HIV und Aids in Osteuropa

So spricht der Herr: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

Mt 11,28

HIV/Aids in Osteuropa

Die höchsten Zuwachsraten von HIV-Infektionen weltweit weisen Länder in Osteuropa und den Zentralasiatischen Staaten auf. Dabei wird Aids in der Bevölkerung weitgehend tabuisiert und HIV-infizierte Menschen werden oft wie Aussätzige behandelt.

Was tut Renovabis?

Renovabis unterstützt die kirchlichen Partner dabei, Antworten auf die mit HIV/Aids verbundenen Herausforderungen zu entwickeln. Zudem soll in der bundesdeutschen Öffentlichkeit auf das Thema HIV/Aids in Osteuropa aufmerksam gemacht werden.

HIV/Aids in Mittel, Ost- und Südosteuropa

Aidsschleife

Seit Mitte der 1990er Jahre verbreitet sich HIV/Aids in Mittel- und Osteuropa massiv. Die Neuansteckungsraten liegen derzeit weit über dem westeuropäischen Durchschnitt. Die weltweit höchsten Zuwachsraten weisen Länder wie die Ukraine und Russland auf. Unaids, das gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS, spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung. Quelle: UNAIDS Worls Aids Day Report 2011. Das Virus wird hier vor allem durch intravenösen Drogenkonsum, zunehmend jedoch auch durch hetero- und homosexuellen Geschlechtsverkehr übertragen. Mehr als 80% der Infizierten sind unter 30 Jahre alt. Die Krankheit Aids ist weitgehend tabuisiert und HIV-infizierte Menschen werden oft wie Aussätzige behandelt.

In der Gesellschaft und in der Politik ist das Problem auf Grund vielfältiger anderer Schwierigkeiten nicht prioritär im Blick. Wo Maßnahmen ergriffen werden, beschränken die sich häufig auf isolierte Ansätze. Diese nehmen die Verschränkung zwischen HIV und den ebenfalls epidemischen Krankheiten Tuberkulose, Hepatitis und Sucht nicht in den Blick. Es werden kaum soziale Ursachen analysiert oder die Konsequenzen der aktuellen Ignoranz und Stigmatisierung bedacht.

Experteninterviews

Klemens Ochel, Mitarbeiter des Missionsärztlichen Instituts Würzburg

Dr. Monika Rosenbaum (von 2005 bis 2011 Beraterin für Renovabis)

Was tut Renovabis?

Die Ortskirchen Mittel- und Osteuropas setzen sich zunehmend mit der HIV/AIDS-Problematik auseinander, so dass diese allmählich ein Feld bewussten kirchlichen Handelns wird. Noch vorhandene Schwierigkeiten resultieren häufig aus fehlendem oder falschem Wissen, sowjetisch geprägten Vorstellungen zur Krankheitskontrolle und mangelnder Erfahrung mit den neuen pastoralen Herausforderungen.

Studie: „Drogen und HIV/AIDS – Antworten der Kirche in Mittel- und Osteuropa“

Im Jahr 2013 haben das Missionsärztliche Institut in Würzburg (MI) und Renovabis eine gemeinsame Studie auf den Weg gebracht, die unter dem Titel „Drogen und HIV/AIDS – Antworten der Kirche in Mittel- und Osteuropa“ einen der Hauptübertragungswege der Immunschwächekrankheit in den Blick nehmen soll. Zunächst bezieht die Studie sich auf die drei Beispielländer Bulgarien, Polen und die Ukraine, in denen die Situation untersucht wird. Dabei werden auch offizielle Berichte staatlicher Stellen über Strategien zur Bekämpfung des Drogengebrauchs ausgewertet. Besonderes Interesse gilt der Frage, wie die Kirchen die Grundproblematik hoher Infektionsraten durch Drogenkonsum sehen und wie sie in ihrem caritativen Engagement durch konkrete Projekte auf diese Herausforderung reagieren.

2007-2011: Entsendung einer Beraterin im Bereich HIV/Aids

Gemeinsam mit Caritas international und dem Missionsärztlichen Institut hat Renovabis für den Zeitraum von 2007 bis 2011 eine Beraterin finanziert, die kirchliche Partner v.a. in der Ukraine und Russland unterstützt und qualifiziert hat, Antworten auf die mit HIV/Aids verbundenen Herausforderungen zu entwickeln. Schon Papst Johannes Paul II. hat immer wieder zum Kampf gegen AIDS aufgerufen und alle in der Seelsorge tätigen Personen ersucht, „den von Aids befallenen Brüdern und Schwestern jede nur mögliche materielle Unterstützung und jeden moralischen und geistlichen Trost zu spenden.“ (Botschaft zum XIII. Welttag der Kranken).

Renovabis arbeitet mit kirchlichen Partnern in Osteuropa zusammen, um infizierten Menschen Unterstützung anzubieten und präventive Maßnahmen zu ermöglichen. Markus Leimbach, bis Sept. 2010 Leiter der Renovabis-Projektabteilung, spricht im Interview mit dem Münchner Kirchenradio darüber, wie Renovabis seine Partner im Kampf gegen die Krankheit unterstützt.

Renovabis im Aktionsbündnis gegen Aids

Renovabis ist Mitglied im Aktionsbündnis gegen Aids und unterstützt die Forderung nach patentfreien Aids-Medikamenten. Erhält eine HIV-positive Schwangere frühzeitig Medikamente, sinkt das Risiko einer HIV-Übertragung auf das Baby auf unter 5%. Aber noch immer erhalten in den Ländern Osteuropas weniger als die Hälfte der Schwangeren solche antiretroviralen Präparate. (Quelle: Aktionsbündnis gegen Aids)

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