Frauenhandel – ein Thema für kirchliches Engagement!
Was ist Frauenhandel?
Als Frauenhandel bezeichnet man das Anwerben, Entführen oder Verschleppen von Frauen aus ihren Heimatländern, um diese zumeist im Ausland mit Hilfe von Gewalt, Bedrohung oder Drogen für sexuelle Handlungen zu missbrauchen. Dazu zählen in erster Linien die Zwangsprostitution, das Geschäft mit Stripteasetänzerinnen und Kinderpornografie, sowie Formen des Ehehandels.
Im Jahr 2010 wird das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel in Bayern zehn Jahre alt – Gelegenheit für einen umfassenden Überblick über die mit Frauenhandel und Zwangsprostitution verbundenen Probleme. In einer gemeinsamen Fachtagung am 8. März 2010 in München haben sich das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel, Renovabis und die Hanns-Seidel-Stiftung mit aktuellen und historischen Perspektiven des Themas auseinandergesetzt.
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Frauen - der „Exportschlager“ aus Osteuropa
zerzweifelte junge Frau (nachgestellte Situation)Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und den anschließenden Kriegen in Ex-Jugoslawien hat der Frauenhandel explosionsartig zugenommen. Die Mädchen und jungen Frauen kommen vor allem aus mittel-, ost- und südosteuropäischen Ländern, wo die Armut besonders groß ist - aus Moldawien, der Ukraine, Weißrussland, Rumänien, Jugoslawien, Albanien und Bulgarien. Eindeutige Zielregion: die reichen Länder Westeuropas. Verkaufte Osteuropäerinnen lassen hier mittlerweile ihre Schicksalsgenossinnen aus Afrika, Südamerika und Asien zahlenmäßig weit hinter sich.
Renovabis ist Gründungs-Mitglied im Aktionsbündnis gegen Frauenhandel
Logo des Aktionsbündnis gegen FrauenhandelAuf der Tagung „Die Würde der Frau ist antastbar – Handel mit osteuropäischen Frauen“, die im Januar 2000 von Renovabis und dem Kardinal-Döpfner-Haus, dem Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising, veranstaltet wurde, entstand die Initiative für das „Aktionsbündnis Gegen Frauenhandel“. In diesem Aktionsbündnis haben sich Vertreterinnen und Vertreter von rund 20 Organisationen und Verbänden aus dem bayerischen Raum, vorwiegend aus dem kirchlichen Bereich, informell zusammengeschlossen, um gemeinsam - jeweils in Rückbindung an die Arbeit des eigenen Verbandes - weiter an diesem konkreten Thema zu arbeiten. Überblick über die Mitgliedsorganisationen
Wenn Gesellschaft sich verändert, braucht sie Antworten auf die veränderte Situation. Wir glauben, dass wir als Christinnen und Christen aus unserem Binnenraum „Kirche“ heraustreten müssen, um verändernd in die Gesellschaft hineinzuwirken.
Frauenhandel ist ein Skandalon mit explosiver Schlagkraft: Im politischen, rechtsstaatlichen, gesellschaftlichen und auch familiären Umfeld, denn auch Väter sind Freier! Ächtung der Täter und nicht der Opfer bewegt uns!
Renovabis unterstützt Projekte gegen Frauenhandel
Sich gemeinsam mit Projektpartnern aus Osteuropa gegen Frauenhandel stark machen und Opfer von Frauenhandel auffangen, darum bemüht sich Renvoabis auch in der Projektarbeit.
Beispiele
Litauen: Schaffung organisatorischer Strukturen zur nachhaltigen Betreuung zurückgekehrter Zwangsprostituierter sowie zur Prävention - Projektbeschreibung lesen
länderübergreifend: Kampagne im Zuge der Fußballweltmeisterschaft gemeinsam mit SOLWODI: Für das zeitliche Umfeld der WM (19.04. - 31.07. 2006) wurde in Zusammenarbeit mit Orden und Kirchenverbänden ein Notruf-Telefon mit Beraterinnen eingerichtet, das Opfern des Frauenhandels in dieser Zeit zur Verfügung steht. Elf Beraterinnen aus Mittel- und Osteuropa wurden zu verschiedenen Aspekten der Thematik geschult.
Lesenswert
Gegen den teuflischen Mechanismus – Aktiv gegen Frauenhandel - so lautet der Titel eines Artikels, den Inge Bell, freie Journalistin und Expertin im Bereich Zwangsprostitution und Burkhard Haneke, Geschäftsführer von Renovabis gemeinsam für die Politischen Studien der Hanns-Seidel-Stiftung verfasst haben.
Artikel: Gegen den teuflischen Mechanismus – Aktiv gegen Frauenhandel (Bell, Haneke) (33 KB)Die Homepage des Aktionsbündnisses gegen Frauenhandel bietet weitere Informationen zum Thema: www.gegenfrauenhandel.de.



