Alte Menschen im Osten Europas

Im Mittelpunkt der Pfingstaktion 2008 standen die alten Menschen in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Eine Betrachtung der demographischen Entwicklung zeigt, dass sich im Westen wie im Osten Europas die Alterspyramide teilweise recht ähnlich entwickelt. Versucht man, die Situation alter Menschen im Westen und Osten Europas in den Blick zu nehmen, so lassen sich daher in gewissem Maße Vergleichbarkeiten, in größerem Maße jedoch Unterschiede feststellen.

Themenüberblick

Verlierer der Transformationsprozesse

So konnte ein großer Teil der heute zur älteren Generation zählenden Menschen seit Ende des Zweiten Weltkriegs in unserem Land und in anderen westeuropäischen Ländern einen nicht unbeträchtlichen Wohlstand erwerben, wobei es hier natürlich auch deutliche soziale Unterschiede gibt. Die jetzige Generation der Alten in den mittel- und osteuropäischen Ländern wurde hingegen durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts – inklusive der Wende 1989/90 – mehrfach benachteiligt. Sie gehörten – und gehören immer noch – zu den größten Verlierern der Transformationsprozesse. Von der sozioökonomischen Entwicklung seit dem Zusammenbruch des Kommunismus konnten sie am wenigsten profitieren. Sie konnten fast nichts für ihre Altersversorgung tun. Und die bisweilen kaum vorhandenen sozialen Systeme helfen ihnen so wenig, dass die Mindestrenten teilweise unter den Sozialhilfesätzen liegen.

Alte Menschen bleiben zurück

Insbesondere in ländlich-agrarwirtschaftlich geprägten Regionen hatte und hat die starke Landflucht der Jungen eine besondere Zuspitzung der Situation alter Menschen, die allein zurückbleiben, zur Folge. Ihnen kommt wiederum andererseits häufig eine wichtige Funktion bei der Betreuung von Enkelkindern zu, wenn Eltern auf der Suche nach lukrativen Arbeitsplätzen innerhalb ihrer Länder oder sogar ins Ausland migrieren. Manchmal hat solche Arbeitsmigration allerdings auch den Zerfall von Familien und damit eine dauernde Verantwortung der Großeltern für die Enkelkinder zur Folge.
Dass die älteren Menschen sich in dieser Weise – freiwillig oder durch die Umstände genötigt – um die Enkelgeneration kümmern, hat übrigens mitunter positive Auswirkungen auf die Weitergabe des Glaubens und christlicher Werte. Dass den Alten in einigen Gesellschaften im Osten Europas solche wichtigen Aufgaben und Verantwortlichkeiten zukommen, liegt wohl auch daran, dass Individualisierungstendenzen weniger stark ausgeprägt sind als im Westen.

Ausstellung

Alt zu sein, ist auch hierzulande zu einem Synonym für zahlreiche Probleme geworden. Um wie viel mehr gilt dies für die alten Menschen im Osten Europas. Gerade sie haben Schweres durchgemacht: Kriege, Kommunismus, einschneidende Reformen nach der Wende von 1989/90.
Es sind gerade die alten Menschen, die dort in großer Not leben und am wenigsten vom Umbruch profitieren konnten. Ihnen blieb kein Geld, um für ihr Alter vorzusorgen. Bis heute existiert vielerorts noch immer keine ausreichende soziale Absicherung. Selbst die Mindestrenten liegen oft unter dem Existenzminimum. Und häufig sind die alten Menschen nicht nur arm, sondern allein und isoliert.

Renovabis setzt sich dafür ein, dass alte Menschen ein Leben in Würde führen können. Gemeinsam mit meist kirchlichen Projektpartnern vor Ort unterstützt Renovabis Projekte der häuslichen Krankenpflege sowie den Bau und Betrieb von Alten- und Pflegeheimen, um die Lebensbedingungen alter Menschen wirkungsvoll zu verbessern. Die Alten im Osten Europas haben Fotografen und Projektpartner in ihrem Alltag festgehalten.

  • Bild Nr. 01 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 02 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 10 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 11 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 12 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 15 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 16 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 17 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 19 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 20 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 21 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 22 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 24 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 25 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 26 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 27 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 29 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 3 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 30 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 4 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 5 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 6 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 7 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 8 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"
  • Bild Nr. 9 der Ausstellung 2008: "Alt. arm. allein?"

Sie können die Ausstellung als Powerpoint-Datei herunterladen: Ausstellung 2008: alt.arm.allein? (6.4 MB) oder bei uns ausleihen. Es handelt sich um auf Leinwand gedruckte Fotos, die auf Keilrahmen aufgezogen sind. Sprechen SIe uns an:

Sachbearbeitung
Öffentlichkeitsarbeit

Sabine Gampfer
Renovabis, Domberg 27,
85354 Freising
Tel.: (08161) 5309-49,
Fax: (08161) 5309-44
E-Mail: ga@renovabis.de

Material herunterladen

2008 Aktionsheft „Alt. Arm. Allein?“.

So hilft Renovabis - Projekte für alte Menschen

Renovabis wird regelmäßig von vielen Projektpartnern um Hilfe beim Bau und Betrieb von Alten- und Pflegeheimen gebeten, insbesondere ist hier ein wachsender Bedarf bei Altenheimen für Priester und Ordensleute festzustellen. Wichtige Projektfelder sind weiterhin die häusliche Krankenpflege oder auch die Unterstützung von Maßnahmen des betreuten Wohnens. Schließlich hat sich Renovabis in den vergangenen Jahren für die Einrichtung von Sterbehospizen eingesetzt, in einigen Ländern wurden Hospizbewegungen sogar erst von Renovabis initiiert.

Beispielprojekte