14.08.2011

„Ich will statt seiner sterben“ - Vor 70 Jahren wurde Maximilian Kolbe ermordet

Renovabis ist es am 14. August ein Anliegen, an einen Heiligen des 20. Jahrhunderts zu erinnern: Der Franziskanerpater Maximilian Kolbe ist vor 70 Jahren von den nationalsozialistischen Schergen des Terrorregimes in deren Konzentrationslager Auschwitz (bei Oświęcim/Polen) ermordet worden.

Die Willkür beim Strafappell brachte für Nichtigkeiten immer wieder „Selektionen“ (Auswahl von Häftlingen zur Bestrafung). Mit neun weiteren Todgeweihten hätte eigentlich „Häftling 5659“, der Familienvater Franciszek Gajowniczek, im Hungerbunker einen qualvollen Tod erleiden sollen. Aber „Nummer 16670“, Maximilian Kolbe, meldete sich und sagte: „Ich will statt seiner sterben.“ Das war am 29. Juli 1941, dem Tag, an dem Pater Kolbe in den Hungerbunker gesteckt wurde. Nachdem die anderen neun Leidensgenossen bereits verhungert waren, Kolbe jedoch noch Lebenszeichen von sich gab, verabreichte der Lagerhenker dem 47-jährigen Priester schließlich am 14. August eine Phenol-Todesspritze.

Pater Maximilian Maria Kolbe ist 1971 seliggesprochen worden. Bei seiner Heiligsprechung 1982 durch den polnischen Papst Johannes Paul II. war der gerettete Franciszek Gajowniczek auf dem Petersplatz in Rom zugegen.

Renovabis ist der Versöhnungsgedanke sehr wichtig. Bildungs-, Begegnungs- und Austauschprogramme mit jungen Leuten waren und sind Schwerpunkte der Fördermaßnahmen. Die Realisierung der entsprechenden Projekte oblag stets besonders qualifizierten und erfahrenen Organisationen wie etwa dem Maximilian-Kolbe-Werk. Dabei sei es – erläutert Renovabis-Geschäftsführer Gerhard Albert – immer das Ziel gewesen, „die Würde der Opfer, die unter Gewaltherrschaft und unter Menschenrechtsverletzungen gelitten haben, in den Mittelpunkt zu stellen.“ Hervorzuheben seien konkrete Maßnahmen wie etwa die Pflege ehemaliger KZ-Häftlinge in Polen durch junge Freiwillige aus Deutschland, die Begegnung mit Überlebenden der Gewaltherrschaft im Schulunterricht und die Förderung des generationenübergreifenden Gesprächs.

Filme zum Thema Auschwitz

Im Angesicht der Dunkelheit - Eine spirituelle Begegnung mit Auschwitz

Auschwitz - einzigartiges Symbol methodisch perfektionierten Grauens und Zugleich Zielort alltäglicher Touristenströme. Wie kann eine Begegnung mit diesem Ort der Banalität einer Besichtigung entgehen? Die Frage stellt sich der New Yorker Zen Meister Roshi Bernhard Glassman. Seine Antwort: „Das Ausschwitz-Retreat“. Er lädt Menschen verschiedenster Herkunft und Weltanschauung ein, sich Ausschwitz ungeschützt zu stellen. Es begegnen sich Christen, Juden, Muslime und Buddhisten. Nachkommen von Opfern begegnen Nachkommen von Tätern. Der Film portraitiert fünf Teilnehmer und folgt aus der Nähe ihrer inneren Entwicklung. Nicht mehr sie kommen nach Auschwitz, Auschwitz kommt zu ihnen. Renovabis hat die Produktion dieses Films unterstützt. Mehr über den Film.

Zivilisation der Liebe - Das Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim

An der Gedenkstätte entstand 1992 das Zentrum für Dialog und Gebet; bis 2006 wurde das Zentrum mit der Hilfe von Renovabis saniert und ausgebaut. Anliegen des Zentrums in der Nähe des Stammlagers Auschwitz ist es, für alle Menschen, die betroffen sind von dem, was dort geschehen ist, unabhängig von ihrer religiösen Orientierung einen Ort zu schaffen, der zu Begegnung, Gespräch, Lernen, Besinnung und Gebet einlädt. Renovabis hat einen eindrucksvollen Film über die Arbeit des Zentrums herausgegeben. Mehr über den Film.

Inhalt erstellt: 14. August 2011, zuletzt geändert: 22. August 2011