Bildung eröffnet Möglichkeiten - und ist auch für Erwachsene besonders wichtig
Bildung eröffnet Möglichkeiten - hier insbesondere für Erwachsene
Foto: Achim Pohl
Projekte

Bildung nachholen in der „Schule der Möglichkeiten“

An sechs Standorten in Ungarn hilft die „Schule der Möglichkeiten“ Erwachsenen dabei, ihren Schulabschluss nachzuholen. Initiiert von den Jesuiten und unterstützt durch zahlreiche Ehrenamtliche lernen hier Menschen im Alter von 16 bis 64 Jahren.

Oft richten sich Bildungsprojekte konkret an junge Menschen und stoßen dabei an gewisse Grenzen, denn: Wenn Kinder mit schlecht gebildeten, in Armut lebenden Eltern aufwachsen, geraten sie in eine Art Teufelskreis: weil sie keine Unterstützung bekommen, schaffen sie selbst ebenfalls keinen Abschluss. Hier setzt die „Schule der Möglichkeiten“ an. Das Projekt wurde 2010 von den Jesuiten in Budapest gegründet. Barbara Csapó, die Koordinatorin des Programms, versteht ihre Arbeit darin, Knoten im sozialen Netz zu flechten: „Wir haben angestellte Lehrer, aber setzen auch auf Ehrenamtler wie Gabor, der zwei Mal die Woche hierherkommt.“
In den acht Jahren seit Bestehen haben die „Schulen der Möglichkeiten“ über 120 Menschen die Möglichkeit gegeben, an sechs Standorten im Land ihren Abschluss der achten Klasse nachzuholen. Das Alter reicht von 16 bis 64, jedoch ist die Mehrheit jung. Eine wichtige Motivationsquelle ist der Führerschein, den in Ungarn nur erhält, wer einen Schulabschluss hat. Mit der Unterstützung von Renovabis werden außerdem Lehrbücher mit einer Spezialisierung auf die Alphabetisierung von Erwachsenen entwickelt.

Der 18-jährige Krisztian holt dank der Hilfe von Ehrenamtlichen wie dem 78-jährigen Gábor Nényei an der „Schule der Möglichkeiten“ seinen Abschluss nach. Krisztian hatte die Schule abgebrochen und arbeitete eine Zeit lang als Küchenhilfe in München, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Der Schulabschluss eröffnet neue Chancen - und ist in Ungarn sogar Voraussetzung dafür, die Führerscheinprüfung ablegen zu dürfen.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Achim Pohl</small>
Der 18-jährige Krisztian holt dank der Hilfe von Ehrenamtlichen wie dem 78-jährigen Gábor Nényei an der „Schule der Möglichkeiten“ seinen Abschluss nach. Krisztian hatte die Schule abgebrochen und arbeitete eine Zeit lang als Küchenhilfe in München, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Der Schulabschluss eröffnet neue Chancen - und ist in Ungarn sogar Voraussetzung dafür, die Führerscheinprüfung ablegen zu dürfen.
Foto: Achim Pohl

Ich habe sieben Kinder und 32 Enkel, die es Gott sei Dank alle zu etwas gebracht haben. Das macht mich glücklich, aber ich möchte auch etwas zurückgeben. Ich komme zwei Mal die Woche zum Unterrichten. Der christliche Glaube ist meine Motivation, besonders das Bibelwort 'Ihr sollt in die Welt gehen und den Glauben verbreiten' hat es mir angetan. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass damit auch Bildung gemeint ist.

(Gábor Nényei, 78, ehemaliger Lehrer, heute Ehrenamtlicher an der „Schule der Möglichkeiten“)

Das Angebot trägt Früchte

Der Bedarf für das Unterrichtsangebot ist zweifelsohne vorhanden, weswegen es landesweit mittlerweile sechs Standorte der „Schule der Möglichkeiten“ gibt. Insbesondere Erwachsene, die der Minderheit der Roma angehören, profitieren davon und könne mithilfe der Schulbildung ihren Lebensstandard nachhaltig verbessern. Und der Erfolg ehemaliger Schülerinnen und Schüler macht anderen Mut.

Barbara Csapó (links), hier beim Besuch einer Roma-Siedlung außerhalb von Budapest, koordiniert die „Schule der Möglichkeiten“. Vor allem Roma sind im Durchschnitt schlechter gebildet, mehr als ein Viertel von ihnen ist arbeitslos. Mit einem Schulabschluss können sie auf bessere Zukunftschancen hoffen.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Achim Pohl</small>
Barbara Csapó (links), hier beim Besuch einer Roma-Siedlung außerhalb von Budapest, koordiniert die „Schule der Möglichkeiten“. Vor allem Roma sind im Durchschnitt schlechter gebildet, mehr als ein Viertel von ihnen ist arbeitslos. Mit einem Schulabschluss können sie auf bessere Zukunftschancen hoffen.
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Einer der Standorte der Schule befindet sich in Miskolc, einer Großstadt im Osten des Landes. Zu sozialistischen Zeiten war sie von der Schwerindustrie geprägt, seit der Wende ging es wirtschaftlich jedoch bergab. Viele verlassen die Stadt, denn an Arbeitsplätzen mangelt es.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Achim Pohl</small>
Einer der Standorte der Schule befindet sich in Miskolc, einer Großstadt im Osten des Landes. Zu sozialistischen Zeiten war sie von der Schwerindustrie geprägt, seit der Wende ging es wirtschaftlich jedoch bergab. Viele verlassen die Stadt, denn an Arbeitsplätzen mangelt es.
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Andrea (links) besucht seit zwei Wochen die „Schule der Möglichkeiten.“ In ihrer alten Schule hielten ihre Lehrer sie für minderbegabt, auch ihre Eltern glaubten das, am Ende sogar sie selbst. Lehrerin Vargané Réti an der „Schule der Möglichkeiten“ in Miskolc ist sich sicher: „Hier bekommt Andrea die Förderung, die sie braucht.“<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Achim Pohl</small>
Andrea (links) besucht seit zwei Wochen die „Schule der Möglichkeiten.“ In ihrer alten Schule hielten ihre Lehrer sie für minderbegabt, auch ihre Eltern glaubten das, am Ende sogar sie selbst. Lehrerin Vargané Réti an der „Schule der Möglichkeiten“ in Miskolc ist sich sicher: „Hier bekommt Andrea die Förderung, die sie braucht.“
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Inhalt erstellt: 04.03.2019, zuletzt geändert: 16.04.2019