen lassen. Ist der Teig zu weich, etwas Mehl beimengen.

Teig portionsweise dünn ausrollen, mit einem Glas (ca. 6cm Durchmesser) ausstechen, einen Teelöffel Fleischmasse darauf geben, zur Hälfte umschlagen und fest zusammendrücken. Mit der zusammengedrückten Seite auf ein Backblech legen (auf Backpapier), damit sie nicht so leicht aufplatzen. Mit Eigelb bestreichen und bei 180° 15-20 Minten lang backen - bis sie goldgelb sind.

Čevapčiči

Ein Rezept aus Kroatien von Renovabis-Mitarbeiterin Monika Vratnik

Zutaten für 4 Portionen

  • 300 g Rinderhack
  • 300 g Schweinehack
  • 70 g Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 EL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 EL Petersilie, fein gehackt
  • (evtl. 4 dünne Schinkenspeckscheiben)
  • 6-8 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

So wird’s gemacht

Zwiebeln, Knoblauch fein würfeln. Beides mit Petersilie zum Rind- und Schweinehack geben und vermengen. Mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer würzen. Aus der Masse 12 Teile abstechen, diese mit feuchten Händen zu daumengroßen Würstchen rollen. Olivenöl in einer Grillpfanne erhitzen und die Cevapcici darin bei mittlerer Hitze 5-6 Min langsam braten. Mehrmals wenden.
Variation: vier Kugeln formen, flachdrücken, den Rand mit jeweils 1 Schinkenscheibe umlegen und kleine Spieße der Breite nach durchstecken. Olivenöl in einer Grillpfanne erhitzen und die Cevapcici darin bei mittlerer Hitze 5-6 Min langsam braten. Mehrmals wenden.

Sarmale (Krautwickel)

Ein Rezept von Renovabis-Mitarbeiterin Monika Knuff aus Rumänien

Zutaten für etwa zehn Personen

  • 800 g Gehacktes vom Schwein
  • etwa 4 kg sauer eingelegte Weißkohlköpfe
  • 4 Zwiebeln
  • 100 g Tomatenmark
  • 1,5 l Wasser oder Fleischbrühe
  • Paprikapulver edelsüß
  • 250 g Schweineschmalz oder Öl
  • 100 g Reis
  • Pfeffer
  • Bohnenkraut
  • 300 g geräucherte Rippchen
  • 10 kleine Tomaten
  • 20 g Salz
  • 20 g Zucker
  • 2 Lorbeerblätter

Den Weißkohl bekommt man in türkischen und/oder griechischen Lebensmittelgeschäften entweder vakuumiert oder eingelegt.

So wird’s gemacht

Zwei Zwiebeln fein hacken und mit Fett und etwas Wasser dünsten und zum Gehackten geben. Die Masse mit dem Reis (der muss halb gekocht und kalt sein) vermischen und mit Pfeffer, Bohnenkraut und Salz würzen. Die Krautblätter werden in passende Stücke geschnitten. Auf ein Krautblatt wird in der Größe einer Walnuss etwas von der Fleischmasse gegeben. Die Blätter werden dann gerollt und die Endstücke mit den Fingern nach innen gedrückt. Auf dem Topfboden werden die Reste des Krauts (feingehackt) verteilt, die Sarmale am Topfrand entlanggelegt. In die Mitte werden die Rippchen und das restliche geschnittene Kraut gelegt. Die 2 Zwiebeln werden in feine Scheiben geschnitten und in Öl glasig gedünstet. Die Pfanne von der Platte nehmen, das Paprikapulver dazu und mit Tomatenmark und der Fleischbrühe oder Wasser ablöschen. Die Flüssigkeit wird über die Sarmale gegossen. Darauf kommt ein Zweig Bohnenkraut, die Lorbeerblätter, der Zucker und einige Pfefferkörner. Bei kleiner Temperatur 2,5 Std. kochen lassen, dann den die kleinen Tomaten darauf und den Topf in den Backofen stellen, bis die Tomaten knusprig sind.

Die Sarmale werden mit Rippchen und Mamaliga (Polentabrei) serviert.

Surftipps

Kochrezepte aus den neuen EU-Ländern stellt die Jugend-Webseite „Zuender“ der Wochenzeitung DIE ZEIT vor. Von „Zrazy – Polnische Schweinsrouladen“, über lettischen „Lachs mit Pflaumenkompott und Bratkartoffeln“ bis hin zum „Slowenischen Superstrudel – Prekmurska gibanica“ gibt es hier appetitanregende Rezepte aus den Küchen der osteuropäischen Beitrittsländer: http://blog.zeit.de/rezeptor/category/osterweiterung