Festakt zur Eröffnung der Bibliothek
Foto: Thomas Schumann, Renovabis
26.10.2017 – Ukraine

Viele Gespräche und Solidarität

Renovabis-Bischof Heiner Koch besucht mit Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer und Hauptgeschäftsführer Dr. Christian Hartl die Ukraine.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch und Renovabis-Hauptgeschäftsführer Christian Hartl sprachen am Ende einer fünftägigen Ukraine-Reise unter anderem auch mit dem Rektor der Kiewer Theologischen Akademie des orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Antoniy Pakanych. Renovabis unterstützt diese Akademie unter anderem mit theologischer Fachliteratur, bezuschusst Studienreisen und wissenschaftliche Symposien. An dem Treffen mit den Vertretern der russischen orthodoxen Kirche in der Ukraine nahm auch Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer teil, der während der gesamten Reise Eindrücke sammelte zur Entwicklung der Zivilgesellschaft. Darum bemühen sich nämlich die unterschiedlichen Kirchen. Tiefe Eindrücke hinterließ die Situation der Menschen in dem durch Kriegs- und Flüchtlingsnot heimgesuchten Land. Auf allen Stationen der
Reise versicherten die deutschen Gäste ihre ukrainischen Partner ihrer Solidarität und versprachen, sich dafür einzusetzen, dass die schwierige Lage der Bevölkerung in der Ukraine in Deutschland nicht in Vergessenheit gerät.

Das Gespräch mit den Orthodoxen im weltberühmten Kiewer Höhlenkloster „Lawra“ war indes nicht der Höhepunkt der ersten Delegationsreise von Renovabis-Bischof Koch. Vorangegangen waren Termine beim deutschen Botschafterter, bei der organisationsstarken Caritas der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK), bei der „Caritas-Spes“ (Hoffnung) der römisch-katholischen Kirche, in den Priesterseminaren beider Kirchen und bei der Bischofssynode der UGKK in Lemberg mit Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk an der Spitze. Auch bei den Lateinern, beim Vorsitzenden der Bischofskonferenz und Erzbischof von Lwiw, Mieczyslaw Mokrzycki, wurde sondiert, wie Renovabis künftig seinen Partnern dabei helfen könnte, Kirche und Gesellschaft zu unterstützen.

Eigentlicher Anlass des Besuchs in der Ukraine war ein prominentes Bildungsprojekt: die feierliche Einweihung der Universitäts-Bibliothek, die Renovabis maßgeblich gefördert hat.
Die nach dem früheren Großerzbischof Andrej Scheptyzkyj benannte Bibliothek das innovative Kernstück ist das der neuen, von der UGKK betriebenen Katholischen Universität, wofür in mehreren Projektabschnitten insgesamt mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden sind – insgesamt eine nutzbringende Investition für die Zukunft eines Landes, das bis jetzt noch immer unter Korruption und auch unter der Oligarchen-Herrschaft leidet. Der Rektor der Universität, Bischof Boris Gudziak, erinnerte bei Einweihung der hochmodernen Universitätsbibliothek daran, dass am selben Ort zur Sowjetzeit die Parteizentrale der kommunistischen Partei für die Westukraine gestanden hat. Da, wo früher das Leben des „homo sovieticus“ kontrolliert worden sei, könne nun studiert und geforscht werden. Der Forschergeist wird in einem transparenten, lichtdurchfluteten Gebäude mit Blick auf Parkanlagen und die der heiligen Sophia geweihten Universitätskirche inspiriert. „Das moderne Europa ist ohne das Christentum nicht vorstellbar“, sagte beim Festakt Bundestagsvizepräsident Singhammer. Er stellte fest, dass es im Mittelalter die Mönche gewesen seien, die in Europa erste Klosterbibliotheken gebaut hätten. „Europa heißt übersetzt Weitsicht und bedeutet eine Lerngemeinschaft“, betonte Renovabis-Bischof Koch vor der internationalen Festgesellschaft, und weiter: „Deshalb ist es so wichtig, dass wir Christen in Ost und West zusammenstehen.“
Daneben unterstützt Renovabis natürlich diverse karitative und seelsorgliche Projekte beider katholischer Erzbistümer in der Westukraine.

„Europa heißt übersetzt Weitsicht und bedeutet eine Lerngemeinschaft“, betonte Renovabis-Bischof Koch vor der internationalen Festgesellschaft, und weiter: „Deshalb ist es so wichtig, dass wir Christen in Ost und West zusammenstehen.“ In der Hauptstadt Kiew besichtigten Erzbischof Koch und das Renovabis-Team auch die Gedenkstätte für die Maidan-Toten von 2014, die im Volk verehrte „Himmlische Hundertschaft“ der „Revolution der Würde“. In Gesprächen mit der Vizepräsidentin des ukrainischen Parlaments, Iryna Heraschtschenko, und dem Direktor der ukrainischen Caritas, Andrij Waskowytsch, erfuhr die Delegation, dass die Lage der rund 1,8 Millionen Binnenflüchtlinge in der Folge des Krieges in der Ostukraine unverändert schwierig, die Situation im Grenzgebiet und den Separatistengebieten lebensgefährlich
sei. Renovabis und – für Soforthilfe – auch die deutsche Caritas zählen zu den größten finanziellen Unterstützern der ukrainischen Caritas. Deren Budget von zuletzt knapp 12 Millionen Euro wird hauptsächlich von ausländischen Hilfsorganisationen getragen.

Die Ukraine ist derzeit im Osten Europas das Land, in dem sich Renovabis am stärksten engagiert: Mit einer Bewilligungssumme von 4,2 Millionen Euro wurden dort 2016 allein insgesamt 80 Projekte unterstützt.

Impressionen einer Reise in die Ostukraine

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Inhalt erstellt: 26.10.2017, zuletzt geändert: 12.02.2019